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In Hamm von Schloss zu Schloss 2.0

veröffentlicht um 29.09.2019, 10:05 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 29.09.2019, 10:36 ]

Nachdem wir zuletzt auf unseren Wanderungen von gutem Wetter verwöhnt wurden, hatte der noch junge Herbst des Jahres 2019 an diesem Wochenende keine schönen Wetterverhältnisse im Angebot. Am Sonntag, den 29.09.2019, stand viel Regen und zunehmender Wind auf der Wetterkarte. Aber diese Ankündigung hat immerhin 15 wetterfeste Wanderer nicht von ihrem Plan abringen lassen, eine Runde im benachbarten Hamm zu wandern. Die Interpretation des Titels 2.0 lässt richtig vermuten, dass wir auf der heutigen Strecke vor ein paar Jahren schon einmal unterwegs waren. Heute lag der Start jedoch woanders und durch eine zusätzliche Schleife erhöhte sich die Gesamtdistanz auf 15 Kilometer.

Foto: Wanderer-Gruppenfoto am Schloss Oberwerries

Der Beginn der Rundwanderung erfolgt diesmal an der Fährstraße in Bad Hamm, so dass es auf dem ersten Abschnitt durch den Kurpark und anschließend über die Adenauer-Alle am Datteln-Hamm-Kanal entlang geht. Geschützt unter Kastanienbäumen überstehen wir den ersten Regenschauer. Am Ende dieser Passage erreichen wir den Schleusenweg. Kurioserweise ist die hier seit 1933 in Betrieb befindliche Schleuse nach dem Stadtteil „Werries“ benannt, obwohl der Standort zum Stadtbezirk „Hamm-Mitte“ gehört. Über den „Schulweg-Steg“ gelangen wir auf die nördliche Seite der Bundeswasserstraße. Die blaue Fußgängerhängebrücke wurde nach Vorbildern in Breslau und Köln im Jahre 1917 fertiggestellt und steht seit 1990 unter Denkmalschutz.

Foto: „Beschirmt“ über den Schulweg-Steg

Wir begleiten den Kanal nun auf dem nördlichen Uferrandweg etwa zwei Kilometer und biegen dann in einen schmalen Waldpfad ab und entfernen uns stetig vom Kanal. Auf der nächsten Passage durchstreifen wir den Forst „Osterholz“. Der von Farnen gesäumte Pfad erhöht nach der zuvor längeren Geradeausstrecke am Kanal nun auf seinem mäandrierenden Weg den Naturgenuss….und das Blätterdach dient zudem als Regenschirm.

Nach dem Wald wird der Naturgenuss kurz während der Querung der verkehrsreichen Lippestaße gestört, bevor wir dann auf dem Lippeauenpfad das nächste Naturschutzgebiet betreten. Ein bald erreichter Aussichtspunkt gibt einen schönen Blick frei auf die naturnahen Lippewiesen. Der Mangel an anspruchsvollen Steigungen in Kombination mit kommunikativen Wanderern birgt die Gefahr, dass während der Gespräche untereinander die eine oder andere naturräumliche Sehenswürdigkeit übersehen wird. Auf den folgenden Erlebnispunkt ist es jedoch unnötig hinzuweisen, denn am südlichen Ufer der Lippe kommt die Gruppe abrupt zum Halt. Um auf die andere Flussseite zu gelangen, steht hier keine Brücke zur Verfügung, sondern die muskelkraftbetriebene Fähre mit dem wohlklingenden Namen „Lupia“ (lat. Lippe). Dem einen oder anderen ist die Fähre schon bekannt, zumal wir die örtlichen Lippeauen schon in den Jahren zuvor erwandert hatten. Aber wer das kleine Schiffchen noch nicht kennt, ist erstaunt, wie zweckdienlich die seit 2013 an dieser Stelle vorhandene Personenfähre ihre Arbeit tut… obwohl, die meiste Arbeit haben eigentlich die Fahrgäste, denn ohne eigene Muskelkraft kommt man nicht an das andere Ufer.

Foto: angekommen mit der Lupia auf der Lippe-Nordseite

Dem stärker werdenden Regen ist es geschuldet, dass es zu keinem Gruppen-Foto mit der "Lupia" kommt, denn wir wollen am Nordufer angekommen, schnell zum Schloss Oberwerries mit seiner gastronomischen Einrichtung. 

Das Wasserschloss zählt zu den kulturhistorisch wertvollsten Gebäuden der Stadt Hamm. Heute dient es als Bildungs- und Begegnungsstätte. Insbesondere der Westfälische Turnerbund hat hier seit 1951 seinen Sitz. Das Schloss wurde überwiegend im 17./18. Jahrhundert errichtet. Von den historischen Bauten nutzt der Westfälische Turnerbund das Marstallgebäude, den ehemaligen Hundezwinger, das Wirtschaftsgebäude und das Torbogenhaus. Wir nutzen den Speisesaal des Marstallgebäudes zur Überbrückung des nächsten Regenschauers mit einer Tasse Kaffee und wahlweise einem Stück Kuchen. Das am Schloss entstandene Gruppenfoto ist oben im Bericht zu bewundern.

Während der Regen eine Pause macht, streifen wir anschließend auf dem weiteren Weg nordwärts kurz das Gebiet des Kreises Warendorf, biegen dann aber am Ende einer Waldpassage westwärts Richtung Westhusen ab. Über einen kurzen Asphaltabschnitt erreichen wir dann den Rand des Heessener Stadtwaldes. Ein Wechsel von Wald und agrarwirtschaftliche Kulturlandschaft prägen die Region. 

Dem nächsten Zwischenziel - Schloss Heessen - gönnen wir regenbedingt nur einen kurzen Blick. Eine direkt an der Lippe gelegene Schlossanlage, einem namhaften ehemaligen Rittersitz, in dem sich heute ein Landschulheim befindet. 

                             Foto: am verschlossenen Tor zum Schloss Heessen

 Nach einem kurzen Abschnitt durch ein Naturschutzgebiet wird wieder die Lippe überquert – diesmal über eine Brücke – und dann erreicht die Gruppe schließlich wieder den Kurpark.

Insgesamt war die Strecke von einem stetigen Wechsel verschiedener Landschaften und Abschnitten geprägt, so dass wir trotz der Wetterverhältnisse mit einem guten Wandergefühl zurück nach Welver fahren.


 Wdf.: Andrea und Dirk Große

 Text und Fotos: Dirk Große

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