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Reisebericht: Radtour "Römer-Lippe-Route" vom 20.06. – 23.06.2019

veröffentlicht um 07.08.2019, 11:05 von SGV Abteilung Welver

Am Donnerstag, den 20.06.2019, startet unsere 4-tägige Radtour mit einer bequemen Busanreise zum Hermanns-Denkmal. Weithin sichtbar reckt sich Hermann in Detmolds Himmel. Mit gezogenem Schwert blickt er in die weite Landschaft des Teutoburger Waldes und ist das Wahrzeichen der Region. Ein imposantes und geschichtsträchtiges Erscheinungsbild mit einer Höhe von fast 54 m.

 

Nach einem Fotostopp verlassen wir das Denkmal und fahren über die steil bergabführende Landstraße in Richtung Detmold. Nach einer rasanten Abfahrt erreichen wir die Altstadt mit dem „Fürstlichen Residenzschloss“. Vorbei am Palaisgarten und dem Freilichtmuseum verlassen wir Detmold in Richtung Berlebeck und Horn–Bad Meinberg.

 Ab Holzhausen beginnt ein wenig attraktiver Anstieg zu den Externsteinen. Die einzige Bergetappe auf unserer Reise. Ein beliebtes Kulturdenkmal und Ausflugsziel ist nach 6 Kilometer erreicht.


Die Felsen locken jedes Jahr bis zu einer Million Besucher an. Auch heute sind viele Ausflügler vor Ort. Nach einer kurzen Erholungspause verlassen wir diesen mystischen Ort über einen vorwiegend bergabführenden Waldweg bis Kohlstädt und weiter bis Bad Lippspringe.

Hier steuern wir die Lippequelle an. Der Quellteich der Lippe befindet sich im Arminuspark und bildet den Ursprung der Lippe. Der Fluss wird uns auf der Tour

immer wieder begegnen, mündet er doch bei Wesel in den Rhein. Nun wird es aber Zeit für eine Kaffeepause. Im Zentrum der Stadt werden wir fündig. Nach einer längeren Pause führt uns der Weg aus dem sehenswerten Stadtkern von Bad Lippspringe in Richtung Paderborn.

Unser Ziel ist die Talleseen-Schleife, eine Wassererlebnis-Strecke, die am Padersee wieder auf die Hauptstrecke Richtung Schloss Neuhaus führt. Das Schloss, wo die Pader in die Lippe mündet, liegt eingebettet in einer renaturierten Flusslandschaft von Pader, Alme und Lippe. Hier war eine längere Besichtigungspause geplant. Doch dunkle Wolken am Horizont veranlassen uns, die letzten 15 Kilometer zügig zu fahren. Mit den ersten Regentropfen erreichen wir das gebuchte Hotel nach 73 Kilometer in Delbrück-Schöning.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, starten wir am Freitag, den 21.06.2019, bei strahlendem Sonnenschein. Unsere erste Station heute ist Lippstadt. Vorbei an Felder und Wiesen radeln wir entspannt in westlicher Richtung. Im Norden von Lippstadt, etwa 4 Kilometer vom Zentrum der Stadt, empfängt uns der Golfclub Lippstadt mit seinem landschaftlich ideal gelegenen Platz. Das Gelände ist schnell durchfahren. Zeit für eine Kaffeepause im Stadtpark. Im Café „Im grünem Winkel“ legen wir eine Verschnaufpause ein. Bei einem Cappuccino genießen wir die Sonnenstrahlen und die angenehmen Temperaturen unter freiem Himmel. Nach knapp einer Stunde machen wir uns wieder auf den Weg und folgen der Lippe in westlicher Richtung nach Hellinghausen.

Hier erwartet uns das Naturschutzgebiet „Naturerlebnis Auenland“ mit mehreren Aus-sichtstürmen, die uns bis Eickelborn begleiten. Vorbei an Hovestadt und Herzfeld er-reicht die Gruppe den Landhof & Saloon Kesseler zur letzten Einkehr an diesem Tag. Für heute trennen sich hier unsere Wege, da bekanntlich die Übernachtung in den eigenen vier Wänden geplant ist. Für den Rest der Gruppe sind die letzten 15 Kilometer bis Welver schnell abgespult. Die heutige Etappe ist mit 62 Kilometer auch die kürzeste.

Am Samstag, den 22.06.2019, treffen sich die Teilnehmer bei bestem Sommerwetter um 8.15 Uhr auf dem Wanderparkplatz in Kirchwelver zum Bustransfer nach Xanten. Der Bus ist schon da und schnell sind die Räder verladen. Über Rhynern, wo noch zwei Mitfahrerrinnen zusteigen, sind es nur wenige Meter bis zur A2. Nach 75 Minuten ist Xanten erreicht.

Vom Parkplatz bis zum Startplatz im Zentrum sind es zwei Minuten.  Ab der Tourist -Information in der Kurfürstenstraße ist die Strecke ausgeschildert. Durch die „Historische Altstadt“ vorbei am Dom, fahren wir in östlicher Richtung stadtauswärts dem Rhein entgegen. Wir queren den Strom mit der Fähre Xanten-Bislich.


Auf der gegenüberliegenden Seite empfängt uns die Rhein-Auen-Schleife. Hier beginnt eine naturnahe, schöne 12 Kilometer lange Strecke bis in die Innenstadt von Wesel. Bei einem Bummel durch die Fußgängerzone fällt dem Besucher sofort die historische Fassade des Rathauses auf.


Vorbei am Bahnhof der Stadt führt uns die Beschilderung Stadtauswärts durch ein Waldgebiet zur Schleuse Hünxe.


Ab hier begleitet uns ein landwirtschaftlich geprägtes Gebiet, bis von weitem ein imposantes Gebäude sichtbar wird. Im Ort Gartrop-Bühl, am Rande des Naturparks Hohe Mark, liegt das Wasserschloss Gartrop idyllisch in der weitläufigen Lippeaue.

Nach einer Pause fahren wir weiter in Richtung Dorsten, dem Tagesziel Haltern am See entgegen. Etwa 10 Kilometer vor Haltern liegt ein großer Biergarten am Wegesrand. Bei den hohen Temperaturen von über 30 Grad kommt uns diese Tankstelle nicht ungelegen, da der Flüssigkeitsverlust doch sehr groß ist. Ein kühles Hopfengetränk bringt bekanntlich verbrauchte Energie sofort zurück. Stimmt!

Die letzten Kilometer bis zum gebuchten Hotel sind schnell zurückgelegt. Nach 67 Tageskilometer ist das Hotel im Stadtkern von Haltern erreicht. Alle Radler freuen sich auf ein erfrischendes Duschbad. Ein gutes, schmackhaftes Abendessen verdrängt die aufkommende Müdigkeit. In der Altstadt von Haltern klingt der Tag in gemütlicher und geselliger Runde aus.

Heute ist Sonntag, der 23.06.2019. Mit einem reichhaltigen Frühstück vom Buffet und ofenfrischen Backwaren beginnt der Tag genüsslich. Gut gestärkt werden die Räder zur Finaletappe beladen. Bei strahlendem Sonnenschein verlassen wir Haltern in Richtung Stausee. Ein Erinnerungsfoto am See darf hier nicht fehlen.


Langsam aber sicher steigen die Temperaturen auf über 30 Grad. Wir folgen der Beschilderung der Römer-Lippe-Route und erreichen den Wesel-Dattel-Kanal. Ab hier verläuft der Weg ziemlich unspektakulär Richtung Lünen. Die Hitze hinterlässt erste Spuren, zumal wir zusätzlich spürbaren Gegenwind in Kauf nehmen müssen. Nach gut 3 Stunden im Sattel steigt uns Grillgeruch in die Nase. Ein Kanu Camp an der Strecke lockt mit Grillspezialitäten und kühlen Getränken. Diese Verpflegungspause kam zur rechten Zeit.

Gut gestärkt und motiviert fährt die Gruppe zügig weiter. Vorbei an Lünen, Bergkamen, Marina Rünthe bis Hamm. In der Vereinsgaststätte des örtlichen Ruderclubs, direkt an der Lippe, wird die letzte Trinkpause eingelegt. Hier verabschieden sich auch zwei Teilnehmerinnen vom Team. Vorbei an Schloss Heesen und weiter nach Uentrop, wo wir die R-L-R verlassen. Über Feld- und Waldwege erreicht die Gruppe nach 99 Tageskilometer Welver.

Am Ende bin ich froh, dass die viertägige Reise nach 301 Kilometer unfall- und pannenfrei verlaufen ist. Ein kleiner Wermutstropfen trübt ein wenig schmerzlich den positiven Gesamteindruck der Tour. Leider haben einige Teilnehmer Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner aufgenommen. Die Brennhaare der Giftraupe löste bei ihnen allergische Reaktionen aus. Ein Arztbesuch war notwendig. Zum Glück sind alle betroffenen Personen heute wieder fit und freuen sich auf den Lippetaler Fahrradthon in wenigen Tagen.


Organisation: Theresia und Hans Rottmann

Text: Hans Rottmann

Fotos: Beate Lutter und Theresia Rottmann

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