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Über den Grenzstein-Weg im Ringelsteiner Wald

veröffentlicht um 04.11.2018, 09:48 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 05.11.2018, 01:54 ]

Hinaus über die Grenzen unserer heimischen Region sind wir gefahren, um auf dem „Grenzstein-Weg“ im Ringelsteiner Wald zu wandern, da wo die drei Kreise Paderborn, Soest und Hochsauerland aneinandergrenzen. Unschwer zu erkennen, waren „Grenzen“ der thematisch rote Faden auf unserer herbstlichen Tour am 28.10.2018.

Empfohlen wird der Start am alten Ringelsteiner Bahnhof in Büren-Harth. Aus einkehr-taktischen Gründen hatten wir jedoch den Start nach Siddinghausen (gilt als ältestes Dorf im Paderborner Land) verlegt. Dies hatte den charmanten Vorteil, dass es zunächst auf recht ebener Strecke rund 3 km entlang der Alme bis nach Ringelstein ging – also optimal zum Einlaufen bei immerhin anstehenden rund 18 km Gesamtstrecke – und eine Einkehr dann am Ende der Tour möglich war, als Belohnung für geleistete Wandertaten.

Foto: Wandergruppe in Ringelstein

Wer sich von Siddinghausen bis Ringelstein bei recht frischem Herbstwind noch nicht warmgelaufen hatte, konnte während des ersten nennenswerten Anstieges die Betriebstemperaturen anheizen. Der Weg führte uns mitten durch den Ringelsteiner Wald auf den über 100 Jahre alten Postweg von Brilon nach Büren. Der alte Handelsweg ist ein bewundernswerter Zeitzeuge für eine Epoche, als die Post noch mit Pferden und Kutsche transportiert wurde. 

Foto: Pfad durch den Ringelsteiner Wald

Für uns in dieser Zeit ein schöner welliger Pfad durch einen in herbstlichen Farben „gestrichenen“ Wald. Der Zollpfosten als nächster markanter Punkt sollte unser folgender Anlaufpunkt sein. Ein mächtiger Pfosten, der an die ehemals hier verlaufende Grenze zwischen dem Herzogtum Westfalen und dem Hochstift Paderborn erinnert. Ein Tisch und Bänke nutzen wir nach rund 7 km Wegstrecke für die erste größere Rast.

Anschließend erfolgte der nächste größere Anstieg entlang über 450 Jahre alter Steine, die dem Rundweg seinen Namen geben: Der Grenzstein-Weg. Die alten unter Denkmalschutz stehenden Grenzsteine dokumentieren die Grenzlinie der damaligen Herrschaftsbereiche. Diese Passage endet am Dreiländereck. Ein mächtiger Stein mit den drei Wappen der Kreise Paderborn, Soest und Hochsauerland erwartete uns hier, der hier an einer Stelle steht, wo im Mittelalter Versammlungen und Beratungen der Bürener, Briloner und Rüthener Bürger stattfanden.

                                                  Foto: Grenzstein am Dreiländereck

Wir genehmigten uns noch einen Schluck aus der Rucksackverpflegung für den nächsten welligen Abschnitt. Zunächst hinab zum schmalen Steg über den Buschenbach und sogleich pulstreibend hinauf auf die Erhebung mit dem Namen „Kleiner Ebersteine“ (412 m).

Foto: Steg über den Buschenbach

Die eher ebene nachfolgende Passage führte uns vorbei an der Johanneseiche - jahrhundertealtes Ziel jährlicher Prozessionen - in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem über 130 Jahre alten Bildstock. Die ursprüngliche alte Eiche ist dem Windbruch zum Opfer gefallen, so dass 1990 eine neue Eiche gepflanzt wurde.

Wenige Meter weiter erreichten wir den Waldrand, so dass ein weiter Blick (der sogen. Rüthener Blick) in die Landschaft möglich wurde. Ein kurzer waldloser Abschnitt, denn auf der Zielgeraden führte uns ein breiter Forstweg überwiegend abwärts noch einmal durch einen Wald.

In Siddinghausen schloss sich nach 18 km Wegstrecke der Kreis, wo die „Schöne Aussicht“ auf uns wartete. Eine frisch im Zuge des Generationenwechsels renovierte Gastwirtschaft, die mit einer schönen Aussicht ins Almetal wirbt. Wir kamen bei der abschließenden Einkehr in den Genuss der herrlichen und zugleich erwärmenden Aussicht auf das offene Feuer im Kaminzimmer. 


Eine gesellige, gemütliche Runde, so dass vereinzelt ein zweiter Kaffee oder ein zweites Stück Kuchen geordert wurde und sich der Aufenthalt so noch ein wenig verlängerte.

Eine abwechslungsreiche Wegstrecke und eine schöne Einkehr am Schluss ließen den Wunsch aufkommen, diesen Teil des Paderborner Landes in Zukunft noch einmal zu besuchen.


Wanderführer: Andrea und Dirk Große

Text und Fotos: Dirk Große

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