2016


BILDERGALERIE von:  MartinJochenAndreas

Sonntag 28 August, Sölden, Ötztaler Radmarathon. Der Tag der Rekorde…

Der „Ötzi“, der Alpenklassiker schlechthin, steht traditionell am letzten Augustwochenende des Jahres an. Wenn sich Scharen an Radfahrern wieder auf den Weg ins Ötztal machen, die Stimmung schon an den Tagen vor dem Radmarathon am Knistern ist, dann ist es mal wieder soweit. Die härteste Eintagesprüfung Europas für Radfahrer geht in seine 36. Auflage.
238 Km, 5.500 Hm, vier Alpenpässe. Eine riesige Herausforderung und ein fantastisches Erlebnis sind garantiert. Der Ötztaler Radmarathon ruft und 4.500 Teilnehmer folgen. Mit dabei vier Fahrer des Team TV Elm. Wieder einmal in der Besetzung Martin, Andreas, Jochen und Roberto.
Das Ötztaler Wochenende in Sölden beginnt hochsommerlich. Bis zu 35 Grad sind es am Samstag vor dem Rennen. Der Sommer heizt den Teilnehmern schon vor dem Start mächtig ein. Aber lieber Sonne und Hitze als Regen und Kälte, ist doch der allgemeine Tenor. Die Vorbereitungen am Material werden mit der Abholung der Startnummern abgeschlossen und jeder geht den Tag vor dem Rennen auf seine Weise an. Während für Andreas eine kleine Wanderung ansteht, geht es für die drei restlichen Fahrer noch ein wenig aufs Rad zur Vorbelastung. Im Venter Tal kommt es zu einem zufälligen aber schönen Treffen mit weiteren saarländischen Teilnehmern, was gleich mal für ein Saarland Gruppenbild genutzt wird. Danach heißt es nur noch Ausruhen, Carboloading und Teambesprechung für das morgige Rennen. Der Plan ist gemacht, die Bestzeiten sollen fallen. Alles ist vorbereitet und das Warten auf den Sonntag beginnt.
Der Renntag beginnt um 4:45 Uhr in der Früh. Frühstück, dann ein kurzer Test der Temperatur im Freien, schon befinden sich die Elmer Fahrer auf der Hauptstraße in Sölden wieder. Die Startaufstellung mit 4.500 Teilnehmern ist wieder gewaltig. Als kurz vor dem Start die Helikopter mit Kameras am Himmel erscheinen, ist jedem klar, jetzt geht es los. Um 6.45 Uhr ertönt das Startsignal und der Tross des Ötztalers setzt sich in Bewegung. Es geht zunächst hinab nach Ötz, eine 37 km lange Abfahrt. Noch ist es frisch draußen, doch die Sonne schaut schon über die Berggipfel.
Martin, Jochen und Andreas erreichen zusammen den ersten Anstieg des Tages. Das Kühtai mit seinen 2.050 m Höhe wartet. Nachdem sich der Stau auf den ersten Kilometern legt und jeder seinen Rhythmus fährt, fließen die Kilometer dahin. Höher und höher geht’s hinaus. Steile Rampen und viele Kehren später ist das Kühtai nach 1,54 h Fahrzeit erreicht.
Martin, Jochen und Andreas liegen zeitlich voll im Plan. Auch als Roberto etwas später die Passhöhe erreicht und sich in die Abfahrt nach Innsbruck wirft, liegt er im Soll. Spitzengeschwindigkeiten von über 106 Km/h erfordern volle Konzentration auf der Abfahrt.
Nachdem die Tiroler Landeshauptstadt erreicht ist, wartet mit dem Brennerpass der Übergang nach Italien. Martin und Jochen finden sich in der flachen Anfahrt zum Pass in einer großen Gruppe wieder. Zügig geht es die ewig lange aber nie wirklich steile Auffahrt bis auf 1.370 m hinauf. Andreas hat weniger Glück. Dass es auch mit 4.500 Teilnehmern mal einsam werden kann, erfährt er auf den ersten Kilometern des Brennerpasses. Niemand da! Erst einige Zeit später schließen von hinten wieder weitere Fahrer auf. Nicht optimal gelaufen, trotzdem liegt er beim Grenzübergang nach Italien nur wenige Minuten hinter Martin und Jochen.
Dass der Pass zügig gefahren wurde, zeigt sich beim Blick auf die Uhr, die deutlich vor der geplanten Zeit stehen bleibt. Bis jetzt läuft es einfach optimal. Auch für Roberto stellt der Brenner kein Problem dar. Für den „saarländischen Italiener“ wie er sich selbst bezeichnet, wird es mit dem Grenzübergang nach Italien sogar zu einer Art Heimspiel.
In der Abfahrt und folgenden Anfahrt zum Jaufenpass (2.090 m) heißt es nochmals gut verpflegen, denn es warten wieder einmal über 1.000 Hm am Stück. Hier beginnt der Ötztaler Radmarathon nun so richtig. 150 km sind bereits absolviert. Immer noch mit einem hohen Rhythmus bewältigen Martin und Jochen den Pass. Das so ersehnte Ziel den Ötzi unter 9 Stunden zu fahren immer im Hinterkopf, treibt die beiden Elmer Fahrer unermüdlich an. Und das positive Gefühl hält weiter an. Die Zeit auf dem Jaufenpass ist richtig gut, die Form passt. Heute muss es einfach klappen.
Doch die Rechnung wird noch ohne das berühmt berüchtigte Timmelsjoch (2.509 m) am Schluss gemacht. Doch voller Zuversicht geht es in die schwierige Abfahrt des Jaufenpasses. Andreas lässt nicht lange auf sich warten. Auch er hat die Uhr im Visier, liegt aber immer noch hervorragend im Rennen. Dass die Temperaturen um die Mittagszeit immer mehr anziehen, bekommt Roberto schon am Jaufen zu spüren. Also schnell in die Abfahrt, die wenigstens noch etwas Abkühlung verspricht. Kehre um Kehre schlängelt sich die Straße abwärts, etwa 1.300 Hm bis hinunter nach St.Leonhard im Passeiertal. Unten angekommen ist die erste Erkenntnis: UFF! Hier steht die Luft: 35 Grad, Sonne.
Der Blick nach oben zeigt aber schon deutlich, dass sich immer mehr Wolken zusammenbrauen. Nach knapp 180 Km steht nun der letzte Pass des Tages an, das Timmelsjoch, fast 2.000 Hm auf 29 Km. Ein richtiger Hammer, dazu noch mit diesen Temperaturen. Martin hat als gewohnt guter Abfahrer etwas Zeit gegenüber Jochen rausgeholt. In den steilen Rampen zu Beginn des Anstieges besteht noch Sichtkontakt zwischen den beiden Elmer Fahrern, doch Jochen muss der Hitze etwas Tribut zollen. Hier wird der Ötztaler teilweise schon richtig hart. Die Kilometer und Höhenmeter fließen zäh dahin. Da heißt es Charakter beweisen!
Mit einer Menge Selbstvertrauen und guter Vorbereitung, ist ein Teammitglied heute auf absoluter Rekordjagd. Martin, der sich schon unzählige Male an der 9 Stunde Marke versucht hat, fährt heute ein ganz starkes Rennen. Auch der einsetzende Regen auf der Passhöhe kann ihn nicht mehr aufhalten. Sölden und das Ziel sind in greifbarer Nähe. Auch Jochen hat sich wieder gefangen und folgt Martin mit etwas Rückstand über den höchsten Pass und in die finale Abfahrt. Immer noch ist die Zeit auf der Seite der beiden Elmer Fahrer. Jetzt heißt es diese schnell aber kontrolliert ins Ziel zu bringen.
Sölden wartet bereits schon. Die Stimmung ist riesig. Und dann ist es geschafft. Martin fährt nach extrem starken 8:46h auf Platz 510 über die Ziellinie. Endlich, die 9 Stunden Marke ist durchbrochen. Kurze Zeit später erfüllt sich auch Jochen sein angestrebtes Ziel. Die Uhr bleibt für ihn bei 8:55 h stehen, was Platz 598 bedeutet. Zwei Elmer Fahrer unter 9 Stunden und bei der diesjährigen Ausgabe auch die einzigen Saarländer unter dieser Marke. Ein super Rennen!
Lange muss auf den nächsten Teamfinisher nicht gewartet werden. Andreas hat auch bei seiner 8. Teilnahme das Timmelsjoch bravourös und in Bestzeit bezwungen. Der Hitze am Fuße des Anstieges und dem Regen an der Passhöhe getrotzt, rollt er nach 9:02h in Sölden über das Ziel, Bestzeit für Ihn und Platz 717 in der Gesamtwertung!
Drei Fahrer des Teams sind bereits mit persönlichen Rekorden im Ziel. Nun heißt es warten. Roberto kämpft am Timmelsjoch ebenfalls mit der teilweise extremen Hitze und den steilen Rampen. Doch auch er kann seine Zeit aus dem Vorjahr nochmals unterbieten. Nach 11:26h ist auch für ihn der Ötztaler Radmarathon 2016 ein voller Erfolg. Auf Platz 2739 rollt er über das Ziel.

Alle Teammitglieder können persönliche Rekorde vorweisen. Der Ötzi ist 2016 ein voller Erfolg für das TEAM TV ELM.

Mit einem einmaligen Rennen, toller Organisation und eine super Stimmung bei Fahrern, Freunden und Familie, geht das Wochenende im Ötztal zu Ende. Passend dazu öffnet der Himmel zum Abschied alle Schleusen…. J.K.

BILDERGALERIE von:  Martin Jochen Andreas