Rias Krimiblog

Unbemannte Mitteilung

veröffentlicht um 11.08.2014, 01:10 von Ria Klug

Es gibt was Neues. 2015 wird ein Krimi von mir bei Grafit erscheinen, der Titel lautet voraussichtlich: Die Vollpfostenmasche
Ein leicht komödiantischer Regiokrimi, der sich und sein Genre ein wenig auf die Schippe nimmt. Der Schauplatz ist Amrum.
Eine Kurzgeschichte, in der die Anfaänge des Krimis stecken, existierte schon länger in meiner Schublade. Vor ziemlich genau einem Jahr erinnerte ich mich daran und mir fiel wieder ein, welche Ideen dieser Geschichte noch zu Grunde lagen, aber nicht realisiert waren.
So hatte ich in kurzer Zeit eine Geschichte zusammen, von der ich dachte, sie sei für ein größeres Publikum brauchbar. Bei einem Workshop mit Lisa Kuppler und Carlo Feber, den Koryphäen der Vermittlung von handwerklichen Grundlagen des (Krimi)Schreibens, wurde mir klar und klar gemacht, dass ich keineswegs Mainstream verfasst hatte.
Im Frühjahr bot ich das Manuskript mehreren Verlagen an und im Juni hatte ich den Vertrag mit Grafit.
Eine weitere Stufe auf der Karriereleiter. Jetzt fehlt nur noch der ernsthaftere, feministische Krimi, der bei Ariadne erscheint ...
 

Unbemannte Mitteilung

veröffentlicht um 25.12.2013, 12:41 von Ria Klug

Die erste Attacke der Feierlichkeiten habe ich überstanden, langsam kann das wahre Leben weitergehen. Ein Manuskript steckt in der Bratröhre, das Probierhäppchen liegt beim Verlag.
Vor der nächsten Buchmesse kommt eine neue Kurze von Goest & Patsch heraus, demnächst werde ich Cover und Titel hier bekanntgeben.
Dabei plane ich heftig eine neue Krimiserie, Einzelheiten sind noch geheim, aber es wird selbstverständlich ein epochales Werk werden, drunter tue ich es ja nicht.
Ab und zu kann man mich seit November im TriQ-Radio hören, mit Kolumnen von mir und anderen. Demnächst soll mein erster Nel-Arta-Krimi 'Kleine Betriebsstörung' als Autorinnenlesung dort zu hören sein.
Es tut sich also was. Ich tue was.  Es wird Zeit, dass Ariadne auf mich aufmerksam wird, findet ihr nicht?

Unbemannte Mitteilung

veröffentlicht um 20.11.2013, 04:46 von Ria Klug

Es gibt Tage, an denen das Passieren eines Buchladens in mir ein heftiges Ekelgefühl hervorruft. All diese Cover, die marktschreierischen Plakate, die prominenten und bezahlten Plätze für die Auslage, Reklamen, die 'epochale Werke' versprechen, 'Spannung bis zur letzten Seite' ankündigen; oder der neue XXL ... Das erinnert mich fatal an das Programm der Privatsender und ihre Adepten, die Öffentlich-Rechtlichen.
Das alles sollen wir uns mittels Decoder in HD ins Hirn scheißen lassen.
Die Buchbranche hat dafür Hochglanz und Prägecover erfunden, lockt mit Lesebändchen und salbungsvollem Geseire von angeblichen oder tatsächlichen Buchkritikern, die Einzigartigkeit bescheinigen sollen. Hauptsache, man flutet den Markt mit Konvoluten, die Tod, Rache, Verderben, Dunkel und Blut oder auch was Kirchliches im Titel führen. Schwarzweiß, mit einem Vogel drauf.
Ich würge, wünsche mir eine Kotztüte, denn je mehr geworben wird, um so bescheidener ist in der Regel das Traktat. Schließlich soll es allen schmecken und dafür arbeitet man gerne mit Klischees und Versatzstücken. Literarisches Glutamat für geschmeidiges Schlucken.   
Ich glaube, ich hasse Bücher.
Kein Wunder, dass ich sie aus dem Kopf bekommen möchte.

Keine Alternative für Geld, egal wie es heißt

veröffentlicht um 17.09.2013, 07:07 von Ria Klug   [ aktualisiert: 17.09.2013, 07:08 ]

Ein neuer Krimi wächst unter meiner Tastatur. Es ist ein bisschen wie das Aufziehen eines Kindes. Man fragt sich, ob man alles richtig macht, sorgt sich um die Zukunft, die Gesundheit, braucht Erziehungsberatung und muss mit Freunden und anderen Eltern die Probleme besprechen.
Zwischendurch frage ich mich, warum ich mir das alles antue. Niemand wird sich für den Krimi interessieren, höchstens dann, wenn er konsequent auf Mainstream getrimmt wird.
Das wiederum bereitet Schmerzen und bietet keine Garantie. Dafür also die Lust am Schreiben opfern? Die Lust am Wuchern der Phantasien, staunend zusehen, welche Wendungen die Geschichte nimmt und welche fremden Seiten die Figuren offenbaren?
Hm, vielleicht.
Man schätze den Mammon nicht gering. Außerdem: Eine Herausförderung. Kann ich genauso blöd, wie es der Markt erfordert? Ja, fordert der Markt blöd? Oder wartet er auf die epochalen Werke, wie es die Hochkritik gerne hätte?
Muß mich mit Goest besprechen. Wir spannen zusammen. Wir brauchen Geld. Wir brauchen uns. 

Couch Tour - Deutsche Arbeitskleidung schlägt englische Pfeife

veröffentlicht um 21.07.2013, 13:43 von Ria Klug   [ aktualisiert: 21.07.2013, 13:45 ]

Da war er, der herbeigesehnte deutsche Sieg auf dem Champs Élysées. Wieder mal, nach 73 Jahren. Sogar ein Doppelsieg mit Kittel und Greipel. Vor diesem Engländer, diesem ... äh, der mit unserer alten Währung im Vornamen, ... Cavendish.
Dann hieß es Abschied nehmen, Abschied von 3 Wochen, in denen stets ein TV oder Internetanschluss in Reichweite sein musste, 3 Wochen, in denen ich nur wenig unternehmen konnte und zu bestimmten Zeiten nicht ansprechbar war. Aber auch Abschied nehmen vom nationalen Taumel, der durch 6 deutsche Etappensiege ausgelöst wurde; das tröstet wieder.
Was folgt? Entlastungsneurose? Dritter Frühling? Zuerst der Ärger darüber, dass Frauenradsport medial nicht stattfindet. DAS würde ich gerne sehen, aber nachdem die Radsportfunktionäre, die Teams, die Veranstalter jahrelang das Doping tolerierten oder gar förderten, ist daran nicht zu denken. Solcher Frauensport segelt eben oft im Windschatten der Männervariante, sofern der überhaupt noch geboten wird.
Darauf muss ich noch länger warten als auf die nächste Tour. Überleben kann man eben nur als Pragmatigerin, nicht wahr?   


Couch Tour - Trennungsschmerz

veröffentlicht um 21.07.2013, 06:19 von Ria Klug

Die Verhältnisse bei der 20. Etappe gestern wurden zurechtgerückt. Froome kann eben doch nicht immer gewinnen, aber vom Thron stoßen konnte ihn auch keiner mehr. Contador und Kreuziger mussten wieder Zeit fressen und die Podiumsplätze verlassen. Platz drei belegt nun Purrito Rodriguez, das ist der, der nur berghoch kann. Auf den zweiten Platz katapultierte sich Nairo Quintana, der mit der Schule, Sie erinnern sich? Er konnte Froome deutlich distanzieren und wer weiß, was passiert wäre, hätte er nicht auf die letzten zwei Kilometer gewartet. Seine Leistung erkläre ich mir damit, dass oben in Annecy-Semnoz ein Schulhaus steht ... Bauke Mollema und ein paar andere haben sich dagegen eine Freistunde genommen.
Cadel Evans, Andy Schleck, Andreas Klöden und ein paar andere Helden von gestern kamen bei dieser Tour überhaupt nicht in die Gänge. Vielleicht hätte man das Doping nicht so scharf verbieten und kontrollieren sollen. Mehr Wettbewerb hätte dem Rennen wirklich gutgetan. Und wenn es nur um das beste Mittel oder die beste Methode gewesen wäre ...
Andererseits, wer sagt uns, dass es nicht so war?

Couch Tour - teils Wertstoff

veröffentlicht um 19.07.2013, 14:11 von Ria Klug

Über 5 Gpifel musst du gehn, 5 Abfahrten überstehn - das war die 19. Etappe. Gut, wenn man da ein "kompletter Rennfahrer" ist, wie es öfter von Sagan - der mit der Tristesse - zu hören ist. Klar doch, fehlen Arme oder Beine, gar das Rad, dann wirds noch schwerer.  
Es war auch so schwer genug, dass alle Strampeleien von Contador und seiner Saxobank-Truppe ohne Wirkung verpufften.
Altersweisheiten wurden dennoch beschert: Alles ginge schwerer im Alter, bei Abfahrten müsse man mehr bremsen, nur bergauf wirke die Altersbremse von selbst, so in etwa wurde Jens Voigt zitiert. 
Altersmäßig passt zwischen ihn und Andreas Klöden, den ewigen Zweiten, locker ein Erstklässler und trotzdem wurde Klöden um eine Lebenserfahrung reicher: Auch ungedopt kann er in Le Grand-Bornand Zweiter werden. 2004 wusste er das noch nicht. Mal sehen, was er noch entdeckt, denn er gehört "noch nicht komplett zum Alten Eisen".
Ja, das verhütte Gott.

Couch Tour - no Mars attacks

veröffentlicht um 18.07.2013, 14:21 von Ria Klug   [ aktualisiert: 18.07.2013, 14:21 ]

... und ich sehe mir das Finale nicht an! Gut, zu meiner Entschuldigung kann ich anführen, dass ich mitbekommen habe, wie Contadors Angriff auf der Abfahrt vom Col de Sarenne wirkungslos blieb, da dachte ich, es läuft wie stets: Froome schüttelt alle anderen wie lästige Fliegen ab. Dazu fehlte ihm zum Schluss aber der entscheidente Energieriegel.  
Contador fehlten jedoch mindestens zwei und so konnte nur Quintana daraus Kapital schlagen. Sie wissen schon, der mit der Schule.
Nun habe ich allerdings mitbekommen, dass auch der Holländer Bauke Mollema, bitte nicht mit dem französischen Präsidenten verwechseln, ebenfalls immer mit dem Rad zur Schule fuhr. Nur hat Friesland kaum Berge, höchstens Gegenwind und den gab es nicht in Alpe-d'Huez. Das Ergebnis: Eine Packung für Mollma, trotz Globalsierung. Unfair, nicht? 
Was lernen wir daraus? Immer einen, oder besser mehrere Energieriegel mitführen, egal, ob sie Venus oder Merkur heißen und nie einen Berg hinaufstrampeln, wenn kein Gegenwind herrscht. Sonst kann man nur verlieren.

Couch Tour - Mahlzeit, saignant

veröffentlicht um 17.07.2013, 11:25 von Ria Klug

Wer kann schon sicher sein, in Zeiten, in denen sich Spitzensportler ihr Essen injezieren lassen. Es könnte Kälberblut dabei sein, natürlich nur deproteiniert. Der Mund wird dann für eventuell notwendige Ausflüchte bereitgehalten.
Es gilt das Motto: Nur die allerdümmsten Kälber dopen sich noch selber.  
Aber eigentlich möchte ich was über das Bergzeitfahren erzählen. Wohlan, immer wenn es hinauf geht, gewinnt der selbe.
Heute musste unter anderem der Cote de Réallon erklommen werden. In Deutschland weigert sich die Bundesregierung strikt, den Cote de Mindestlohn zu überqueren. Da merkt man gleich, dass in Frankreich ein Sozialist regiert. Oder wenigstens so tut als ob, ich meine ein Sozialist zu sein. Man munkelt, er hieße Hollande, nicht Bauke Mollema.
Eins möchte ich jedoch allen Radlern eingedenk der Bilder des Tages mit auf den Weg geben: Wer zweimal auf die Schulter fällt, verspielt Gesundheit und viel Geld.
 

Couch Tour - Brötchentütenkrimi

veröffentlicht um 16.07.2013, 11:46 von Ria Klug

Die dritte Tourwoche nach dem zweiten Ruhetag löst bei mir meistens einsetzenden Trennungsschmerz aus. Bald ist es vorbei, der Sommer geht dahin und eigentlich ist auch dieses Mal schon klar, wer gewinnen wird. Sofern Froome nicht vom Rad fällt, oder eine positive Dopingprobe abgibt.
Das erste wäre heute denn doch fast passiert: Kurz nach der Beloki-Gedächtniskurve - 2003, echte Fans erinnern sich schmerzlich - geriet er zusammen mit Contador ins Trudeln.
Die Spannungskurve dieses Finales verflachte aber so schnell, wie bei einem Brötchentütenkrimi.
Im Gedächtnis bleiben aber die Bahnschranken, die sich zwischen den Ausreißern und dem Feld schlossen. Jetzt ist mir klar, warum es beschränkter Bahnübergang genannt wird.

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