Paläste und Tempel

Petchaburi ist eine der ältesten Städte in Thailand. Ihre Gründung geht zurück ins 11. Jahrhundert zur Zeit der Mon. Die Mon regierten vom 7. bis 11. Jahrhundert den unabhängigen Staat Dvaravati, über den heute nur noch wenig bekannt ist. Später siedelten die Khmer in Petchaburi.

Während der Ayutthaya-Zeit (1350-1767) entwickelt sich Petchaburi als wirtschaftlicher Knotenpunkt zum „Tor des Südens“. Während der Rattanakosin-Zeit (1782 – 1932) entdeckten die Chakri-Könige Petchaburi als meernahen Zufluchtsort in der Provinz. Hier baute König Mongkut (Rama IV) seinen Phra Nakhon Khiri Palast auf einem Hügel über der Stadt. Es war der erste Königspalast, der jemals in Thailand außerhalb Bangkoks gebaut wurde. Er wurde 1859 eingeweiht.

Petchaburi war zu allen Zeiten ein wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum. Ihr Name bedeutet „Stadt der Diamanten“. Könige und Prinzen wählten die Stadt als Sommerzufluchtsort und manche von ihnen verbrachten sogar einige Zeit in einem Tempel der Stadt. Die Ayutthaya-Zeit war Petchaburis „goldenes Zeitalter“, denn es war eine Hochzeit für die Künste, die Architektur, die Literatur und die Religion.

Das heutige Petchaburi vereint modernes neuzeitliches Leben mit historischem Erbe.

Petchaburi, die betriebsame Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, besitzt einen lebendigen Altmarkt im Stadtkern, viele Schulen und Colleges, mehrere Krankenhäuser und ein modernes Einkaufszentrum.

Durch den Ort fließt der aus dem Kaengkrachan-Stausee gespeiste Petchaburi-Fluß, mit 220 km Länge der längste und bedeutsamste Fluß in der Region.
An seinem Ufer liegt ein gepflegtes Militärcamp am Rande dcr Stadt. Hier ließ König König Chulalongkorn (Rama V) 1910 seinen Phra Ram Ratchanivet Palast erbauen.

Wiewohl Petchaburi nur 140 km von Bangkok und nur 60 km von Hua Hin entfernt ist, hat sich die Stadt trotz der schnelllebigen Zeitentwicklung viel von ihrem alten Charme bewahrt hat. Hier kommt niemand her, der aufregendes Nachtleben sucht. Das gibt es hier nicht.

Dafür bietet die Stadt am Petchaburi-Fluß mit zwei Königspalästen (!) und mehr als 30 Tempelanlagen aus drei verschiedenen Zeitepochen viele einzigartige kulturelle Sehenswürdigkeiten. Mit dem Wat Kamphaeng Laeng besitzt Petchaburi eine über 800 Jahre alte Tempelanlage, und mit dem Wat Wihara Phranon den mit 43 Metern viertlängsten liegenden Buddha im ganzen Land. Im Wat Mahathat steht der mit 42 Metern höchste Pagodenturm der Stadt, und der Wat Yai Suwannaram beherbergt eine aufsehenerregende Buddhafigur mit einem sechszehigen Fuß. Der Wat Ko Kaew Sutaram ist eine über 400 Jahre alte Tempelanlage mit wertvollen Wandmalereien aus der Ayutthayazeit. Im Wat Khao Bandai It befindet sich das weit verzweigteste unterirdische Höhlenlabyrinth in Petchaburi und die Khao Luang Höhle beherbergt die größte Stalaktitenhöhle in Petchaburi. Mit dem Phra Nakhon Khiri Palast und dem Phra Ram Ratchanivet Palast erhielt die Stadt 2 Königssitze außerhalb Bangkoks in zwei völlig unterschiedlichen Baustilen.

Bericht und Bilder: ©Paul Martini, Mai. 2011