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Eigentlich wolllte ich Kunst studieren, hatte auch schon positiven Bescheid von der HdK in Berlin, hab mich dann aber nicht getraut. Da musste ich mich doch mal entscheiden: Freiheit oder Sicherheit – na ja… jedenfalls meinten das damals die Berufsberater.

 

Heute kann ich darüber nur bitter lachen – Journalismus eine sichere Bank? Da hätte ich auch Kunst studieren können. Hab ich aber nicht. Statt dessen habe ich mich nebenher künstlerisch weitergebildet mit Kursen und durch Bücher. Ich male mit Pastellkreiden, Acryl und Öl und habe inzwischen eine kleine Atelier-Galerie in Montbrun-les-Bains im Department Drôme, die im Sommer Samstag nachmittags geöffnet ist.

 

Kürzlich habe ich in einer Sonderausstellung im Salzburger Museum der Moderne zum ersten Mal in meinem Leben Originalzeichnungen von Käthe Kollwitz zum Weberaufstand gesehen, gleich daneben einige Stiche von Otto Dix zum Ersten Weltkrieg. Hohlwangige Gestalten, Mütter mit halbverhungerten Kindern an der Hand, Soldaten mit Gasmasken im Stacheldraht, Tote, Tote, Tote. Es hat mich mitten ins Hirn getroffen, nicht so, dass mir die Tränen gekommen wären – nein, auf einem viel tieferen Level. Ich war nicht einmal entsetzt, denn natürlich hat man davon schon gehört und gelesen, auch Bilder gesehen. Doch diese Bilder in ihrer Meisterschaft berühren mich tiefer und anders als ein weiterer Bericht im Fernsehen, der doch das Leid und die Fähigkeit des Menschen zur Grausamkeit praktisch live und in allen Details zeigt. Diese und ähnliche künstlerisch bearbeitete Bilder extrahieren den Tatsachen die Wahrheit hinter der Wahrheit, die Essenz der Grausamkeit, der Gewissenlosigkeit, der Gier, des Leidens. Das kann kein Foto oder allenfalls ein künstlerisches Foto. Durch die Augen und das Denken des Künstlers wird das Leid auf eine Art universell, dass man es erst wirklich begreift.

 

Vor einiger Zeit sah ich in einer Galerie in Leipzig das monumentale Bild eines mexikanischen Malers, dessen Namen ich leider vergessen habe; er stellte seine Heimat, Muttererde, sein Land, sein Volk dar in Gestalt einer verwahrlosten Hure, die demonstrativ, geil und respektlos von ihrem eigenen Sohn an der Vulva berührt wird, liegend inmitten von Dreck, Elend, Müll, leeren Schnapsflaschen. Das hat mich ähnlich erwischt: Welche Macht des Bildes, welche Macht der Allegorie!

 

Und was male ich?

Schönheit. Harmonie der Farben. Natur ohne Menschen. Endlos hohen Himmel, die Berge ganz winzig darunter. Ruhe, Heiterkeit. Wenn ich solche Bilder, wie sie oben beschrieben sind, angeschaut habe, dann packt mich fast ein schlechtes Gewissen.

Allerdings:

Wie könnten wir all das ertragen ohne Schönheit, Ruhe, Harmonie?


















































Drucke der mit * gekennzeichneten Bilder in Din A 3: 5.- € plus Versand

saltatrice(at)googlemail.com

point telecom - Acryl

Colorado de Provence I - Pastellkreide *

Yasur   - Aquarell

What nature? - Pastellkreide

Rot.blau - Pastellkreide*

Les Iris bleues - Pastellkreide*

Fleurs Dom-Tom - Aquarell



Sommergäste - Pastellkreide*


Mont Ventoux à velo - Pastell

mehrMeer - Gouache

Le Chou - Pastellkreide*

Der Elefant - Öl auf Acryl

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