Geschichte

Beim Silberstift handelt es sich ursprünglich um einen Metallstift (Griffel) mit einer aufgelöteten Spitze aus Silber, der von Künstlern neben dem
Blei- oder Bleizinngriffel schon seit der Antike verwendet wird.

Der Silberstift wurde meist für kleinformatige filigrane Zeichnungen bzw. Vorzeichnungen benutzt. Diese Zeichnungen wurden häufig mit Zeichenfeder und Tusche weiter bearbeitet. Im Unterschied zum heutigen Bleistift kann man mit dem Silberstift auch sehr feine Striche erzeugen, die eher einer Gravur gleichen.  

Der Silbergehalt des von Albrecht Dürer verwendeten Silberstift's ist ungefähr mit dem 925er Sterling-Silber vergleichbar. Der Silberstift unserer Tage besteht in der Regel aus dem etwas weicheren 999er Feinsilber. Dies entspricht in etwa einem Bleistift mit Härtegrad 8 H.
Der Silberstift benötigt eine Grundierung des Papiers und lässt sich im Gegensatz zum Bleizinngriffel so gut wie nicht radieren.
 
Seinen Höhepunkt hatte der Silberstift in der Zeit der Renaissance zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert. Danach geriet er langsam aus der Mode und wurde später vom Bleistift unserer Tage, der aus einer Mischung aus gebranntem Graphit und Ton besteht und sich leicht radieren lässt, verdrängt. Ganz von der Bildfläche verschwand der Silberstift allerdings nie. Durch die Jahrhunderte hindurch, verwendete der eine oder andere Künster auch den Silberstift, schon wegen seiner wohl einzigartigen Linienführung.