Der Wat Yai Suwannaram

Einer der landschaftlich schönsten Tempelanlagen innerhalb des Stadtgebiets von Petchaburi ist der Wat Yai Suwannaram in der Phong Suriya Road. Er ist etwa 300 Jahre alt und sein Entstehen geht in die Ayutthaya-Zeit zurück. Viele Gebäude des Tempels wie die Mönchskutis und die großen Versammlungssalas sind aus Teakholz gebaut. Sie wurden Anfang des 21. Jahrhunderts renoviert. Ebenso die antiken Tempeltüren, die einmalige Holzschnitzereien aufweisen.

Der Bot ist komplett mit einer umlaufenden weißen Backsteinmauer umgeben, hinter der in einem zirkulierenden, überdachten Wandelgang unzählige Buddhastatuen in unterschiedlichen Größen aufgereiht sind. Innerhalb des Bots zieren Malereien die Wände, doch durch Witterungseinflüsse sind - wie in vielen thailändischen Tempeln – die meisten Bildnisse verdorben gegangen. Eine Schautafel mit  Fotografien weist daraufhin, dass der Wat einmal als Hintergrundkulisse für historische Filmaufnahmen gedient hat.

Der rundum fensterlose Bot enthält eine versteckte Attraktion.

Verborgen von einem prächtigen Buddhaaltar findet man hinter dem mächtigen Rücken einer großen Buddhastatue eine sitzende Buddhafigur, deren rechter Fuß sechs Zehen aufweist.
Diese physische Eigentümlichkeit lassen sich die faszinierten Thais natürlich nicht entgehen und erweisen dem Buddha andächtig ihre Reverenz. Zum Leidwesen der Besucher haften auf der Figur keine Goldplättchen.

Der Bot liegt an einem großen Teich mit einer umlaufenden weißen Steinmauer.

In den Teich hinaus ist ein Holzpavillon gebaut, der früher wohl mal im Wasser gestanden hat, doch bei niedrigem Wasserstand den Eindruck vermittelt, als würde er über der Wasserlinie schweben.

Ein schmaler Steg führt zu ihm hinaus, doch der Pavillon ist verschlossen und für Besucher nicht betretbar. Er enthält eine antike Bibliothek, in der alte buddhistische Schriften aufbewahrt werden. Der Pavillon heißt auf Thai „Hor Tri Klang Nam“, ist aber auch unter Sanskrit-Bezeichnung „Tripitaka Pavilion“ bekannt. (Tripitaka sind die frühesten buddhistischen Heiligen Schriften.)

Die weitläufige Watanlage mit ihren grünen Rasenflächen, den hohen Kokospalmen, den alten Bäumen und hübschen Bonsaigewächsen vermittelt dem Besucher den Eindruck, in eine verspielte Gartenanlage zu kommen.

Die alten, auf Stelzen stehenden Langhäuser aus Teakholz mit ihren rostroten Vertäfelungen und ihren ebenfalls rostroten Fensterläden verströmen eine Aura von Naturnähe und Behaglichkeit, und die in gleicher Farbe gehaltenen Lattenzäunchen im Untergeschoß, die die niedrigen Hecken befrieden und an den ebenfalls rostroten Pflasterwegen entlang laufen, wirken adrett und sauber als hätte eine germanische Normensphinx die Aufsicht geführt.

Auf einem künstlich angelegten Rasenhügel thront ein goldblinkender Andachtsschrein, zu dem ein paar Stufen hinaufführen.

Im hinteren Teil steht zwischen alten Urnenchedis eine halbverwitterte Stupa aus der Ayutthaya-Zeit mit wunderbaren Stuckarbeiten und Buddhadarstellungen, an denen der Zahn der Zeit aber nicht spurlos vorübergegangen ist.


Auf einem vorderen Teil des Watareals befindet sich eine moderne rekreative Freizeitecke mit Gymnastik- und Fitnessgeräten.

Der Wat kann täglich besucht werden. Er kostet keinen Eintritt.

Bericht und Bilder: ©Paul Martini, Mai 2011