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ALSACIENNE


Es braucht nicht immer das Hochgebirge um schöne Pässe zu fahren. Es braucht auch nicht immer das Hochgebirge, um sich in den Bergen so richtig zu quälen. Wer viele Höhenmeter auf einen Schlag sucht und dass in einer tollen Bergkulisse absolvieren möchte, der ist bei der Alsacienne genau richtig. Der Radmarathon führt durch die Südvogesen, mit den klangvollen Pässen wie Grand Ballon, Petit Ballon oder Col du Platzerwasel, allesamt bekannt von der Tour de France.

Es ist Sonntag der 24. Juni, der Tag eines der härtesten Vogesenmarathons. Im Startort Cernay am Fuße des Grand Ballon, reiht sich eine lange Schlange an Radsportlern auf. Es sind viele Fahrer unterschiedlicher Nationen am Start, ein kunterbuntes Feld. Darunter die Elmer Fahrer, mit Martin, Andreas, Frank und Jochen. Der Startbereich befindet sich am Fuße des Einstiegs zur berühmten Route des Cretes. Es ist 7:30 Uhr als der Startschuss fällt. Die Temperaturen sind noch relativ frisch, was den Fahrern aber zunächst nicht sonderlich viel ausmacht. Es geht ja zunächst mal knapp 20 km berghoch. Ein richtiger Kaltstart also!


Die Alsacienne wartet mit 170 km und 4.600 Hm auf, eine richtige Herausforderung also! Es geht zunächst durch den Wald. Die Straße schlängelt sich in noch angenehmer Steigung den Berg hinauf. Es heißt zunächst mal in den Marathon reinzukommen, Tempogefühl zu entwickeln und im Kopf den Tag schon mal  vorzuplanen. Das Fahrerfeld zieht sich auf der langen Bergpassage gut auseinander und langsam finden alle Fahrer ihre Position.

Martin und Jochen gehen auch die Alsacienne, wie so viele andere Rennen in gleichem Rhythmus an. Andreas und Frank folgen kurz danach. Der erste Pass ist der Vieil Armand auf 906 m. Zum ersten Mal öffnet sich ein toller Blick über die Vogesen. Eine tolle Morgenstimmung. Schnell die Windweste schließen und schon geht es in eine kleine Abfahrt, die aber nicht allzulange dauert. Es folgt der Anstieg zum höchsten Punkt des Marathons, dem Grand Ballon auf 1343 m.

Links die Berge der Vogesen, rechts das Rheintal mit Blick in den Schwarzwald und vor dem Fahrerfeld die Kehren zum Gipfel, was will der Radsportler mehr. Oben angekommen folgt eine Passage über die Route des Cretes bevor es in einer schnellen Abfahrt zum Lac du Kruth geht. Die Temperatur auf dem Höhenkamm ist an diesem Morgen doch empfindlich kalt, gerade mal 9 – 10 Grad. Gerade auf der schnellen Abfahrt machen sich die Temperaturen bemerkbar. Aber die Abfahrt ist auch schnell erledigt und es geht wieder bergauf, zunächst zum Col du Bramont und dann direkt weiter auf die Route des Cretes. Wieder zieht sich die Straße lange den Berg hinauf.


Die Elmer Fahrer liegen noch alle gut im Rennen. Auf dem Markstein, dem Streckenteiler der Alsacienne, heißt es nochmals Energie tanken und wieder in die Abfahrt stürzen. Martin, Jochen und Andreas nehmen die Schleife der langen Strecke in Angriff, Frank muss aufgrund des knappen Zeitlimits den Weg zum Grand Ballon und Richtung Ziel einschlagen, doch auch hier werden noch ordentlich Höhenmeter gemacht.

Die große Schleife führt zunächst über eine kleine unbekannte Bergstraße, auf die eine schmale schnelle und steile Abfahrt folgt. Nerven behalten und heil runter kommen, die Bremsen leben hier am Limit! Unten angekommen wird mit den kleineren Pässen Col du Bannstein und Col du Firstplan die Vorspeise auf das Hauptmenü serviert. Nach 100 gefahrenen Kilometern heißt es nochmals sammeln, es stehen die zwei härtesten Pässe des Tages auf dem Plan. Auf einem schmalen steilen Feldweg geht es zum Petit Ballon auf 1139 m.


Das Rennen ist nun so richtig schwer. Lange im Wald versteckt, biegt die Straße gegen Ende auf das Hochplateau ein. Neben Kühen und Schafen geht es idyllisch über den Pass. Für die Beine ist es weniger idyllisch, die brennen nämlich ordentlich und schreien nach Erholung. Die folgende Abfahrt trägt nur ein wenig zur Erholung bei, klein schmal und ruppig geht es schnell hinab ins Tal und zur letzten Verpflegung des Tages, eher der Platzerwasel wartet. Nochmal 700 hm bis auf 1283 m, ein Klassiker der Tour de France, steil und gegen Ende eines solch langen Marathons richtig hart. Aber auch die letzte Hürde ist bald geschafft.

Auf eine Abfahrt wartet man aber vergeblich. Leicht wellig über die Routes des Cretes und wieder auf den Grand Ballon führt das Rennen, ehe nach einer weiteren Abfahrt das Finale eingeläutet wird. Die Alsacienne wartet mit einer Bergankunft auf. 2 km mit über 10 % Steigung als Dessert, der Wahnsinn. Langsam und zäh kommt der Zielbogen in Sicht. Mehr stehend als rollend wird der Zielstrich überquert.


Dann ist die Alsacienne bezwungen. Die Elmer Fahrer haben sich wieder vorzüglich verkauft und können zufrieden die Abfahrt zurück zum Parkplatz genießen. Auch die Platzierungen können sich sehen lassen. ... J.K

 

Alsacienne L‘ Indomptable

Martin = Platz 106 in 7:12 h

Jochen = Platz 135 in 7:22 h

Andreas = Platz 152 in 7:30 h

 

Alsacienne Audacieuse

Frank = Platz 300 in 4:44 h



 

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