Cruise Singapur-Sydney, Zugfahrt Sydney-Perth

Hans J.Rhyn - Chairan Rhyn


Mit dem perfekten Schiff (Silversea) in 16 Tagen von Singapur nach Bali, Darwin, Cooktown, Cairns, Brisbane, Sydney. Fünf Tage Auto mieten von Sydney nach Port Macquarie-Windsor-Bella Vista-Sydney. Anschliessend 3-tägige Zugfahrt quer durch Australien nach Perth mit dem Indian Pacific Train.


Armin und Monika übernehmen unsere Villa 57 im Panorama während dem wir auf Reisen gehen. Wir fahren am 19.Dezember 2012 zusammen nach Bangkok, übernachten im Amari DMK (Bangkok) Flughafen Hotel, die beiden bleiben vier Nächte hier und werden Bangkok entdecken gehen.

Am Donnerstag laufen wir um 0530 über die Passerelle ins Terminal der Air Asia, unglaublich viele Leute stehen Schlange vor den Bag-Drop-Schaltern. Auch wenn alle schon übers Internet eingecheckt haben geht das Prozedere schleppend voran, erst nach 45 Minuten sind wir an der Reihe. Dafür geht die Passkontrolle zügig voran und wir kommen rechtzeitig zum Gate 14. Pünktlich um 0700 wird die A320-200 zurück gestossen und bald darauf schweben mir über Bangkok südwärts Richtung Singapur. Wir haben schon viele Flüge mit Air Asia mitgemacht, nur einer war leicht verspätet. In Singapur docken wir 5 Minuten zu früh an.

Wie immer bin ich erstaunt über den Singapore-Changi-Flughafen, alles ist sauber, sehr übersichtlich, die Passkontrolle könnte nicht speditiver sein und das Gepäckband ist schon am ausspeien all der vielen Gepäckstücke. Ein einziges Problem ist der kleine Automat für die Untergrundbahntickets, nur mit Anleitung eines Angestellten gelingt es uns Tickets heraus zu lassen. Für sehr günstige 2.10 SIN$ fahren wir 40 Minuten lang bis zur Station EW13 City Hall.

In der Lobby des Swissotel warten Gundi und Helmut aus München auf uns, welche Überraschung, auch sie gehen auf eine Cruise, leider mit einer andern Gesellschaft. Im Cafè Swiss plaudern wir angeregt, die beiden laden uns zu einem teuren Mittagessen ein (kommt man von Thailand ist hier alles unglaublich teuer!). Einige Minuten verweilen wir noch in ihrer Suite 6462 hoch über Singapur mit einer wunderbaren Aussicht und laden unsere Netbooks auf mit den neusten Nachrichten.

Auch die Taxipreise sind in Singapur sehr moderat, 6.50 SIN$ kostet die Fahrt ins New Marina Bay Cruise Center, ein futuristischer Bau – soll ein Schiff darstellen – meiner Meinung nach etwas daneben... 


                 
Die Silver Shadow in der neuen Marina von Singapur                       Unsere Vista Suite 716 mit Balkon

Das Einchecken geht schnell, in wenigen Minuten sind wir in unserer Vista Suite 716 und freuen uns, dass diese ebenso schön und gut gestaltet ist wie die auf dem Schwesterschiff Silver Spirit. Die Silver Shadow ist etwas kleiner, 186m lang, 25m breit, 7 Decks, 302 Crew, 382 Passagiere Fassungsvermögen. Der Butler Marlon kommt uns begrüssen und erklärt die Kabine, sogar ein Feldstecher steht auf dem Bürokorpus, im Bad gibts Duschgel, Shampoo und Lotion von Bulgari, auf der Terrasse stehen zwei Korbstühle bereit, eine wunderschöne weiss Orchidee und eine Flasche Pommery Champagner lachen uns an. Hier können wir uns wohlfühlen für die nächsten 15 Tage.

                
Alles ist vorhanden, vom Orchideen Blumenschmuck bis zum Marmorbad mit Dusche und Bulgari Shampoos

Um 1900 gehen wir ins offizielle Restaurant, gediegen eingerichtet mit vielen Zweier- und auch grösseren Tischen. Der Chef de Service weist uns zu einem Fensterplatz, so sehen wir die Lichter von Singapur entschwinden während wir ein feines Dinner geniessen, dazu wird von einer attraktiven Butlerin der Wein präsentiert und gekonnt eingeschenkt. Allzu voll gestopft und angeregt vom Wein und den vorgängigen Drinks gehen wir schon um 2030 in unsere Suite zurück und fallen in unruhigen Schlaf. Kein Motorenlärm, kein Schaukeln weckt uns, die See ist ruhig. 


                
Schnecken mit Butter und Knoblauch für Chai, Hummer für beide

               
Frühstück auf La Terrazza


Anika Cooking Classes in Bali

 Was machen wir mit einem unerwarteten Shipboard-Credit von US$1300 (1000$ von Silversea, 300$ von Viviane, meiner Agentin bei Cruiseworld)? Dies ist eine einmalige Geste treue Kunden noch treuer zu machen... Der erste Gedanke verwirklichen wir und kaufen einen 1000-Minuten-Zugang zum Internet. Der zweite Gedanke ist einen der sehr teuren Landausflüge zu buchen: Kochen in Bali, 159$ pro Person.

Und das ist gut so! Wir werden in Benoa abgeholt, besuchen einen Markt, der zwar weit entfernt ist von einem sauberen und frischen Markt in Thailand, aber wir werden den vielen Kräutern und Zutaten zu einem balinesischen Essen näher gebracht. Weiter gehts zum Anika Guest House wo die Kochschule untergebracht ist. 17 Teilnehmer sind wir, einige balinesische Helferinnen und der Chefkoch mit seinen Instruktionen. Er leitet uns an verschiedene Gerichte vorzubereiten, Gado-Gado, Beef Satay, Chicken Curry, Nasi Goreng, Sambal Saucen frisch zuzubereiten, also Knoblauch schneiden, Peanuts zu Paste zerkleinern, Chili in Streifen schneiden, Tomaten dazugeben, alle sind wir bald im Element. Um 1230 sind die gebratenen Nudeln mit Gemüse bereit und am grossen Tisch wird herzhaft zugegriffen und die verschiedenen Speisen genossen.

             
  
             
Mit viel Enthusiasmus machen alle mit in der Bali Kochschule Anika, schnipseln und degustieren...

Nach dem 6-stündigen Abenteuer erholen wir uns auf den Sonnenliegen auf der Silver Shadow. Ein negativer Punkte: im Anika sahen wir Werbeplakätchen mit Preisangaben und da werden solche Kochlektionen angeboten zu 75$ - wer bereichert sich denn hier mit 84$, denn wir bezahlten ja $159?

Chai hat genug vom Essen und Trinken, er will nichts Znacht. So gehen wir kurz in die Sauna, zu einem Aperitiv in die Panorama-Bar auf Deck 8 und zum beobachten der Ausfahrt aus dem Hafen von Benoa, Bali. Dann gibts ein In-Suite-Dining: vom Butler persönlich mit Tischtuch und Servietten aufgedeckt, ein einfaches Essen aus dem Room Service Menü und eine frühe Gute Nacht.


             

 

Darwin – Jumping Crocodiles

Am 26.Dezember fahren wir in den Hafen von Darwin, es werde drückend heiss verkündet man uns. Und in der Tat, schon kurz nach dem Frühstück auf Achterdeck schwitzen wir auf unsern Liegen am Schatten, um halb Elf ziehen wir uns in die kühle Vista Suite zurück.


             

Nach einem frühen Mittagessen begeben wir uns ins Fährenterminal und wer wartet da auf uns: Gundi und Helmut von der Odysee (Seabourne), die uns eingeholt haben und uns zu einem kurzen Schwatz überraschen. Nach dem herzlichen Willkommensgruss fahren wir mit zwei Bussen (ungefähr 70 Passagiere) durch Darwin und über den Stewart Highway zum Adelaide River wo ein kleines Flusschiff auf uns wartet, dass dann Flussabwärts tuckert und eine Aborginefrau hängt Fleischmocken an einer Rute hinaus übers Wasser – doch die Krokodile sind träge und wollen nicht springen, entweder wurden sie am Morgen zu fest gefüttert oder die 37° setzen ihnen zu. 

 

Das perfekte Schiff 

Alle meine Kreuzfahrten waren einmalig, die Schiffe einzigartig, wenn auch mit grossen Unterschieden. Die Silver Shadow ist nun für mich das perfekte Schiff! Besser könnte es nicht sein. Angefangen von den allseits freundlichen Besatzungsmitgliedern, die einen ausserordentlich guten Service bieten, immer mit einem Lächeln die Passagiere begrüssen und viele sogar mit dem Namen ansprechen. Dann die Schiffsausstattung mit allen Annehmlichkeiten, eine immer bemannte Reception, eine Ausflugsberatung, eine Mitarbeiterin die sich ums buchen nächster Kreuzfahrten bemüht, einen Gästemanager und Ansager der Tagesprogrammpunkte, kleine Läden, für Spieler das Casino. 

Drei grosse Restaurants stehen allen Gästen frei zur Auswahl zur Verfügung, das französische La Champagne muss vorgebucht werden und kostet zusätzliche 30$. In den Panorama und Observation Lounges werden zusätzliche Snacks, Bouillon oder Afternoon Teas serviert – und genügt dies nicht kann man noch In-Room-Dining bestellen. Alle Getränke, auch alkoholische, sind inbegriffen, dann gibts noch spezielle Weine, die man bestellen kann und bezahlen muss.


                  

Für die Suiten ist ein Butler zuständig, Marlon aus den Philippinen begrüsst uns am ersten Tag und kommt immer wieder mit Neuem, so auch heute putzt er meine Brillengläser mit einem speziellen Tüchlein, Schuhputzservice ist ebenso inbegriffen wie die Waschmaschinen auf fast jeder Etage zum selber waschen und bügeln.

Das Fassungsvermögen der Silver Shadow liegt bei 380 Passagieren, auf 3 Passagiere kommen 2 Crewmitglieder. Somit ist dies ein intimes kleines Schiff, man fühlt sich nicht gedrängt, in den Restaurants herrscht keine Hektik, mit vielen kleineren Tischen – es gibt auch Zweiertische – sieht das Hauptrestaurant sehr gediegen aus. 

 

Torres-Straight, Cooktown 

Am 28.Dezember durchfahren wir mittags die Meerenge zwischen Papua New Guinea und Australien, Torres Straight genannt. Durch die vielen Untiefen, starken Winden und Strömungen und keinerlei Vermessungen sind vor über hundert Jahren um die fünfhundert Schiffe gestrandet und untergegangen. Captain Cook umrundete das Cape York, diese langgestreckte fingergleiche nördlichste Halbinsel Australiens und landete 1770 in einer kleinen Ansammlung von Hütten, fortan wurde dieses Dorf Cooktown geheissen. Wir durchwandern die breiten Strassen bis zum Botanischen Garten – es ist nicht viel zu sehen, nicht wert je wieder mal hierhin zu kommen. Zudem ist die Fahrt mit dem Tender zum Schiff sehr riskant, hohe Wellen lassen unsere Nussschale voll schaukeln, einer Achterbahnfahrt gleich.


            
Nicht viel Sehenswertes in Cooktown, dafür Sitzbänke im Schatten


Cairns und Kuranda 

Etwas anders ist Cairns, eine schöne und moderne Stadt mit vielen grünen Hügeln umrundet. Da lohnt es sich vom Schiff zu gehen. Um 0915 sind wir beim Bahnhof und fragen nach einer Ausfahrtsmöglichkeit. 0930 fährt die alte Zugskomposition nach Kuranda, erbaut vor über hundert Jahren, hinauf durch enge Schluchten und Täler um Felsnasen herum von Meereshöhe bis auf 350m über Meer. Kurz vor dem Mittag steigen wir aus und pflügen uns zwischen den äusserst vielen Touristen hindurch, alles voller Souvenirläden, in ein vietnamesisches Restaurant und halten Rat: hier wollen wir nicht drei Stunden bleiben. Nach dem Imbiss gehen wir zur SkyRail Station und fragen ob wir das Ticket umschreiben können: problemlos. Eine grosse Attraktion ist dieser 7.5km lange SkyRail; hoch über dem Regenwald gleitet man in Sechserkabinen dahin mit zwei Zwischenhalten und tiefen Einblicken in die Struktur des Regenwaldes, veranschaulicht mit Videopräsentationen und kurzen Wegen im üppigen Wald.


            
  
            
Herrliche Aussichten von der Bergstrecke der Cairns-Kuranda-Bahn aus

Barrier Reef 

Der Wind nimmt zu, die Nacht ist etwas unruhig, morgens sieht man vermehrte Schaumkronen, der Südostwind fegt mit einer Geschwindigkeit von 70km übers Schiff. Eigentlich wäre ein Landgang auf der Hamilton Insel (Whitsunday Islands) geplant, aber um 1030 ertönt die Ansage vom Captain Tatulli, dass er entschieden habe aus Sicherheitsgründen direkt nach Brisbane zu fahren, es sei zu gefährlich auf Tenderschiffe umzusteigen um nach Hamilton gelangen zu können.

 

Ships talk 

Die Toiletten sind ausgestattet mit vielen Frottétüchern, die jeden Tag frisch gewaschen aufgelegt werden. Die Badetücher sind riesig und nehmen viel Platz in Anspruch, bedenkt man, dass es pro Suite zwei Tücher braucht und diese stets ausgewechselt werden, so sind dies um die 760 Badetücher, dazu fast die gleiche Anzahl von Pooltüchern, die auch in genügender Menge immer vorhanden sind. 

Oder Geschirr- und Bestecksets: jedes Restaurant hat spezielles Besteck, auch da braucht es Mengen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Das Weinlager muss immens gross sein werden doch täglich mindestens um die 200 Flaschen geöffnet und getrunken. Orchideen werden gepflegt und in jeder Suite aufgestellt, 190 Feldstecher stehen in den Suiten zur Verfügung. Für einen Grillabend werden plötzlich Tische und Stühle hervor gezaubert, irgendwo waren diese auch verstaut. 

In der Athenian Lounge (Vorführsaal, Kino, Aula) werden Küchenkorpusse aufgestellt für die Kochlektionen, sechs junge Opernsänger und -sängerinnen unterhalten die Gäste, ein Lektor erzählt über das Barrier Reef oder andere Sehenswürdigkeiten. Yoga- oder Sprachlektionen können besucht werden, Bridgekurse auch, oder ein Quartett spielt auf für die Cocktailrunden in der Panorama Lounge und beim Pool.


                                     
 
             
Wir werden verwöhnt, sei es beim Aperitiv mit kleinen Häppchen oder beim Dinner im Restaurant
 

Brisbane Lone Pine Koala Sanctuary 

Nach dem hohen Wellengang und Regen erwachen wir am 2.Januar bei wolkenlosem Himmel, angenehmen 25°. Während wir am Frühstücken sind wird die Silver Shadow angebunden, die Zöllner kommen an Bord und bald darauf sind wir Passagiere frei uns an Land zu bewegen. 

Der erste Shuttle Bus ist auf 0900 angesagt, einige wenige frühe Passagiere sind mit uns im Bus in die Innenstadt. An der Queen Street im Informations Office kaufen wir uns Billette für das Lone Pine Koala Sanctuary und nehmen vom Terminal den nächsten Bus (Nr.445), er fährt pünktlich um 0945 ab, Kostenpunkt für eine Person: 6.20AU$. Um 1030 sind wir schon in diesem privaten Zoo und wundern uns über die vielen schlafenden Koalas. Sie würden überaus viele Eukalyptusblätter fressen und dann um die 18 bis 20 Stunden pro Tag schlafen, steht auf Informationstafeln. 

Weiter angegliedert ist ein Känguruhpark, diese Tiere hoppeln über den Rasen, lassen sich fotografieren und füttern. Schlangen, Kriechtiere, Schildkröten und viele andere tropische Tiere sind in diesem Refugium zu finden. Der Eintritt kostet teure 30.-AUS$. Gegen Mittag wird es sehr heiss und wir nehmen den nächsten Bus in die Stadt zurück, ins schöne und sehr moderne Brisbane. In Downtown ist um die Mittagszeit alles auf den Füssen Ausschau haltend nach Imbissständen für die Mittagspause. Ein japanischer Stand hat es uns angetan, wir essen eine Nudelsuppe und Chicken Teriyaki.

           
  
           
Die putzigen Koalas sind sonst immer am schlafen, Känguruhs lassen sich streicheln in diesem Zoo

Früh nachmittags schon wieder auf der Silver Shadow sehen wir unsere Crew krampfen, Tische und Stühle schleppen, das Pool Deck vorbereiten für das Dinner under the Stars, ein Nachtessen verbunden mit einer Far Well Show der ganzen Besatzung und der Entertainer. Um 1900, verbunden mit dem Auslaufen des Schiffes, startet diese Show.


           
Die Dinnerparty wird vorbereitet, die Silver Shadow am Dock von Brisbane

Leider kommt ein starker Wind auf und es wird ungemütlich auf Deck, Gläser fliegen vom Tisch und die Tische bleiben nur zu 50% besetzt, die meisten Passagiere ziehen es vor im schönen Restaurant zu dinieren. Hohe Wellen begleiten uns in den Schlaf. 

 

Sydney 

Nach dieser unruhigen Nacht hätte ich mir nicht erträumt von wolkenlosem Himmel in Sydney empfangen zu werden, schon um 0615 bin ich auf dem Observation Deck, nicht einmal als Erster. Die Sonne strahlt von Osten auf die vor uns (im Westen) liegende Stadt. Hochhäuser tauchen über den Hügeln auf, die Temperatur ist bei 20°, richtig frisch. Welcher Zauber so eine Hafeneinfahrt sein kann, da sind sich Hongkong, Rio de Janeiro, San Francisco und Sydney ähnlich. Wir fahren an dem berühmten Opera Gebäude vorbei unter der Harbour Bridge durch zur Anlegestelle im Darling Hafengebiet.


           
 
           
Eine der spektakulärsten Hafeneinfahrten der ganzen Welt! Die Skyline von Sydney mit dem Opera House

Nach Frühstück und dem angeordneten Aussteigen, zum Teil werden die Koffer von den Zöllnern durchleuchtet, ansonsten ist dies ein sehr angenehmer Empfang mit freundlichem Personal. Mit einem Taxi fahren wir an die Wiliams/Riley Street zur Hertz, ich traue meinen Augen nicht, da warten doch etwa 20 Personen auf ein Auto. Ganze 30 Minuten stehe ich in der Schlange, doch genau um 11 Uhr sitzen wir in einem Hyundai Elantra und fahren los, diesmal über die berühmte Harbour Bridge Richtung Norden, nach 385km sind wir in Port Macquarie. Unterwegs Mittagshalt und auch da staune ich wieder, so viele dicke Leute habe ich selten einmal gesehen - und auch unvorteilhaft gekleidete, Chai meint sogar die Leute sähen hier nicht so sauber aus wie in der Schweiz.


           
Sydney Harbour Bridge, Stadt auswärts ohne Mautgebühr, die nur noch elektronisch erfasst wird - Port Macquarie Bridge

Port Macquarie hat sich gewandelt, ich war vor 28 Jahren hier und kann mich gar nicht erinnern, dass es damals so gross ausgesehen hat. Viele schöne Häuser und Appartements, Fussgängerzonen im Zentrum, alles überschaubar und in nächster Nähe zu endlosen Sandstränden. Wirklich eine Perle zum Ferien machen. Auch die Preise haben sich geändert, sind höher geworden, für ein Joghurt zahlte ich im Coles Supermarkt ganze 2.50 $ (ein australischer Dollar ist in etwa gleich viel Wert wie ein Schweizer Franken). Für ein einfaches Essen bezahlt man um die 30-40 $, nur das Benzin ist im Vergleich zur Schweiz billiger.


            
  
  
            
Bemalte Hafenmolesteine, gepflegte Hafenpromenade, endlose Strände und die Perpendicular Klippen bei Dunbogan


Singleton und Road 69 

Montag, den 7. Januar, fahren wieder südlich bis kurz vor Newcastle, schwenken ab nach Westen auf die Strasse 15 bis Singleton und wie viele Andere verfahren wir uns dort, denn die Abzweigung auf die 15 ist überhaupt nicht ausgeschildert... 22 km hin ins Bergbaugebiet und wieder zurück, dann über die bewaldeten Hügel, ein herrlich schönes Gebiet, kein Gegenverkehr, wir haben die Strasse für uns. Kein Dorf weit und breit, die Distanzen sind einfach anders als in der Schweiz, hundert Kilometer sind schon bald hinter uns. Von Windsor an suchen wir Bella Vista wo wir von Nichanan und Stephanus erwartet werden, sie zogen vor einigen Monaten hierher in ein riesengrosses Haus, da dürfen wir unser Quartier aufschlagen. Natürlich ist Chai happy, er kann wieder einmal Thai palavern und mit Nichanan ein thailändisches Nachtessen vorgereiten.


           
Three Sisters in den Blue Mountains bei Katoomba


Katoomba in den Blue Mountains 

Stephanus fährt uns hinauf in die Blue Mountains nach Katoomba, beim 3 Sisters Viewpoint machen wir Halt und schauen wie sehr viele andere Touristen in die verkehrten Berge hinein, die hier von oben nach unten zu wachsen scheinen. Beim zweiten Aussichtspunkt hats weder Autos noch Touristen, so können wir uns noch mehr an den ausgesprochen schönen Ausblicken sattsehen. 32° sind auf dem Thermometer, zwei Stunden später in Bella Vista ist die Temperatur auf 41° gestiegen, wie in einem Backofen, trockene 10% Luftfeuchtigkeit nur. Heute Abend essen wir in der grossen klimatisierten Stube.


           
Mount Tomah Blue Mountains Botanical Garden an der Bell Line Road (HW40)


Sydney, Autorückgabe und Indian Pacific 

Auf der Schnellstrasse sind wir im Nu in der Innenstadt, akurat zur vorgesehenen Zeit um 1045 geben wir unsern Hyundai Elantra ab und warten auf Feroze, er war mit seiner Frau vor zehn Jahren von Phuket nach Chivitavecchia auf der Star Flyer ebenfalls Passagier. Es freut mich, dass er mit seinen 80 Jahren und vor zwei Tagen zurück gekehrt aus England sich aufgemacht hat uns zu begrüssen. Wir fahren zusammen in die Central Train Station und plaudern übers Reisen und viel Anderes. 

Etwas später überraschen uns Gundi und Helmut (dies nun zum dritten Mal auf dieser Reise) und kommen rapportieren über ihre Erlebnisse auf der Seaborne Odysee, mit der sie zwei Tage später als wir in Sydney eingefahren sind. 

Um 1400 heisst es einsteigen in den Indian Pacific Zug. Von einer Hostess werden wir empfangen und zum vordersten Wagen „Platinum 1“ ins Abteil 5 geleitet, wir haben die Plätze 9 und 10. Ein recht geräumiges Abteil mit WC und grosser Duschkabine, zwei Fauteuils die sich zu Betten verwandeln lassen. Ein Glas Champagner wird uns offeriert, kaum haben wir Platz genommen und es wird uns erklärt wann und wo die Mahlzeiten eingenommen werden und über sonst Wichtiges. Mit 35 Minuten Verspätung fährt der 660 m lange Zug um 1540 ab, hinauf über die Blue Mountains, höchster Scheitelpunkt der Bahngeleise auf 1047 m. Diese blauen Berge und die Hügelkette vor Perth sind die einzigen szenisch schönen Gegenden der ganzen Reise, vielleicht 300 km der 4375 km langen Reise, sonst herrscht flaches Land vor, ausgedörrt vom langen Sommer und den hohen Temperaturen.


           
  
           
Kurze Rast in Nirgendwo - Im Bahnhof von Adelaide - Queen Adelaide Restaurant - Feine Desserts


Adelaide, Cook, Nullarbor Wüste, Kalgoorlie 

Nach der ersten Nacht gibts in Broken Hill den ersten Aufenthalt, man geht die Beine strecken, die paar Häuser anschauen, die sich in der Nähe der Bahnstation befinden. Nachmittags fahren wir in Adelaide ein, Aufenthalt 3 Stunden. Wir fahren per Taxi in die Stadt lädelen und einige Fotos schiessen, gelangen dann gleich in die rush hour, so kommt der Taxipreis auf 23 $ statt 14 $ zu stehen für die vielen Wartezeiten vor den Lichtsignalanlagen... 

Zu den verschiedenen Essenszeiten, die gewählt werden können, werden wir ins Queen Adelaide Restaurant gebeten, wo schön aufgedeckt ist. Wir können zwischen drei bis fünf australischen Spezialitäten wählen – heute steht Känguruh Filet auf dem Menü, das Black Angus Beef kommt dann Morgen dran. Auch das Frühstück ist riesig, typisch englisch mit viel Speck, Schinken und Eiern, wer dies mag. 

In Cook, kurz vor der Nullarbor-Wüste wird angehalten, hier wohnen nur 4 Leute, früher sei es ein kleines Städtchen mit eigenem Spital gewesen. Mit den sparsameren Lokomotiven wird nicht mehr aufgetankt, die Züge fahren mehr Kilometer als früher.


           
  
           
Durch die Nullarbor Wüste im Abendlicht, endlose Weiten, kurzer Stop des 660m langen Zuges in Cook

Die Nullarbor Wüste zeigt sich langsam, nur noch kleine Büschchen, die in dieser trockenen Erde wachsen können, Bäume gedeihen hier nicht mehr. Die Bahstrecke für die nächsten paar Stunden misst schnurgerade 475 km, kurvenlos, gerade aus. 

Kalgoorlie erreichen wir erst beim Einnachten, da um den Bahnhof herum überhaupt kein Haus zu sehen ist legen wir uns hin, die ersten ruhigen vier Stunden ohne Geratter und Gequietsche... 

 

Perth 

Beim Frühstücken fallen einige Regentropfen, es sieht düster aus im Westen und ich denke schon: was machen wir in Perth wenn es regnet? Doch weit gefehlt, um 0900 beim Aussteigen in Perth-East brennt die Sonne hinunter, es ist wolkenlos. Eine kurze Taxifahrt bringt uns zur Travelodge im Zentrum, doch schlechter Bescheid, die Zimmer können erst um 14 Uhr bezogen werden! Hier herrschen noch strenge Sitten, der Passagier hat weniger zu sagen als die Gewerkschaften, das Personal wird mit Handschuhen angefasst!

        Die Marina Parade von Perth        


So erkunden wir etwas die Innenstadt, wundern uns über die vielen Bettler, Penner und Drögeler, auch die Baustellen sind nicht zu übersehen. Die 242 Stufen in den Kings Park hinauf ersparen wir uns, fahren mit dem Gratisbus Blue Cat ins Zentrum zurück und gehen in den Food Park des Carillon Centers etwas essen, ich eine zu grosse Pizza, Chai ein Teller Thai Style Pork, auch für ihn ist die Portion viel zu gross, die australischen Masse sind anders... 

Um 1250 sind die Zimmer immer noch nicht gemacht, erst um 1340 erweicht sich die Rezeptionistin uns ein gemachtes Zimmer zuzuteilen und wir können unsere Kleider und andern Ramsch wieder mal auspacken, auslüften. 

Letzte Ausfahrt in Australien: mit der Fähre von Perth nach Fremantle. An und für sich eine schöne Fahrt über den Swan River den Villenvierteln entlang, doch durch die nicht abreissenden komikerhaften Ansagen des Kapitäns wird sie zur Tortur. Von den 50 Passagieren lachen nur etwa 4 über seine Witze, die restlichen Passagiere wenden sich ab. 

Fremantle ist der Hafen von Perth, riesige Autofähren laden die neusten Modelle aus, vielleicht in Thailand gefertigte Nissan und Toyota? Mit dem Gratisbus fahren wir durch diese Hafenstadt und in einem Pub stillen wir unsern Hunger mit Fish‘n Chips. Einsetzender leichter Regen lässt uns leicht entscheiden mit dem Zug zurück nach Perth zu fahren. 

Mit dem AirAsia A330-300 fliegen wir am 14.Januar in einer etwas reduzierten Business-Class von Perth nach Kuala Lumpur und weiter mit dem A320-200 nach Bangkok, beide Flüge landen zu früh an den jeweiligen Destinationen, so etwas kommt in Europa fast nie vor. 

Fazit: der Höhepunkt der ganzen Reise war die Einfahrt vom Pazifik her in die Bucht von Sydney, die Skyline von weitem, dann am Opera House vorbei und unter der bekannten Harbour Bridge hindurch in den Darling Harbour! 



Die schönste Hafeneinfahrt der ganzen Welt

Weitere Reiseberichte:

 

Hans J. und Chairan Rhyn, Panorama Pool Villa 57, Moo 1, Pak Nam Pran, Pranburi 77220, Thailand - hansrhyn@gmail.com

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