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Marathon – Athen...The Authentic

veröffentlicht um 22.11.2018, 11:50 von Loe Run4Fun   [ aktualisiert: 22.11.2018, 12:06 ]
Griechenland, das Land der Götter, Tempel, Krieger und Boten. Genau auf diesen Spuren waren wir laufend unterwegs. 490 v. C. musste der Legende nach, der Botenläufer Pheidippides, von Marathon nach Athen laufen um den Sieg bei der Schlacht mit den Persern zu verkünden.
Auch wir vier Läufer (Daniel, Markus, Sven, Christian) können verkünden, dass wir auf diesem Weg unterwegs waren. Für uns waren die Rahmenbedingungen natürlich um ein vielfaches besser, als damals: kein Kampf mit kriegerischen Gegnern, sondern mit anderen Gegnern, der Sonne, keinem Schatten, kein Wind, den warmen Temperaturen, der Strecke mit ihren Steigungen und vor allem mit uns selbst.

Hier unsere Eindrücke:

Sven:

Athen ist eine Reise wert. Hohe Berge, das Meer, nette Straßencafés, gute Restaurants, verwinkelte Altstadtgässchen und Geschichte auf Schritt und Tritt. Der Blick von der Akropolis über das Häusermeer Athens ist der Hammer.

Weniger der Hammer war die Streckenführung unseres Marathons. 42km vom Stadion in Marathon auf der Schnellstraße entlang über Hügel bis nach Athen. Zum Glück entschädigt die gute Stimmung an der Strecke, die sensationell gute Organisation und der Zieleinlauf in das historische Panathinaiko-Stadion für die Strapazen.

Letztendlich sind wir alle nach den gut 300 Höhenmetern glücklich und erschöpft im Ziel angekommen. Ein weiteres spannendes Marathonerlebnis ist erfolgreich abgehakt.


Christian:

Athen, ein Abenteuer für sich, da könnte man erzählen…was bestimmt auch gemacht wird. In der Kürze in Athen hatten wir Vier eine tolle Zeit und die vielen Eindrücke wirken nach. Sightseeing ohne Ende, Herzstück natürlich die Akropolis mit ihrem Umfeld und der zugehörigen Altstadt, wirklich sehenswert. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man schnell unterwegs, kann viel anschauen und Schritte sparen, aber wir sind trotzdem reichlich gelaufen :)

Der Marathon…

Die Organisation, echt top. Eine tolle Marathonmesse, morgens zum Start ein tadelloser Bustransfer, Start-/Zielgelände stressfrei.

Eine klasse Versorgung unterwegs, soviel kann man gar nicht essen und trinken.

Die Strecke, eine zweispurige Schnellstraße, heftig im Profil –Steigungen leider unterschätzt, Waden- und Hüftkiller durch Neigungen der Straße, die letzten 25 km nur Industriegebiet. Nur Sonne, kein Schatten und Wind, viele Sani-Helfer im Einsatz für die Wadenprobleme und viele Erschöpfte am Wegesrand.

Das Publikum, trotz Schnellstraße waren sehr viele Menschen unterwegs, welche den Läufern applaudierten und sie anfeuerten.

Der Gänsehautfaktor, für mich sind die vielen Eindrücke - In Marathon eine Feuerschale, welche den eigentlichen Start markiert. Olivenzweige, die in Gedenken der gefallenen Athener in der damaligen Schlacht verteilt wurden. Umrunden des Grabhügels, zu Ihrer Ehrung. Ich habe meinen Olivenzweig die ganze Strecke mitgetragen und natürlich auch Zuhause zur Medaille gesteckt. Auf der weiteren Strecke Läufer-Teams, die Rollstühle geschoben haben um Menschen einen Marathon erleben zulassen die nicht laufen können. Blinde die auf der Strecke geführt werden, Das Waldbrandgebiet, mitten durch-der Rauch/Brandgeruch noch in der Luft. Demonstration für die 99 Todesopfer beim Brand und grüne Halstücher, welche am Start verteilt wurden und zur Solidarität der Wiederaufforstung getragen wurden und zum Schluss…der Zieleinlauf im Panathinaiko-Stadion...Suuper

Eine Strecke mit Erlebnissen die Demut und absoluten Respekt für all das Geschehene und die Läufer hervorbringt.


Markus:

Von Marathon nach Athen oder der Schmerz geht – der Stolz bleibt!

Als mehrfacher Marathoni sollte man auch einmal die original, authentische Strecke von Marathon nach Athen absolvieren. Dieses Jahr am 11.11.2018 stellte ich mich dieser Herausforderung.

In aller Früh am Sonntagmorgen erfolgte dann der Bustransfer über die Original Strecke nach Marathon. Im Stadion in Marathon waren neben der Marathonflamme eine Stadionrunde „Dixies“ und die rund 18.500 Starter ein stattlicher Rahmen an meinen siebten Marathonstart 😉

Da ich in der Vorwoche eine Erkältung hatte, war mein Ziel den Marathon ohne Zeitdruck zu laufen, zumal die Strecke zwischen km 18-31 mit einer stetigen Steigung zu fordern wusste. Soviel wusste ich schon vorher.

Um 9:15 Uhr erfolgte dann pünktlich der Start unseres Blocks. Los ging’s in einen sonnig warmen Spätherbst Sonntag. Es folgten einige flache Kilometer um gut rein zu kommen, eine Runde zum Abstecher zum Denkmal der Schlacht bei Marathon und wieder zurück auf die Schnellstraße nach Athen. Nun kamen die ersten Anstiege schon bei km 10-11, doch hier und an vielen, weiteren Punkten an der Strecke war der Support durch die Zuschauer einfach unbeschreiblich emotional. Ich ließ es nicht aus die Dutzende von glücklichen Kinder Händen abzuklatschen und kurze Zeit einen Olivenzweig einige Kilometer mitzunehmen. Einfach wow!

Auf den nächsten Kilometer wüteten verheerende Waldbrände im vergangenen Juli (km 12-16).
Hier gab es damals 99 Tote zu beklagen. Ein Großteil der Läufer trug nun ein grünes Halstuch um farbige Akzente zu setzen. Ein Symbol für die neuen Bäume, die es noch zu pflanzen gilt. Verkohlte Landschaft, leichter Brandgeruch und zum Teil neu gepflanzte Bäume am Straßenrand, dazu komplett in schwarz gekleidete Zuschauer säumten den Weg - Gänsehaut pur und eine Stimmung die unbeschreiblich war.

Nun kamen die ersten Steigungen (km 18). Und es wurde es das erste Mal schwer in den Beinen. Zum Glück gab es alle 2,5 km Posten die neben Wasser, ISO und Schwämme noch allerlei Energie für uns bereithielten. Laufen, verpflegen und weiter laufen war das Motto, wobei es immer schwerer in den Beinen wurde. Immer wieder erlaubte ich mir kurze Gehpausen während der Verpflegung. Jetzt kam von km 30-31 die letzte Steigung. Satte 5 Prozent. Uff! Angetrieben von Eminem’s Song „Lose yourself“ hing ich mich an einen Mitläufer und bezwang auch die letzte Steigung.

Ab jetzt ging es bergab Richtung Athen. Hier gelang es mir aber nicht Zeit gut zu machen. Der Fokus war spätestens hier darauf den Marathon zu finnischen. Am Stadtrand von Athen wurden wir in einer Unterführung von einer Trommlergruppe empfangen. Spektakel pur. Noch 5-6 km durch Athen und dann war es soweit einmal links ums Eck und dann der Einlauf in das Panathenikos Stadion.

JA!!! - Glücklich und geschafft war dies mein siebtes Marathon Finish.

 

Daniel:

Jetzt ist es geschafft, 3 Jahre nach dem unverhofften Start meiner Läuferkarriere: mein 2.er Marathon, der Erste den ich ganz ohne Stopp laufen konnte und dann noch in Athen, wo die Marathon-Legende geboren wurde. 

Bereits die Anreise war ein Erlebnis mit einem schönen Sonnenaufgang über den Alpen und toller Gesellschaft durch die RUN4FUN Truppe. Immer im Gedanken mit dabei: Anja, die leider den Trip nach Athen nicht mit antreten konnte.

Dort angekommen, war erst einmal das Pflichtprogramm abzuarbeiten und die Startnummer auf der Marathonmesse abzuholen, wonach trotz des langen Tags noch Energie übrig war für eine kleine abendliche Sightseeing-Tour auf dem Weg zum Abendessen.

Nach einem gemütlichen Frühstück, war der Samstag dann der Agora, der Akropolis und der Plaka gewidmet. Geschichte und Kultur pur. Viele, viele Schritte, bereits vor dem Marathon, waren die Folge.

Dann war der große Tag gekommen, oder sollte ich sagen die große Nacht #-) denn durch Zeitverschiebung und durch den nötigen Transfer nach Marathon war die Weckzeit für meine innere Uhr mitten in der Nacht. So muss ich dann wohl auch beim Frühstück ausgesehen haben. (Anm. Christian-er war ein Morgen-Zombie:) )

Allen Befürchtungen zum Trotz, denn es waren ca. 18000 Läufer gemeldet, war der Transfer nach Marathon sehr gut organisiert, wie übrigens alles Andere rund um den Lauf auch.

Vor dem Start stieg meine Nervosität immer mehr an. Schier beeindruckend war die Zahl der Läufer, welche sich im Startbereich unter der aufsteigenden Sonne vorbereiteten. 

Zusammen mit Christian, Markus und Sven bezogen wir gemeinsam unseren Startplatz im Block 6. 

Als die Masse sich irgendwann in Bewegung setzte war mein Hauptgedanke Sven im Gedränge nicht zu verlieren, was gar nicht so einfach war, denn es gab kaum Raum zum Überholen.

Nachdem der Erste km geschafft war wurde es langsam besser und ich konnte mit Sven zusammen die gewünschte Pace von  ca. 5:00min/km aufnehmen. Trotz der kräftigen Sonne am blauen Himmel konnten wir dieses Tempo bis km 10 halten und wurden auch danach durch den ersten Anstieg nur moderat langsamer. Perfektes Teamwork an den Verpflegungsstationen sorgte dafür, dass wir auch da kaum Zeit verloren.

Sehr emotional wurde es, als wir durch das Waldbrandgebiet bei km 13 liefen. Ein Bild der Verwüstung, auf der einen Seite mit verkohlten Bäumen und Ruinen von niedergebrannten Häusern, und auf der anderen Seite mit dem fast vollständig schwarz gekleideten Publikum, welches voller Begeisterung zujubelte, anfeuerte und mit Rufen wie „Build our homes“ die Läufer zur Solidarität aufforderte.

Ein neues Kapitel des Laufes startete dann bei km 19. Durch den fast geraden Streckenverlauf wirkte der bis km 31 andauernde Hauptanstieg von ca. 200 Höhenmetern noch demotivierender wogegen wir uns mit gegenseitigem Zuspruch erfolgreich wehrten, bis bei km 28 das Tief doch durchkam und das Weiterlaufen zur reinen Kopfsache wurde.

Es war ein harter Kampf gegen mich selbst und den Wunsch stehen zu bleiben, aber die Vorstellung in das gut gefüllte antike Stadion einzulaufen, zusammen mit meinem Freund Sven, trieb mich weiter an.

Und genau so überwältigend war dann auch der gemeinsame Einlauf ins Ziel. Wir haben uns bei den Händen gehalten und streckten sie in die Höhe, in der freien Hand jeder einen Olivenzweig.


und hier ein paar Bilder ...




























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