Berichte‎ > ‎

Ein neuer Fisch im Rhein "Die Kesslergrundel"

Quelle : Die Welt: 04.05.10 und Dpa/eb

Ein Exot bedroht die Fische im Rhein

Vom Schwarzen Meer und der unteren Donau aus hat sich die Kesslergrundel schon vor längerer Zeit auf den Weg gemacht – nun ist sie im Rhein bei Mannheim aufgetaucht. Das Fiese: Sie schnappt anderen Fischen blitzschnell alles weg – selbst den Köder. Die Fischer sind genervt, denn essen kann man das Tier nicht so richtig.

 
Merkmal:
Kessler-Grundel
Neogobius kessleri
Marmorgrundel
Proterorhinus marmoratus
Maximalgröße

18 - 20 cm
10 cm
Bauchflossen

zu Saugscheibe (gelb-orange) verwachsen
zu Saugscheibe (weißlich) verwachsen
Nasenröhren

fehlen
vorhanden
Kopfform

von oben betrachtet:
breit und länglich
(Kopflänge 2 ¾ mal in Gesamtlänge)
von der Seite betrachtet: flach
von oben betrachtet:
schmal und länglich
(Kopflänge 4 1/2 mal in Gesamtlänge)
von der Seite betrachtet: steil ansteigend
Färbung

kleine helle Flecken auf dunklem Grund
große dunkle Flecken auf hellem Grund

(Tabelle nach WIESNER 2003, verändert)

Gemein: Die Kesslergrundel schnappt anderen Fischen alles weg

Sie ist klein und unscheinbar, und sie droht zur Plage zu werden - die aus Osteuropa eingewanderte Kesslergrundel. Der Fisch hat sich in den vergangenen Jahren im Rhein nördlich des Mains schon so stark ausgebreitet, dass dort die Fischerei stark beeinträchtigt wird. Jetzt ist die Grundel auch im Rhein bei Mannheim aufgetaucht.

Das 25 Zentimeter große Tier schnappt nach jedem Köder, der ihm angeboten wird. Mit ihrem relativ großen Kopf und dem schmalen, fleischarmen Körper sei die Grundel leider bislang auch nicht als Speisefisch begehrt.

Landesfischereireferent Frank Hartmann geht davon aus, dass sie sich in wenigen Jahren auch in Baden-Württemberg stark ausbreiten und etablieren wird. Die Grundel stammt ursprünglich vom Schwarzen Meer und der unteren Donau. Von dort hat sie sich über die Donau aufwärts durch den Rhein-Main-Donau-Kanal und dann über den Main auf den Weg in den Rhein gemacht. Warum, weiß man nicht genau.

Für Hartmann ist klar: "So schnell werden wir die Kesslergrundel nicht mehr los." Sie taucht nicht nur scharenweise auf, ihre Männchen passen auch sehr gut auf die Jungtiere auf.

dpa/eb
Comments