Der Umweltpark von Hua Hin

Das Militärcamp Rama VI liegt im Verwaltungsdistrikt Cha Am der Provinz Petchaburi und ist von Hua Hin etwa 15 km entfernt. Hier sind Einheiten der PARU (Police Aerial Reinforcement Unit) stationiert, einer Grenzschutzpolizei mit Fallschirmspringereinheiten. Die Einheiten wurden als schnelle Eingreiftruppen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus Angst vor einer Invasion chinesischer Kommunisten mit Hilfe des CIA gegründet. Bewusst wählte man Polizeieinheiten, da sie für den Untergrundkampf schneller und flexibler einsetzbar waren als Soldaten. Nachdem sie anfangs in einem ehemaligen japanischen Trainingslager in Lopburi stationiert waren, kamen sie 1953 in die Nähe von Hua Hin, wo der CIA-Mann William Lair die PARU zu einer Elitekampfeinheit formte, die nicht nur bei grenzübergreifenden Scharmützeln in unübersichtlichem Gelände, sondern auch als Leibgarden zum Schutz des Königs einsetzbar waren. Das Militärcamp Rama VI liegt am Petchkasem Highway und das Gelände erstreckt sich bis zum Meer. Die Einfahrt sollte nicht mit dem daneben liegenden Naresuan Camp verwechselt werden. Das Camp kann täglich in der Zeit von 8 bis 17 Uhr von jedermann besucht werden.

Der Umweltpark

2003 wurde auf dem Gelände des Camps der „Sirindhorn International Environmental Park“ (SIEP) zum 48. Geburtstag der Prinzessin Sirindhorn ins Leben gerufen.

Der Park will ein internationales Wissenszentrum für Natur- und Umweltschutzbelange sein. Er wurde nach jahrelanger Bautätigkeit 2008 für die Öffentlichkeit geöffnet.


Die Vision der Initiatoren des Parks verfolgt folgende Ziele: die natürlichen Ressourcen zu schonen, Energie sparsam zu verwenden und die Umwelt nicht zu belasten. Wissen soll transparent dargestellt und ökologisch sinnvolle und praxisgerechte Anwendungsformen sollen vermittelt werden. Das Lernzentrum verfolgt bewusst eine erzieherische Absicht, und will in vielen praktischen Beispielen und Modellversuchen zeigen, wie ein Umdenken stattfinden kann. Darüber hinaus sieht es sich als Bindeglied in einer internationalen Kette von technologischem Wissenstransfer.

Die Grundidee

In dem architektonisch stilvollen Gebäudekomplex, der mit seinen luftigen Wandelgängen, anmutigen Säulenpavillons und breiten Verandenfluren an den auf dem gleichen Gelände erbauten Teakholzpalast von König Rama VI erinnert, werden Ausstellungen und Vorführungen in acht verschiedenen Wissensräumen dargeboten, die den Themen Energiegewinnung, -erzeugung und –verwendung gewidmet sind. Im Eingangsbereich ist der Suffizienzidee des Königs als Leitrichtlinie für alles wirtschaftliche Handeln ein eigener Projektraum gewidmet. In bildhaft ausgehängten Redeausschnitten wird die königliche Vorstellung einer Genügsamkeitswirtschaft erklärt, die auf drei einfachen Maximen gründet: Maßhalten, Einsicht, Weitsicht.




Ressourcen und Experimente

In weiteren Themenräumen geht man Fragen der Energieerzeugung und Energieverwendung nach. Was ist Energie? In welchen Formen kommt sie vor? Wie wird sie gewonnen? Welches sind die Energielieferanten? Woher kommt Elektrizität? Wie wird Energie im Haushalt verbraucht? Wie kann Energie sparsam eingesetzt werden? Wie können Abfälle vermindert werden? Was ist Treibhausklima? Was ist saurer Regen? Was versteht man unter zunehmender Erderwärmung? Welche alternativen Energiegewinnungsarten gibt es?

Im Außenbereich experimentiert man mit Warmwasserkollektoren, Windrädern, Solarzellen und dem Versuchsanbau verschiedener widerstandfähiger Pflanzen, wie dem Vetiver-Gras, das die Böden vor der Wind- und Wassererosion schützt und sogar zur Abwasserreinigung eingesetzt werden kann.

In einer Bibliothek kann der Besucher bei kühler Airconluft in Bildbänden, Ratgebern und Handbüchern schmökern oder auf dem mitgebrachten Laptop im Internet surfen. Drei Computer stehen ebenfalls zur kostenlosen Benutzung bereit.

Der Mangrovenhain

In einem rekultivierten Mangrovenschutzgebiet kann der Besucher erholsame Spaziergänge über schattige Bohlenwege unternehmen.



Lerntafeln geben Aufschluß über die angepflanzten Baumarten und den vielfältigen Nutzen des Mangrovenwalds für Krabben, Krebse, Fische und Vögel.
In dem Schutzgebiet sollen über 80 verschiedene Vogelarten heimisch sein, wie z. B. Eisvögel, Wiedehopfe, Fischreiher und malaysische Regenpfeifer.

Der Palast am Meer

Jenseits des Mangrovengebiets betritt man eine penibel gehegte Parkanlage mit himmlisch weichen Rasenflächen, uralten Baumriesen und sauber geharkten Parkwegen.






In deren Mitte steht ein Denkmal von König Rama VI, der 1924 nebenan seinen wunderschönen Teakholzpalast Marukhathaiyawan bauen ließ.

                             Das Chao Phrayaram Ramacop Haus am Meer

Der Palast am Meer wurde von König Rama VI selber entworfen und diente ihm als Sommerpalast. Er steht komplett auf Säulen inmitten eines tadellos gepflegten Gartengeländes mit blühenden Bougainvillea-Sträuchern, Blumenrabatten und hunderte Jahre alten Bäumen.

Luftige Stege verbinden die insgesamt 16 Teakholzpavillons miteinander, deren Dächer in leuchtendem Zinnoberrot schimmern. Alle Holzstreben und Gitterarbeiten sind durchgehend in beigen Pastelltönen und die hölzernen Wandtäfelungen, die nüchternen Zierornamente und die Lamelleneinsätze der Fensterläden sind in weichen Blaufarben gehalten. Zum Schutz der Holzböden wandelt der Besucher barfuß über die imprägnierten blanken Teakholzböden der Balustradenflure.
Sanfte Seebrisen streifen über schnurgerade Laufstege, die zu zwei auf Stelzen stehenden Badehäusern am Meer hinaus führen.

Der Prachtbau gilt als größter Teakholzpalast weltweit. Er wurde vor ein paar Jahren aufwendig renoviert und ist heute gegen einen Obulus von 30 Baht täglich in der Zeit von 8 bis 16 Uhr zu besichtigen.

Für nur 20 Baht kann man sich sogar Fahrräder ausleihen und zwischen den kultivierten Rasenflächen unter den alten Bäumen spazieren fahren.

Beim Verlassen des alten Sommerpalastes passiert man die Trainingsanlagen der Fallschirmeinheiten mit einem Sprungturm. Ausgediente Flugzeuge können besichtigt werden, und mit etwas Glück kann man beim Absprung der Fallschirmspringer aus einem Flugzeug dabei sein.

Die Logiercamps

Der Umweltpark bietet mehrere Übernachtungsmöglichkeiten. In einem „International Environment Camp“ (IEC) hat man die Wahl zwischen großen 4-Zimmer-Bungalows für 12 Personen zum Preis von 8.000 Baht pro Nacht und 2-Zimmer-Bungalows für 8 Personen zum Preis von 4.000 Baht.

In einem zweiten Lager, dem „Environmental Conservation Camp“, stehen Bungalows für 10 Personen zum Preis von 2.000 Baht und Bungalows für 3 Personen zum Preis von 1.500 Baht pro Nacht bereit. Zelten ist ebenfalls möglich.

Verpflegung kann geordert werden. Ein Frühstück kostet nur 50 Baht und ein aus drei Gerichten bestehendes Mittag- oder Abendessen schlägt mit nur 80 Baht zu Buche.

Im benachbarten Naresuan Camp stehen außerdem große Mehrpersonen-Strandbungalows in direkter Meereslage ab 2500 Baht zum Übernachten bereit. Eine Preisübersicht kann bei mir angefordert werden.

Der Sirindhorn Umweltpark gilt als Regionalzentrum für Expertenwissen (Regional Centre of Expertise) zur Vermittlung von nachhaltiger Entwicklung. Er wurde am 28. März 2008 von der Universität der Vereinigten Nationen als eines von 55 weltweit operierenden Regionalzentren anerkannt.

Das Zentrum ist täglich von 8.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Es kostet keinen Eintritt.

Webseite: http://www.sirindhornpark.or.th/SIEPENG/index.html


 Bericht und Bilder: ©Paul Martini, Sept.-Dez. 2010

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