Dr. Katharina Gsöllpointner 

Medien der Kunst


 Tünde Dévai

Hand out zum 2. Workshop

12. Oktober 2007

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 Dr. Katharina Gsöllpointner


Medien der Kunst

Theorie und Praxis systemtheoretischer

Kunstbeobactung



Dr. phil. Katharina Gsöllpointner ist im Jahre 1959 in Linz geboren. Sie studierte Anglistik, Politikwissenschaft, Germanistik Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg. Sie ist Kulturwissenschaftlerin, Kunst-und Medientheoretikerin.

Wichtige Projekte:

seit 2007 LOOP Institut für Medien System Forschung Wien (zusammen mit Sibylle Moser)

2006 Gründung von LOOP. Institut für systemische Medienforschung zusammen mit Sibylle Moser.


Grundlagen der Systemtheorie:


  • Für die Beschreibung von Kunst bieten sich Modelle kybernetischer, systemtheoretischer und konstruktivistischer Provenienz* als besonders relevant /bedeutsam/ an.

  • Heute ist die Fokussierung auf Technologisierung und Medialisierung als kulturelle Parameter bei der Konstruktion von gesellschaftlichen Wirklichkeit/en wichtig.

  • Kybernetik: (kybernesis: „Leitung der Kichenamtes“) →Wissenschaft von der Struktur komplexer Systeme, insbesondere der Kommunikation und Steuerung einer Rückkoplung (Feedback) bzw. eines Regelkreises.

  • Zweiter Ordnung: Theorie, die mit dem Modell der Beobachtung der Beobachtung den Begriff einer objektiven Realität eliminiert*

  • Niklas Luhmann: Die Theorie der sozialen Systeme

Luhmann hat zur historischen Ausdifferenzierung von Subsystemen (‚Binnendifferenzierung“) im Kunstsystem beobachtet (dass z.B. um 1900 Musik und Malerei eine „Führungsrolle“ innerhalb des Kunstsystems übernommen haben, was eine notwendige „Rejektion von bindenden Traditionen“ ermöglicht hat)



Gesellschaft = soziales System

Person = psychisches System

Kommunikationen = Elemente



   -Gesellschaft und Personen sind Umwelten füreinander

  -Moderne Gesellschaft = Gesamtsystem, das aus funktional ausdifferenzierten Teilsystemen besteht: Wirtschaft, Politik,    Recht, Religion, Liebe/Intimität, Erziehung, Wissenschaft, Kunst.

  -Kunst wird als System verstanden, das als ein Teilsystem von Gesellschaft beobachtet werden kann (neben anderen  Systemen wie Politik, Wirtschaft, s.o.)


Beobachtung: dient der Selbstregulierung von Systemen (Kybernetik Thermostat)

Systeme beobachten sich selbst... → Beobachtung erster Ordnung

... und andere Systeme... → Beobachtung erster Ordnung

... und andere Systeme beim Beobachten → Beobachtung dritter Ordnung

Beispiel Wissenschaftssystem: Beispiel Kunstsystem:

B1erO = Wissenschaften B1erO = Kunstwerke; Subsysteme

(Malerei, Bildhauerei, Medienkunst)

B2erO = Wissenschaftstheorie und B2erO = Kunsttheorie,

Methodenlehre Kunstgeschichte, Kunstwerke

B3erO = Systemtheorie B3erO = Systemtheorie, Kunstwerke


3 Prämissen (bei der Beobachtung von Medienkunst, und ihrer Funktion für Gesellschaft)

(s.d.→ Einführungstext)

  1. Kunst als System

jedes Kunstwerk ist gleichzeitig ein geschlossenes System, das Wahrnehmung, Kommunikation und Handlung realisiert.

  • Strukturelle Kopplung


  1. Kunst als prozessuale Form

Medium und Form sind aneinander gebunden, sie sind zwei Seiten, die nicht voneinander getrennt werden können. Daher ist jede Unterscheidung von Medium und Form selbst eine Form.

Medien sind niemals sichtbar, sondern konstituieren sich erst in Form einer Form – und auch hier durch den zirkulären Prozess von Wahrnehmen, Handeln und Kommunizieren



Medium → Form Medium → Medium (Technologie)

Malerei → Leonardo da Vinci Malerei → Farben, Pinsel...

Skulptur → Michelangelo usw. Skulptur → Stein, Holz, Bronze





  1. Kunst als Handlung, Kunst als Kommunikation

Kunstwerke:

  • Soziale Handlungs- und Kommunikationsleistungen

  • Medienangebote im Sozialsystem Kunst

  • ermöglichen Wahrnehmung & Kommunikation darüber, ob es sich um

über, Kunst handelt

Nur worüber als Kunst kommuniziert wird, wird als Kunst konstituiert!!!

Beobachtung von Kunst:


Von WO aus wird beobachtet?

Beobachtung erster Ordnung

Beobachtung zweiter Ordnung

Beobachtung dritter Ordnung


WAS wird beobachtet?

Medienbeobachtung

Beobachtersystem

Wahrnehmung


WIE wird WAS beobachtet?

Selbstreferentialität (Selbstbezogenheit)

Rekursivität (Rückbezüglichkeit)

Feedback (Rückkopplung)

Zirkuläre Beobachtung


Blinden Flecken

Bilder

Übung: Kunstbeobachtung

Kisterem Galéria


*Glossar:

e Provenienz

eliminieren

Kopplung

Feedback

(...)


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