Künftige Veranstaltungen

Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa


Gotha, Schloss Friedenstein, 27. - 29.10.2016

Anmeldeschluss: 20.10.2016

 

Tagung des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur

in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

Die Tagung wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung

 

Die Vereinigung der Künste im „Gesamtkunstwerk“ der höfischen Oper bildete zwar schon wiederholt den Gegenstand unterschiedlicher musikwissenschaftlicher Forschungen. Doch obgleich die verschiedensten Künste an der Realisierung musiktheatraler Aufführungen beteiligt waren, gestaltet sich vor allem der interdisziplinäre Zugriff noch immer zögerlich. Kaum beachtet wurde beispielsweise die spezifisch räumlich-architektonische Seite der höfischen Oper. Musiktheater meint aber szenische Aufführung und Architektur gleichermaßen. Beide bildeten wesentliche Komponenten herrschaftlicher Selbstdarstellung des 17. und 18. Jahrhunderts. Für die Inszenierung und Repräsentation der Dynastie wie der Person dienten dem Adel Europas Oper und Ballett genauso wie Schlossbauten. Im Alten Reich veranlasste nicht nur der reichständische Adel musiktheatrale Aufführungen, sondern auch kleinere Höfe brachten Ballette und Opern je nach ihren Möglichkeiten auf die Bühne. Selbst im städtischen Raum gab es vereinzelt Opernhäuser, für deren Einrichtungen von adliger Seite gesorgt worden war.

Die Tagung widmet sich daher in einer europäischen Perspektive gezielt den vielfältigen Verbindungen, die zwischen dem Musiktheater und dem höfischen Raum im engeren und weiteren Sinne bestanden. Dabei stehen die szenische Aufführung und der gebaute Raum im Zentrum der Betrachtung. Gefragt wird nach den wechselseitigen Beziehungen, die zwischen den unterschiedlichen Ausprägungen des Musiktheaters, der Architektur, der Spielstätte und der Bühne bestanden, also grundsätzlich danach, wie performative Räume durch das Zusammenwirken verschiedener Künste geschaffen und inszeniert wurden. In diesem Kontext werden auch Transferbedingungen, Netzwerke sowie die Herausbildung spezieller Typen und Standards betrachtet. Schließlich wird der höfisch-musiktheatrale Raum im sozialen Sinne thematisiert.


Musical Theatre & Space: Early Modern Courts

(Gotha, Friedenstein Castel, 27-29 Oct 2016)

Registration deadline: 20 Oct 2016

 

Conference of the Rudolstädter Arbeitskreis zur Residenzkultur

in cooperation with the Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, the Ludwig-Maximilians-Universität München, the Johannes Gutenberg-Universität Mainz and the Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

The conference is funded by the Fritz Thyssen Stiftung

 

The union of the arts in the "total work of art" of court opera has been repeatedly studied by diverging approaches of musical history research. However, although a wide range of different arts were involved in the realization of music-theatrical spectacles, still an interdisciplinary approach seems to be pursued rather hesitantly. Thus, for example, particular spatial-architectural aspects of court opera scarcely have been taken into account. Yet, music theatre connotes scenic performance and architecture alike. Both constituted essential elements of aristocratic representation in the 17th and 18th centuries. Just as castles and palaces, the European nobility used operas and ballets as core media for the staging and representation of dynasty and person. In the Old Empire, not only the imperial estate nobility initiated music-theatrical spectacles, but also lesser courts arranged ballets and operas according to their potentials. Even in the urban space opera-houses sporadically became installed, maintained by the aristocracy.

Hence, from a European perspective the colloquium focuses upon the varied connections and interplays, which existed between musical theatre, the court, and its space in the narrow and broader sense. Mainly, scenic performance and architectural space are to be scrutinized. In this context the mutual relations between different forms of musical theatre, architecture, venue and stage are considered. Thus, the basic question is, how performative spaces were created and staged by the interaction of different arts. In this context, conditions of transfer, networks, the development of specific types and standards shall be discussed as well as social aspects of the space constructed by the court musical theatre.


Tagungsprogramm / Conference Program

(Änderungen bleiben vorbehalten / subject to modifications)

 

Donnerstag, 27. Oktober 2016

 

12:45 Uhr
Öffnung des Tagungsbüros

14:00 Uhr
Prof. Dr. Matthias Müller (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Prof. Dr. Martin Eberle (Stiftung Schloss Friedensein Gotha): Eröffnung und Begrüßung

14:10 Uhr
Dr. Heiko Laß (Ludwig-Maximilians-Universität München), Dr. Margret Scharrer (Saarbrücken): Einführung in das Tagungsthema

Sektion 1: Einführung: Hof – Oper – Architektur

 

14:30 Uhr
Prof. Dr. Matthias Müller (Johannes Gutenberg-Universität Mainz): Eine Bühne für die immerwährende Präsenz des Fürsten. Zur Epiphanie des Regenten in der Residenzarchitektur

14:55 Uhr
Dr. Nicole K. Strohmann (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover): Oper und Hof – Raum und Repräsentation: Prämissen einer Korrelation im europäischen Musiktheater der Frühen Neuzeit

15:20 Uhr

Sebastian Biesold M. A. (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn): Raum und Performanz: Geistliche musikdramatische Werke an katholischen Fürstenhöfen der Frühen Neuzeit


15:45 Uhr

Diskussion und Kaffeepause

 

16:45 Uhr
Dr. Roswitha Jacobsen (Universität Erfurt): Theater als Medium höfischer Kommunikation: Das Singspiel „Die unveränderte treue Ehegattin Penelope“ am Gothaer Hof 1690

17:10 Uhr
Prof. Dr. Klaus Pietschmann (Johannes Gutenberg-Universität Mainz): Bontempis „Il Paride“ (Dresden 1662) im Spannungsfeld zwischen höfischer Repräsentation und künstlerischer Ambition

17:35 Uhr
Prof. Dr. Panja Mücke (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim): Kaiserliche Symbolik: Selbstdarstellung in Musik und Architektur unter Karl VI.

18.00 Uhr

Diskussion und Kaffeepause

 


19:00 Uhr Abendvortrag:


Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover): Räume der Herrschaftsrepräsentation in der Musiktheater-Kultur am Wiener Kaiserhof von Leopold I.

 

20:00 Uhr Gemeinsames Beisammensein, Empfang

 

Freitag, 28. Oktober 2016

 

Sektion 2: Bühnenräume

 

9:00 Uhr
Dr. Heiko Laß (Ludwig-Maximilians-Universität München): Bauten für das höfische Musiktheater im 17. und 18. Jahrhundert

9:25 Uhr
Dr. Hans Lange (München): Die Etablierung der zentralen Fürstenloge in deutschen und italienischen Hoftheatern 1600 – 1750

9:50 Uhr
PD Dr. Ute Engel (Ludwig-Maximilians-Universität München): Die Decke spielt mit. Deckengemälde, Zuschauer- und Bühnenräume in Opernhäusern der Frühen Neuzeit

10:15 Uhr

Diskussion und Kaffeepause

 

11:00 Uhr
PD Dr. Michael Hochmuth (TU Dresden): Oper in den kursächsischen Landschlössern

11:25 Uhr
Dr. des. Helena Langewitz (Basel): Umkämpfte Inselreiche – Teichtheateraufführungen in Paris und Wien zwischen 1664 und 1716

11:50 Uhr
Dipl. Ing. Ronald Clark (Hannover, Herrenhäuser Gärten): Das Theaterboskett des großen Gartens - Das erste Heckentheater in Deutschland

12:15 Uhr

Diskussion und Mittagspause

 

Sektion 3: Musiktheatrale Inszenierung in- und außerhalb des Bühnenraums

 

13:45 Uhr
Dr. Andrea Sommer-Mathis (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien): Barockes Maschinentheater

14:10 Uhr
PD Dr. Stephanie Schroedter (Freie Universität Berlin): Barocke Tanz-Grotesken – Strategien einer hoffähigen Inszenierung von Unhöflichem

14:35 Uhr
Dr. Joël Heuillon (Univesité Paris VIII), Dr. Giuseppe Capriotti (Università Macerata): The stage space created by the music and by the actor-singer. Examples from the Florentine court

15:00 Uhr
Diskussion und Kaffeepause

 

15.45 Uhr
PD Dr. Dorothea Baumann (Universität Zürich): Akustik in Hoftheatern des 17. und 18. Jahrhunderts

16.10 Uhr
Prof. Dr. Tadeusz Krzeszowiak (Hochschule für Lichttechnik/Bühnenbeleuchtung, Wiener Neustadt / Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien): Licht und Mechanik im Theater vom Barock zum Rokoko

16.45 Uhr

Diskussion und Kaffeepause

 

17.30 Uhr
Prof. Dr. Martin Eberle (Stiftung Schloss Friedenstein, Gotha): Führung durch die Bühnenmaschinerie des Ekhof-Theaters

 

19.00 Uhr
Fernando Olivas – Laute, Anna Reisener – Barockcello, Anna Franciska Hajdu – Gesang. (Akademie für Alte Musik Bremen): Akustische Experimente im Ekhoftheater in Gotha

 

 

20:00 Uhr Gemeinsames Beisammensein und Abendessen

 

 

Samstag, 29. Oktober 2016

 

Sektion 4: Die Präsenz des Herrschers im Bühnenraum

 

9:00 Uhr
Carlos María Solare (Berlin): Göttliche Inszenierungen – mythologische Festspiele am spanischen Hof

09:25 Uhr
Prof. Dr. Juan-José Carreras (Universidad de Zaragoza): Farinelli’s dream: performance, audience and political function of Italian court opera in 18th-century Madrid

09:50 Uhr

Diskussion und Kaffeepause

 

10:35 Uhr
Prof. Dr. Greta Haenen (Hochschule für Künste Bremen): Die Schlafkammerbibliothek Leopolds I. Sammeltätigkeit, Ordnung und Einflüsse auf einen kaiserlichen Komponisten

11.00 Uhr
Dr. Elisabeth Theresia Hilscher, Anna Mader-Kratky M. A. (Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien): Die gespiegelte Inszenierung Beispiele zu Repräsentation und Hierarchie im Theaterparterre am Wiener Kaiserhof

11.25 Uhr
Karin Fenböck M. A. (Wien): Kavalierstheater am Hof Maria Theresias zwischen kaiserlicher Kulturpolitik und traditioneller höfischer Repräsentation

11:50 Uhr

Diskussion und Mittagessen

 

13:30 Uhr
Dr. Babette Ball-Krückmann (Fürstenfeldbruck): „Meiterstücke der Erfindung“ und konkrete Wirklichkeit: Inszenierung herrschaftlicher Räume im Bühnenbild am Beispiel von Carlo Galli Bibienas Bühnenbildern für Bayreuth

13:55
Dr. Paolo Sanvito (Humboldt Universität Berlin / Università Napoli): Der Stellenwert der Parmenser Theatererfahrungen innerhalb der Geschichte des höfischen Musiktheaters

14:20 Uhr

Diskussion und Kaffeepause

 

15:00 Uhr
Holger Schumacher M. A. (Karlsruhe) „Serenissimus wollen, dass der Fond etwas mehr komponiert werde“ – Bühnenbild am Württembergischen Hof

15:25 Uhr

Dr. Margret Scharrer (Saarbrücken): Projektion der Ferne: exotische Räume im französischen Musiktheater

15:50 Uhr
Dr. Simon Paulus (Universität Stuttgart): „L’Architecture dansante“ Tanz, Geometrie und Raum in der höfischen Festkultur um 1700

16:15 Uhr

Diskussion,
Zusammenfassung und Abschlussdiskussion

 

 

Teilnahme und Anmeldung:

Die Tagung kann von allen Interessenten gegen Voranmeldung (bis zum 20.10.2016 über das Sekretariat bei Frau Granaß: granass@uni-mainz.de) besucht werden. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben.

 

Participation and Registration:

The conference may be attended by everyone interested in the topic after previous registration (until 20 Oct 2016 at the secretary’s office of Mrs. Granass: granass@uni-mainz.de). A registration fee is not charged.

 

Wissenschaftliche Leitung und Kontakt / Conceptional Direction and Contact:

 

Prof. Dr. Matthias Müller
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft
Abteilung Kunstgeschichte
Georg-Forster-Gebäude
Jakob-Welder-Weg 12
55128 Mainz
Email: mattmuel@uni-mainz.de

 

Dr. Heiko Laß
Institut für Kunstgeschichte

Ludwig-Maximilians-Universität München

Zentnerstr. 31

80798 München

Email: heiko.lass@kunstgeschichte.uni-muenchen.de

 

Dr. Margret Scharrer
Institut für Musikwissenschaft der Universität des Saarlandes

Campus, Gebäude C5 2, EG

66123 Saarbrücken

Email: m.scharrer@mx.uni-saarland.de



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