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Happy End im Kettenhemd

Da droben dräut der Drache

- Sina Blackwood -

 

In finst’rer Höhle dräut der Drache.
Sein Gold ist weg. Er sinnt auf Rache.

Es riecht nach Ritter und nach Pferd.
Das ist ihm die Verfolgung wert.

Er schwingt sich eilig in die Lüfte,
da wittert er ganz andre Düfte.

Es stinkt nach Knoblauch und nach Zwiebel.
Schon wird dem armen Drachen übel.

An einem Feuer tief im Wald,
sitzt Ritter Kunz und ihm ist kalt.

Sein Schaschlik müffelt vor sich hin,
er hat zu viele Zwiebeln drin.

Dem Drachen knurrt schon sehr der Magen,
das lässt ihn einen Angriff wagen.

Egal, ob’s stinkt, er stößt herab,
Kunz’ Gaul enteilt in schnellem Trab.

Die Echse denkt: Verdammter Mist!
Mal sehen, wie sich der Ritter frisst!

Der steckt in seiner Weißblechdose
Und riecht schon jetzt nach voller Hose.

Der Drache zieht die Nase kraus.
Wie kriegt man den denn bloß da raus?

Und hat man ihn, was macht man dann?
Da klebt noch so viel Braunes dran!

Kunz begreift schnell, was hier passiert,
warum der Drache sitzt und stiert.

„Untier sollst dich an mir nicht laben,
kannst meine Schwiegermutter haben!“

Der Drache hebt entsetzt die Klauen.
„Die ist zu zäh! Kann sie nicht kauen!

Behalt das Gold und auch das Weib,
ich such mir anderen Zeitvertreib.“

Er steigt sofort hoch in die Lüfte.
Nur weg aus diesem Mix der Düfte!



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