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Durch die "Wälder um Welver"

veröffentlicht um 02.11.2019, 06:55 von SGV Abteilung Welver

Schloss Schwarzenraben stand eigentlich auf dem Wander-Programm für den 27.10.2019. Aber, wie das so ist, wir planen unsere Wanderungen ja schon weit im Voraus, so dass hier und da schon mal etwas die Pläne durchkreuzen kann. Das letzte Oktober-Wochenende drohte nämlich krankheitsbedingt ein wanderfreies Wochenende zu werden. Aber hier kommt Wolfgang Hüwelmeyer ins Spiel, der sich bereit erklärte, kurzfristig eine Runde durch die heimischen Wälder auszuarbeiten.

Unter dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ starteten schließlich 15 Wanderer ohne große Anreise direkt vor den Toren von Kirchwelver zu einer Tour, die auch „Durch die Wälder um Welver“ betitelt werden kann.

Seit dem Jahre 2003 sind ca. 298 ha Wald rund um den Zentralort Welver als Naturschutzgebiet festgesetzt. Die „Wälder um Welver“ zeichnen sich durch einen hohen Anteil artenreicher Eichen-, Hainbuchen- und Buchenwälder sowie durch schutzwürdige Grünland- und Gewässerbiotope aus. Schon oft haben wir diesen Bereich erwandert, aber heute waren wir gespannt, wie Wolfgang seine Strecke ausgearbeitet hat, denn immerhin hatte er uns zwischen 12 und 14 Kilometer Länge angekündigt.

Zunächst ging es vorbei am Hundeteich ins „Klosterholz“ und anschließend zum Sport- und Freizeitzentrum. Die Bepflanzung, die eigentlich das Sportzentrum von der benachbarten Wohnbebauung abschirmen sollte, hat sich hier im Laufe der Jahre zu einem stattlichen Wald entwickelt, so dass auch dieser Abschnitt unter Schutz gestellt wurde. Da, wo sich die Straßen „Zur Grünen Aue“ und die „Erlenstraße“ treffen, tauchen wir wieder ganz in die Baumkulisse ein. 

In Gespräche vertieft bleibt ein kleiner recht idyllischer „See“ inmitten des „Baumgartens“ recht unbeachtet. Das zur rechten Hand liegende scheinbar natürliche Biotop wurde von Menschenhand geschaffen und dient der nicht weit entfernten Wohnbebauung als Regenrückhaltung. Über die Regenkanalisation werden dem Erdbecken bei Starkregen bis zu rd. 2.600 Liter pro Sekunde zugeleitet. Das Regenwasser wird dann in dem 2.430 m³ großen Becken gesammelt und in gedrosselten Mengen in Gräben eingeleitet.

Auf der weiteren Strecke wechseln sich breite Forstwege und schmale Pfade ab und wer nicht auf den Wegeverlauf achtet, kann schon mal die Orientierung verlieren. Einen Anhaltspunkt bieten die unvermittelt am Wegesrand auftauchenden steinernen Zeitzeugen einer letztendlich nicht durchgeführten Straßenplanung. 


Hier im Klosterholz, an den Brückenresten der in den 1930er Jahren geplanten Reichsautobahn, machen wir eine erste Trinkpause. Geplant war damals an dieser Stelle eine Autobahn zwischen dem Ruhrgebiet und Kassel. Ein rd. 8 km langes Teilstück hätte sich auf dem heutigen Gebiet der Gemeinde Welver befunden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde diese Planung aufgegeben und stattdessen die A 44 südlich von Welver gebaut. Damals waren immerhin schon einige Brückenpfeiler fertig gestellt. Die Natur hat sich die alte Streckenführung zurückgeholt, so dass diese Bauwerke nun mitten im Wald liegen.


Wenig später führt uns Wolfgang dann vom Klosterholz in den Reiherwald. Ein Teilabschnitt, der mehr östlich des Siedlungsbereiches liegt und in früheren Jahren mit einem „Trimm-Dich-Pfad“ aufwarten konnte. Eine in den 1970er Jahren beliebte Freizeiteinrichtung mit verschiedenen Übungsstationen. Heute ist davon jedoch nichts mehr zu erkennen.

In dieser Waldpassage wären noch die „Liebesbäume“ erwähnenswert. Auf diese "Naturattraktion" macht uns Andrea Junker aufmerksam. Hier haben zwei Bäume auf interessante Weise einen „Weg“ zueinander gefunden. Auf dem folgenden Gruppenfoto sollte man sich daher nicht nur auf die abgebildeten Wanderer konzentrieren, sondern seinen Blick auch nach etwas oberhalb richten.

 

Von hier aus geht es wieder zurück bis nach Kirchwelver. Am Ende liegt eine schöne Tour durch den herbstlichen Welveraner Wald hinter uns. Nach rd. 14-Forst-Kilometer lassen wir den Wandertag bei Kaffee und Kuchen in der waldfreien Ortsmitte im Café Dördelmann ausklingen.

Abschließend der Dank an Wolfgang Hüwelmeyer für die spontane schöne Ersatzwanderung.

 

Wdf.: Wolfgang Hüwelmeyer

Text und Fotos: Dirk Große

 

 

 

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