10 paradoxien des sinnlichen

Das sinnlich Wahrnehmbare als Ausgangspunkt philosophischer Ästhetik ist nichts einfach Gegebenes oder Vorgefundenes, sondern immer auch Produkt sozialer Konstruktionen: Das verweist auf das Spannungsverhältnis von Ästhetik und Politik. In diesem Semester stehen die ästhetischen Überlegungen des derzeit intensiv rezipierten Philosophen Jacques Rancière im Mittelpunkt der Fragestellungen. Rancière spricht in Die Aufteilung des Sinnlichen (b_books 2006) nicht von Kunst schlechthin, sondern von „drei großen Regimes der Identifizierung dessen, was wir Kunst nennen“, die sich ihm zufolge in ein ethisches und repräsentatives Regime, die beide in der Antike ihren Ausgang nehmen, und in ein ästhetisches  Regime aufteilen lassen, das am Beginn der Moderne dort auftaucht, wo ein geordneter Sinn mit chaotischer Sinnlichkeit in Kontakt tritt. Sind Rancières Anforderungen an die Kunst, „direkt die zur Welt gehörigen Dinge zu produzieren“ und den „ihr zugewiesenen Orten gänzlich zu entkommen“ mehr als eine Paradoxie der künstlerischen Selbstabschaffung? 

Blocktermine:
13.03. 10, 14.03.10, 24.04.09 und 25.04.10 jeweils 10.00–17.00 Uhr

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