Willkommen‎ > ‎Auswandern wohin‎ > ‎

Einreisebestimmungen für Thailand


Zur begrifflichen Klarstellung sei vorneweg folgendes gesagt: Man kann zwar aus Deutschland auswandern, jedoch nicht nach Thailand einwandern! Thailand ist kein Einwanderungsland und unterhält auch keine großzügige Einwanderungspraxis! Thailand erteilt nur zeitlich befristetete Tourist- und Non-Immigrant-Visa, nach deren Ablauf man das Land verlassen muss. Mit einem Non-Immigrant-Visum kann man sich in Thailand maximal ein Jahr lang aufhalten. Anschließend muss es neu beantragt oder verlängert werden. Doch da der Thaistaat häufig die Bedingungen ändert, sollten die Bestimmungen aufmerksam verfolgt werden.

Neben den genannten Visaarten sieht das thailändische Immigrationsrecht auch eine Daueraufenthaltsgenehmigung (sog. residence permit) vor, doch ist diese nur mit sehr strengen Auflagen und zu abschreckend hohen Gebühren zu erhalten (199.000 Baht – knapp 5000 Euro!). Zudem ist die Aufnahmequote auf 100 Antragsteller pro Jahr und Land begrenzt. Hier einige weitere bürokratische Einschränkungen:

  • Anträge werden nur zu einem bestimmten Termin einmal im Jahr entgegen genommen.
  • Alle Unterlagen sind in Thai vorzulegen.
  • Der Antragsteller wird persönlich befragt und muss Fingerabdrücke abgeben.
  • Er muss durchgängig 3 Jahre lang im Besitz eines  Non-Immigrant-Jahresvisums (kein Multiple-Entry-Visum!) gewesen sein.
  • Die Ausstellung des blauen Aufenthaltsbuches kostet zusätzlich 1000 Baht.
  • Bei einer Ausreise verfällt die Genehmigung, es sei denn, er hat vorher eine Wiedereinreisegenehmigung (re-entry) eingeholt (pro Genehmigung 1000 Baht, 25 Euro). (Vor der Ausreise muss eine Steuererklärung abgegeben werden.)
  • Jährlich muss er sich einmal bei der Wohnsitzbehörde melden (kostenpflichtig, 200 Baht).
  • Alle fünf Jahre muss er sich auf der örtlichen Polizeistation melden.
  • Eine Arbeitsaufnahme ohne Arbeitsgenehmigung ist untersagt.


Hier ein Überblick über die gewöhnlichen Einreisearten:

Die Einreise ohne Visum

Deutsche können bis zu 30 Tagen ohne ein Touristenvisum einreisen, vorausgesetzt sie reisen über einen Flughafen ein. Wer über Land einreist, erhält nur einen Aufenthaltsstempel über 15 Tage.

Die Einreise mit einem Tourist-Visum

Das Tourist-Visum muss vor der Einreise auf einer ausländischen Thaivertretung (Konsulat oder Botschaft) beantragt werden. Seit November 2015 gibt es nur noch zwei Arten von Tourist Visa: 1. Mit Einmaleinreise (gültig 90 Tage, Aufenthalt 60 Tage) und 2. Mehrfacheinreise (gültig 180 Tage, Aufenthalt jeweils 60 Tage).

Das Tourist-Visum zur einmaligen Einreise kostet derzeit 30 Euro. Es kann im Land einmalig um 30 Tage verlängert werden (Verlängerungsgebühr: 1900 Baht, 47,50 Euro). Das Tourist-Visum zur Mehrfacheinreise kostet 150 Euro.

Hier aktuelle Infos über die Visavergabepraxis der Nachbarländer.

Die Einreise mit einem Non-Immigrant-Visum

Das Non-Immigrant-Visum wird für verschiedene Arten von Antragstellern erteilt und ist durch einen Buchstabenanhang klassifiziert. So steht „B“ für Business, „ED“ für Ausbildung (education), „M“ für Medien und „O“ für Andere (others). Die Visa „B“, „ED“ und „M“ werden nur für gewisse Beschäftigungszwecke ausgegeben. Ich gebe hier nur einen Überblick über das „O“-Visum, da es den meisten Antragstellern um einen beschäftigungslosen Aufenthalt geht.

Das Non-Immigrant-„O“-Visum kann nur von Rentnern oder von solchen Ausländern beantragt werden, die mit einem thailändischen Staatsbürger verheiratet sind. Das Visum kann für eine einmalige Einreise oder für mehrere Einreisen beantragt werden. Pro Einreise darf man sich 90 Tage im Land aufhalten. Das Visum für mehrere Einreisen (Multiple Entry) ist für 365 Tagen gültig. Innerhalb dieser Zeit kann man mit diesem Visum so oft ein- und ausreisen wie man möchte. Man erhält jedoch bei jeder Einreise einen Aufenthaltsstempel über 90 Tage. Wer kurz vor Ablauf des Visums erneut einreist, erhält ebenfalls nochmals 90 Tage. Damit kann der Gültigkeitszeitraum von 12 auf 15 Monaten geschickt ausgedehnt werden. Das Visum zur einmaligen Einreise kostet derzeit 60 Euro und das „Multiple O“ 150 Euro.

Wer die Ausreisen umgehen möchte, kann im Land sein „Non-Immigrant-O-Visum“ zu einem sogenannten „Jahresvisum“ umschreiben lassen. Hierzu muss er allerdings verschiedene Bedingungen erfüllen. Er muss über 50 Jahre alt sein und mit einem Non-Immigrant-Visum eingereist sein. Darüber hinaus muss jeder Antragsteller mindestens 800.000 Baht (20.000 Euro) auf einem thailändischen Bankkonto nachweisen. Der Betrag von 800.000 Baht muss mindestens 3 Monate vor Antragstellung auf einem thailändischen Bankkonto zur Verfügung gestanden haben. Ersatzweise können auch monatliche Einkünfte in Höhe von 65.000 Baht (1.630 Euro) nachgewiesen werden. Manche Immigrationsbüros gestatten auch das Mischen der beiden Erfordernisse. Wer mit einem thailändischen Staatsbürger verheiratet ist, braucht nur 400.000 Baht (10.000 Euro) nachzuweisen bzw. muß über ein gemeinsames monatliches Einkommen von 40.000 Baht (1.000 Euro) verfügen. Mit diesem Visum darf man sich ein Jahr lang durchgehend in Thailand aufhalten. Lästige Ausreisen entfallen. Doch aufgepasst: Falls Inhaber dieses Visum ins Ausland reisen möchten, so müssen sie sich vor der Ausreise eine sog. Re-Entry-Bescheinigung besorgen. Ohne ein Re-Entry verfällt das Jahresvisum und man erhält bei der Einreise lediglich einen 30-Tage-Stempel (Airport) oder nur einen 15-Tage-Stempel (Landeinreise).

Das Jahresvisum kostet im Land 1.900 Baht (47,50 Euro).

Das Re-Entry kostet für die einmalige Ausreise 1000 Baht (25 Euro), bei mehreren Ausreisen 3.800 Baht (95 Euro).

Zu beachten ist ferner, dass Inhaber des Jahresvisums alle 90 Tage auf ihrem Immigrationsbüro eine Meldung abzugeben haben.

Da die Bedingungen, Vorschriften und Gebühren einem ständigen Wandel unterworfen sind, ist es empfehlenswert, sich sorgfältig über die Veränderungen zu informieren.

Eine gute und sehr informative Übersicht über die meisten Visa-Arten gibt folgende englische Webseite. Hier werden auch weitergehende Fragen über „Leben und Arbeiten in Thailand“ behandelt.

 

Nochmal: Alle Visa-Arten sind zeitlich befristet. Eine Einwanderung nach Thailand ist daher im strengen Sinne nicht möglich. Doch solange der Thaistaat immer wieder neue Visa ausstellt, kann man durchaus viele Jahre in Thailand leben.

Grundsätzlich: Jedes Visum stellt ein befristetes Aufenthaltszugeständnis dar. Ein Recht auf Einreise ist daraus nicht abzuleiten. Die letzte Entscheidung trifft der Einreisebeamte. Soweit es Thailand betrifft, sind die Absichten des Thaistaates klar: Es geht um Kontrolle, Begrenzung und Gängelung. Vor allem aber geht es um ungenierte Gebührenschneiderei. Freizügigkeit ist möglich, muss aber erkauft werden (Re-Entry).

Lernen Sie das großzügige Einwanderungsprogramm der malaysischen Regierung kennen!


Für ein Leben in Thailand gilt es weitere Beschränkungen zu beachten:

Arbeit

Jegliche Form der Arbeitsaufnahme ist unter beiden Visa-Arten verboten. Die unerlaubte Arbeitsaufnahme ist mit Gefängnis, Geldstrafe und Abschiebung bedroht. In dieser Hinsicht sollte man die thailändischen Verfolgungsbehörden nicht unterschätzen. Gefängnisstrafen und Abschiebungen sind gängige Praxi. Zusätzlich erhält man einen Eintrag als unerwünschte Person im Immigrationscomputer, was künftige Einreisen erschweren dürfte.

Wer arbeiten möchte, benötigt dafür eine Arbeitserlaubnis (work permit). Diese kann nur die beschäftigende Firma beantragen, nicht der Antragsteller selbst! Die Beantragung ist mit allerlei Auflagen verbunden. Der Antragsteller muss u. a. Nachweise und Zeugnisse vorlegen und die beschäftigende Firma muss für jeden Ausländer mindestens 4 Thais eingestellt haben. Zu beachten ist ferner, dass es für an die 30 Berufe überhaupt keine Arbeitsgenehmigungen gibt, da sie ausschließlich Thais vorbehalten sind. Dazu zählen viele Berufe aus der Landwirtschaft, dem Hotelwesen, dem Einzelhandel und dem Handwerk.

Grundstückskauf

Ausländern ist der Kauf von Grund und Boden verboten. Zwar können sie Eigentümer von Häusern sein, doch müssen sie die Grundstücke von einem thailändischen Grundstückseigentümer mieten. Mietdauer maximal 30 Jahre. Einzig Condominium-Einheiten können sie auf ihren Namen kaufen, sofern der ausländische Gesamtanteil aller Wohneinheiten eines Gebäudes 49% nicht übersteigt.

Bankkonto

Ein Bankkonto kann heutzutage problemlos bei einer thailändischen Bank eröffnet werden. Es wird aber in der Regel nur in Landeswährung geführt. Fremdwährungskonten werden nur von wenigen Banken angeboten (z. B. Ayutthaya Bank) und sind von den Konditionen her sehr unattraktiv.

Führerschein

Wer ein Auto oder ein Moped fahren möchte, benötigt entweder einen internationalen Führerschein oder einen Thaiführerschein. Bei Vorlage des internationalen Führerscheins wird ein Thaiführerschein ohne weitere Prüfungen ausgestellt. Ansonsten hat man sich einer Prüfung zu unterziehen. Diese ist allerdings nicht schwer und wird innerhalb eines Vormittags abgeleistet. Zu beachten ist, dass der Thaiführerschein zunächst nur ein Jahr gültig ist. Nach Ablauf wird er für weitere fünf Jahre ausgestellt.

Fahrzeuge

Wer ein Auto oder ein Moped auf seinen Namen zulassen möchte, muss Inhaber eines Non-Immigrant-Visums sein. Außerdem benötigt er eine Wohnsitzbescheinigung der Immigrationsbehörde.

 

Dies soll nur ein kurzer Überblick sein. Für weitergehende Themen wie z. B. Lebenshaltungskosten, Rente, Heirat, Bauen und Wohnen empfehle ich weitere Recherchen, z. B. über folgende Webseite.

Offizielle Seite der Thai-Immigration (Visaarten, Voraussetzungen, Gebühren).

 

Weiter mit dem Einwanderungsprogramm von  Malaysia

 

©Paul Martini, Feb. 2016