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Von der Hochofenstraße zur Schimanski-Gasse

veröffentlicht um 31.08.2019, 02:35 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 31.08.2019, 02:52 ]

Am Sonntag, den 25. August 2019 machten sich sechs SGV-Wanderer auf, um im Westen was Neues zu entdecken. Nach einer Stunde Fahrt über die sonntäglich leere Autobahn war unser Ziel - der Landschaftspark Duisburg Nord - erreicht. Ein kurzer Weg vom Parkplatz und wir standen staunend vor der eindrucksvollen Kulisse des ehemaligen Hüttenwerkes.


Auf unserem Rundgang konnten wir auf zahlreichen Info-Tafeln jede Menge Wissen über die aktive Zeit des Hüttenwerkes erfahren und die Wandlung zu einem vielseitig zu nutzenden, attraktiven Freizeitpark bestaunen. Die ehemaligen Erzbunker werden von jung und alt intensiv als Kletterrevier genutzt - schließlich ist der Duisburger Alpenverein mit seinen über 2000 Mitgliedern die stärkste Sektion nördlich der Alpen.

 

Die diversen Maschinenhäuser werden für Kunst, Konzerte, Events, Open Air Kino und vieles mehr genutzt - eine ganz eigene Kunst-Szene von jungen Menschen fühlt sich hier heimisch. Schließlich kann man Hochofen Nr. 5 besteigen und von dort in die Ferne blicken. Diese Flut von Eindrücken musste am Hüttenwerks Kiosk erstmal mit einem kühlen Getränk heruntergespült werden. Dann folgten wir den Markierungen des Radweges und kamen an die Emscher, der einstiegen Industriekloake des Ruhrgebiets. Jetzt ist sie auf mehrere Kilometer renaturiert und als Dank für ihre treuen Abwasser-Dienste im letzten Jahrhundert hat man ihr einen Promenadenweg zur Seite gestellt. Es sind die Freizeit-Aktivisten, die jetzt ihren Lauf begleiten. Dies taten wir dann auch über mehrere Kilometer, wanderten durch Schrebergärten, entlang von Sportanlagen, durch Wald und Wiese und merkten nur an vorbeifahrenden Güterzügen, die die Tagesproduktion des nahen Thyssen Stahlwerkes abtransportierten, dass wir einen immer noch aktiven Industriestandort durchwanderten.

Als wir plötzlich vor einer grünen Wand standen, wussten wir, der Rhein ist nah. Wir erstiegen die Deichkrone und kühlten am Ufer unsere Füße im Rheinwasser. 


Die Hitze des Nachmittags machte uns zu schaffen und wie eine Fatamorgana tauchte das Mühlencafé in den Rheinwiesen auf. Frisch gestärkt meisterten wir die letzten Meter bis zum Ziel unserer Wanderung: Die „Horst-Schimanski-Gasse“ und die ehemalige Hafenkneipe „zum  Hübi“. 


Auch dort war nochmal ein kühles Blondes zu Ehren des großen Schauspielers Götz George fällig. Spontan entschloss sich die Gruppe, den Rückweg wegen der Hitze mit den Duisburger Verkehrsbetrieben sitzend zu bewältigen. Es wurde daraus eine amüsante Busfahrt mit Stadt(teil)Besichtigung und ganz authentischen, hilfsbereiten und humorvollen Duisburger Typen. Mit dem Satz: "Duisburg ist klasse" stiegen wir in die Autos, stellten die Klimaanlage auf die höchste Stufe und fuhren heimwärts.

 

Wdf., Text und Bilder: Bärbel Grösgen

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