Befestigungsbauten - Eine kleine Enzyklopädie
Zusammenstellung von Steve Lippmann
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Beispiele Personen
Nagelhaus ist ein chinesischer Neologismus für ein Gebäude, dessen Besitzer sich weigern, ihr Heim für einen Neubau, meistens größere Gewerbegebäude, zu veräußern. Der Begriff ist ein Wortspiel der chinesischen Baubranche. Das Haus wird mit einem Nagel verglichen, der in einem harten Stück Holz steckt und nicht mit einem Hammer eingeschlagen werden kann. Die Besitzer werden umgangssprachlich manchmal dickköpfige Nägel genannt. Staatliche Medien in China verwiesen darauf, dass das Nagelhaus-Phänomen nicht auf China beschränkt sei. So gebe es ähnliche Fälle in den USA, in Großbritannien, Deutschland und Japan.
Nagelsperre (auch Nagelband, Nagelbrett, Nagelstreifen, Nagelkette oder Nagelgurt und umgangssprachlich Reifenkiller) ist ein Mittel, mit dem die Gummibereifung von Fahrzeugen beim Darüberfahren zerstört werden kann. Die Polizei nutzt Nagelsperren unter anderem, um Geisterfahrer zu stoppen oder eine Verfolgungsjagd zu beenden. Darüber hinaus gibt es Nagelstreifen, die fest in die Straße eingebaut sind. Fahrzeugreifen können auch durch selbstgebastelte Nagelbretter oder einzelne Krähenfüße beschädigt werden. Siehe Krähenfüße.
NATO-Draht (auch Widerhakensperrdraht, S-Draht, Z-Draht, Klingendraht oder Bandstacheldraht) ist eine Variante des Stacheldrahtes, der als Drahtrollen gedreht ist und dessen Aufgabe es ist, ein unerlaubtes Passieren, aber auch, wie z. B. in Justizvollzugsanstalten, Ausbrüche von Personen und in gewissem Umfang auch Fahrzeugen stark zu erschweren oder zu verhindern. Im Vergleich zu gebräuchlichem Stacheldraht ist der Zeitaufwand, NATO-Draht zu überwinden, höher. Er wird daher bei Anlagen und in Situationen mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis eingesetzt. Weiterhin ist NATO-Draht gefährlicher als Stacheldraht, da die rasiermesserähnlichen Schneiden stärkere Verletzungen als die Stacheldrahtdornen verursachen. Die ersten Versionen dieser Stacheldrahtart wurden im Ersten Weltkrieg von Deutschland hergestellt. Grund hierfür war ein kriegsbedingter Mangel an Draht, um herkömmlichen Stacheldraht herzustellen.
Netzsperren (auch Sperrnetze, Netz- und Balkensperren) sind schwimmende militärische Sperranlagen des Seekriegswesens. Sie wurden überwiegend in flachen Gewässern eingesetzt und dienten vorzugsweise dem Schutz von Hafenanlagen, Flottenstützpunkten, Liegeplätzen in Buchten, Reeden und wasserbaulich wichtigen Einrichtungen (etwa Stauwehre, Brücken oder Dämme). Die Netzsperren sollten vor allem das Eindringen von Kampftauchern, Schnellbooten und U-Booten in die geschützten Bereiche verhindern oder zumindest erschweren. Zudem sollten die Netze auch das Abschießen von beispielsweise Torpedos von außerhalb der Sperren in die geschützten Hafen- und Schiffsliegezonen hinein verhindern. Ausgebracht wurden Netzsperren durch sogenannte Netzleger, bei ihnen handelte es sich meistens um entsprechend umgebaute Handelsschiffe beziehungsweise Hilfskriegsschiffe.
Neuitalienische Manier ist eine nach der Altitalienischen Manier, ab der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, angewandte Methode zur Anlage von Festungssystemen. Deren pfeilspitzenförmiger Grundriss ergibt sich aus den Schussbahnen der in den zurückgezogen Flanken der Bastionen postierten Kanonen. Diese werden durch das Orillon gedeckt. Die Kurtine wird durch ein Ravelin geschützt . Das Frontalfeuer wird durch Geschütze verstärkt, die auf dem Kavalier auf den Bastionen stehen.
Neuniederländische Manier ist eine nach der Altniederländischen Manier ab der Mitte des 17. Jahrhunderts, angewandte Methode zur Anlage von Festungssystemen. Besondere Kennzeichen sind eine abgeknickte Kurtine, deutlich getrennter Hoch- und Niederwall, Bastionen mit gekrümmten, meist doppelten Flanken und hohen gemauerten Schultertürmen, die praktisch die Funktion der Orillons übernehmen.
Neupreußische Befestigungsmanier (auch Neudeutsche Befestigungsmanier) Neuartige preußische Methode zur Anlage von Festungssystemen im 19. Jahrhundert. Siehe Polygonalsystem.
Niederungsburg (auch Flachlandburg oder Tieflandburg) bezeichnet nach der topographischen Burgtypologie Burgen, die im Flachland oder in einer Talsohle liegen. Sie werden grundlegend von den Höhenburgen unterschieden, die auf natürlichen Anhöhen errichtet sind. In Deutschland sind etwa 34% der nachgewiesenen Burganlagen Niederungsburgen. Da Niederungsburgen nicht den Verteidigungsvorteil einer natürlichen Höhenlage haben, wurden bevorzugt andere gut zu verteidigende Bauorte gewählt, wie beispielsweise Fluss- oder Seeinseln oder Sumpfland. Fehlten solche natürlichen Hindernisse, kam den künstlichen Annäherungshindernissen, wie wassergefüllten oder trockenen Gräben, Wällen, Palisaden und Ringmauern eine erhöhte Bedeutung zu. Für die Überhöhung gegenüber dem umliegenden Gelände wurden künstliche Erdaufschüttungen angelegt (wie bei der Motte), und auch Wehrtürme erfüllten diesen Zweck. Die frühmittelalterlichen Anlagen (unter anderem slawische und sächsische Burgen) haben oft einen schmalen tiefen Graben und hohe und steile Erdwälle. Niederungsburgen sind naturgemäß vor allem in Tiefebenen anzutreffen, so beispielsweise im Norddeutschen Tiefland oder in den Niederlanden. Aber auch in Gebirgslandschaften wurden vereinzelt Niederungsburgen angelegt, beispielsweise im Tal als Inselburg auf einer Flussinsel.
Niederwall Eine durch einen niedrigen Wall gedeckte Verteidigungslinie, die am Fuße der Wälle und Bastionen entlang verläuft. Aus der Absonderung des Niederwalls von der Hauptumwallung entstand im späten 17. Jahrhundert die Tenaille.
Nizza-Sperren Als Konsequenz des Nizza-Attentates wurde in Deutschland im Oktober 2016 erstmals ein neues Sicherheitskonzept zur Terrorabwehr verwirklicht. Zum Tag der Deutschen Einheit in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wurden zum Schutz der Festbesucher „Nizza-Sperren“ aufgebaut. Man verwendete 2,5 Tonnen schwere, legoartig stapelbare Betonfertigteile, die ansonsten einer Dresdner Abfallfirma zur Errichtung temporärer Mülllager dienen (Nestler-Block). Die Innenstadt von Dresden wurde durch Behördenverordnung großflächig zur Sicherheitszone erklärt und es wurden über 1400 „Nizza-Sperrblöcke“ als Schutzlinienmauer zur Abwehr von Pkw- und Lkw-Angriffen um das Festgebiet aufgestellt. Festbesucher und Einwohner nannten diese Sicherheitssperrblöcke wegen ihrer Form auch „Legos“. Bei im April und Juni 2017 durchgeführten Crash-Tests mit Lkws erwiesen sie sich – selbst, wenn sie mit Ketten miteinander verbunden werden – als nahezu wirkungslos, weil sie den Lkw nicht aufhielten, sondern von ihm einfach weggeschoben wurden. Aus diesem Grund wurden neue Sicherheitskonzepte für Dresden erstellt. Kugelförmige Nizza-Sperren wurden fest im Bodenfundament verankert.
Nuraghen sind prähistorische Turmbauten der Bonnanaro-Kultur (2200–1600 v. Chr.) und der mit ihr untrennbar verbundenen, nachfolgenden Nuraghenkultur (etwa 1600–400 v. Chr.) auf Sardinien. Es gibt sie in großer baulicher Vielfalt. Ihr Zweck ist umstritten. Diskutiert wurde sowohl eine Nutzung als Kultstätte, Grabanlage oder in neueren Untersuchungen favorisiert als Wohn- und Befestigungskomplex. Siehe Torres.