Prapradaeng - Bangkoks "Grüne Lunge" (1)


Das Gebiet von Prapradaeng liegt in einer großen Flussschleife des Menam Chao Phraya. Es ist eine 19 qkm große Halbinsel, die weit in das Stadtgebiet von Bangkok hineinreicht. Verwaltungsamtlich gehört es bereits zur Nachbarprovinz Samut Prakan, daher verkehren innerhalb des Gebietes auch keine Bangkok-Busse.

Prapradaeng ist ländliches, grünes Thailand in unmittelbarer Stadtnähe. Hier findet man keine Hochhäuser, keine Schnellstraßen und keine glitzernden Einkaufstempel. Hier ist alle Hektik wie ausgeknipst. In Prapradaeng kann man dörfliches Thaileben sehen und spüren und ist doch nur eine Flußbreite von der wuseligen, lauten Metropole Bangkok entfernt.
Die Menschen wohnen in uralten Holzhäusern, die auf Stelzen stehen, und arbeiten in Wassergärten, wo sie Mangos, Papayas, Bananen und Kokosnüsse anbauen. Enge Betonstraßen winden sich durch Bananenpflanzungen und sumpfige Kokosnußgärten und schmale Wandelstege verlieren sich im schattigen Dickicht zwischen Bambushecken und hohen Urwaldriesen, von denen haarige Luftwurzeln wie filzige Bartzotteln bis zur Erde herunterbaumeln.


Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Prapradaeng möchte, kann von der Ratchdamnoern-Prachtstraße den Bus Nr. 82 nehmen. Er ist nicht klimatisiert und kostet nur 7 Baht. Die Fahrzeit bis zur Endhaltestelle in dem Ort Paklat dauert eine Stunde. Paklat ist ein überaus quirliger Marktflecken. Überbordende Verkaufsstände mit exotischen Früchten, Blumen, Gemüse, Klamotten und billigem Plastiktand verstopfen die Gehwege und Lastenträger, Rikschafahrer, Mopeds, Stadtbusse und Sammeltaxen kämpfen in der engen Durchgangsstraße um jeden Zentimeter.
Durian und Jackfrüchte (Kanun) stehen in prallen Flechtkörben herum und auf den Auslagen findet man leuchtgelbe Starfrüchte (Mafüang), kugelige Longan (Lamyai), stachelige Rambutan (Ngo) und grasgrüne Zuckeräpfel (Noinaa). Es ist eine einzigartige, ungebändigte Farb-, Formen- und Aromenkaskade, die den Besucher in Beschlag nimmt und ihn in eine völlig andere Welt versetzt.



Man verlässt Prapradaeng mit einem Langschwanzboot ab der Anlegestelle Wat Bang Ko Bua für 20 Baht pro Person. Die Überfahrt über den breiten Fluß dauert nur 10 Minuten, aber währenddessen bekommt man ein gutes Gefühl davon, was Winzigkeit bedeutet. Sehr verloren wirkt das Bootlein zwischen den riesigen Frachtkähnen, die in der Mitte des breiten Stromes zum Entladen ankern.

Auf der Bangkokseite landet man am Pier Nr. 7, dem Klong Toei Pier, an. Von hier nimmt man den Bus Nr. 47 zur Ratchdamnoern.


Man kann auch von Paklat mit einem Fährboot (2 Baht/Person) übersetzen. Auf der anderen Seite fahren Sammeltaxen (Songtäo) zur Sukhumvit, von wo man mit den Bussen 2, 47 oder 511 zur Ratchdamnoern gelangt.


Alle Bilder und Bericht: ©Paul Martini, Sept. 2008-2010

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