Der Zoo von Hua Hin

Ein Ausflug für jedermann

Der Zoo heißt offiziell „Wildlife Captive Breeding Project“ und ist eine Forschungs- und Aufzuchtstation für gefangene Wildtiere. Er wurde auf Initiative von seiner Majestät, dem König Bhumipol, gegründet und am 26. Mai 1990 eröffnet.


Der Wildpark ist täglich in der Zeit von 8 bis 16.30 Uhr für alle Besucher geöffnet und der Eintritt ist frei. Leider ist er in Hua Hin und Cha Am so gut wie überhaupt nicht bekannt, und auch die Ausschilderung ist überaus dürftig. Man muß sich schon auf dem Weg zu dem Zoo befinden, um die einzigen zwei Hinweisschilder in Thai und in Englisch anzutreffen.

Dabei kann der Besuch in dem Wildgehege ein überaus lohnender Tagesausflug sein. Durch das Gelände führen asphaltierte und sauber gefegte Waldwege, bestanden von hohen schattenspendenden Bäumen, deren beständig grüner Blätterschirm die Hitze wunderbar zurückweist und den Spaziergang durch den Park zu einem angenehmen und erholsamen Streifzug durch die Natur macht. Trotz der außerhalb längsseits verlaufenden Verkehrsstraße umfängt einen sofort eine wohltuende Ruhe. Alle Hektik scheint wie ausgeknipst.

Hinter zwei in unwirklichen Farben blühenden Bouganvillea-Büschen trifft man eingangs des Parks Hirschrudel mit mächtigen Geweihen, die inmitten ihrer Rehfamilien wiederkäuend im Schatten der alten Tamarinden liegen. Unter duftenden Eukalyptusriesen begleiten den Besucher prächtige Silberfasane mit imposanten weißen Schwanzfedern. Perlhühner scharren zwischen den knarrenden Bambusgehölzen und gucken auch nicht auf, als ein hochnäsiger Pfauenhahn leichtfüßig mit seinem prunkvollen Federkleid vorbeihuscht, und so tut, als sei er hier auf einem von dem König persönlich beorderten Kontrollgang.

Von irgendwoher kräht ein Hahn, und durch das dichte Blätterdach dringen dem Besucher die stolpernden Rufe der Affen wie ferne Drohungen ans Ohr. Eine versprengte Schulklasse strolcht gackernd über die Wege. Dann wieder nur diese warme, watteweiche Stille auf den windlosen Wegen.

In hohen Vogelvolièren flattern fette Tauben auf luftige Rastplätze und im dunklen Schatten von Lianen und Luftwurzeln putzen Pfauen ihr Gefieder. Ein polygoner Vogelpavillion beherbergt eine Vielzahl von unterschiedlichstem Federvieh. Goldfasane und Goldhühner laufen auf und ab und gelbschnäblige schwarze Beos müssen unablässig miteinander palavern. Ein schneeweißes Papageienpärchen hockt bewegungslos im Schatten auf einer Stange und ein einsamer Nashornvogel schielt mit großen Augen nach den spärlichen Besuchern. Nur der Käfig der Fischeule ist leer. Oder hat sie sich nur verkrochen?

Im Pavillion der Kleintiere verschläft eine Zibetkatze den Tag auf einer Betonröhre, während die malaysischen Stachelschweine nebenan ruhelos durch den engen Zwinger pflügen. Schnüffelnd richten sie sich am Käfiggitter auf und lassen den Besucher nicht aus den Augen.

Seitwärts dann die Aufenthaltspferche der Bären. Die engen Gatter scheinen den Tieren nicht zu behagen. Der große Schwarzbär sitzt apathisch herum und rührt nicht eine Tatze und die Malaienbären laufen reichlich hospitalismusgeschädigt unablässig von einer Ecke in die andere.

Die großen vergitterten Affengehege lassen den Tieren da schon mehr Raum zum Herumtollen. Makaken, Gibbons und Langschwanzlanguren haben reichlich Platz zum Turnen. Mit fantastischer Leichtigkeit jagen sie schwungvoll über hochragende Stangen und schlagen Räder, lümmeln auf dicken Ästen und lausen sich, schwingen dann wieder scheinbar gewichtslos an alten Mopedreifen und starken Seilen oder hängen baumelnd von luftigen Masten.

Im unteren Teil des Parks trifft man auf ein oval angelegtes Kanalsystem, in dessen Mitte drei künstliche Inseln entstanden sind, worauf ein paar frei lebende Weißhandgibbonfamilien siedeln. Von einem schön angelegten Picknickplatz mit Bänken können die Besucher unter großen schattigen Waldbäumen rasten und das Leben der langarmigen Waldaffen jenseits des etwa 4 Meter breiten Kanals sichtschutzfrei beobachten.

Die Affenfamilien leben in übereinander gestapelten Blechtrommeln, die nach vorne einen eingeschnittenen Einstieg aufweisen. Auf den kleinen Inseln finden sie ein weitgehend naturbelassenes Habitat mit wildem Busch- und Strauchwerk und altem Baumbestand vor. Zum Entzücken der Besucher turnen sie über starke Seile entlang des Wassergrabens oder hocken minutenlang am Wasserrand, wo sie
nach ein paar langsam vorbeitreibenden Leckereien in dem grünen Kanalwasser Ausschau halten.

Täglich um 15.30 Uhr kann man auch bei der Fütterung der Tiere dabei sein. Begleitet vom Gebetsgesang einer nahen Moschee werden auf einer Ladepritsche Bananen und Reisbällchen für die Affen, kleingeschnittene Gurkenteile für die Stachelschweine, ein Stückchen rohes Fleisch für die Zibetkatze und frisch geschnittenes Gras für das Damwild ausgefahren und verteilt. Mit großem Behagen und völlig ungestört geben sich die Tiere ihrer Abendmahlzeit hin, und nur die Stachelschweine zanken sich fresslustig um die besten Brocken.

Schräg fällt die milde Nachmittagssonne durch das Bätterwerk. Im Zoo kehrt Ruhe ein. Ein Liebespärchen sitzt noch kuschelnd bei den Gibbons. Die Parkangestellten laden ihre Besen auf und fahren zu ihrer Unterkunft. Der Muezzin ruft zum Abendgebet. Ein wunderbarer Tag im Zoo geht zu Ende.

Der Zoo liegt etwa 15 km außerhalb von Hua Hin. Man erreicht ihn über den Petchkasem Highway Richtung Cha Am. Der Zoo heißt auf Thai „Suan Sat“ und befindet sich in der Ortsgemarkung von Huai Sai Dai.

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Gegenüber des Zoos kann man eine Froschaufzuchtstation, versteckt in einem kleinen Wäldchen besuchen sowie einen schönen Stausee.

Auf der Rückfahrt kann man eine Rast bei der Darul-Muhayireen-Moschee einlegen oder im Ort Huai Sai Dai den prachtvollen buddhistischen Ausbildungs-Wat besuchen. Lohnend ist auch eine Fahrt durch das einzige Moslemdorf in der Gegend.

Bilder und Bericht: ©Paul Martini, Jan. 2008-2010

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