Schluß mit rassistischen "blackface" Aufführungen

hier ist links eine kleine sammlung von links zu blogs und presse die bisher gelaufen ist.

unsere facebookseite:
https://www.facebook.com/SchlussMitBlackface

seite des berliner schlosspark theaters:
https://www.facebook.com/pages/Schlosspark-Theater-Berlin-Offizielle-Seite/332467151990


WEITERE INFORMATIONEN:
http://buehnenwatch.blogsport.de/


Weil Kunst eben nicht alles darf.
Description
Das Schlosspark Theater Berlin ist Januar 2012 durch die stadtweite Plakatwerbung des Stückes „Ich bin nicht Rappaport“ in den Fokus geraten. Die Aufmachung der Plakate legt nahe, den Bogen zur Blackface-Tradition zu ziehen. In seiner Stellungnahmen behauptete das Schlosspark Theater, dass diese "Technik" in Deutschland keine rassistische Tradition habe und damit auch nicht rassistisch sein könne. Dem widersprechen wir. Denn eine Intention sagt nie etwas über eine Wirkung aus.

In den USA gilt Blackface bis heute als Symbol für das Trauma des Rassismus und der Sklaverei. Es entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den so genannten "Minstrel Shows" der USA. Dort wurde dem meist weißen Publikum das Klischee des dummen, aber immer lustigen Schwarzen präsentiert. Doch die rassistische Maskerade ist kein rein amerikanisches Stilmittel. In der britischen und französischen Kultur gilt sie als Ausdruck des Rassismus in der Kolonialzeit. Auch in Deutschland ist Blackfacing einer eigenen rassistischen Tradition gefolgt. Karikierende oder stereotypisierende Darstellungen von Afrikaner_innen gehören beispielsweise zur frühneuzeitlichen Karnevalstradition oder der Darstellung Schwarzer Menschen in DEFA-Filmen. Für Aufregung sorgte zuletzt Günter Wallraff, der sich 2009 für seinen Dokumentarfilm „Schwarz auf Weiß“ in einen Afrikaner verwandelte. Zudem dient Blackfacing als rassistisches Ausgrenzungstool, um Schwarze Schauspieler_innen von deutschen Bühnen fernzuhalten. Zumal von vielen Häusern umgekehrt argumentiert wird, für Schwarze Schauspieler gebe es zu wenig Rollen.

Solange es keine Gleichberechtigung für Schwarze und weiße Schauspieler_innen, und Schauspieler_innen of Color in der Einstellungsverfahren deutsche Theater gibt, solange wird das Anmalen weiße Schauspieler_innen rassistisch sein und bleiben. Wir fordern deshalb vom Schlosspark Theater, dem Deutschen Theater – und allen anderen Häusern, an denen Blackface noch praktiziert wird – eine ernsthafte Auseinandersetzung mit unserer Kritik und eine Überprüfung ihrer Einstellungsverfahren, Schwarzen Schauspieler_innen anspruchsvolle Rollen (frei von der Bedienung von Klischees) anzubieten.




DEFINITION VON RASSISMUS:
Rassismus ist der Prozess, in dem Menschen aufgrund tatsächlicher oder vermeintlicher körperlicher oder kultureller Merkmale (z.B. Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion) als homogene Gruppen konstruiert, negativ bewertet und ausgegrenzt werden. Der klassische Rassismus behauptet eine Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschengruppen auf Grundlage angeblicher biologischer Unterschiede. Im Kulturrassismus wird die Ungleichheit und Ungleichwertigkeit mit angeblichen Unterschieden zwischen den "Kulturen" zu begründen versucht.
* * * Rassismus ist die Summe aller Verhaltensweisen, Gesetze, Bestimmungen und Anschauungen, die den Prozess der Hierarchisierung und Ausgrenzung unterstützen und beruht auf ungleichen Machtverhältnissen* * *

Quelle: http://www.ida-nrw.de/Diskriminierung/html/fglossar.htm



tiefer einblicke gibt es hier:
http://beatsandpicturesandlifeandstuff.tumblr.com/post/15354834439/blackface-in-2012-das-schlosspark-theater-in-berlin
oder hier:
http://stoptalk.wordpress.com/2012/01/04/you-know-its-a-bad-idea-when-its-blackface/

WAS KANN ICH TUN?

du kannst auf der spt facebook seite mitdiskutieren.
https://www.facebook.com/pages/Schlosspark-Theater-Berlin-Offizielle-Seite/332467151990?sk=wall

je mehr leute dort ihren unmut zeigen, desto besser. so wird der protest öffentlich und ist daher effektiver als jede protest email (die evtl. nur versickert)

nichtsdestotrotz gibt es selbstverständlich auch die möglichkeit emails zu schreiben:
____________________________________________________
vorschläge:
via Rebecca B.: (von der spt seite)
adressen
antidiskriminierungsstelle@senias.berlin.de
integrationsbeauftragter@intmig.berlin.de
der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.berlin.de

"Sehr geehrte Damen und Herren,

das Schlosspark Theater Berlin führt seit gestern das Stück "Ich bin nicht Rappaport" auf, in dem einer der Protagonisten - im Original ein
Afroamerikaner - von einem weißen Schauspieler in Blackface dargestellt wird.

Auch nach massiven, ausführlich begründeten Protesten, u.a. auf der Facebook-Seite des Schlosspark Theaters einzusehen, rückt dieses nicht nur nicht von dieser rassistischen Praxis von Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts ab, sondern verteidigt diese und schreibt explizit, dass das Schlosspark Theater keine schwarzen Schauspieler_innen in im Ensemble habe, da diese ja nur "schwarze Charaktere" spielen könnten und somit Geldverschwendung seien, weil es so wenige davon gäbe. Das Schlosspark Theater verfolgt damit eine Beschäftigungspolitik, die auf Grundlage der Hautfarbe der Bewerberinnen und Bewerber erfolgt.

Nicht genug, dass hier unverhohlen Rassismus propagiert, schwarze Menschen diffamiert, diskriminiert und sich über die Kritikerinnen und Kritiker dieser Praxis weißer Privilegierung lustig gemacht wird, das Schlosspark Theater bekennt sich somit auch offen zu einer diskriminierenden Einstellungspraxis, wenngleich es (auch) aus öffentlichen Geldern des Landes Berlin finanziert wird.

Daher möchte ich mich hiermit über das Schlosspark Theater beschweren und fordere Sie auf, sich der Diskriminierung schwarzen Menschen durch das Schlosspark Theater anzunehmen.
https://www.facebook.com/pages/Schlosspark-Theater-Berlin-Offizielle-Seite/332467151990?sk=wall
Mit freundlichen Grüßen"
____________________________________________________
oder via Dihia M*

antidiskriminierungsstelle@senias.berlin.de
beratung@ads.bund.de, poststelle@ads.bund.de
presse@ads.bund.de
integrationsbeauftragter@intmig.berlin.de
der-regierende-buergermeister@senatskanzlei.berlin.de

"Sehr geehrte Damen und Herren,

das Schlosspark Theater Berlin führt seit gestern das Stück "Ich bin nicht Rappaport" auf, in dem einer der Protagonisten - im Original ein
schwarzer Amerikaner - von einem weißen Schauspieler in Blackface dargestellt wird (http://schlosspark-theater.de/index.php)
Obwohl es seit gestern starke Protete vor allem auf der offiziellen Facebook-Seite des Theater gibt, ist keine Einsicht der Verantwortlichen in Sicht. Die Kritik der Menschen auf der facebook Seite wird relativiert und ins lächerliche gezogen. Die Veranstalter_innen scheinen sich ihrer Verantwortung, Antidiskriminierung (Dazu gehört eine entschiedene Zurückweisung von Rassismus ebenso wie von Sexismus, Homophobie und anderen Formen der Unterdrückung.) im Theater zu einem selbstverständlichen Thema zu machen, nicht bewusst zu sein.

Wenn ich richtig informiert bin, wird das Theater u.a. auch aus öffentlichen Geldern des Landes Berlin finanziert. Ich denke dies ist unter den aktuellen Umständen (Diffamierung schwarzer Menschen, aktive Betreibung weißer Privilegiertheit durch black face und Beanspruchung der Definitionsmacht bzgl. Rassimus. etc.) eine unmögliche Sache. Diskriminierung und Rassismus dürfen nicht durch öffentliche Gelder ermöglicht werden!

Daher möchte ich mich hiermit über das Schlosspark Theater beschweren und fordere Sie auf, sich der Diskriminierung schwarzen Menschen durch das Schlosspark Theater anzunehmen.
https://www.facebook.com/pages/Schlosspark-Theater-Berlin-Offizielle-Seite/332467151990?sk=wall

Mit freundlichen Grüßen"
____________________________________________________
oder:

via Trina R*
"Frohes Neujahr...

..aber leider scheint Ihr Team nicht zu verstehen, dass das Jahr, das wir aktuell schreiben, nicht mehr 1812 ist.

Die Vorstellung, dass das Schlosspark Theater im 21st Jhdt. im vollen Ernst die Meinung vertritt, dass man keine schwarzen Schauspieler_innen im Ensemble zu haben braucht, da diese ja nur "schwarze Charaktere" spielen könnten und somit Geldverschwendung seien, weil es so wenige davon gäbe, lässt mich im ersten Moment an einem grossen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum glauben.

Leider meinen Sie es aber ernst.

Und mit dieser hinkenden Begründung gewappnet fühlen Sie sich berechtigt die Rolle eines Schwarzens in dem von Ihnen gewählen Stück, "I'm Not Rappaport", mit einem weissen Schauspieler im explizit-rassistischen "Blackface" zu besetzen.

Hätten Sie sich wirklich um die Frage einer gerechten Talentsuche bei Ihrem Theater bemüht, wäre die Augenfälligkeit Ihres Denkfehlers unausweichlich gewesen. Man brauche nur einen schnellen Blick auf die Opernbühnen Europas zu werfen, um zu sehen, dass es selbstredend möglich ist talentiere Menschen "rassenneutral" zu casten. Denn (nicht nur) dort besteht bereits seit längerem eine Tradition, die begabte schwarze Künstler - und zwar mit grossen Erfolg! - durchaus berücksichtigt. Und nicht nur als "schwarze Charaktere".

Aber ich bin keine Theaterfachfrau. So werde ich mich nicht bemühen Sie über die entsprechend lange Reihe von historischen und aktuellen Beispielen aufzuklären, die es gibt - auch wenn es ruhig mehr sein könnten. Stattdessen möchte ich Ihnen aus meinem Fach - das der Diversity Management - einige Empfehlungen auf dem Weg geben. Denn angesichts Ihrer mißglückten Stellungsnahme sowie die Tonalität mancher Kommentare auf Ihrer Site ist das Thema "Aufklärung" auf diesem Gebiet - auch im Jahre 2012 - immer nocht bitter vonnöten.
- Den Erhalt von Kritik sofort bestätigen
- Sowohl die Kritik als auch die Kritiker ernst nehmen
- Das anstössige Verhalten unterbinden. Sofort.
- Die Versuchung widerstehen gleich auf "Auto-Verteidigung" zu schalten
- Öffentlich und ernsthaft sich entschuldigen
- Einen ehrlichen Dialog mit Repräsentanten aus der Gruppe der Kritiker aktiv suchen
- Konkrete Verbesserungsansätze suchen und schnellstmöglichst implementieren
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein richtig erfolgreiches Jahr - und zwar 2012 und nicht 1812!

NAME"
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(wenn es die hier zitierten personen stört, daß ihre namen/texte hier zu erkennen sind, bzw. abgekürzt (namen)... sagt bitte nochmal bescheid-danke)

falls du selbst eine mail verfasst, poste sie doch auch hier auf der seite (öffentlichkeit!)
und auch wenn du gute ideen hast, wohin protest mails unbedingt weitergeleitet werden sollten.

außerdem gibt es die möglichkeit sich über das plakat, welches in ganz berlin aushängt (z.b. in den u-bahnhöfen) beim deutschen werberat zu beschweren.
dazu muß das foto leider angehängt werden. also hier runterladen:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150409298006991&set=a.336420536990.158256.332467151990&type=3
und dann hier beschweren):
http://www.werberat.de/content/Beschwerdeformular.php
(dauert 5 minuten)
je mehr das tun desto besser.

falls ihr fehler, mängel oder sonstiges entdeckt, sagt bitte bescheid. auch falls irgendwer mithelfen möchte beim administrieren!!! anyone???
postet auch eure links, alles was ihr entdeckt zum thema. es wird dann über die seite nochmal geshared
achtung, links werden aus zeit und ressourcenmangel meist unkommentiert geshared!! ich hoffe ihr habt verständnis dafür.