Der Einsiedlermönch im Felsenpark

Zum Felsenpark von Khao Hin Thoen biegt man 8 km südlich von Prachuab Khirikhan vom Highway Nr. 4 nach rechts in die Landstraße Nr. 1039 ab.

Nach dem Dorf Khlong Wan kommt man an eine Straßenkreuzung, wo ein Schild nach links den Weg zur Dan Singhkon Grenze weist. Hier fährt man geradeaus weiter.
Schon von Ferne sieht man nun riesige schwarze Felsenbrocken wie überdimensionierte Kanonenkugeln in den gleisenden Ananasfeldern liegen. Versteckt hinter hohem Buschwerk duckt sich ein Wat, der von der Straße aus nicht zu sehen. Es ist der Felsen-Wat von Khao Hin Thoen.

Nach 2 km kommt man zu einem Windrad. Hier biegt man bei dem Schild „Khao Hin Turn“ (englische Schreibweise) links auf einen sandigen Feldweg ab. Linkerhand kommt man an einem halbausgetrockneten Tümpel mit vielen Wasservögeln vorbei. Nach etwa 200 Metern gelangt man zu einer Betonauffahrt, die zum Wat hinauf führt.

Der Wat liegt hingeduckt inmitten hoher Bäume und riesiger Kalksteinfelsen. Es ist kein gewöhnlicher Thai-Wat, denn es gibt keine der üblichen Tempelgebäude. Beim Höhersteigen gelangt man zu einer weit geöffneten Felsengrotte, die Gebetsraum und Wohn-Kuti des einzigen dort lebenden Mönchs zugleich ist. Es gibt keine Türen und keine Fenster. Tief im Innern überragt ein dreistöckiges Lagergerüst die nach vorne offene Höhle, von dem aus offenbar Reliefarbeiten an der hinteren Felsenwand ausgeführt werden. Rechterhand stehen ein paar persönliche Habseligkeiten des Mönchs, während linksseitig ein großer weißer Sitzbuddha zur Andacht einlädt. Die drei Stufen zur Höhle wie auch der spiegelblanke Wohnboden sind mit bunten Mosaiksteinen ausgelegt. Von der Felsendecke baumelt ein sechsstrahliger Kronleuchter, der mit Sparlampen bestückt ist und Wohnlichkeit verbreitet.

Mächtige, eiförmige Felsbrocken liegen kunterbunt zusammengewürfelt bei einander als hätten ein paar Giganten mit ihnen Boule gespielt. Wie riesige Steinkugeln sind sie zu unordentlichen Felsenbatzen übereinander gehäuft und vermitteln dem staunenden Besucher ein Gefühl von Winzigkeit.

Durch schmale Spalten kann man sie besteigen. Man gelangt auf Wind umtoste Felsplateaus, von denen man einen fantastischen Blick über die türkis schimmernden Ananasfelder und die fernen Urwaldhügel Burmas hat.


Der Mönch hat stellenweise Trittwege und Treppenaufgänge angelegt, die er täglich fegt.












Seit 20 Jahren lebt der Eremitenmönch hier völlig abgeschieden und allein. Eine Katze und ihre Jungen sind seine einzigen Wohngenossen. Er liebt die Einsamkeit und die Ruhe der Wildnis. Strom bezieht er aus ein paar Solarzellen, und Wasser fängt er in Betonregenrinnen auf, die er umlaufend an die Felsen gebaut hat. Frühmorgens tippelt er in ein 2 Kilometer entferntes Dorf zu seinen Tak-Bat-Gängen. Er ist ein netter und zurückhaltender Kerl und spricht sogar etwas Englisch. Ausländische Besucher sind ihm nicht fremd. Leider kann er über die auffallende Form der Felsen und ihre außergewöhnliche Haufenbildung in dem ländlichen Grenzrevier nichts sagen. Er hat eine thaisprachige Webseite entworfen, auf der man seine wunderschönen, selbst gemalten Zeichnungen und Gemälde bestaunen kann: http://www.watkhaohinturn.net/.



Der Felsenpark und dieser sonderbare Einsiedlerwat kann jederzeit besucht werden. Der Mönch freut sich über eine kleine Spende.

 Bericht und Bilder: ©Paul Martini, Juli 2010

Update im März 2014: Mönch ist inzwischen über 70 Jahre alt. Nachdem er auf nassen glatten Fliesen ausgerutscht war und sich dabei einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte, benutzt er nun einen Gehstock. Für seine morgendlichen Bettelrunden wird er mit einem Moped abgeholt. Noch immer freut er sich über Besucher. Er überreicht Wasser in Flaschen und eine schön gestaltete Postkarte.

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