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"Ab Dinker durch Dinker und um Dinker herum"

veröffentlicht um 07.04.2017, 05:32 von SGV Abteilung Welver

Grundsätzlich starten unsere heimischen Touren in Kirchwelver an der großen Wandertafel. Ausnahmsweise lag der Beginn der Wanderung am 5. März 2017 im Ortsteil Dinker. Sind die örtlichen Wege doch schon oft begangen und daher allseits bekannt, lag der Sinn dieser Änderung darin, durch eine andere Streckenführung eine „neue“ Sichtweise auf vertraute Pfade zu schaffen. Unter Einbeziehung selten gegangener Abschnitte in Kombination mit den Hauptwegen sollte eine abwechslungsreiche Tour entstehen.

Foto: am Mahnkreuz auf dem Dinker Berg

Ausgehend vom Parkplatz am Friedhof in Dinker ging es zunächst über Wohnstraßen zum Kirchplatz an der Pfarrkirche St. Othmar. Im Schatten der Kirche befand sich ursprünglich seit dem ersten Kirchenbau der Friedhof. Von dicht aufschließenden Häusern wurde der Friedhof wie ein Ring umgeben. Später wurde der Friedhof „ausgelagert“ und liegt heute nördlich des Hellweges, so dass der Bereich vor der Kirche nun von den Besuchern zum Aufenthalt und Parken genutzt werden kann. Der für Westfalen eigentümliche „Häuserring“ ist geblieben.

Die Kirche im Rücken verlassen wir den dörflichen Bereich über den Ahseweg und erreichen rasch die Brücke über das hier von Ost nach West fließende Gewässer. Wir befinden uns damit schon inmitten eines Naturschutzgebietes, welches hier im Wesentlichen das Überschwemmungsgebiet der Ahse umfasst. Die Ahse selbst entspringt im Osten bei Bad Sassendorf und mündet nach ca. 37 km im Bereich der Stadt Hamm in die Lippe. Das Fließgewässer präsentiert sich hier aufgrund der unbefestigten Ufersituation und des mäandrierenden Verlaufs recht naturnah. Wenige Meter weiter überqueren wir eine zweite schmale Brücke. Hierbei handelt es sich um die Lake, ein Ende der 1970er Jahre ausgebautes sogenannten Nebengerinne der Ahse. Zwischen Nateln und Dinker besteht von der Ahse ein Abschlag zur Lake, die dann einige Kilometer parallel zur Ahse verläuft, bevor sie an der Grenze zur Stadt Hamm wieder in die Ahse mündet.

Südlich der Lake stoßen wir auf die Gräftenreste des ehemaligen Hauses Matena. Ein alter Rittersitz, der die Wirren der Geschichte gut überstanden hatte, dann aber Mitter der 1960er Jahre – als Denkmalschutz noch ein Fremdwort war – leider abgerissen wurde. Die erhaltenen Gräften gelten heute als Bodendenkmal. Auf attraktivem, schmalem, alleenartigem Pfad wird der Wanderer an dieser Stelle entlang der Gräftenanlage geführt und befindet sich unmerklich bereits im Bereich des Ortsteiles Dorfwelver.

Nach einer kurzen Wirtschaftsweg-Passage erreichen wir das Klosterholz, dem grünen Wald-Gürtel zwischen Dorfwelver und Kirchwelver. Zwar versperren uns an einigen Stellen „auf dem Bauch liegende Bäume“ als Zeichen der im vorangegangenen Monat durchgeführten Forstarbeiten den Weg, so dass wir vom ursprünglich eingeplanten Streckenverlauf abweichen müssen, ....

...aber dennoch können wir uns auf den noch freien Pfaden durch das Naturschutzgebiet „Wälder um Welver“ schlängeln, bevor wir an anderer Stelle wieder aus dem Gehölz ins Freie treten  (weiter östlich an der Straße Goseländchen).

 

Foto: durch die Wiesen der Ahseauen (die sogenannten Stockey-Wiesen)

Nach dem vorherigen waldreichen  Abschnitt geht es wieder durch die eher baumlose Ahseaue, flache Wiesen, weiter Blick und erneute Querung von Lake und Ahse.

Nach Querung der Landesstraße östlich des Ortes Dinker steuern wir auf den Sängerhof zu. Ebenfalls ein alter Rittersitz. Hier sind die baulichen Anlagen allerdings noch vorhanden. 

Foto: Der Sängerhof


Auf dem Weg „hoch“ zum Dinker Berg umkurven wir das kleine Wäldchen, das den Sängerhof ummantelt.

 

Foto: am Wäldchen am Sängerhof


Am Dinker Berg machen wir kurz am Mahnkreuz halt. 

(Siehe Foto am Anfang des Berichts!)

Das Kreuz steht hier seit 1987 und mahnt bis heute als weithin sichtbares Zeichen vor der Zerstörung der Natur, denn genau an dieser Stelle sollte ursprünglich eine Sondermülldeponie entstehen. Die Planungen wurden nicht zuletzt aufgrund heftiger Proteste aus der Bevölkerung schließlich eingestellt, so dass die „Höhen“ des Dinker Berges – immerhin 91 m – auch heute noch erwandert werden können. Von einem Berg zu sprechen scheint vielleicht etwas anmaßend, dennoch ergibt sich von dieser Anhöhe ein weiter Blick in die Landschaft, der nach Süden bis zum Haarstrang reicht. Nach Norden bleibt das Auge gezwungenermaßen an den mächtigen Kühltürmen des Kraftwerkes in Uentrop hängen. Der durchaus heftige Wind kürzt unsere Verweildauer hier „oben“ ab. 

Auf unserem „Abstieg“ nordwärts streifen wir kurz den Siedlungsrand des Ortsteiles Eilmsen, bevor uns der Weg über die „Höhen“ des Hilgenberges (85 m) zurück nach Dinker führt.

 

Am Ausgangsort angekommen schließen wir den Wandertag nach 15 km Wegstrecke bei Kaffee und Kuchen im Gasthaus Witteborg ab.

 

Fotos und Bericht: D. Große

 

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