Der Wat Kamphaeng Laeng

Der Wat Kamphaeng Laeng (วัดกำแพงแลง) ist die älteste historische Tempelanlage im Stadtgebiet von Petchaburi. Er befindet sich in der Pho Karong Road.

Er entstand in der Blütezeit des Khmerreiches und wurde 1191 von dem Khmer König Jayavarman VII (1157 – 1207) auf einem 4 Rai (6400 qm) großen Grundstück gebaut. Noch immer ist die mächtige, allerdings stellenweise bereits eingefallene Tempelmauer aus großen Sandsteinblöcken zu besichtigen.

Der Wat war ursprünglich ein hinduistisch-brahmanischer Schrein und hieß Srijai Watscharah Burah. Er bestand aus fünf Pagoden, vier in jede Himmelrichtung weisend und mit der Shiva-Pagode in der Mitte, die die anderen an Größe überragte.
 Die aus roten Lateritsteinen gebauten Pagoden zeigen noch heute den klassischen Khmer Baustil, allerdings sind nur noch vier von ihnen gut erhalten. Von einer ist nur noch eine Ruine übrig.

Die Pagoden waren wichtige Monumente der Khmer-Architektur. Sie waren zumeist aus Sand- und Lateritsteinen gebaut und zwischen 15 und 40 m hoch. Typisch für die Khmerzeit sind die sich stufenweise nach oben verjüngenden Spitzen in Maiskolbenform. Die Pagoden repräsentierten den Berg Meru, einen imaginären Gebirgshügel, der in der hinduistischen Mythologie als Zentrum des Weltgeschehens galt.

Die Skulpturen der Khmer stellten hinduistische Gottheiten dar, und mythische Figuren wie Nagas, Garudas, Löwen und Tempelwächter waren bezeichnend für die Zeit. Buddha fand man meist sitzend dargestellt, häufig auf der zusammengerollten Muchalinda, einer siebenköpfigen Schlange.

Nach dem Tod von König Jayavarman verlor der Tempel seine Bedeutung. Er wurde aufgegeben und 600 Jahre lang nicht mehr benutzt.

Im Jahr 1954 ergriff der Abt des benachbarten Wats Mahathat in Petchaburi die Initiative zur Renovierung der alten Anlage. Der Wat erhielt einen neuen Bot, eine Ausbildungs- und Gebetssala und mehrere Mönchskutis. Auch die Außenanlagen wurden neu bepflanzt und hergerichtet. Damit wurde der Wat zu einer buddhistischen Anlage, die nun auch dauerhaft von Mönchen bewohnt wurde. Er erhielt seinen heutigen Namen Wat Kamphaeng Laeng (Tempel der Sandsteinmauern).

Besucher finden die Anlage gelegentlich ziemlich verlassen vor. Mit den schön angelegten Außenanlagen, den rotgepflasterten Wegen und den sattgrünen, makellosen Rasenflächen, wirkt die Anlage eher wie ein herausgeputztes Freilichtmuseum. Die antiken Sandsteinstupas sind aber noch immer einen Besuch wert.

Der Wat hält regelmäßig öffentliche Meditationsrunden ab, die von 17 Uhr bis 8.30 Uhr am nächsten Morgen dauern. Er ist täglich geöffnet und kann besichtigt werden. Der Besuch kostet keinen Eintritt.

Bericht und Bilder: ©Paul Martini, Mai 2011