Finca publica Galatzo

Öffentliche Fincas auf der Insel Mallorca

Seit der Eroberung von Mallorca durch König Jaume I. im Jahr 1229 ist die Landschaft Mallorcas zum größten Teil in Privatbesitz. Jaume I. hat die Insel nach der Eroberung unter seinen adeligen Gefolgsleuten aufgeteilt, als Belohnung für die Treue und Unterstützung des Eroberungsfeldzugs.

Die dadurch entstandene Besitzstruktur auf der Insel Mallorca hat bis heute Auswirkungen auf die Bewegungsmöglichkeiten für jedermann in der freien Natur. In den Gebirgen und in der Landschaft Mallorcas ist es zum größten Teil nicht zulässig, frei und beliebig herumzugehen, wie das zum Beispiel aus Mitteleuropa bekannt ist. Es gab jedoch über die Jahrhunderte hinweg stets Wegerechte für jedermann, die über das Privateigentum führten. 

Das Tal der Finca Galatzo mit dem Anwesen links der Bildmitte, die historischen Wassermühlen sind rechts am Hang.

Größere Probleme mit diesem Wegerecht entstanden erst ab den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als der Massentourismus auf Mallorca immer mehr Menschen auch von den Küstenbereichen weg ins Landesinnere und in die Gebirgslandschaften führte. Aus Sicht der Grundbesitzer richteten viele dieser neuen Wanderer oder Wandergruppen Schaden an. So öffneten die Wanderer Tore und Gatter, ohne sie wieder zu schließen, es wurde teilweise gelärmt, Picknickfeuer gemacht oder Abfall hinterlassen. Die Folge war, dass ab den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Grundbesitzer immer mehr Wege schlossen, ungeachtet des weiter bestehenden öffentlichen Wegerechts.   

Die öffentliche Hand hat ab der Jahrtausendwende das Problem erkannt. Die einzige Möglichkeit, das Problem des Betretungsrechts der Landschaft durchgreifend zu lösen, sah man im Ankauf von ganzen Fincas durch die öffentliche Hand. Teilweise wurde hierzu die vorübergehend eingeführte, in den deutschen Medien unverständlicherweise jedoch heftig kritisierte Ökosteuer (ecotassa) benutzt, die jeder Mallorca-Tourist abführen musste. Mit den Mitteln dieser Steuer konnten einige Fincas gekauft und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden - es gibt kaum eine sinnvollere Investition aus dieser ja auch in Deutschland bekannten "Kurtaxe".

Inzwischen gibt es über 20 fincas publicas auf der Insel Mallorca. Und es ist zu hoffen, dass es in der Zukunft noch wesentlich mehr werden. Auch Enteignungen werden inzwischen ins Gespräch gebracht. So ist die Enteignung von Flächen als ultima ratio in der neuen Verordnung zum ersten Weitwanderweg Mallorcas, dem GR 221, vorgesehen, wenn auf andere Weise der Durchgang durch Privatbesitz nicht gewährleitet werden kann.      

Die Finca publica Galatzo

Im Jahr 2006 hat die Gemeinde Calvia das Gebiet der Finca Galatzo gekauft. Seit diesem Zeitpunkt ist das Gebiet der Finca für jedermann unentgeltlich zugänglich. Die Finca trägt seit diesem Zeitpunkt den Titel "finca publica". Die Finca hat eine Größe von 13,5 km², die Fläche der im Bereich der Finca bestehenden Gebäude beträgt 5.000 m². Die Fläche der Finca Galatzo umfasst ungefähr den zehnten Teil der Fläche der Gemeinde Calvia. Der Kaufpreis belief sich auf 9 Millionen Euro. Die bisherigen Eigentümer der Finca wollten zunächst den doppelten Preis erlösen.

Die Gemeinde Calvia befindet sich im Südwesten Mallorcas. Diese Gemeinde gilt als die reichste Gemeinde Mallorcas mit den meisten Einnahmen aus dem Tourismus. Kaum ein Tourist kennt jedoch den Namen der Gemeinde Calvia. Der Ort Calvia befindet sich im Hinterland der Küste und wird vom Großteil der Touristen nicht aufgesucht. Zu dieser Gemeinde gehören jedoch so bekannte Orte des Massentourismus an der Küste wie Paguera, Santa Ponsa und Magalluf.

Das Hauptgebäude der Finca publica Galatzo bietet im Innenhof das typische Bild mallorquinischer Anwesen.

Mit dem Erwerb der Finca Galatzo hat die Gemeinde Calvia ein deutliches Zeichen gesetzt, wohin der Tourismus in der Gemeinde zukünftig gehen soll. Die Devise lautet: weg von den negativen Auswirkungen des Massentourismus, hin zu einem qualitativ hochwertigen Tourismus mit einer Schritt für Schritt erfolgenden Aufwertung der Natur und der Aktivitäten in der Natur.

Das Land in der Nähe des Herrenhauses wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt, im Mittelgrund rechts sind die Mauern der historischen Wassermühle. 

Das Gebiet der Finca publica Galatzo wird als besonders wertvoll eingestuft - und das gleich in mehrerer Hinsicht. Das Gebiet der Finca umfasst einen besonders schönen Ausschnitt der mallorquinischen Hochgebirgslandschaft. Die Flora und Fauna sowie die durch die menschlichen Aktivitäten der vergangenen Jahrhunderte bewirkten Veränderungen bei den im Gebiet vorkommenden Pflanzen und Tieren ist bemerkenswert. Die historische Architektur der Gebäude in der Finca ist sehr wertvoll. Und es gibt im Gebiet der Finca viele archäologische Fundstätten, die im Verlauf der kommenden Jahre katalogisiert und instandgesetzt werden sollen.

Das Haupthaus der Finca publica Galatzo: die Arbeiten zur Renovierung werden sich noch längere Zeit hinziehen.

Sofort nach dem Kauf der Finca setzte die Gemeinde Calvia eine Arbeitsgruppe ein, die alle zukünftigen Maßnahmen im Gebiet der Finca Galatzo koordinieren sollte. Für die Finca bestanden und bestehen große Pläne. So soll die Finca so weit wie möglich für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf naturverträglichen Aktivitäten. Nach und nach sollen Wanderwege beschildert und ausgebaut werden, dazu Radwege und Reitwege. Das Hauptgebäude der Finca Galatzo (Herrenhaus) soll zu einem Informationszentrum für die Serra de Tramuntana ausgebaut werden. Zudem soll eine Berghütte für Wanderer gebaut werden. Auf dem Gebiet der Finca sollen zudem ein Schulbauernhof sowie eine Schulwerkstatt zur Restaurierung der archäologischen und historischen Fundstätten eingerichtet werden.

Die Gemeinde Calvia hat für die Finca publica Galatzo ein Servicefahrzeug bereitgestellt.
 
Beim Hauptgebäude der Finca befindet sich ein Garten mit Erläuterungstafeln. Dieser Ort wird jardin romantico (romantischer Garten) genannt. Im Garten kann man sich über die einheimischen Nutzpflanzen informieren. Je nach Jahreszeit blühen die unterschiedlichen Bäume und Pflanzen.

Im Garten der Finca publica Galatzo sind verschiedene Baum- und sonstige Pflanzenarten vorhanden. Tafeln erklären die einzelnen Arten.

Historische Wasserleitung zur Speisung der Wassermühlen der Finca Galatzo


Die Berglandschaft der Finca publica Galatzo

Die Finca Galatzo umfasst das gesamte Tal zwischen den beiden wichtigsten Gipfeln der südwestlichen Serra de Tramuntana Mallorcas, dem Puig de Galatzo und der Mola de s`Esclop. (Puig = spitzer Gipfel, Mola = flacher Gipfel). Dieses Tal wird Galatzo-Tal genannt (Vall de Galatzo). Die Grenzen der Finca erstrecken sich zu beiden Seiten des in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Tals bis zu den Gipfeln und Graten. Der das Tal entwässernde Bach ist der Torrent de Galatzo. Dieser Bach führt nur nach starken oder längeranhaltenden Regenfällen Wasser. Der Bach mündet bei Santa Ponsa ins Meer.

Die Bergkette westlich des Galatzotals wird von der Mola de s`Esclop, 928 m dominiert. Dies ist der zweithöchste Gipfel der südwestlichen Serra de Tramuntana. Die Besteigung des Gipfels erforderte in den vergangenen Jahrzehnten Orientierungssinn und Vertrautheit mit teilweise weglosem Gelände. Durch die Einrichtung eines bezeichneten Wegs von der Finca Galatzo aus ist die Ersteigung des Bergs leichter geworden. Nach wie vor darf man diesen Berg jedoch nicht unterschätzen. Bei Nebel in den Hochlagen kann die Orientierung nach wie vor zum Problem werden. Die Bergkette fällt von der Mola de s`Esclop langsam nach Süden hin ab. Weitere Gipfel sind sa Cadira des Bisbe, 723 m, Puig Batiat, 644 m, Penyal des Migda, 459 m und sa Grua, 483 m.

Von der Ebene Ses Planes in Balkonlage über dem Galatzotal sieht man auf den Gipfel des Puig de Galatzo, im Vordergrund unten links erheben sich die Mauern eines ehemaligen Gebäudes.

Die Bergkette östlich des Galatzotals wird vom Puig de Galatzo, 1027 m, dominiert. Dies ist der höchste Gipfel der südwestlichen Serra de Tramuntana. Die Besteigung des Puig de Galatzo ist seit vielen Jahren auf relativ guten Bergwegen möglich - allerdings nicht vom Gebiet der Finca Galatzo aus. Die Besteigung des Gipfels erfolgt im Allgemeinen von Südosten her, vom Ort Puigpunyent aus oder von der Nordküste her, wo in den vergangenen Jahren zwei weitere öffentliche Fincas eingerichtet worden sind. Man kann den Puig de Galatzo inzwischen auch von der Finca Galatzo aus erreichen, indem man den Bergweg zur Mola de`Esclop benutzt und vor dem Erreichen des Verbindungsgrats nach rechts in Richtung Puig de Galatzo abzweigt. Dieser Weg war im Winter 2010 teilweise mit blauem Flatterband gekennzeichnet, das an die Büsche gebunden wurde. Zukünftig soll dieser Weg eine Variante des großen Weitwanderwegs GR 221 sein. Eine Beschilderung dieses Galatzo-Anstiegs existiert zur Zeit jedoch noch nicht. Zu empfehlen ist dieser Anstieg zur Zeit nur Bergsteigern, die genaues Kartenmaterial dabeihaben, zum Beispiel aus dem Verlag Editorial Alpina. Die Bergkette östlich des Galatzotals fällt nach Süden hin allmählich ab und wirft hierbei noch den Penyal Gran, 556 m, es Puntals, 442 m, und es Castellet, 467 m auf.

Traumblick auf die Mola de S´Esclop vom Osthang des Galatzotals aus

Der Verbindungsgrat zwischen der Mola de s`Esclop und dem Puig de Galatzo ist ebenfalls noch Bestandteil der Finca publica Galatzo. Dies ist gleichzeitig der Hauptgrat der Serra de Tramuntana. Die Landschaft hier ist von besonderer Schönheit und Weltenferne. Von Galatzotal aus gibt es zwei Gratübergänge über diesen Verbindungsgrat hinweg zur Nordküste. Im Bereich des Verbindungsgrats schließt das Gebiet der öffentlichen Fincas Son Vidal und Son Severes direkt an das Gebiet der Finca Galatzo an. Die Gratübergänge sind relativ gut gangbar und mit Steinmännern markiert. Jedoch sind sie von der Finca Galatzo aus (noch) nicht bezeichnet.

   
Zwergpalmengruppe im Galatzotal
      
Das Gebiet der Finca Galatzo war noch vor Tausend Jahren von einem dichten Steineichenwald bedeckt, wie er für die Gebirge Mallorcas typisch war. Jahrhundertelange menschliche Siedlungs- und Wirtschaftsaktivitäten haben dem Steineichenwald im Gebiet der Finca den Garaus gemacht. Der Wald wurde vollständig zur Gewinnung von Holzkohle zerstört. Auf dem Gebiet der Finca sieht man noch zahlreiche Zeugnisse dieser Zeit. Heute werden Teil des Gebiets vor allem im Talbereich von der Aleppokiefer bedeckt. Dazu gesellt sich über das gesamte Gebiet verteilt die Zwergpalme, die einzige auf Mallorca heimische Palmenart. Weite Flächen sind mit dichtem und hohem Dissgras bewachsen. Die im Gebiet vorkommenden wilden Ziegen sind irgendwann ebenfalls vom Menschen in das Gebiet gebracht worden. Von Natur aus wären Ziegen auf Mallorca nicht heimisch. Ein zu großer Besatz an Ziegen ist für die zukünftige Entwicklung der Vegetation problematisch. Deshalb werden die Ziegen bejagt.

Wilde Ziege am Weg nach Ses Planes am Osthang des Galatzotals
   

Wanderwege in der Finca publica Galatzo

Es gibt zwei Zugangswege zur Finca publica Galatzo. Auf dem Gebiet der Finca sind im Jahr 2010 vier Wanderwege bezeichnet. Weitere Wege sind geplant.

Zugänge zur Finca publica Galatzo

Die Finca publica Galatzo ist auf zwei Wegen vom Dorf Es Capdella aus erreichbar. Es Capdella ist ein Teilort der Gemeinde Calvia und befindet sich im Hinterland der Südwestküste Mallorcas. Am schnellsten ist Es Capdella von Paguera an der Südwestküste aus zu erreichen. Von der Umgehungsstraße von Paguera ist die Straße in Richtung Es Capdella ausgeschildert (Ma-1012). Die Entfernung von Paguera nach Es Capdella ist ca. 6 Kilometer. Im Jahr 2010 ist ein neuer Wanderweg zwischen Paguera und Es Capdella im Bau.

Die erste Zugangsvariante ist ein Parkplatz in der Nähe der Straße Es Capdella - Galilea. Hierzu fährt man mit dem Auto auf der Landstraße Ma-1032 von Es Capdella in Richtung Galilea bis hinter den Kilometerstein 2. Dort biegt man nach links auf einen Schotterweg ab, der zum Gelände der Finca führt (2,2 Kilometer ab Es Capdella). Auf dem Schotterweg fährt man ca. 500 Meter bis zum Tor der Finca. Neben dem Tor besteht eine Parkmöglichkeit für ca. 5 Pkw. Es ist geplant, einen größeren Parkplatz anzulegen. Durch das Tor darf man nur mit besonderer Erlaubnis fahren. Der Weiterweg vom kleinen Parkplatz ist zu Fuß. Man öffnet das Tor und schließt es wieder nach dem Durchgang. Auf dem Schotterweg erreicht man in ca. 20 Minuten die Gebäude der Finca Galatzo, wo sich die Informationen über die weiteren Wege befinden.

Das Haupteingangstor zur Finca publica Galatzo befindet sich ca. 500 Meter von der Straße Es Capdella - Galilea entfernt.


Die Informationstafel am Haupteingang der Finca publica Galatzo zeigt die Ge- und Verbote, die Öffnungszeiten und den Verlauf der Wege.

Hier geht`s lang!

Die zweite Variante startet direkt in Es Capdella. In Es Capdella gibt es einen kostenlosen Parkplatz für Pkw, der sich an der Straße in Richtung Paguera befindet. Mit dem öffentlichen Bus wird Es Capdella nur ca. vier mal am Tag angefahren. Von der Kreuzung der Straßen nach Andratx und nach Paguera aus nimmt man die Straße Cami de Galatzo. Die Straße führt aus dem Ort hinaus und durch Felder und Mandelbaumwiesen.

Der Weg von Es Capdella zur Finca publica Galatzo führt durch eine Traumlandschaft, vor allem während der Mandelblüte im Februar. Im Hintergrund erhebt sich der Kegel des Puig de na Bauca, 614 m.
     
 
Bald erreicht man das Gelände der Finca publica Galatzo, wo sich eine Informationstafel befindet. Für die Fußgänger ist rechts des Tors ein Umgehungsweg eingerichtet.


Der direkte Weg von Es Capdella zur Finca Galatzo kommt leicht von oben her in das Galatzotal. Das ermöglicht einen interessanten Überblick über das Gebiet. Im Hintergrund erhebt sich der Puig de Galatzo, 1027 m. Dies ist der höchste Punkt der Finca und zugleich der höchste Berg der südwestlichen Serra de Tramuntana.

Ca. 40 Minuten nach dem Start in Es Capdella erreicht man die Gebäude der Finca publica Galatzo und die Informationstafeln über die weiteren Wege im Gebiet.

Unmittelbar beim Hauptgebäude der Finca Galatzo starten die vier bezeichneten Wanderwege.
 

Wanderweg nach Ses Sinies

Dieser Weg ist mit orangenen Holzpflöcken markiert. Die Zeitdauer hin und zurück vom / bis zum Tor der Finca ist ca. 2 Stunden. Es wird ein Höhenunterschied von 100 Metern bewältigt. Der Weg verläuft fast immer im Grund des Galatzotals. Am Ende gibt es einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt. Am Weg befindet sich unter anderem ein Picknickplatz mit einigen restaurierten Köhlerhütten.

Wanderweg nach Ses Planes

Dieser Weg ist mit roten Holzpflöcken markiert. Die Zeitdauer hin und zurück vom / bis zum Tor der Finca ist ca. 2 Stunden. Es wird ein Höhenunterschied von 300 Metern bewältigt. Der Weg steigt den östlichen Hang des Galatzotals hinauf bis zu einer Zwischenebene unterhalb des Galatzo-Gipfels. Unterwegs kommt man an einem historischen Wasserkanal sowie am oberen Ende der historischen Wassermühlen vorbei. Vom Wegende aus sieht man eine Gebäuderuine. Besonders schön sind die Blicke auf die gegenüberliegende Talseite mit der Mola de s`Esclop. Kommt man vom Haupteingang der Finca, zweigt dieser Wanderweg bereits einige hunderte Meter vor den Gebäuden der Finca Galatzo nach rechts ab. 

Die Wege in der Finca publica Galatzo sind gut mit Entfernungsangabe und Wegezeit bezeichnet.
 

Zwischen den Schildern befinden sich in regelmäßigen Abständen Holzpflöcke mit der jeweiligen Kennfarbe des Wegs.

Wanderweg nach Sa Vinya

Dieser Weg ist mit gelben Holzpflöcken markiert. Die Zeitdauer hin und zurück vom / bis zum Tor der Finca ist ca. 2 Stunden. Es wird ein Höhenunterschied von 250 Metern bewältigt. Der Weg steigt den westlichen Hang des Galatzotals hinauf bis zu einer Scharte im Grat mit schönem Blick über die Berglandschaft. Kommt man vom Haupteingang der Finca, zweigt dieser Wanderweg bereits wenige hunderte Meter vor den Gebäuden der Finca Galatzo nach links ab. Kommt man auf dem direkten Weg von Es Capdella, kann man auf einer Variante bereits kurz nach dem Tor der Finca nach links abzweigen.

Bergweg auf die Mola de s`Esclop

Die Mola de s`Esclop mit einer Höhe von 928 m ü NN ist der zweithöchste Berg auf dem Gebiet der Finca publica Galatzo und der höchste über einen bezeichneten Weg erreichbare Berg. Der höchste Gipfel, der Puig de Galatzo, mit einer Höhe von 1027 m ü NN ist zwar auch auf Wegen erreichbar. Jedoch ist von der Finca publica Galatzo aus der Weg zu diesem Gipfel (noch) nicht ausgeschildert.

Eine Besteigung der Mola de s`Esclop zählt sicher zu den großartigsten Wanderungen und Bergbesteigungen im Südwesten Mallorcas. Für die Besteigung muss ein Höhenunterschied von fast 800 Höhenmetern ab dem letzten mit dem Auto erreichbaren Punkt zurückgelegt werden. Die Aufstiegszeit beträgt ca. 2 - 3 Stunden, die Abstiegszeit ca. 1,5 bis 2 Stunden. Der Weg ist mit violetten Schildern und Holzpfosten bezeichnet. Oberhalb der Baumgrenze im Dissgrasbereich besteht die Markierung aus violettem Flatterband, das an die Grasbüschel gebunden ist. Im Felsbereich ganz oben sind Steinmänner vorhanden. Die violette Farbmarkierung beginnt jedoch nicht direkt beim Haupthaus der Finca Galatzo, sondern erst im Talschluss dort, wo der Wanderweg nach Ses Sinies (orangene Markierung) endet.

Trotz der relativ guten Bezeichnung des Wegs kann man sich auf den Hochflächen um den Esclop-Gipfel bei Nebel hoffnungslos verirren. Selbst im Sommer können von der nahen Nordküste feuchte Luftmassen ansteigen und im Gipfelbereich der Serra de Tramuntana kondensieren. Dann heißt es, die Wanderung sofort abzubrechen. Im Gipfelbereich ist in den Felsen teilweise die Zuhilfenahme der Hände erforderlich.

Stimmen die Verhältnisse, bietet sich nicht nur eine großartige Rundsicht vom Gipfel auf das südwestliche Mallorca und bis zur 100 Kilometer entfernten Insel Ibiza. Auch die Landschaft am Weg ist von einer seltenen Schönheit.        

Im Talschluss des Galatzotals beginnt der steile Anstieg zur Mola de s`Esclop. In Serpentinen geht es in Richtung des Grats zwischen der Mola de s`Esclop und dem Puig de Galatzo. 

Von der Hochfläche bei es Castellet zeigt sich der Gipfelaufbau der Mola de s`Esclop. Bei Nebel sollte man hier unbedingt umkehren. Der Weg auf den Gipfel folgt der Schwachstelle ungefähr in der Mitte des Gipfelaufbaus. 

Unmittelbar unterhalb des Gipfelaufbaus der Mola de s`Esclop geht der Blick Richtung Ostnordost zum Puig de Galatzo, 1027 m, (rechts) und zum kecken Felskopf von es Castellet, 778 m, (links vorne). Dazwischen befindet sich im Hintergrund das stark bewaldete Massiv der Mola de Planicia, 941 m.

Auf dem Gipfel der Mola de s`Esclop: Hinter der Gipfelstele sieht man die Reste der Hütte des französischen Forschers Francois Arago aus dem Jahr 1808. Arago hielt sich mehrere Wochen am Gipfel auf, um den Meridian zu vermessen. Pech für ihn war, dass zu dieser Zeit Napoleon seine Eroberungsfeldzüge auch gegen Mallorca richtete. Die Mallorquiner hielten Arago für einen französischen Spion. Nur mit Glück entkam er schießlich seinen Verfolgern. Später wurde er in Frankreich Minister.



Dieses und die folgenden beiden Bilder zeigen die Sicht von der Mola de s`Esclop in Richtung Südwesten. Hier blickt man auf das Gebiet von Sant`Elm mit der Insel Dragonera (Spitze ganz im Hintergrund rechts der Bildmitte).

Dieses Bild schließt nach links an das obere Bild an. In der Bildmitte oben ist die Bucht von Puerto d`Andratx. Die Stadt Andratx befindet sich links unterhalb der Bucht im Landesinneren.

Noch weiter links bietet sich ein Blick auf die Bucht von Santa Ponsa und die Halbinsel von Cap de Cala Figuera.
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