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Zu Besuch bei der dreieckigen Burg

veröffentlicht um 28.09.2019, 08:56 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 28.09.2019, 09:16 ]

Auf der Suche nach schönen Wanderstrecken jenseits des örtlichen Tellerrandes stießen wir auf die Wewelsburg.  Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Paderborner Land unweit des wohl bei vielen auch bekannten Flughafens Paderborn-Lippstadt. Die Burganlage präsentiert sich mächtig über dem Almetal trohnend mit einem eher seltenen dreischenkligen Grundriss.

Rund 60 Kilometer Anfahrtsweg sind von Welver aus einzuplanen. Da sich der ausgehende Sommer am Sonntag, dem 15.09.2019, noch einmal von seiner schönsten Seite zeigte, war es nicht verwunderlich, dass sich trotz der weiteren Anreise immerhin 18 Wanderer für eine Tour in diesem zu Büren gehörenden Gebiet interessierten. Der Start der etwa 13 Kilometer langen Rundwanderung lag am Burgparkplatz der Wewelsburg.


Nach kurzem Gruppen-Foto-Shooting geht es flüchtig durch den Burggarten, um sogleich anschließend über einen abwärtsführenden Pfad der Burganlage den Rücken zuzukehren.

 

Foto: gut zu erkennen der Grundriss der dreieckigen Burganlage

Die nachfolgende Kulturlandschaft erlaubt noch einmal einen Blick auf die Wewelsburg, bevor wir in das Naturschutzgebiet „Wälder bei Büren“ eintauchen.

 

Wir befinden uns zugleich auf einem von der Baumkulisse geprägten Abschnitt des Sintfelder-Höhenweges. Der Naturgenuss wird ein wenig beeinträchtigt durch die stärker werdenden Fahrgeräusche der Autobahn A 44, die wir vorbei an mächtigen Betonstützen unterqueren.

An der Wegkreuzung mit dem schönen Namen „Siebeneichen“ legen wir eine erste Trinkpause ein. Anschließend folgt ein kurzer Abschnitt durch den Schluchtweg, der mit einem spürbaren Anstieg bis zum Waldrand verbunden ist. Es folgt eine Passage mit weitem Blick über das Paderborner Land entlang von Obstbäumen.

 

Es geht wieder ins Almetal (Alme = ein etwa 59 km langer Zufluss der Lippe), bis wir südwestlich des Ortes Ahden die Kluskapelle erreichen. Dieses Gotteshaus hat seine ganz eigene Wanderung hinter sich. Dieses historisch älteste Gebäude von Ahden wurde an dieser Stelle 1433 erbaut und im 30-jährigen Krieg zerstört. Aufgebaut wurde es jedoch wieder um 1700 in der Dorfmitte. Dort musste die Kapelle jedoch der heutigen Pfarrkirche von Ahden 1912 weichen, bevor sie dann im Jahre 1933 wieder an der ursprünglichen Stelle neu errichtet wurde. Geweiht ist sie dem heiligen Antonius, der übrigens auch der Schutzpatron der Wanderer ist. Also ein durchaus geeigneter Ort, um eine größere Rast einzulegen.

Foto: Rast an der Kluskapelle bei Ahden

Nach der Rast folgt der „Heinbergweg“. Es wird empfohlen, auf diesem Weg nur bei trockenen Wetterverhältnissen zu wandern. Der felsige stets leicht aufwärtsführende schmale Pfad an der Kante zum weitläufigen Almetal bringt bei nassem Wetter eine gewisse Rutschgefahrt mit sich. Dies können wir nach eigener Begehung durchaus bestätigen, auf jeden Fall trägt dieser Pfad am heutigen trockenen Tag zu einer abwechslungsreichen Streckenführung bei. Während dieses Abschnittes sollten die Augen stets auf den unebenen Boden gerichtet sein, wobei zwischendurch ein weiter Blick in das Almetal durchaus lohnenswert ist.

Am Ende des Aufstieges liegt der eingangs bereits erwähnte Airport in Sichtweite. Die Dorfmitte von Ahden ist dann das nächste Zwischenziel. Und über einen breiten Weg im großen Bogen parallel zur Alme steuern wir wieder auf die Wewelsburg zu. 

Foto: letzte kurze Rast

Am Fuße der Burganlage steht der letzte Anstieg auf dem Tagesprogramm.

Die Schweißperlen des Aufstieges trocknen dann bei einem Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen im Café-Restaurant „Zur Wewelsburg“.

 

Für Interessierte noch der Hinweis, dass in der zwischen 1603 bis 1609 im Stil der Weserrenaissance errichteten Burg heute das „Historische Museum des Hochstifts Paderborn“ und eine Jugendherberge untergebracht ist. Die Erinnerungs- und Gedenkstätte „Wewelsburg 1933 – 1945“ kann hier ebenfalls besucht werden. Ab 1933 sollte in der Wewelsburg auf Befehl von Heinrich Himmler eine zentrale Versammlungsstätte der SS entstehen. Für den geplanten Ausbau wurde vor Ort ein Konzentrationslager errichtet. In einem zeitgeschichtlichen Rundgang wird an diese Phase der Burganlage erinnert.

 

Wdf. und Text: Andrea und Dirk Große

Fotos: Karl Heinz Hoppe und Dirk Große

 

 

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