Selbstanzeige


Mit einer „Selbstanzeige“,oder besser „Nacherklärung“, räumt der Gesetzgeber Steuerhinterziehern Straffreiheit ein, wenn sie bislang verschwiegene steuerpflichtige Einkünfte nachdeklarieren und bereits hinterzogene Steuern nachzahlen. Die Straffreiheit ist an drei Voraussetzungen gebunden:  Vor Erstattung der Selbstanzeige darf noch kein Amtsträger der Finanzbehörde (Betriebsprüfer) erschienen sein, es darf gegen den Steuerpflichtigen noch kein Steuerstrafverfahren eröffnet worden sein und die Tat darf noch nicht entdeckt sein.


Der § 371 der Abgabenordnung erläutert die Möglichkeit der nachträglichen Anzeige eines Steuerdeliktes durch den Hinterzieher selbst.


Zugunsten der Steuermehreinnahmen verzichtet der Staat in diesem Fall auf strafrechtliche Konsequenzen.


Jeder Steuerzahler, der eine solche Selbstanzeige für sich selbst in Betracht zieht, sollte sich von einem Steuerberater und gegebenenfalls auch von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Die Qualifikation eines Steuerberaters bezieht sich in der Regel auf das Steuerrecht, während ein Rechtsanwalt auch die strafrechtlichen Aspekte und eventuellen Konsequenzen einschätzen kann und vor Gericht in der Regel routinierter argumentiert. Zur Verteidigung in Steuerstrafsachen sind jedoch auch Steuerberater uneingeschränkt befugt.

 


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