Der Klong-Wassermarkt des Wat Thakien (1)


Nonthaburi ist eine thailändische Provinz, die nordwestlich an das Stadtgebiet von Bangkok grenzt. Hier, im Verwaltungsbezirk von Bang Kruai, findet man einen der traditionellsten und authentischsten Tempelmärkte entlang eines Kanals. Er liegt an dem schmalen Seitenarm des Bangkok Yai Kanals, dem Klong Bang Khu Wiang. (Der alte Wassermarkt von Bang Khu Wiang ist geschlossen.)


Der Klongmarkt geht auf eine Initiative des Wat Takien zurück. Er hat den Charakter eines traditionellen Landwarenmarktes, und der Besucher kann noch an dem ursprünglichen und unverfälschten Leben der Thais teilnehmen. Unter einem weit gespannten Kuppeldach werden an kleinen Ständen Obst, Gemüse, tropische Topfblumen, Gewürze, Pasten, selbst gemachte Süßspeisen, Kokosnüsse und Töpferwaren verkauft. Die Erzeugnisse stammen überwiegend aus eigenem Anbau, und die Verkäufer versichern, daß die Produkte frei von chemischen Zusätzen sind.

Früh am Morgen kommen die Mönche auf ihren Tak-Bat-Bettelrunden aus dem Wat. Dann schaukeln mit lautlosem Paddelschlag die schmalen Frühboote der Marktfrauen über den unbewegten Klong heran. In ihren engen Schaluppen türmen sich körbeweise Kokosnüsse und frischgeerntete Bananen, Gemüse aus dem eigenen Garten und schüsselweise selbst gemachte süße Desserthäppchen, was die Thais „Khanom gin len“ nennen.

Aufrecht und mit geradem Kreuz sitzen die Bootsfrauen inmitten ihrer Erzeugnisse und wirken mit ihren breitkrempigen Zylinderstrohhüten ein wenig als kämen sie aus einer längst vergangenen Zeit. Überhaupt hat der Besucher den Eindruck als befände er sich auf einer Zeitreise. Denn es geht gemächlich zu. Der Markt ist relativ klein und das Marktgeschehen überschaubar. Durch die Abwesenheit von jeglichen lauten, aufdringlichen Geräuschen herrscht über dem Markt eine Atmosphäre von familiärer Stimmung und lässiger Entspanntheit.

Im Gegenzug zu anderen Wassermärkten wie zum Beispiel dem Wassermarkt von Taling Chan, der inzwischen sehr an Popularität gewonnen hat und schon etwas überlaufen ist, wirkt dieser noch sehr verschlafen. Alles ist sauber und aufgeräumt und touristischer Schnickschnack findet sich nicht. Man ist unter sich. Es ist ein lokaler Markt für die Thais und Ausländer sind verirren sich nie hier her. Ja, schon die Anreise ist nicht einfach.

Am Klongufer sitzt eine weißhaarige Alte auf einer Bastmatte bei ihren selbst hergestellten „Mamuang guan“, kandierten Mangomusstückchen. Eine ganz besonders süße Verführung. Eine Bootsfrau verkauft „Kao dom mat“ – gesüßte Klebreisröllchen mit gekochten Bananen und schwarzen Bohnen –, und eine andere bereitet „Khanom büang“ zu – eine selbst gebackene Knusperwaffel mit kandiertem, geraspeltem Kokosmehl, Sojasprossenkeimlingen und Tofu.

Nebenan haben sich ein paar hungrige Frühgäste niedergelassen, die sich aus einem längsseits liegenden Boot schmackhafte Nudelsuppen aus bauchigen Brühbottichen reichen lassen, während auf einem anderen Kähnlein würzige Fleisch- und Würstchenspieße über einem Holzkohlengrill schmurgeln, das Stück zu 5 Baht.

            »»»    2. Teil:  Mit dem Tretboot über den Klong 

       

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