Der Flussmarkt von Don Wai


Wer einen recht lebendigen Lokalmarkt außerhalb von Bangkok besuchen möchte, der ist auf dem Flußmarkt von Don Wai genau richtig. Er liegt westlich von Bangkok in der Provinz Nakhon Pathom im Distrikt Nakhon Chaisi. Man findet ihn in der Ortschaft Bang Krathuek in der Nähe des prachtvollen Wat Rai Khing an den Ufern des Tha Chin Flusses, der hier auch Nakhon Chaisi River genannt wird. Mit dem Auto ist der Markt in einer guten halben Stunde von Bangkok aus zu erreichen.


(Hier steht: Herzlich Willkommen auf dem Wassermarkt von Don Wai. Gutes Essen, frisches Obst und Gemüse)

Der Markt findet täglich in der Zeit von 7 bis 18 Uhr statt, doch wird er besonders an Wochenenden von vielen Thaiausflüglern besucht. Während der Woche geht es eher ruhig zu.

Beim Wandeln durch die schattigen Marktgänge bietet sich dem Besucher ein überwältigendes Warenangebot. Bergeweise stapeln sich frische exotische Früchte, traditionell hergestellte Süßspeisen und lokale Köstlichkeiten für den Gaumen wie frittierte Fische, gekochte Enten, panierte Krabben, geröstete Fleischspieße. Überall dampft und köchelt und brodelt es.

Der Gang über den Markt ist eine einzige sinnliche Verführung und Widerstand ist ein zweckloses Unterfangen.


Schattige Freiluftrestaurants laden zum Verweilen ein. Auf schwimmenden Tonnen sind sie über den Fluß hinaus gebaut und freundlich hergerichtet. Von den Dachrändern baumeln blühende Topforchideen, und die beregneten Aluminiumdächer spenden ein angenehmes Klima. Bei einer leichten Mahlzeit und einem kühlen Getränk kann der Besucher prima entspannen und die idyllische Flussszenerie beobachten. Manchmal kommt er sogar in den Genuss besonderer Gesangsdarbietungen eines älteren Thaisängers, der im Hintergrund vor einem Musikcomputer sitzt und in bewegten Lobeshymnen die Herrlichkeit des Thaikönigs preist.

Derweil tuckern behäbige Linienkähne und verlorene Motorschaluppen über den weiten Strom. In dem wellenlos dahin fließenden Wasser spiegelt sich die üppige Ufervegetation in den unwirklichsten Grüntönen.

Auf der anderen Flussseite lugen auf Stelzen stehende Hexenhäuschen unter hohen Palmen hervor, und ankernde Ausflugsboote schwappen versunken in vorbei treibenden zotteligen Wasserkrautteppichen.


Lautlos driftet eine gebeugte alte Thai in ihrem schlichten Holzkahn flussabwärts, begleitet von Schwärmen hungriger Fische, die sich im ufernahen Wasser um ein paar Happen balgen.

 Später kann der Besucher in umgebauten Ausflugsbarken eine wunderbare Bootsfahrt durch die grandiose Flusslandschaft unternehmen.

Werktags verkehren nur zwei Boote, um 12.30 Uhr und um 14 Uhr. Die Fahrt dauert etwas mehr als eine Stunde und kostet nur 60 Baht. An den Wochenenden fahren die Boote stündlich in der Zeit von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr ab. Ein zweites Boot fährt für 100 Baht in zwei Stunden zum Fluss abwärts liegenden „Suan Sam Phran“, dem sogenannten „Rose Garden“, einer spektakulären botanischen Parkanlage im Westen Bangkoks.

Wiewohl der Markt verschiedentlich als „Don Wai Floating Market“ angepriesen wird, ist er dies im strengen Sinne nicht, denn das Marktgeschehen spielt sich im Wesentlichen entlang des Ufers ab. Farbenfrohe, durcheinander schwimmende Verkaufsboote wird man also kaum sehen. Ein besonderes Erlebnis ist jedoch die Flussfahrt durch die traumhafte tropische Wasserlandschaft inmitten von schnatternden Thaifamilien.

Auf der Nachhausefahrt kommt man ausgangs des Ortes an zwei herrlichen Orchideenfarmen vorbei, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind.



 

Anfahrt zu dem Markt:

Raus aus Bangkok über die Phra Pinklao Brücke. Dann immer geradeaus über den ausführenden Highway Nr. 338 (Borommaratchachonnani). Nach der Highway-Kreuzung 338/3310 links ab auf den National Highway Nr. 3414. An der zweiten Kreuzung rechts ab auf den Don Wai National Highway Nr. 3414. In der Ortschaft Bang Krathuek nach rechts abbiegen und nach einigen hundert Metern links auf das Tempelgelände abbiegen.

Hier die Google Earth Koordinaten: 13°46'17.15"N, 100°17'4.92"E

Ein Besuch des Marktes lässt sich auch gut mit einem Besuch des in der Nähe liegenden Phutthamonthon Parks verbinden.

 Bericht und Bilder: ©Paul Martini, Juni 2010


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