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5. Unterkühlung

veröffentlicht um 01.03.2013, 03:00 von RBE Berlin   [ aktualisiert: 01.03.2013, 03:25 ]
Erste Hilfe bei Unterkühlung kann Leben retten. Dabei ist die Zufuhr von Wärme nicht immer die richtige Maßnahme. Anhand welcher Symptome Du die Ausmaße der Unterkühlung erkennen kannst, und wie Du Betroffenen richtig hilfst, erfährst Du hier.


Eine Unterkühlung im Stadium I erkennt man in kurzer Zeit an folgenden Symptomen:
  • Kältezittern
  • Atmung und Kreislauf sind gesteigert
  • Betroffener ist bei Bewusstsein erregt, später ruhiger

Maßnahmen

  • Notruf 112
  • Betroffenen an einen warmen Ort bringen und langsam aufwärmen
  • Nasse, kalte Kleidung entfernen, der Person trockene Kleidung geben und Körper in warme Decken wickeln, weitere Kälteeinwirkung vermeiden
  • KEINE aktive Wärme (z.B. durch Reiben oder Wärmflasche) zuführen, die unterkühlte Person sollte sich nur langsam aufwärmen
  • Wenn Betroffener bei Bewusstsein ist, warme, gut gezuckerte Getränke wie z.B. Tee verabreichen, jedoch keine alkoholischen Getränke!
  • Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten (möglichst auch Körpertemperatur)


Eine Unterkühlung im Stadium II ist an folgenden Symptomen erkennbar:

  • Atmung verlangsamt sich
  • Muskelstarre tritt ein
  • Das Schmerzempfinden lässt nach
  • Zunehmende Müdigkeit, Bewusstlosigkeit

Maßnahmen

  • Notruf 112
  • KEINE Aufwärmversuche mehr unternehmen
  • KEINE aktive Wärme (z.B. durch Reiben oder Wärmflasche) zuführen
  • Unbedingte Vermeidung des sogenannten Bergetodes: Es muss unbedingt darauf geachtet werden, die Extremitäten nicht über das Niveau des Rumpfes zu heben, da das somit zum Herzen zurückfließende kalte Blut einen Herzstillstand hervorrufen kann! Den Patienten möglichst wenig bewegen.
  • Bei Bewusstlosigkeit und vorhandener Atmung laut "Hilfe" rufen, um Umstehende auf die Notfallsituation aufmerksam zu machen
  • Stabile Seitenlage
  • Betroffenen zudecken
  • Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten, wiederholt Bewusstsein und Atmung prüfen
  • Bei vorhandener Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung
    Dabei ist es wichtig, die Reanimation nicht zu unterbrechen, bis die normale Körperkerntemperatur wieder erreicht ist – auch wenn die Betroffenen leblos erscheinen. Denn bei Unterkühlung gilt: Niemand ist tot, solange er nicht warm und tot ist. Das Absinken der Körperkerntemperatur löst Mechanismen zum Schutz des Gehirns aus, sodass bei unterkühlten Menschen mehr Zeit zur Wiederbelebung bleibt als bei normaler Körpertemperatur.