Silver Spirit, Reisebericht von Hans J.Rhyn

Silver Spirit Cruise (Silversea)

Nach zwei Tagen Aufenthalt im Hyatt Bali (Sanur) fahren wir vor dem Mittag nach Benoa, der Autovermieter sollte unsern Toyota Avanza wieder zurück nehmen, erscheint aber eine halbe Stunde zu spät. Doch dann gehts in Windeseile: nette Begrüssung am Silversea Schalter, überprüfen der Passagierliste, aufs Schiff, Passkontrolle, alles mit einem Lächeln, man fühlt sich willkommen. Der Butler Allan erklärt uns unsere Veranda Suite und kredenzt uns ein Glas Champagner als Welcome Drink.

   

 
 Im La Terrazza gibts ein reichhaltiges Lunch Büffet, dazu wird Wein offeriert und ein feiner Espresso. Siesta auf unserm Balkon am Schatten. Genau um 1800 Uhr heisst es Leinen los, Abfahrt ab Benoa Hafen mit Ziel Sandakan nach drei Nächten auf See.

Im grossen Restaurant mit unglaublich viel Personal bekommen wir einen schönen Zweiertisch zugeteilt, geniessen ein feines Black Angus Filet als Hauptspeise. Nach all der Völlerei können wir beide fast nicht schlafen, morgen müssen wir uns zurück halten mit Essen und Trinken.

  

Veranda Suite 712

All meine Frachtschiffreisen und andern Cruises verbleichen mit dem Luxus der hier auf der Silver Spirit geboten wird. Alles ist bestens durchdacht, das gesamte Personal äusserst freundlich und aufmerksam. Unsere Veranda Suite 712 mit 35m2, 6m2 Balkon, ist so gut organisiert, dass man genügend Platz hat für alles, sogar mit einem walk-in-closet, zwei Fernsehschirmen in die Spiegelwände eingebaut (während der ganzen Fahrt sind mindestens 5 Nachrichtensender empfangbar), Fruchtschale und Champagnerkübel mit Inhalt, Minibar aufgestockt, alle, auch die alkoholischen Getränke sowie die Trinkgelder sind inbegriffen, einmalig und purer Luxus. Versteckte Vorhänge trennen Schlaf- und Wohnraum, der Wohnraum ist in angenehmen Farbtönen gehalten. Anschlüsse für Laptop, I-Pod sind vorhanden und sogar ein grosser Feldstecher ist parat weit entfernte Schiffe oder Land in Sicht zu fokussieren.

Das fast 200m lange Schiff läuft so ruhig, man hört nichts, merkt nichts, es ist einfach ruhig, auch keine Geräusche vom Gang her, super gut gebaut. In der Toilette eine Dusche vom Feinsten, dazu noch eine Badewanne, Keramik- und Marmorplatten zieren die Wände und den Waschtisch, Bulgari-Toilettensachen wie Shampoo und Duschgel sind bereit gelegt worden.

     


Unsere Kabine ist auf dem siebenten Stock vorne, auf dem gleichen Deck ganz hinten finden wir das La Terrazza Restaurant, im 9. Stock ist die Panorama Lounge, im 11. Stock der Observation Room und auf dem zwölften Stock (Observation Deck) hat man den Überblick über das ganze Schiff.

Im Theater werden neuste Filme gezeigt, Kochvorführungen (70 Köche sind für die 6 verschiedenen Restaurants zuständig) oder Informationen über die Landgänge. In den Lokalen (The Restaurant, La Champagne, La Terrazza) werden gastronomische Spezialitäten unter der Supervision von Relais&Châteaux angeboten, im Seishin sind es japanische Gerichte und im Pool Grill Meeresfrüchte auf heissen Steinplatten. Der Butler würde auch ganze Menüs, Gang nach Gang, in der Suite servieren...

     



Für 540 Passagiere stehen 376 Angestellte (Offiziere aus Europa, die andern aus den verschiedensten Nationen) zur Verfügung. Es gibt 8 Passagierdecks, natürlich auch ein kleines Pool, 3 Jacuzzis, eine Reception, Casino, einige Läden, Fitness und Sauna und 6 Lifte. Internet- und Telefonanschlüsse stehen gegen einen hohen Preis zur Verfügung.

 

Und dies die „highlights“:

- die Siesta auf der Liege auf dem eigenen Balkon

- das Frühstück im Halbschatten auf dem Achterdeck (La Terrazza)

- Zweiertische im grossen Restaurant

- Relais&Châteaux Menüs

- mit Namen angeredet zu werden von einer Heerschar von Kellnern

- Butler zuständig für unsere Suite

- Waschmaschinen- und Tumbler zur freien Benützung

- Sauna mit Fenster aufs Meer

- jegliche Getränke frei erhältlich (von der Minibar bis zu den Restaurants)

- Trinkgelder inbegriffen

   

 Sandakan, Ost-Malaysia

Nach zwei Seetagen erreichen wir am 17.3. das kleine Städtchen Sandakan. Hier habe ich per Internet eine Tour gebucht zur Orang-Utan Auffangstation Sepilok. Während dem die Schiffsgäste direkt am Schiff abgeholt werden wartet niemand auf uns, wir müssen uns zum Hafenausgang durchschlagen. Dort hilft uns ein Taxifahrer unsern Agenten zu erreichen – irgendwie sei unsere Buchung unter gegangen, ein Fahrer werde in etwa 20 Minuten auftauchen. Unsere Stimmung ist im Eimer, denn um 10 Uhr sollte die Fütterung der Orang-Utan sein. Ein Mr.Lim kommt mit einem grossen Toyota und entschuldigt sich wortreich, schlägt uns dann gleich ein Zusatzprogramm als Ausgleich vor und so sind wir wieder guten Mutes, werden zuerst zur Proboscisaffenstation gefahren, wo um 12 Uhr eine Fütterung stattfindet. Diese Langnasenaffen haben wir noch nie vorher gesehen und waren entzückt, denn es hatte hier mehr Affen als Touristen und alle kamen recht nah zu den bereit gelegten Bananen.

 

Mr.Lim führte uns zum English Tea House, ein „muss“ für den Touristen, zu einem englischen Lunch, und auf eine kurze Stadtrundfahrt.

Später nachmittags reichte es dann noch zu einem Besuch der Sepilok Station, die zwei Orang-Utan Mütter mit ihren Babies waren weit entfernt, eine Horde Touristen bemühte sich die besten Blickwinkel zu bekommen auf der grossen Holzterrasse mitten im Dschungel.

 

 
Manila, Philippinen

Wieder ein Seetag und am Samstag Einfahrt frühmorgens in die Bucht von Manila. Entgegen dem vorgesehenen Programm legen wir am ersten Pier an, also mitten im Trubel der ankommenden Passagiere der Insel-Fähren. Chai nehme ich mit auf einen Rundgang durch den Rizal Park, es ist heiss und hat schon viele Leute im Park um diese frühe Tageszeit.

Nach dem Zmittag auf der Silver Spirit fahren wir mit dem Shuttle Bus zur Asia Mall, einem riesigen Einkaufszentrum im früheren Philippine Plaza, Chai braucht ein Paar Turnschuhe, sonst darf er den Fitnessraum auf dem Schiff nicht benützen.

 

Hongkong

Ich erwache früh, Nebelhörner ertönen hier und dort, auch unser Schiff tutet und tutet, es tönt so richtig mysteriös. Vom Observation Deck aus erkenne ich zwischen dichten Nebelfetzen die Rutschbahnen vom Hongkong Ocean Park, dann die drei Hochkamine auf der Insel Lamma, manchmal erscheint wie ein Scheme ein Frachtschiff und verschwindet alsogleich wieder. Langsam wird unser Schiff durch den Nebel gelenkt und um 0900 spielt die Polizeimusik auf als wir angedockt werden am China Merchant Pier in Kennedy-Town, leider nicht am Ocean Terminal in Kowloon.

Bestens organisiert von der Silversea ist ein Shuttle Bus bis zur Star Ferry, den ich gleich beanspruche und mit meinem Netbook in ein Shopping Center fahre, dort gibt es kostenlosen WIFI-Zugang ins Internet. Dazu gehört natürlich auch eine Fahrt mit der Star Ferry.

Und nachmittags, es hat aufgehellt, kommt die obligate Peak Tour dazu, mit dem Doppeldeckerbus Nr.15, jetzt ganz neu beim Pier 5 abfahrend, durch Wanchai und Happy Valley hinauf auf den Victoria Peak. Es wird warm und sonnig, unser Rundgang um den Peak (ca.4 km) von einer Stunde lohnt sich wie jedes Mal, zuerst auf dem ruhigeren Teil der Harlech Road entlang, Vogelgezwitscher, dann die einmalige Aussicht von der Aussichtsterrassenstrasse aus auf Hongkong und Kowloon und der brodelnde Lärm von Hongkong Central. Wieder sind neue Hochhäuser entstanden, die Skyline ändert sich von Jahr zu Jahr.

Abends treffen wir unsere Hongkong Freunde Macaulay und Jim in Central und essen zusammen in einem japanischen Restaurant Znacht, dann gehts um 21 Uhr mit dem Shuttlebus zurück aufs Schiff.

Leider ists am zweiten Tag wieder neblig und bewölkt, auch kälter geworden, nur noch 16°. Auf dem Schiff zu bleiben ist keine Alternative, vom neuen Central Ferry Pier aus nehmen wir das erstbeste Fährboot nach Peng Chau, in vierzig Minuten sind wir dann auf dieser kleinen Insel, wärmen uns etwas auf mit einer „Bergwanderung“ auf den Finger Mountain und auf die hintere Seite (Strandseite) der Insel, die im Sommer sehr einladend ist zum baden.

 

Haiphong, Vietnam

Nach fast 29 Stunden auf See fahren wir um Mitternacht in den Haiphong Hafen, erster Blick am Morgen aus der Kabine heraus: nicht anmächelig, regnerisch, trüb und nur 13°. Ein gutes Frühstück gibt uns die nötige Wärme uns doch aufzurappeln und mit dem Shuttle in die Stadt zu fahren. Welch ein Gegensatz zum modernen Hongkong! Schnmutz und Unordnung stechen in die Augen, hupen und tuten der Autos und Töffli, ein Verkehrsgewühl das einen zuerst abhält auf die andere Strassenseite zu gelangen...

Trotzdem laufen wir über den interessanten Markt, schauen in die Hinterstuben der Häuser, kaufen eine Flasche Chivas Regal in einem offenen Laden mitten auf der Promenade und mit dem nächsten Shuttle fliehen wir wieder aufs Schiff, zum Glück gibts eine super gute und heisse Sauna mit Blick aufs Meer hinaus während dem Schwitzen...

 

Halong Bay, Vietnam

Über Nacht hat sich unser Schiff in die Halong Bay versetzt, es steht eine offerierte Fahrt „Junk & Champagne“ auf dem Programm. Auch dies bestens organisiert, kein Gedränge, genügend Junken wurden organisiert, wirklich ein super Erlebnis trotz dem garstig kalten Wetter. Der lokale Guide sagt, dass es sonst nur vier Monate Winter sei, aber dieses Jahr gehe der Winter 5 Monate, sie warten Tag für Tag auf den Sommer.

Drei Stunden werden wir durch diese skurrile Welt geführt, Karstberge noch und noch, mit etwas Sonne wäre diese Ausfahrt ein wirklicher Traum. Alle Passagiere schlottern, alle haben alles angezogen, was sie in ihren Koffern fanden und haben doch rote Nasen und verfrorene Finger...

 

Ho Chi Minh City - Saigon

Morgens acht Uhr drehen wir vom Südchinesischen Meer westwärts hinein ins riesige Deltagebiet vom Mekong. Drei Stunden Deltaaufwärts bis wir anlegen können in einem Container Terminal. Immens das riesige Schwemmgebiet vom Mekong, Saigon jedoch liegt etwas östlich vom Deltaende am Saigon Fluss. Nach dem kalten Wetter sind wir wieder in den Tropen, heiss und feucht ist es hier, fast wie in Bangkok.

Wieder ist ein Bus organisiert, wir fahren ins Stadtzentrum zum ehrwürdigen Hotel Rex (Internetanschluss in der Lobby) und erkundigen das geschäftige Zentrum zu Fuss, besuchen den grossen Markt – voller Touristen. Sind wir faul geworden oder sind drei Stunden Aufenthalt wirklich genug? Jedenfalls sind wir froh wieder in den Bus zu sitzen und von dort aus den unbeschreiblich dichten Verkehr zu beobachten, Motorräder flitzen durch jede engste Passage vor und hinter dem Bus hindurch, die Vietnamesen sind dies gewöhnt, die amerikanischen Touristen im Bus brechen aus in Ooohs und Aiiis... 

 
 

Zwei Nächte auf See und schwupps sind wir in Laem Chabang, die Reise ist am 30.März 2011 schon zu Ende, Thailand empfängt uns, wir sind wieder zu Hause,.

 

Weitere Reiseberichte:

Neuseeland 2012 Motor Home Reise - https://sites.google.com/site/neuseelandhansjrhyn/

Portland Senator Frachtschiffreise 2006 - https://sites.google.com/site/portlandsenatorfrachtschiff/

Canada Tosca Japan Motor Home und Frachtschiffreise 2011 -  https://sites.google.com/site/canadatoscajapan/

Boularibank Frachtschiffreise 2008 - https://sites.google.com/site/boularibank/

Puelche Containerschiff: https://sites.google.com/site/puelchecontainerschiff/


Silver Shadow: https://sites.google.com/site/silvershadowundindianpacific/


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Hans J.Rhyn, Panorama Pool Villa 57, Moo 1, Pak Nam Pran, Pranburi 77220, Thailand

hansrhyn@gmail.com