4.3.1 Erläuterung der Formel

Die allgemeine Formel für die Rieger-Punktewertung für jede Zehnkampfdisziplin ist im Folgenden aufgeführt. Sie besteht aus der Basis in Form der Punktzahl aus der 1985er-Punktewertung, der Korrektur und der Skalierung. Als Erstes sind die Standardformeln aufgelistet, danach Excel-kompatible Versionen. Die große Zahl der Variablen macht es bei ungünstigen Bedingungen oder unvorhergesehenen Umständen bei einer technischen Disziplin durchaus möglich, dass die Endpunktzahl negativ ist. Dies soll von vornherein ausgeschlossen werden, indem der Wert null als minimal mögliches Ergebnis definiert wird. Zusätzlich darf ein Athlet durch positive Korrekturterme keine Punkte bekommen, wenn er nach der alten Wertung bereits keine Punkte bekommen hätte, beispielsweise bei drei ungültigen Versuchen in einer technischen Disziplin.

Ø  Läufe

 

=WENN(ODER((P+W+T+N+H)<0;P=0);0;ABRUNDEN(P+W+T+N+H;0))

Ø  Sprünge und Würfe

=WENN(ODER((P+(W+T+N+H)*P/WB)<0;P=0);0;ABRUNDEN((P+(W+T+N+H)*P/WB;0))

 

R = Gesamtpunktzahl Rieger-Punktewertung, abgerundet auf ganze Zahl, ≥0

P = Punktzahl 1985er-Punktewertung (siehe 4.1)

W = Windkorrektur

T = Temperaturkorrektur

N = Niederschlagskorrektur

H = Höhenkorrektur

WB = Durchschnittspunktzahl der 30 Weltjahresbesten des Jahres 2010 (siehe 3.2.1)

Die Skalierung gehört streng genommen auch zur Korrektur und soll die besagten Korrekturterme, die aus den natürlichen Hauptfaktoren berechnet werden, bei den technischen Disziplinen auf eine angemessene Größe skalieren. Beispielsweise wird ein starker Gegenwind beim Diskuswerfen einem 25m-Werfer unverhältnismäßig mehr Zusatzpunkte bescheren, als einem 50m-Werfer. Daher muss die erzielte Punktzahl in ein Verhältnis zu den Weltjahresbesten gesetzt werden, weil vorangegangene Untersuchungen zu den natürlichen Einflüssen auf dem Niveau der Spitzenzehnkämpfer gemacht wurden. Bei den Laufdisziplinen ist keine Skalierung der Korrekturterme erforderlich. Dies ist damit zu begründen, dass z.B. ein langsamerer Athlet zwar weniger Luftwiderstand erfährt, dieser aber länger auf ihn einwirken kann. Außerdem ist die relative Abweichung der Leistungen von Spitzenzehnkämpfern und regionalen Zehnkämpfern bei den Laufdisziplinen 3.2.2 zufolge am geringsten, weshalb äußere Einflüsse auf beide Gruppen ungefähr die gleichen Konsequenzen haben.

Wie bereits in 4.1 angedeutet, sind Wind-, Temperatur-, Niederschlags- und Höhenkorrektur negativ, wenn der Athlet aufgrund der vorherrschenden Bedingungen einen Vorteil hatte und positiv, wenn diese sich nachteilig auswirkten. Wie sie sich aus den gemessenen Daten berechnen lassen, wird in 4.3.3 beschrieben. Die Summe dieser Korrekturterme wird durch die Skalierung beispielsweise halbiert, wenn der Athlet in dieser Disziplin halb so viele Punkte bekommen hat, wie der Durchschnitt der genannten Weltjahresbestleistungen. Befindet sich der Athlet exakt auf Weltjahresbesten-Kurs, so entfällt die Skalierung, weil dieser Faktor den Wert eins hätte. 

Comments