Geschichte‎ > ‎

Rittergut Friedrichshausen

Das Rittergut Friedrichshausen bei Sievershausen am Solling- seit dem Jahre 1212 Sitz der Familie v.Garmissen - erlebte eine wechselvolle Geschichte.

Von der anfänglichen Bebauung ist heute nichts mehr zu sehen. Sie wurde im Verlauf der "Hildesheimer Stiftsfehde" von 1525 völlig zerstört und erst nach 1664 in der schwierigen Zeit nach dem 30jährigen Krieg durch eine eher anspruchslose Neubebauung ersetzt, die ebenfalls nicht mehr erhalten ist.

Die heutigen Wirtschaftsgebäude des Hofes errichtete Carl Julius Christian v. Garmissen im 18. Jhdt., während das damals schon etwa hundert Jahre alte schlichte Herrenhaus neben den Resten des alten Bergfrieds - die genaue Lage ist heute nicht mehr feststellbar - erst im 19.Jhdt. etwas unterhalb durch einen Neubau esetzt wurde. Dieses neue, größere Herrenhaus erbaute Ludwig v. Garmissen mit Hilfe seines Schwiegervaters Georg v. Rauschenplat aus Dassel im Jahre 1836 in seiner jetzigen Lage und Erscheinungsform. Es hat seither vielen weiteren Generationen als Wohnsitz gedient und ist bis heute der Mittelpunkt der Familie.

Der Park mit altem Baum- und Rhododendronbestand wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Hans v.Garmissen in seiner heutigen Form angelegt.

Eines der ältesten Gebäude ist das unterhalb des Hofes versteckt liegende "Castrum Doloris", ein schlichtes Steingebäude, das bis in die 2.Hälfte des 19. Jahrhunderts als Erbbegräbnisstätte diente, bis der Forstmeister Otto v.Garmissen den heutigen Waldfriedhof der Familie nahe des Gutshofes einrichtete.

Einige größere, alte, sanierungsbedürftige Gebäude, Scheunen und Stallungen wurden in der Nachkriegszeit im Zuge der Modernisierung der Landwirtschaft obsolet und mußten aus Kostengründen abgerissen werden.
Inzwischen steht das gesamte Hof-Ensemble unter Denkmalschutz.

Bis zu seiner Eingemeindung 1928 in das benachbarte Dorf Sievershausen war Friedrichshausen ein eigenständiger Gemeindebezirk. Damals lebten auf dem Gutshof viele Familien , die für den Betrieb arbeiteten und es gab noch Pferde, Kühe, Schweine, Schafe und viel Zucht- und Kleinvieh samt den dafür erforderlichen Stallungen.

Als reiner Ackerbaubetrieb gehört Friedrichshausen heute einer Betriebsgemeinschaft von vier Betrieben an, ist voll rationalisiert und mechanisiert und wird nur noch von 1-2 Arbeitskräften bewirtschaftet.