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"Von der Höhle zum Gipfel des Arnsberger Waldes"

veröffentlicht um 17.05.2017, 06:22 von SGV Abteilung Welver   [ aktualisiert: 17.05.2017, 22:55 ]
14.05.2017
Es war Wahlsonntag und Muttertag. So trafen sich „7 auf einen Streich“, in Kirchwelver, zum Wandern.

Das Bilsteintal, mit Tropfsteinhöhle und Wildpark, war Ausgangspunkt der Wanderung.

http://www.bilsteinhoehle.de/Wildpark.html

Die Sonne schien, die Temperaturen waren ideal und die Stimmung war bestens.

Es ging zunächst durch den oberen Teil des Wildparkes. Vorbei an Waschbären, Füchsen und Hirschen führte uns der erste kurze, knackige Anstieg auf den Weg. Immer der Waldroute nach kamen wir zur Waldhütte, des SGV Warstein, dem „Haus Rosenegge“. Die, mit Kletterrosen bewachsene Egge, ist zwar schon lange nicht mehr vorhanden, aber der Name ist geblieben. Nahe des Waldrandes, im Wald versteckt, ein schöner Platz zum Feiern oder rasten. Vom Vorabend standen noch Pavillons, Grills und zwei Autos verlassen im Wald. Es war wohl später geworden.

Weiter ging es auf der Waldroute, Richtung Lörmecketurm. Die zweite knackige Steigung wartete hinter der Zufahrt zur Warsteiner Brauerei. Sie hatte es in sich. Wir kamen schön ins Schwitzen. Aber der erste Rastplatz wartete nicht weit. Das „Paradies“ ist ein gut ausgestatteter Rastplatz. Er liegt oberhalb der Warsteiner Brauerei, knapp vier Kilometer vom Bilsteintal entfernt. Nach dem anstrengenden Anstieg ideal für eine Rast.


angekommen im Paradies


Schatten - Brotzeit im Paradies                                  Sonnenschein im Paradies

Ausgeruht und frisch gestärkt ging es weiter. Ein schmaler Steg führte uns über den „Langer Bach“. Schon lag der dritte und letzte Anstieg vor uns. Die Waldroute ist hier nur ein schmaler, steiler Pfad. Nur wenige Hundert Meter, aber die haben es in sich.

Der „katholische Abschnitt“ der Wanderung hatte begonnen.

Der Weg zur Hubertus - Quelle führte leicht bergab.  http://www.schnaodloipers.de/Projekte/2011-Erneuerung-Quelleinfassung-Hubertusquelle/

Die Quelle ist schön gestaltet. Der Zugang durch Geländer gesichert. Ein Edelstahl – Trinkbecher lädt zur Verkostung des frischen Quellwassers ein.

                                                                                                                                 

Die Tasse hängt noch immer am Pfahl 

Der Name dieser Quelle ist aber auch eine Hommage an die Schutzpatrone der Jagd, dem hl. Aegidius, dem hl. Hubertus, dem hl. Eustachius und dem hl. Meinolfus. Allen "Vier Hirschheiligen" gemeinsam ist der Legende, dass ihnen ein Hirsch mit leuchtenden Kreuz im Geweih, beim hl. Aegidius eine Hirschkuh, erschienen ist. Nach dieser Begegnung sollen alle ein gottgefälliges, bescheidenes Leben begonnen haben.

Am bekanntesten und verbreitetsten ist wohl die Legende des hl. Hubertus, des Bischofs von Maastricht und Lüttich (655-727). Danach soll dem bis dahin wilden und zügellosen Jäger Hubertus bei der Jagd am Karfreitag ein weißer Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih begegnet sein. In den vielen Darstellungen ist der Hirsch ein "Zehnender", als Hinweis und Erinnerung auf die Zehn Gebote. Nach dieser Begegnung wandelte sich Hubertus zu einem demütigen, "den Schöpfer im Geschöpfe", ehrenden Jäger. Er ist damit moralisches Vorbild für alle waldgerechten Jäger.

Nächstes Ziel: die Waldkapelle.


Die Waldkapelle

„ANNO DOMINI 2004" steht auf der Bronzetafel an der Waldkapelle geschrieben und weiter ist dort zu lesen:

„Zum Andenken an den Erzbischof und Kurfürst Clemens August von Köln (1700-1761), der an dieser Stelle im Warsteiner Wald ein Gotteshaus baute, haben die Wöske Schnaodloipers* im Jahre 2004 zur Ehre Gottes diese Kapelle errichtet.

In früherer Zeit betete man hier vor dem Beginn der Jagd zu Gott, heute fordert dieses Werk auch zur Bewahrung der Schöpfung und zur Heimatliebe auf. Möge allen bewusst werden die Schönheit des Waldes und seiner Geschöpfe, mögen alle in Frieden und Freiheit einander begegnen.“

So weit die Inschrift der Tafel.  *(„Warsteiner Schnadgänger“ Anm. Verfasser)

Nahe gelegen (100 m) der Waldkapelle, befindet sich eine Aussichtsplattform. Hier schauten wir über das dort gelegene Hochmoor und wurden, durch eine Hinweistafel, über das Ökosystem Hochmoor informiert. Der Heimatverein „Wöske Schnaodloipers“ hat hier großartige Arbeit geleistet.

Zum Lörmecketurm führte der Weg über eine Art Waldlehrpfad. Die gepflanzten Bäume sind mit Namenstafeln gekennzeichnet. Dann war der „Plackweg“ erreicht. Noch 500 m und der Lörmecketurm, der höchste Punkt des Arnsberger Waldes, stand vor uns.

Impressionen vom Lörmecketurm


Infotafel am Lörmecketurm

 


                                                                                       Blick vom Lörmecketurm   

         

                  

                                  Blick nach unten

  

                                                Der Lörmecketurm und die Kreisgrenze

Grenzgänger am Lörmecketurm (die Grenze der Kreise Soest und HSK)


Von nun an ging`s bergab. Im wahrsten Sinn des Wortes. Der Rückweg zum Bilsteintal führte zunächst über den „Plackweg“. Das Gefälle, der ganzen Strecke ist moderat. Vom „Plackweg“ aus gibt der Wald immer wieder schöne Aussichten auf Eversberg und das Sauerland frei.

Weiter ging es über den „Eversberger Weg“ durch „Hamorsbruch“. Der Wald war in herrliche Farben getaucht. Die frischen Blätter der Buchen und Birken leuchteten in der Frühlingssonne.

Die Schutzhütte am Bilsteinbach lud zu einer letzten Rast. Noch vier Kilometer bis zur Waldwirtschaft im Bilsteintal. Der schwarze Weg führte uns entlang des Bilsteinbaches. Ein wild-romantisches Bachtal, das durch Kyrill „freigelegt“ wurde. Die Stadt Warstein betreibt naturnahe Waldwirtschaft und hat das Tal dem natürlichen Bewuchs überlassen. So lebt dieses Landschaftsbild vom Kontrast zwischen den gepflanzten Wäldern, rechts und links des Tales, und dem naturbelassenen Bachtal. Helles Birkenlaub strahlte im Sonnenlicht. Der Bach sucht sich seinen Weg über viele kleine und große Windungen. Die rötliche Farbe, des Wassers, zeigt die Eisenhaltigkeit des Bodens. Wir folgten dem Uferweg des Baches und gelangten über den Waldspielplatz (Bilsteintal) zum Wildpark. Die Wildschweinrotte genoss die Frühlingssonne, die Verpflegung (durch die zahlreichen Besucher) und das Bad in der Suhle. Unterhalb des Einganges der Tropfsteinhöhle führte uns der Weg entlang des Sikawildgeheges zur Waldwirtschaft.


Die Waldwirtschaft sorgte für reichlich Stimmung, unter uns. „Erlebnisgastronomie“ war hier einmal ganz anders umgesetzt. Kommt die Bedienung? Oder graut ihr vor uns? Vorsicht Kunde droht mit Umsatz! Die Wirtschaft wird durch den Verein Bilsteintal e. V. bewirtschaftet. Die „Servicekräfte“ sind Schüler ohne jede Serviceerfahrung. Dem entsprechend gestalten sie ihre „Arbeit“. Hungrig und durstig sollte man besser nicht hier ankommen. Mit „Galgenhumor“ fanden wir es aber dennoch lustig, auch wenn der bestellte Walnussbecher vergessen wurde. Als zum Schluss, ein Taschenrechner geholt wurde, um die Preise für einen Kaffee und ein Stück Kuchen auszurechnen, war die Pointe vollends gelungen. Dieser Gag sorgte noch, bei der Rückfahrt, für den ein oder anderen Lacher. OK, die jungen Leute geben ihr Bestes. Das sind „mildernde Umstände“. Am Ende zählt das Ergebnis. Wir hatten, vom Walnussbecher abgesehen, unseren Kuchen und Kaffee bekommen und der war in Ordnung.

In Erinnerung bleibt eine abwechslungsreiche, landschaftlich schöne Wanderung.  Die Route ist empfehlenswert.


Text und Fotos: Karl Heinz Hoppe

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