4.4.1 Thomas Rieger bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften 2010

Zu einem Zeitpunkt, als der Autor noch nicht ahnen konnte, dass er einmal diese Arbeit verfassen würde, bekam er die ärgerlichen Auswirkungen ungünstiger äußerer Verhältnisse am eigenen Leib zu spüren. Die deutschen Mehrkampfmeisterschaften vom 26.-29. August 2010 im brandenburgischen Potsdam waren, wie Michael Schrader bereits nach 4.2.2 verlauten ließ, aufgrund der kühlen Temperatur und der sehr niederschlagsreichen Witterung für Spitzenleistungen nicht gerade prädestiniert[1]. Zu diesem Zeitpunkt lag die Saisonbestleistung des Autors im Zehnkampf bei 6190 Punkten, die Ende Juni 2010 bei einem bezüglich der äußeren Verhältnisse günstigen Wochenende im oberbayerischen Markt Schwaben erreicht wurde. Nach der neuen Rieger-Punktewertung hätte er dort bereits nur 6116 Punkte erreichen dürfen, weil einige Leistungen zusätzlich durch Rückenwind verbessert wurden[2]. Somit war von vornherein klar, dass man mit einer Leistung von über 6000 Punkten in Potsdam hätte zufrieden sein können.

Letztendlich kam der Autor nur auf 5945 Punkte. Rieger-bereinigt hätten sich allerdings, wie in Abbildung 28 in der Excel-Tabelle zu sehen, 6038 Punkte ergeben. Die scheinbar deutliche Differenz zwischen den beiden Wettkämpfen von offiziellen 245 Punkten wird angesichts der Differenz von nunmehr 78 Punkten nach dem neuen Wertungsprinzip unübersehbar relativiert. Während auf den ersten Blick nach der alten Punktewertung auf dem Papier ein unerklärlicher Leistungseinbruch vermutet wird, kann die „wahre“ Differenz von nicht einmal 80 Punkten ohne Probleme auch als ungünstige Tagesform aufgefasst werden.

Abbildung 28: Die neue Punktewertung für Thomas Rieger bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften 2010. Oben werden die Leistungen und die äußeren Bedingungen angegeben, unten werden daraus die neue Punktzahl und die Abweichung zum 1985er System berechnet.


[1] [47], Wetteronline, Unterseiten Rückblick\Diagramme\Mitte\Deutschland\Potsdam

[2] [3], BLV (2010)

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