Der Waldpark am Meer

 Nur knapp 20 km von Hua Hin entfernt liegt der Forest Park von Pranburi (วนอุทยานปราณบุร). Der Park ist Teil eines 1974 von der Königin Sirikit gegründeten Küstenwaldprojektes des Khlong Kao- und Khlong Khoi National Reserve Forest Parks. Das gesamte Parkgelände ist nur 317 ha groß (1.984 Rai) und damit Thailands kleinster nationaler Waldpark. 

Der Pranburi Forest Park ist Teil dieses Waldparks und nur 112 ha (700 Rai) groß. Er wurde 1982 von der Königin Sirikit eingeweiht und wird heute von dem Forstdezernat in Petchaburi, als Außenstelle der königlich-thailändischen Waldbehörde, verwaltet. Der Park liegt im Mündungsgebiet des Pranburi-Flusses und beherbergt einen wieder aufgeforsteten Mangrovenwald sowie einen Casuarinenhain entlang eines 1 Kilometer breiten Küstenstreifens. Er ist ein beliebtes Naherholungsziel für Natur begeisterte Ausflügler.

An der Zufahrtsschranke genügt es, seinen Namen und ggfs. das Autokennzeichen in eine Kladde einzutragen, doch häufig wird darauf verzichtet, und die Schranke hebt sich beim Näherkommen von selber.

                                                      Einfahrt

Der Casuarinenhain

Hohe Casuarinenbäume erwarten den Besucher. Casuarinen sind bis zu 30 Meter hoch wachsende tropische Nadelbäume, die das Land hinter der Küste vor den starken Seewinden bewahren. Sie bieten Schutz vor der sengenden Sonne, und ihr nadelreicher Waldboden ist eine komfortable Lagerstatt für ein allseits beliebtes Picknick am Meer. 

             Studenten                                                                      Camps im Wald

Sauber gefegte Asphaltwege laufen durch den duftenden Nadelhain, in dem ein Restaurant und ein Kiosk zu einer Rast einladen. Durch den lichten, blattlosen Tann funkelt das gleißende Meer.

       Ausblick aufs Meer                                                       Studentencamps

Der Strand ist absolut menschenleer. Es gibt nur superweichen Sand, weiße, kalkige Muschelreste und flache gischtlose Wellen.

     Der herrliche Strand                                                        Strand mit Kokosnuß

Draußen im Wasser schlummert Koh Singhto (เกาะสิงห์โต), die Löweninsel, die den Namen ihrer geschwungenen Form verdankt, aus der man mit etwas Phantasie die Gestalt eines schlafenden Löwen erkennen kann.

 Der Mangrovenforst

Auf der anderen Seite des Parks kann man sich auf einen lehrreichen Rundgang durch einen wieder aufgeforsteten jungen Mangrovenwald begeben.

      Hier beginnt der Trail                                                      Der Mangrovenforst

Holzbeplankte Bohlenwege führen durch den Wasserwald mit seinem durcheinander wachsenden Wurzelwerk. Unmerklich und geräuschlos rieselt Meerwasser zwischen den bogenförmigen Stelz-, Stütz- und Pfahlwurzeln, und blassblaue Krebse wühlen sich aus dem Schlamm.

Der etwa 1 km lange Plankenrundweg ist beidseits mit einem Holzgeländer gesichert und verläuft zumeist unter dem dichten Schattendach der blattreichen Mangrovenbäume, was den Spaziergang durch die Natur zu einer erquicklichen Angelegenheit macht.

Mangrovenbäume wachsen im salzigen Meerwasser tropischer Flussmündungen und Uferzonen und erreichen normalerweise eine Höhe von 15 Metern. Sie benötigen warme Umgebungstemperaturen; schon unter 25 Grad gehen sie ein. Das Salz des Meerwassers lagern sie in ihren Blättern ab. Ihre ausladenden und verzweigten Bogenwurzeln verankern den Baum nicht nur in Schlick und Schlamm, sondern ermöglichen ihm auch die Atmung. Da der Untergrund sehr sauerstoffarm ist, atmet die Pflanze über Luftporen in der Rinde ihrer Atemwurzeln. Die Fortpflanzung  geschieht durch keimende Jungpflanzen am Mutterbaum, die irgendwann abbrechen, ins Wasser fallen, wegtreiben und auswurzeln. Die Keimlinge können je nach Mangrovenart zwischen 30 cm und einem Meter lang werden.

Von einer Aussichtsplattform hat man einen guten Rundblick über den Mangrovenforst, und eine Lagetafel gibt Aufschluß über dessen Ausdehnungen. Nach der Hälfte des Weges gelangt man an eine Anlegestelle, wo ehemalige Fischer mit ihren Booten auf Besucher warten.

          Ein Fischerboot                                                           Der Mangrovenklong
Für 400 Baht pro Boot unternehmen sie Touren über den Mangrovenklong, sowie durch den Unterlauf des Pranburi-Flusses und den Fischereihafen von Pak Nam Pran.

      Fischerdorf am Klong                                                          Der Fischhafen

Der Park ist ein gefragtes Ausflugsziel für Schulklassen. Die Schüler biwakieren unter den hohen Nadelbäumen und unternehmen Ausflüge in die Natur. In Lichtbildvorträgen und auf Wanderungen durch den Mangrovenhain wird ihnen die ökologische Besonderheit des Schutzgebiets näher gebracht. Mit etwas Glück kann man sich den Veranstaltungen anschließen.

Besuchern, die in dem Park übernachten möchten, bieten sich leider nur sehr teure Unterbringungsmöglichkeiten. Drei Unterkunftshäuser stehen zur Verfügung, die nur pro Haus gemietet werden können. Das erste Haus verfügt über 6 Betten und kostet 2000 Baht. Das zweite Haus verfügt über 15 Betten und kostet ebenfalls 2000 Baht. Das dritte Haus verfügt über 50 Schlafsaalplätze und kostet 4000 Baht. Wer gerne campen möchte, kann ein Vier-Mann-Zelt zum Preis von 300 Baht ausleihen.

(Außerhalb des Parks gibt es in ein paar sehr ruhig gelegenen Ressorts passable Übernachtungsgelegenheiten in direkter Meereslage.)

Der Park kann täglich in der Zeit von 8.30 bis 16 Uhr besucht werden. Er kostet keinen Eintritt. Auf folgender Webseite erhält man einen sehr schön bebilderten Überblick über die Einrichtungen den Parks: http://www.dnp.go.th/parkreserve/asp/style2/default.asp?npid=89&lg=2

Anfahrt:

Man verlässt Hua Hin über die Petchkasem Road Richtung Pranburi. Nach etwa 15 Kilometern biegt man bei diesem Schild nach links ab.

Man überquert die Nord-Süd-Eisenbahnlinie und biegt dahinter nach links ab (Schild). 
Nun folgt man dem kurvigen Asphaltsträßchen bis zu seinem Ende. Auf halbem Weg passiert man den Milford Golf Club mit seinem überaus hässlichen Hotelquader am Meer.

 Bilder und Bericht: ©Paul Martini, August 2010

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