Der Papst, der nicht geschwiegen hätte

Im Gegensatz zu seinem Nachfolger hätte Pius XI. sehr wohl seine Stimme zu den Judenverfolgungen (und später zum Holocaust) erhoben, wie er es bereits vor allem 1938, aber auch schon früher mehrfach getan hatte. Hatte er anfangs den Faschismus - wohl vor allem als Bollwerk gegen den Bolschewismus - befürwortet, so distanzierte er sich gegen Ende seines Pontifikats immer mehr von der "unseligen Wende" ("ignobile svolta"), von den rassistischen Ideologien Mussolinis und Hitlers. Aber er wurde von "Gegenströmungen" innerhalb der römischen Kurie in seinen Protestbemühungen vielfach behindert und zensuriert, allen voran durch seinen Staatssekretär Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., der das "gute" Verhältnis zum Dritten Reich nicht trüben wollte - um keinen Preis.

 

Immer mehr Historiker weisen in den letzten Jahren auf diesen Kontrast zwischen den beiden Pontifex hin, besonders auch nach der im September 2006 erfolgten Teilöffnung der Vatikanischen Geheimarchive für das Pontifikat Pius' XI. (1922-1939).

Dabei hatte sich auch Achille Ratti, so der bürgeliche Name Pius' XI., in seinen Jahren als Nuntius in Polen abschätzig über die Juden geäussert, wie David Kertzer in seinem Buch "Die Päpste gegen die Juden" herausstellt; doch auch Kertzer räumt später ein, Pius XI. habe gegen Ende seines Pontifikats seine damalige Haltung aufrichtig bereut.

 

Ich will erst die Stimmen von einigen Zeitgenossen anführen, und anschliessend Beispiele von Pius XI. (verhinderten) Stellungnahmen gegen den Antisemitismus.

 

Ernst von Weizsäcker, damaliger Botschafter des Dritten Reiches beim Heiligen Stuhl, also jemand, der wohl etwas von den vatikaninternen Geschehnissen und Strömungen wusste, schrieb in seinen Memoiren:

«Wenn Pius XI. länger gelebt hätte, wäre es gewiss zum öffentlichen Bruch gekommen [mit Hitler und den faschistischen Regimes]»  (1)

 
Im Juni 1940, kurz vor der Kapitulation Frankreichs, als die Gräueltaten der Nazis in Polen zumindest den obersten Diplomaten bekannt waren, schrieb der im Vatikan tätige Kardinal Eugène Tisserant an den Erzbischof von Paris, Kardinal Emmanuel Suhard:

«Ich fürchte, die Geschichte wird dem Heiligen Stuhl vorzuwerfen haben, er habe eine Politik der Bequemlichkeit für sich selbst verfolgt, und nicht viel mehr. Das ist äußerst traurig, vor allem, wenn man unter Pius XI. gelebt hat.»

 

Bereits 1988 beginnt Peter C. Kent einen längeren Aufsatz mit obiger Episode, mit dieser Äusserung Tisserants, um gleich fortzufahren:

«In den Forschungsarbeiten, die das Schweigen Pius' XII. angesichts seines Wissens um Hitlers Vernichtungspolitik während des Zweiten Weltkrieges zu erklären versuchen, wurde [bislang] diesem Kontrast zwischen Pius XII. und seinem Vorgänger, Pius XI., wenig Beachtung geschenkt.»  (2)

 

Joseph Wirth (1879-1956) war ein Politiker der (katholischen) Zentrums-Partei und von 1921-22 Reichskanzler der Weimarer Republik. Gleich nach Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes, das Hitler diktatorische Vollmachten übertrug (und das nur "dank" dem Votum der Zentrums-Partei zustande kommen konnte), begab er sich im März 1933 ins Exil, von wo aus er sich dank seiner vielfältigen Kontakte, auch zum Vatikan, unermüdlich gegen den Nationalsozialismus und die Judenverfolgungen einsetzte.

 

Im Sommer 1939 schrieb er an ei­nen Bekannten, die "kommende Enzyklika" [die von Pius XI. in Auftrag gegebene und nach seinem Tod nie veröffentlichte "Humani Generis Unitas" gegen den Antisemitismus] sei bislang aus taktisch-diplomatischen Gründen zurückgestellt worden.

«Wirth zeigte sich über dieses Handeln Pius' XII. enttäuscht. Er habe im Rahmen seiner Bemühungen tiefe Einblicke in die Mentalität des neuen Papstes gewonnen, in seinem Herzen aber lebe noch "die Nachwirkung der hohen geistigen Linie von Papst Pius XI. hochseligen Angedenkens."»  (3)

 

Auch Bischof Alois Hudal versichert in seinen Memoiren, alle entsprechenden Initiativen seien "im Interesse einer friedlichen Entwicklung mehrmals durch das Dazwischentreten des Staatssekretariats [Pacelli] und der päpstlichen Kongregation für die außerordentlichen Angelegenheiten durchkreuzt und abgeschwächt" worden. (3)

Dabei war Hudal erwiesenermassen ein Nazi-Sympathisant; auch widmete er sich nach dem Krieg der "karitativen Nächstenliebe" (wie er selbst es nannte), indem er hochrangigen NS-Verbrechern wie Eichmann, Mengele, Priebke und vielen mehr zur Flucht, meist nach Argentinien, verhalf.

 

Der Jesuit Robert Leiber, langjähriger Privatsekretär Pacellis, schrieb 1960, "dass Pius XI. im allgemeinen von einer öffentlichen Stellungnahme nicht leicht abzubringen, Pius XII. nicht leicht dazu zu bewegen war". (3)

 

Der katholische Publizist, Historiker und Dramaturg Friedrich Heer (1916-1983 in Wien) bezeugt den "allgemeinen Tenor", den er - als er nach 1945 erstmals wieder in Rom war - hier vorfand:

«Die von Rolf Hochhuth behandelten Probleme ... wurden mir selbst erstmalig nach 1945 in Rom, von katholischen Priestern, in einer Optik dargestellt, die nahe an die des deutschen Autors herankommt. Der allgemeine Tenor ... war: "Unter Pius XI. wäre das nicht möglich gewesen."» (20)

Direktere und "unverdächtigere" Zeitzeugen als katholische Priester in Rom nach 1945 darf man sich wohl kaum wünschen.

 

Bei den folgenden Stellungnahmen Pius' XI. gegen den Antisemitismus muss immer auch bedacht werden, dass er bereits über 80 Jahre alt und oft schwer krank, dadurch auch zeitweise handlungsunfähig war - es geschah also mit dem Aufgebot seiner letzten Kräfte. Seine letzten Worte waren denn auch: «Ich hätte noch so viel zu tun … »

 

Dabei ging er, auch hier im Gegensatz zu seinem Nachfolger, oft sehr UNdiplomatisch vor.

 

Pius XI. verlässt bei Besuch Hitlers Rom

 

Als Anfang Mai 1938 Hitler auf Staatsbesuch in Rom eintraf, begab sich Pius XI. demonstrativ auf "Urlaub" nach Castelgandolfo, nicht ohne vorher alle Lichter im Vatikan zu löschen, die Fensterläden seines Palastes zu verschliessen, die Vatikanischen Museen für die Dauer des "hohen Besuchs" schliessen sowie die Zufahrt zum Petersdom absperren zu lassen.

 

Pius XI. - in Diplomatie nicht so versiert wie sein Nachfolger

Der Nuntius in Italien sollte dem Staatsempfang im Quirinal fernbleiben, und auch den Bischöfen untersagte er die Teilnahme an Empfängen.

 

Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" wies er an, jegliche Berichterstattung über das Treffen der beiden Staatsoberhäupter zu unterlasssen. Dafür druckte die Zeitung am Tage der Ankunft Hitlers auf der ersten Seite so quasi als "Begrüssung" einen Bericht über die "Irrlehren der Rassenideologie".

 
Am Tage zuvor erschien auch auf Seite eins die Meldung mit Bild: "Il Santo Padre a Castel Gandolfo". Der Heilige Vater habe am Samstag, dem 30. April um 17 Uhr Rom verlassen, weil ihm die römische Luft zurzeit nicht bekäme. Wehten doch in den Strassen Roms Fahnen mit anderen Kreuzen denn das christliche.

 

Ich hoffe, Pius XI. sass gerade unter seinem Baldachin, als sogar am Himmel die unheilvollen Vorzeichen aufkreuzten: Flugzeugformation in Form eines Hakenkreuzes über Rom (etwa 4:10 Minute).

 

Anschluss Österreichs

 

Vor der Volksabstimmung zum Anschluss Österreichs vom 10. April 1938 wurde Ende März im ganzen Lande die gemeinsame Erklärung* der österreichischen Bischöfe von den Kanzeln verlesen, worin die Gläubigen ermahnt werden, für den Anschluss zu stimmen. Auch sonst liess der Wiener Kardinal Theodor Innitzer Hitler manch Ehrerbietung zuteil werden.

 

Darauf wird er umgehend von Pius XI. nach Rom zitiert und gemassregelt. Es gäbe "in der Geschichte der Kirche keine beschämendere Episode als die feierliche Erklärung der österreichischen Bischöfe".

 

In der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" stellt Pius XI. am 2. April klar, dass "Wir ermächtigt sind mitzuteilen", dass die Erklärung der österreichischen Bischöfe "ohne jegliche vorherige Absprache oder nachträgliche Billigung des Heiligen Stuhls und in alleiniger Verantwortung des Episkopats verfasst und unterzeichnet wurde." (4)

 

Auch fordert Pius XI. Innitzer auf, im Namen der österreichischen Bischöfe einen Zusatz zu unterzeichnen, mit der Erklärung sei keine Billigung dessen gemeint, was mit dem Gesetz Gottes und mit der Kirche unvereinbar sei; ausser im "Osservatore Romano" wird dieser aber nirgends veröffentlicht.

 

* Wortlaut der Erklärung der österreichischen Bischöfe vom 18. März 1938:

«Aus innerster Überzeugung und mit freiem Willen erklären wir unterzeichneten Bischöfe der österreichischen Kirchenprovinz anlässlich der großen geschichtlichen Geschehnisse in Deutsch-Österreich: Wir erkennen freudig an, dass die Nationalsozialistische Bewegung auf dem Gebiete des völkischen und wirtschaftlichen Aufbaues sowie der Sozialpolitik für das Deutsche Reich und Volk namentlich für die ärmsten Schichten des Volkes Hervorragendes geleistet hat und leistet. Wir sind auch der Überzeugung, dass durch das Wirken der Nationalsozialistischen Bewegung die Gefahr des alles zerstörenden gottlosen Bolschewismus abgewehrt wurde. Die Bischöfe begleiten dieses Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen und werden auch die Gläubigen in diesem Sinne ermähnen. Am Tag der Volksabstimmung (10. April 1938) ist es für uns Bischöfe selbstverständlich nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Reich zu bekennen, und wir erwarten auch von allen gläubigen Christen, dass sie wissen, was sie ihrem Volk schuldig sind.»  (5)

 

Antijudaismus versus Antisemitismus

 

Es ist mir dabei durchaus bewusst, dass gegen den Nationalsozialismus und den Faschismus zu sein nicht gleichbedeutend ist mit der Ablehnung des Antisemitismus; weshalb auch ich hier die sonst so oft zitierte Enzyklika "Mit brennender Sorge" nicht einmal erwähne: es kommt darin kein einziges Mal das Wort "Juden" oder "Antisemitismus" vor, sondern es ging um die im Konkordat von 1933 festgehaltenen und oft verletzten Rechte der Kirche und darum, dass die "Blut und Boden"-Ideologie nicht zum Religionsersatz werde, um kirchliche Selbstbehauptung letztlich. Selbst gegen den Rassismus zu sein bedeutet nicht notwendigerweise eine Absage an den Antisemitismus; unterschied doch die katholische Kirche bis weit in die Anfänge des 20. Jahrhunderts hinein zwischen einem "berechtigten" Antijudaismus (den sie selbst als "Schutzmassnahme" gegen die vielgesichtige "jüdische Gefahr" fleissig propagierte) und dem rassischen Antisemitismus, den sie verdammte. Auch wieder einzig aus Berechnung: nur die Taufe konnte die Juden aus ihrer "Verworfenheit" erretten, während für die Rassenideologen das "Blut" einziges Kriterium blieb.

Doch es ist meine Überzeugung, dass Pius XI. eine tiefe Abneigung gegen die Judendiskriminierungen als solche hegte, wie auch das folgende nahelegt; kirchliche Selbstbehauptung mag dabei wenn schon eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

 

«Spirituell sind wir Semiten»

 

Am 6. September 1938 hielt Pius XI. eine Rede vor belgischen Pilgern, in welcher er den Antisemitismus verurteilte.

 

Am Tage zuvor war in Italien die erste antijüdische "Massnahme zur Verteidung der Rasse" eingeführt worden, welche die Juden, Schüler wie Dozenten, aus öffentlichen Schulen und Universitäten ausschloss. Am 7. September sollte dann jene in Kraft treten, die den ausländischen Juden den Wohnsitz in Italien verbot und sie aufforderte, innert sechs Monaten das Land zu verlassen; einschliesslich jener, die nach dem 1.1.1919 eingebürgert wurden und denen nun die Staatsbürgerschaft wieder entzogen wurde. 

 

Die Rede, die Pius XI. in Castelgandolfo, der päpstlichen Sommerresidenz hielt, wurde von einem der Pilger, Monsignor Picard, der Chef einer katholischen Radiostation, auf ausdrücklichen Geheiss des Papstes hin mitstenografiert und darauf in "La Documentation Catholique" abgedruckt.

In der italienischen (katholischen) Presse hingegen wurde sie nicht einmal erwähnt; der "Osservatore Romano" veröffentliche zwar die Rede, liess aber die Passage gegen den Antisemitismus weg (!), die "Civiltà Cattolica" erwähnte die Rede überhaupt nicht. Manche Italiener erfuhren davon nur aus der ausländischen Presse.

 

Emma Fattorini zitiert die Rede, die er "in un getto" (wie in einem Guss) vorbrachte, in ihrem Buch "Pio XI, Hitler e Mussolini; la solitudine di un papa" - hier etwas gekürzt meine Übersetzung: 

 
An diesem Punkt konnte der Papst seine Gefühlsregung nicht mehr unterdrücken. Und mit Tränen in den Augen zitierte er jene Passagen bei Paulus, die unsere geistige Abstammung von Abraham hervorheben: die Verheissung wurde Abraham und seinen Nachkommen zuteil. […] Der Antisemitismus ist eine verabscheuungswürdige Haltung, damit dürfen wir Christen nichts zu tun haben. Durch Christus und in Christus sind wir die spirituellen Nachkommen Abrahams. […] Es ist für Christen nicht legitim, am Antisemitismus teilzuhaben. Wir aberkennen niemandem das Recht auf Selbstverteidigung und dass er das Nötige zur Wahrung der legitimen Interessen unternehmen darf. Doch der Antisemitismus ist nicht annehmbar. Spirituell sind wir alle Semiten.»
 

Tönt das nach leeren Worten? Nein, ich glaube fest, die Gefühlsregung Pius XI. war  wahrhaftig und echt.

 

Eine ungerechte Verurteilung Pius' XI.

 

Oft wird (aus entgegengesetzten Grüden) jener Satz in seiner Rede: «Wir aberkennen niemandem das Recht auf Selbstverteidigung und dass er das Nötige zur Wahrung der legitimen Interessen unternehmen darf» zuungunsten Pius' XI. ausgelegt, ja er mache geradezu seine Rede wertlos, da er damit implizit die Notwendigkeit der Selbstverteidigung und somit die "jüdische Gefahr" anerkenne.

Wenn von Apologeten seines Nachfolgers Pius XII. darauf hingewiesen wird, können wir erahnen, dass dies einzig aus dem Grund geschieht, den Kontrast zwischen den beiden Päpsten nicht allzu deutlich erscheinen zu lassen.

 

Aber auch wenn der Einwand in guter Absicht vorgebracht wird:

Die katholische Presse jener Zeit, allen voran die "Civiltà Cattolica", faselte ständig von der Notwendigkeit der Abgrenzung und warnte vor der "jüdischen Gefahr". Im März 1938 zum Beispiel mahnte sie, dass die "fatale Gier der Juden nach finanzieller Übermacht" der eigentliche und tiefere Grund sei, weshalb das Judentum "eine Quelle ständiger Unruhen und eine fortdauernde Gefahr für die Welt" darstelle. Als Gegenmassnahme schlug sie eine "unseren Tagen gemässe Form der Abgrenzung" vor. (6)

Im August 1938 dann wurde in der faschistischen Zeitung "Regime Fascista" eine Serie äusserst judenfeindlicher Artikel der "Civiltà Cattolica" aus dem Jahre 1889 wieder neu aufgetischt, und zwar als Entgegnung zu Pius' XI. kurz zuvor erfolgter Stellungnahme gegen den Antisemitismus.

 

Es ist also nicht nur anzunehmen, sondern es war gewiss so, dass Pius XI. in seiner so leidenschaftlich vorgebrachten Rede jenen Satz fast schon automatisch miteinfliessen liess, als Entgegnung zur ständig als Legitimierung der Rassengesetze vorgebrachten Notwendigkeit des Selbstschutzes.

 

Das "Rassenmanifest"

 

Bereits im Juli 1938 erschien in verschiedenen italienischen Zeitungen das von zehn Universitätsprofessoren verfasste und unterzeichnete sog. "Rassenmanifest" ("Manifesto della razza"), das bald darauf auch von der Regierung als Grundlage zur Ausarbeitung der Rassengesetze herangezogen wurde.

 

Pius XI. nennt die darin enthaltenen Thesen eine wahre Apostasie (Abfall von Gott/vom Glauben). In mehreren Reden betont er, katholisch bedeute "universal, nicht rassistisch, nationalistisch, separatistisch." Auch äussert er sich abfällig, ob Italien es denn nötig habe, nun unseligerweise Deutschland nachahmen zu wollen.

 

Dem folgen unmittelbar Gegenattacken seitens der Faschisten, der Jesuitenzeitschrift "Civiltà Cattolica" sowie durch Mussolini persönlich.

 

Jesuiten und "andere Katholiken"

 

Im August 1938 veröffentlichte die Zeitung "Regime Fascista" eine Serie äusserst judenfeindlicher Artikel der Jesuitenzeitschrift "Civiltà Cattolica" aus dem Jahre 1889, um Pius XI. vor Augen zu führen, dass diese antijüdischen Massnahmen durchaus im Sinne der Kirche seien (nicht dass "Civiltà Cattolica" nach 1889 ihre Judenhetze eingestellt hätte, diese Serie war nur eine der schlimmsten).

 

Als Begleitkommentar heisst es im "Regime Fascista":

«Nach dem Studium derselben [judenfeindliche Artikel in der "Civiltà Cattolica"] dämmert es uns, dass die modernen Staaten und Gesellschaften, und sogar die gesundesten und mutigsten Nationen Europas, Italien und Deutschland, sehr viel von den Patres der Jesuiten zu lernen haben. Und wir gestehen, dass der Faschismus dem Rigorismus der "Civiltà Cattolica", sei es in deren Vorsätzen, sei es in der Ausführung*, bei weitem unterlegen ist. Doch wir gestehen gleichermassen unsere schmerzliche Befremdung und und unsere Empörung, wenn wir diesen gerechten und grossherzigen ("generoso"!) Kampf der weisen und untadeligen Jesuiten der Haltung anderer Katholiken gegenüberstellen.»  (6)

 

Mit diesen "anderen Katholiken" ist wohlweislich Pius XI. gemeint:

«Wären wir nicht Katholiken, hätten wir heute die Worte des Heiligen Vaters mit Begeisterung aufgenommen, wie dies von Seiten der Kommunisten, Freimaurer, Sozialisten, Juden und Protestanten geschehen ist.»

 

(* z.B. hatte das Ghetto in Rom den längsten Bestand in ganz Europa, erst 1870, als Rom zur Hauptstadt Italiens und nicht mehr des Kirchenstaates wurde, wurden seine Mauern definitiv niedergerissen, nebst weiteren antijüdischen Massnahmen, auf die hier wohl angespielt wird.)

 

N.B. Am 9. September, drei Tage nach der bewegten Rede Pius' XI. ("Spirituell sind wir alle Semiten"), verteidigte "Civiltà Cattolica" ihre 1889er-Kampagne; diese sei vom "Spektakel jüdischer Aufdringlichkeit und Arroganz inspiriert".

 

Gottgefällige Rassendiskriminierung

 

Der Kommentar der "Civiltà Cattolica" zum Rassenmanifest lässt Pius' XI. Stellungnahmen als "Irrlehre" erscheinen:

«Wem die Thesen des deutschen Rassismus nicht fremd sind, dem werden die beträchtlichen Unterschiede derselben gegenüber jenen von diesen italienischen faschistischen Gelehrten vorgeschlagenen gewiss auffallen. Dies bestätigt wohl, dass der italienische Faschismus sich nicht mit dem deutschen Nazismus oder Rassismus, welcher seinem Wesen nach und explizit materialistisch und antichristlich ist, vermischen will.»  (7)

 

Das soll nun folgendes bedeuten:

1. Die italienischen Rassengesetze sind im Gegensatz zu den deutschen nicht unchristlich, also darf man sie wohl bedenkenlos einführen;

2. Sie stellen somit auch keine Apostasie dar (wie sie Pius XI. irrtümlicherweise nennt);

3. Die italienischen Faschisten kopieren keineswegs Deutschland (wie dies Pius XI. "fälschlicherweise unterstellt");

4. Im "Rassenmanifest" wird klar festgehalten, die "Rassenfrage" müsse von einem "rein biologischen" Standpunkt her angegangen werden, nicht von einem philosophischen oder religiösen. Damit zerstört die "Civiltà Cattolica" die einzige (ohnehin schon lächerliche) heutigen Apologeten noch verbleibende Ausrede, die Kirche habe den rassistischen Antisemitismus immer bekämpft. Es ist ohnehin schon aus älteren Hetzschriften der "Civiltà Cattolica" zu entnehmen, dass sie sehr wohl den Begriff "Rasse" zur Ausgrenzung und Dämonisierung gebrauchte:

"Oh how wrong and deluded are those who think Judaism is just a religion, like Catholicism, Paganism, Protestantism, and not in fact a race, a people, and a nation! ... For the Jews are not only Jews because of their religion ... they are Jews also and especially because of their race." (um 1880) (8)

 

Mussolini gegen Pius XI.

 

Auch die Schlusssätze der Rede, die Mussolini im September 1938 in Triest hielt, waren gegen Pius XI. gerichtet. Nachdem er sich über die Notwendigkeit der "Massnahmen zur Reinhaltung der Rasse" ausgelassen hat, beendet er seine Rede mit:
« ... eine Politik der Separation ..., ausgenommen der Fall, die Semiten jenseits wie diesseits der Alpen, und vor allem deren improvisierte und unerwartete Freunde, die sie von allzuvielen Kanzeln herab verteidigen - ausser diese würden uns zwingen, unseren Kurs radikal zu ändern.»  (9)

 

Das "von allzuvielen Kanzeln" darf man gewiss nicht mit der Kirche als Ganzes gleichsetzen; gewiss auch war Pius XI. nicht der einzige, ich weiss nicht, wieviele Kirchenleute es gewesen sein mögen, die für die Juden eintraten.*

Gleichermassen gewiss ist jedoch, dass die Mehrheit (?), zumindest aber viele der einflussreichsten Prälaten in der römischen Kurie nicht dazu zu zählen sind - diese waren zu beschäftigt damit, die Rassengesetze zu verteidigen.

Auch dass dies sonst ganz und gar nicht der Stil der Kirche war, beweist Mussolinis "deren improvisierte und unerwarteten Freunde"; man war sich eine Verteidigung der Juden von Seiten der Kirche - weder von den Kanzeln noch aus der katholischen Presse - ganz und gar nicht gewohnt, ganz im Gegenteil. 

 

* Einer von diesen ist Kardinal Ildefonso Schuster, der im November 1938 im Dom zu Mailand verkündete: "Der Rassismus stellt eine nicht geringere internationale Gefahr dar als der Bolschewismus". Der damalige Abt Schuster war auch jener, der 1928 dem Antrag der "Amici Israel" zustimmte, das "perfidis" in der Karfreitagfürbitte zu streichen - und er wurde bald darauf von Pius XI. erst zum Erzbischof und dann zum Kardinal ernannt.

 

Was mich aber fast am meisten getroffen hat, sind die letzten Worte der Rede: "ausser diese würden uns zwingen, unseren Kurs radikal zu ändern." Ist es damnach - wie ich mir sicher bin - mehr als wahrscheinlich, dass, hätte sich die Kirche geschlossen gegen die Judenverfolgungen gestellt, nicht nur Mussolini, sondern auch sein Freund jenseits der Alpen seinen Kurs radikal hätte ändern müssen?

 

In der Tat hielten in jenen Tagen fast alle italienischen Bischöfe Homelien gegen das Regime und gegen den Rassismus. Der Bischof von Triest, Antonio Santin, verwehrte gar Mussolini den Zutritt zur Kathedrale, falls er seine Invektiven gegen den Papst nicht widerrufe. (Santin war auch der einzige italienische Bischof, der persönlich bei Mussolini in Rom zugunsten der Juden vorsprach, womit er nebenbei den vollen Lob Pius' XI. erntete.) (10)

 

Diese Beispiele zeigen also deutlich, welches Gewicht und welche Autorität die Worte des Papstes hatten und was sie hätten bewirken bzw. verhindern können, wäre die (katholische) Kirche weiterhin auf dem von Pius XI. vorgegebenen Kurs geblieben.

 

Pius XI. setzt sich für jüdische Studenten ein

 

wie der Kirchenhistoriker Hubert Wolf  in einer Sendung des SWR2 vom 1.11.2008, "Kampf gegen das Böse", berichtet:

«Als jüdische Studenten in Deutschland, Österreich und Italien 1938 aufgrund ihres Jüdisch-Seins von den Universität verwiesen wurden, bat er [Pius XI.] in einem eigenhändigen Brief die Kardinäle in USA und Kanada flehentlich darum, alles zu tun, damit die Studenten aus allen Fakultäten in USA und Kanada ihre Studien beenden dürften. Die Kirche habe eine besondere Verantwortung für sie, weil sie der "razza", der Rasse angehörten, der auch der Erlöser Jesus Christus seiner menschlichen Natur nach angehört.»  (11)

 

Auch nahm Pius XI. 1938 bei der Einführung antijüdischer Gesetze in Italien demonstrativ zwei jüdische Mathematiker, Vito Volterra und Tullio Levi-Civita in die päpstliche Akademie der Wissenschaften auf.

 

Pius XI.: "Ich schäme mich"

 

Einer Aufzeichnung Domenico Tardinis, Mitarbeiter im von Pacelli geleiteten Staatssekretariat, verdanken wir die Überlieferung folgender Worte Pius' XI. während einer Audienz vom 28. Oktober 1938: 

«Ich aber schäme mich ... ich schäme mich, Italiener zu sein. Und Sie, Padre, sagen Sie das nur zu Mussolini! Ich schäme mich, nicht als Papst, als Italiener schäme ich mich! Das italienische Volk ist zu einer Herde verdummter Schafe verkommen. Ich werde reden, ich werde keine Angst haben. Das Konkordat [zwischen Italien und dem Vatikan] liegt mir am Herzen, aber mehr noch liegt mir das Gewissen am Herzen.» (12)  

Finde ich so schön und aufschlussreich, dass ich es nicht weiter kommentieren möchte.

 

Pacelli alias Pius XII. befielen hingegen gewiss nie solche Skrupel.

 

Pacelli hielt Bittschreiben zurück

 

Am 5. November 2009 referierte der Kirchenhistoriker Hubert Wolf an der Universität Wien zum Thema: "Kirchenpolitik im Zeitalter der Diktaturen". Wolf forscht bereits seit 1992 mit einer Sondergenehmigung in den Vatikanischen Geheimarchiven.

 

Kurzes Fazit seiner langen und oft schönfärberischen Rede:

Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII., hat kein einziges der seit dem Frühjahr 1933 sehr zahlreichen Bittschreiben an den Papst, gegen die Judenverfolgungen in Deutschland einzuschreiten, an Pius XI. weitergeleitet. (Einzig der Brief Edith Steins habe den Papst erreicht - ob durch Pacelli oder auf anderem Wege, ist nicht klar und auch nicht so wichtig.)

 

Dabei ist Hubert Wolf zu den Apologeten Pius XII. zu zählen, und auch obiges "Versäumnis" sucht er zu erklären wenn nicht gar zu rechtfertigen, bzw. die Verantwortung dafür auf andere abzuschieben, was ihm aber nicht recht gelingt.

 

Die einzige Erwähnung seines Referats finde ich übrigens auf der Webseite der Erzdiözese Wien (13), auf anderen katholischen Webseiten, wo die Rede auch angekündigt wurde, hält man seine "Funde" offenbar für nicht so wichtig.

 

Hier nur ein sehr kurzer Auszug aus dem Referat:

«Auch der Wiener Rabbiner Arthur Zacharias Schwarz, der spätere Schwiegervater des Jerusalemer Bürgermeisters Teddy Kollek, habe sich an Pius XI. gewandt, mit dem er aus der gemeinsamen Studienzeit verbunden war: "Wenn es Eurer Heiligkeit möglich wäre auszusprechen, dass auch das gegen Juden geübte Unrecht ein Unrecht bleibt, so würde ein solches Wort den Mut und die Moral von Millionen meiner jüdischen Mitbürger erhöhen." Diese Schreiben, sei dem Papst nie vorgelegt worden, weiß Hubert Wolf, der aber einen Notizzettel aus dem Sekretariat gefunden hat, auf dem sinngemäß zu lesen war: die Sache sei "molto delicato" [sehr heikel], der Heilige Stuhl werde sich nicht äußern.»

 

Das sagt uns nun genügend über die "universale Friedens- und Liebesmission" (Wolf), die Pacelli alias Pius XII. beseelte oder auch nicht.

 

(Auch dass Edith Stein "die Antwort, dass für sie gebetet werde" erhielt, bezweifle ich, fragte sie sich doch in ihrer Autobiografie 1938, was wohl aus ihrem Brief an Pius XI. geworden sein mag.)

 

Wie Pacelli Pius XI. zensurierte

Im Juni 2009 berichtete die katholische Tageszeitung "Avvenire" über eine kürzlich in Mailand stattgefundene Tagung zu Pius XI. Im Artikel ist auch von der neuerlichen Auffindung eines Briefes die Rede, den Pacelli im Sommer 1938 im Auftrage Pius' XI. schrieb und in dem "das entschiedene 'Nein' zu den von Mussolini gewollten Rassegesetzen geäussert" wird. Der Brief wurde nie abgeschickt.

 

Dino Messina greift diesen Artikelausschnitt aus "Avvenire" in einem Artikel in der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera» vom 10. Juni 2009 auf, und fügt hinzu:

«Diese lapidare Notiz, über die wir Genaueres erfahren möchten [der nie verschickte Brief], lässt einen Artikel wieder aktuell werden, in welchem ich am 19. September letzten Jahres den Kontrast zwischen Pius XI. und dem künftigen Pius XII. darlegte. Ich veröffentliche ihn hier bei dieser Gelegenheit erneut:»  (14)

 

Er äussert also nicht den "völlig absurden" Verdacht, Hochwürden Pacelli selber könnte es gewesen sein, der den Brief zurückhielt. Es erinnert ihn nur gerade an den von ihm bereits früher dargelegten "Kontrast" zwischen den beiden Pontifex.

 

In seinem früheren Artikel (im "Corriere della Sera" vom 19.9.2008) führt Dino Messina ein weiteres Beispiel an, wie Pius XI. von Pacelli hintergangen bzw. zensuriert wurde: (15)

 

Ab September bis November 1938 wurden in Italien etappenweise antijüdische Gesetze eingeführt; das definitive Gesetzeskorps sollte am 17. November von König Vittorio Emanuele III. und Mussolini unterzeichnet werden. Pius XI. aber protestierte in zwei Schreiben, die er Anfang November an Mussolini und den König sandte, sich auf das Konkordat zwischen Italien und dem Hl. Stuhl (die sogenannten "Patti lateranesi" von 1929) berufend.

Der König antwortete ihm; den Inhalt dieses Briefes habe ich nicht gefunden, es muss sich aber um eine ermutigende Antwort gehandelt haben, wie das weitere nahelegt. Mussolini hingegen würdigte ihn keiner Antwort.

 

Von neuer Hoffnung beflügelt, gab Pius XI. Anweisungen, sein Schreiben und die Antwort des Königs im "Osservatore Romano" zu veröffentlichen. Seine Verblüffung war daher nicht gering, als er tags darauf in der Zeitung nur eine "verwässerte Synthese" seiner Stellungnahmen abgedruckt findet, ohne Erwähnung der Antwort des Königs.

 

Was sich dieser Tage im Vatikan abspielte, erfahren wir wiederum aus bisher unveröffentlichten internen, von Domenico Tardini verfassten Noten, die erst kürzlich ihren Weg aus den Vatikanischen Archiven ans Tageslicht fanden:

Ganz besonders habe es Pius XI. geschmerzt, die Antwort des Königs nicht abgedruckt zu finden, schreibt Tardini am 15. November; der Hl. Vater sei nicht zu beruhigen. Ohne die Antwort des Königs scheine die im Artikel ausgedrückte Hoffnung völlig unbegründet.

 

Einige Tage später, nachdem Pius XI. sich von einer krankheitsbedingten Krise erholt hatte, fährt Tardini fort, habe der Papst ihn gefragt, wer den Artikel geschrieben habe. Auf die Antwort Tardinis, er selber sei es gewesen, habe sich Pacelli beeilt: "Eure Heiligkeit, ich habe den Artikel durchgesehen und übernehme die volle Verantwortung." 

 

Am 28. November, nachdem er sich das ärztliche Gutachten über den Papst notiert hatte ("er könnte von einem Tag auf den anderen sterben"), fuhr Tardini fort:

«Durch die solchermassen prompte und grossherzige Intervention des "Eminentissimo"   [Pacelli] ist der Heilige Vater nun weniger aufgebracht, und dann beginnt er, mir ein Kommuniqué zu diktieren, der am selben Abend noch im "Osservatore Romano" veröffentlicht werden sollte. (...) Eure Heiligkeit zitierte darin wörtlich die Antwort des Königs. Dem "Eminentissimo" gelang es, die Veröffentlichung zu verhindern.»

 

«Diese Episode zeigt uns einmal mehr, sollte es noch nötig gewesen sein, die unterschiedliche Haltung, die die beiden Pontifex dem Faschismus und seiner rassistischen Politik gegenüber einnahmen», bemerkt Dino Messina, und dem schliesse ich mich voll und ganz an.

 

Reichspogromnacht

 

Auch zur Kristallnacht heisst es immer, die Kirche habe dazu geschwiegen: gewiss. Nur bestätigt sich aus obigen Noten Tardinis, dass Pius XI. in jenen Tagen sehr krank war, was ich zuvor nur gerade in einem Wikipedia-Artikel eher nebenbei erwähnt fand:

«When Lord Rothschild, a prominent British leader, organized a protest meeting in London against Kristallnacht, Eugenio Pacelli, Vatican secretary of state, acting on behalf of Pius XI, who was then ill, sent a statement of solidarity with the persecuted Jews; the statement was read publicly at the meeting.»

Auch im Artikel von Dominik Burkard in "Christ in der Gegenwart" vom April 2009 steht in anderem Zusammenhang, im Unterschied zum Spätsommer und Frühherbst 1938 sei danach eine Behandlung der Angelegenheit aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht mehr möglich gewesen.

 

Darüber hinaus bin ich erst gerade kürzlich auf eine Studie über die Rezeption der antijüdischen Ausschreitungen in Deutschland durch die italienische (faschistische) Presse gestossen, die mir sehr lesenswert scheint (16). Danach hat einzig der "Osservatore Romano", die Zeitung des Papstes also, die Ereginisse um die Kristallnacht wahrheitsgemäss und nüchtern dargestellt (z.B. dass es kein "spontaner Akt" hervorgerufen durch den "berechtigten Volkszorn" nach der Ermordung vom Raths durch den Juden Grynzspan, grundlos natürlich, war). Diese nüchterne Berichterstattung erreichte der "Osservatore Romano" indem er ausländische Zeitungsberichte zitierte, um sich selber nicht zu sehr zu exponieren und dennoch deutlich zu machen, dass dies auch die Sicht der Dinge der päpstlichen Zeitung war.

 

Es ist mir so wichtig das alles hervorzuheben, nicht um die "Kirche" zu verteidigen, sondern einzig Pius XI., dessen Verdienste - gerade auch von Apologeten seines Nachfolgers - oft und gerne verschwiegen, heruntergespielt oder gar ins Gegenteil verkehrt werden.

 

Der "unvergleichliche Minister" - Eine höchst ironische Titulierung

 

In seiner Weihnachtsansprache 1938 kommt Pius XI. auch auf ein weiteres anstehendes Ereignis zu sprechen, das bevorstehende zehnjährige Jubiläum des Konkordatsabschlusses zwischen Italien und dem Vatikan, das auf den 11. Februar 1939 fallen sollte. Dabei dankt er unter anderem den "hohen Persönlichkeiten, dem noblen König und seinem unvergleichlichen Minister", denen es zu verdanken sei, dass das Konkordat zu einem glücklichen Abschluss habe gelangen können (damals, wenn man die Rede genau liest).

 

Dass er hier Mussolini "den unvergleichlichen Minister" nennt, bringt ihm wiederum die Kritik fast all jener ein, die heute seine Ansprache lesen; diese Reverenz an Mussolini mindere in hohem Masse die folgende Kritik an das Regime. (Überhaupt zeige dies einmal mehr, wie ernst es Pius XI. mit seinen lauwarmen Protesten gegen die Rassendiskriminierungen gewesen sei.)

 

Aber in Wirklichkeit war die Titulierung "unvergleichlicher Minister" höchst ironisch gemeint. Alle hätten gleich die Ironie in dieser Anrede vermutet, auch Mussolini selbst sei höchst aufgebracht und zutiefst beleidigt gewesen, der Papst mache sich öffentlich lustig über ihn. Sein enger Mitarbeiter erzählt, wie er ausser sich vor Wut gewesen sei und welche Mühe es ihn gekostet habe, ihn zu beruhigen. Er lässt sogar eine Protestnote an den Heiligen Stuhl überbringen: "In gewissen katholischen Kreisen macht man sich lustig über das mich betreffende Papstwort. Ich beklage den vom Papst geäusserten Angriff auf die Partei, der in ganz Europa Anlass zu Spekulationen gibt."

 

Erst bei Emma Fattorini ("Pio XI, Hitler e Mussolini") habe ich gelesen, wie diese Titulierung gemeint war, und wie sie damals auch verstanden wurde, und als ich darauf die ganze Ansprache Pius' XI. las (17), schien mir auf einmal nicht nur der "unvergleichliche Minister", sondern weite Teile der Rede mit feiner Ironie gespickt.

 

Auch entkräftet sie einen weiteren Vorwuf an die Adresse Pius' XI., er halte sich so lange nur bei seiner "Azione Cattolica" (einer katholischen Vereinigung) auf.

Ja, nach einer Vorbereitung, jetzt kämen die zu beklagenden Punkte, erwähnt er zunächst nur die Angriffe der Faschisten auf "Azione Cattolica"; aber er beendet diesen Abschnitt mit:

"Gestern war es Venedig, Turin und Bergamo; heute ist es Mailand, und gerade in der Person seines erzbischöflichen Kardinals, seiner Reden und Lehren wegen angeklagt, welche exakt seiner pastoralen Pflicht entspechen und die wir nur gutheissen können."

 

Der Erzbischof von Mailand aber war Ildefonso Schuster, der im November 1938, also kaum einen Monat zuvor von der Kanzel des Mailänder Domes verkündet hatte:
"Der Rassismus stellt keine geringere Gefahr dar als der Bolschewismus."

(Er war auch jener, der 1928, damals noch Abt, dem Antrag der "Amici Israel" gleich zustimmte, das "perfidis" in der Karfreitagsfürbitte zu streichen; und den Pius XI. im Jahre darauf erst zum Erzbischof und bald darauf zum Kardinal ernannte).

Das wissen heutige Leser wohl kaum, woher auch? Aber den damaligen war gewiss bekannt, wer damit gemeint war und hinter welch "ungeheuerlicher" Aussage sich nun der Papst öffentlich stellte.

Wenn wir das zu all seinen weiteren Attacken auf das Regime seit Ankündigung der Rassengesetze hinzuzählen, so sind das keineswegs "lauwarme" Proteste, sondern so lautstark er (fast im Alleingang) eben konnte.

 
Enzyklika "Humani Generis Unitas"

 

Ende Juni 1938 empfing Pius XI. den amerikanischen Jesuiten John LaFarge, der bereits ein Buch gegen Rassendiskriminierung in den USA verfasst hatte, in Privataudienz in seiner Sommerresidenz in Castelgandolfo und beauftragte ihn, nachdem er ihn zu strengster Geheimhaltung verpflichtet hatte, mit der Ausarbeitung einer Enzyklika gegen Rassismus und Antisemitismus. Dem völlig überraschten LaFarge, der gerade auf Europareise war und sich eher zufällig in Rom aufhielt, war, "als sei ihm der Felsen des heiligen Petrus auf den Kopf gefallen."

 

Eine erste Frage drängt sich hier schon auf: warum wandte sich Pius XI. (im geheimen) an einen amerikanischen Jesuiten? Wie er auch seine Rede "Spirituell sind wir Semiten" vor belgischen Pilgern hielt, dabei Presseleute ausdrücklich bittend, die Rede mitzustenografieren und zu veröffentlichen? (könnten bei jener Rede seine Tränen auch solche der Erleichterung gewesen sein, dass er endlich Gehör findet und jemand seine Worte nach aussen trägt?)

Klar kann man alles auf die "faschistische Zensur" schieben - ich sehe die massgeblichere Zensur in der römischen Kurie selber.

 

Im September war der Entwurf fertiggestellt und von LaFarge "den korrekten Dienstweg einhaltend" nicht direkt an Pius XI., sondern persönlich dem Jesuitengeneral Wladimir Ledochowski in Rom ausgehändigt. Dieser leitete den Entwurf aber erst am 21. Januar 1939 - also ganze vier Monate später - an den Papst weiter, wenige Wochen vor dessen Tod am 9. Februar; es ist ungewiss, ob Pius XI. den Entwurf überhaupt jemals gelesen hat (war er doch zu dem Zeitpunkt vollauf mit den Vorbereitungen zum bevorstehenden Konkordatsjubiläum beschäftigt), geschweige denn, ob er ihn gesamthaft gutgeheissen hätte.

 

Nur der Anfang des Abschnittes über die Juden entspricht nämlich den Verheissungen, eine Enzyklika gegen den Antisemitismus zu werden; dann aber ändert sich die Tonlage auf sehr drastische Weise und wir lesen fast nur noch von der Verblendung, der Habgier, dem gefährlichen Einfluss der Juden für die christilichen Seelen und derlei (Wohlbekanntes) mehr.

Die den Antisemitismus betreffenden Textstellen aus dem Entwurf finden sich hier im Internet veröffentlicht (ab Punkt 131).
 
Wieder einmal ein Beleg also, wie auch Pius' XI. Gegnerschaft zum Antisemitismus wenn schon nur als Lippenbekenntnis gewertet werden kann, wie leider noch allzuoft zu lesen ist.

 

Diese antijüdischen Passagen im Entwurf werden aber einhellig nicht LaFarge, sondern seinem Jesuitenkollegen Gustav Gundlach zugeschrieben, welcher bereits ähnliche Artikel verfasst hatte (z.B. 1930 im "Lexikon für Theologie und Kirche"). Gundlach aber wurde von Ledochowski, selbst Antisemit, zur Mitredaktion herangezogen.

 

Im Begleitbrief, mit dem Ledochowski am 21. Januar den Entwurf "unverzüglich" [!] an den Papst weiterleitet, kommt die Verzögerungstaktik ganz klar zum Vorschein; auch erwähnt er darin, er wolle den Entwurf von Pater Enrico Rosa überarbeiten lassen, demselben Enrico Rosa, der mehrere äusserst judenfeindliche Artikel in der "Civiltà Cattolica" veröffentlicht hatte. Waren ihm die Passagen Gundlachs etwa noch zu gemässigt?

 

LaFarge wurde von Ledochowski später zwar freigestellt, den Enzyklikaentwurf als private Arbeit zu veröffentlichen, diese sollte aber "nicht die geringste Andeutung enthalten, dass das Werk in irgendeiner Beziehung zu irgendeinem Auftrag Seiner verstorbenen Heiligkeit stehe."

 

Wie bekannt, wurde die "Schubladen-Enzyklika" unter seinem Nachfolger Pius XII. nie veröffentlicht; hielt dieser es doch keineswegs für "das zur Zeit brennendste Thema", wie Pius XI. es genannt hatte. Erst 1973 erfuhr die Öffentlichkeit erstmals davon, als die englische Fassung in den USA wiederentdeckt wurde.

 

Auch diese Ereignisse um die "unterschlagene Enzyklika" zeigen, welch starke "kircheninterne" Strömungen gegen Pius' XI. Bemühungen am Werk waren.

 

Was aber, wenn es nach den Wünschen Pius' XI. gegangen wäre und die Enzyklika bereits gegen Ende 1938 veröffentlicht worden wäre? Als solche wäre sie für alle Katholiken verbindlich gewesen (in und ausserhalb Deutschlands). Sich die Folgen auszumalen kann jedem einzelnen überlassen sein.

 

Pacelli lässt alles Material zu Pius' XI. Rede vernichten

 

Die "unterschlagene Enzyklika" ist recht bekannt und wird öfter erwähnt; viel weniger bekannt, da (fast) totgeschwiegen, ist hingegen jene Rede, die Pius XI. für das zehnjährige Jubiläum des Konkordats zwischen Italien und dem Vatikan (die sog. "Patti lateranesi") vorbereitet hatte. Die Feierlichkeiten sollten am 11. Februar 1939 stattfinden, doch stattdessen wurden es Tage der Trauer: Pius XI. war in der Nacht vom 9. auf den 10. Februar an einem Herzschlag gestorben.

 

Den Inhalt der Rede hatte Pius XI. vor allen geheim gehalten, auch wenn er sie öfter erwähnte: Wie es üblich geworden sei, habe Pius XI. den Inhalt der Rede verheimlicht. Niemand bekam sie zu sehen, nicht einmal Pacelli, notierte sich Domenico Tardini. Erst am 8. Februar sei Pacelli die bereits fertig getippte Rede zur Lektüre in den päpstlichen Privatgemächern überreicht worden; dieser habe nur sehr wenige eher formale Änderungen daran vorgenommen, und gleich darauf sei sie in die Druckerei gebracht worden. Nicht einmal den oft harschen Ton habe Pacelli abzumildern versucht.

 

Die Rede lag dem Pontifex sehr am Herzen, er hatte grosse Erwartungen in sie gelegt.

Er attackiert darin die faschistischen Methoden und warnt vor Bespitzelung durch das Regime. Die Presse würde in Bezug auf die Kirche lügen, verfälschen und selbst erfinden, ja sogar die Judenverfolgungen in Deutschland würden hartnäckig dementiert; dies werde vom ungerechtfertigten Vorwurf an die Kirche begleitet, sich in die Politik einzumischen.

 

Doch seine Rede sollte nie jemand zu Ohren bekommen. Pacelli erwähnt sie mit keinem Ton vor den bereits in Rom eingetroffenen Bischöfen. Nicht nur: Er gab gleich nach dem Ableben Pius' XI. Anweisungen, alles auffindbare Material die Rede betreffend zu vernichten.

 

Darüber wurden erst kürzlich (vor ein paar Jahren bei der Teilöffnung der vatikanischen Geheimarchive) die detaillierten, wiederum von Domenico Tardini schriftlich festgehaltenen Instruktionen Pacellis aufgefunden: Pius' XI. Handschrift sowie alle getippten Kopien, selbst die bereits angefertigten Druckmatrizen der an die Bischöfe zu verteilenden Rede sollen vernichtet werden, es solle "keine Zeile" davon übrigbleiben.

 

Emma Fattorini berichtet nach der Wiederauffindung als erste darüber in ihrem Buch "Pio XI, Hitler e Mussolini", samt detaillierter Wiedergabe der Anweisungen Pacellis.

 

Ein weiterer Beweis, wie Pius XI. niemandem mehr traute, ist die Antwort (vom 9. Februar 1939) des italienischen Nuntius auf die Frage eines faschistischen Diplomaten, was der Papst zu tun gedenke: "Ich weiss es nicht, der Heilige Vater spricht mit niemandem über seine Vorhaben; aber gewiss wird er etwas Grosses vorbereiten."

 

Nebst der Rede war für den darauffolgenden Tag eine persönliche Begegnung Pius' XI. mit den anwesenden Bischöfen geplant, um deren Meinung zur momentanen Lage aus erster Hand zu erfahren. Wahrscheinlich wurde auch dies von manchen Kreisen als nicht weniger "gefährlich" eingestuft als die Rede selbst ...

 

Der Tod des schwer herzkranken Papstes am Tage vor den Feierlichkeiten kam somit gewiss manchen sehr gelegen; dabei hatte er doch nach eigenem Bekunden "noch so viel zu tun".

 

"Frühzeit"

 

Ich habe mich vorwiegend auf die Zeit seit etwa 1937/38 konzentriert, da ich über die "Frühzeit" noch viel zu wenig informiert bin.

 

Z.B. habe Pius XI. dem Erbprinzen Albrecht von Bayern noch im Frühjahr 1933 verboten, der NSDAP beizutreten; die Hintergründe dazu aber kenne ich nicht.

 

Auch zur Aufhebung der Vereinigung "Amici Israel" und gleichzeitiger Verurteilung des Antisemitismus 1928 wäre ein längerer Beitrag nötig, um dem Sachverhalt gerecht zu werden. Thomas Brechenmacher und Hubert Wolf wollen hier eine opportunistische Haltung Pius' XI. durchscheinen lassen, worin ich wiederum einzig den Versuch sehe, ihn zugunsten seines Nachfolgers zu diskreditieren.

 

Wie auch in der eben erst kürzlich erfolgten Tatsachenverdrehung seitens Thomas Brechenmachers: In seinem Buch "Papst und Teufel" (2008) schreibt Hubert Wolf auf Seite 205: «Nach der Audienz fügte Pacelli in eckigen Klammern hinzu: "Es könnten Tage kommen, in denen man sagen können muss, dass in dieser Sache etwas gemacht worden ist."» (In dieser Audienz vom 1. April 1933, dem Tag des Judenboykotts in Deutschland, beauftragte Pius XI. den Nuntius in Deutschland zu sondieren, was gegen die antijüdischen Ausschreitungen unternommen werden könne).

 
In den kürzlich beim DHI online gestellten Nuntiaturberichten legt nun Thomas Brechenmacher diesen Satz auf einmal Pius XI. in den Mund: «Auch in der Hinzufügung in Klammern referiert Pacelli allem Anschein nach die Worte des Papstes … » und er fährt "scheinheilig" fort, dies könne wohl kaum als opportunistische Haltung Pius XI. gewertet werden.
Nein, gewiss nicht, stammt doch der Satz von Pacelli (wie ich überzeugt bin). (18) Brechenmacher macht nun auch ein Riesenaufhebens um diesen einen Satz, wohl weil sich nichts anderes finden lässt, was Pius XI. zur Last gelegt werden könnte; einzig dieser Satz, der nicht einmal von ihm ist!

 

Als wie verlässlich kann man die Editierung der Dokumente durch Thomas Brechenmacher einstufen, wenn sich solches feststellen lässt?

 

Beschliessen möchte ich diesen Beitrag mit einer bereits 1933 erfolgen Stellungnahme Pius' XI. gegen den Antisemitismus:

 

Irene Harand, eine Wiener Katholikin, schrieb 1935 eine "Antwort an Hitler", in der sie Punkt für Punkt seine in "Mein Kampf" dargelegten Meinungen über die Juden widerlegte; welch schönere Distanzierung von Hitlers Hasstiraden als ihr Buchtitel: "Sein Kampf".

 

Auf Seite 41 steht über Pius XI. (es ist seine einzige Erwähnung im Buch):

«Die Nachrichtenagentur "Central News" verbreitete im August 1933 eine römische Meldung, der zufolge der Papst unter dem Eindruck der Nachrichten über die fortgesetzten Judenverfolgungen in Deutschland sich abfällig über die antisemitische Bewegung geäussert hätte. Papst Pius XI. erklärte, die Judenverfolgungen seien ein Armutszeugnis für die Zivilisation
eines grossen Volkes. Er erinnert daran, dass Jesus Christus, die Mutter Gottes und ihre Familie, die Apostel und viele Heilige jüdischer Abstammung waren und dass die Bibel eine Schöpfung der Juden sei. Die arischen Völker hätten, sagte der Papst, keinen Anspruch auf Überlegenheit über die Semiten.»
(19)

 

Ich bin eher zufällig auf diese bereits 1933 erfolgte Stellungnahme Pius' XI. gestossen;

auch hier darf man sich fragen: sind Thomas Brechenmacher und Hubert Wolf, die bereits seit Jahrzehnten in den Vatikanischen Geheimarchiven forschen, denn nie auf diese "römische Meldung" aus dem Jahre 1933 gestossen? Haben sie sie je publiziert? Ich vermute nein, aus den bereits erwähnten Gründen.

Und frage mich, ob vielleicht noch manch anderes, was den Kontrast zwischen den beiden Pontifex hervorheben könnte, verschwiegen und vertuscht wird.

 

Es ist meine Hoffnung und mein Anliegen, mit diesem Beitrag zu Pius XI. den ihm gebührenden (und so oft geschmälerten oder verschwiegenen) Verdiensten gerecht zu werden; wie Joseph Wirth 1939 so schön meinte: in seinem Herzen aber lebe noch "die Nachwirkung der hohen geistigen Linie von Papst Pius XI. hochseligen Angedenkens".

 

Gleichzeitig ist es ein Plädoyer gegen die Heiligsprechung seines Nachfolgers Pius' XII. Wobei es - wie der Oberrabbiner von Rom, Riccardo Di Segni, kürzlich meinte - der katholischen Kirche überlassen ist, wen sie den Gläubigen als moralisches Vorbild hinstellen will.
 
von Gwunderi, im Mai 2010
 
 

1) Quelle (ital.): Giovanni Miccoli, der an der Uni Triest Geschichte des Christentums lehrt, in einem Radiointerview vom 2. April 2009; Titel der Sendung: "Pio XI. Un papa solo contro i totalitarismi" ("Pius XI. Ein Papst alleine gegen den Totaliarismus"); das Audio funktioniert leider nicht mehr. http://retedue.rsi.ch/home/networks/retedue/laser/2009/04/02/pio-xi.audio

 

2) Peter C. Kent: "A Tale of Two Popes: Pius XI, Pius XII and the Rome-Berlin Axis" in "Journal of Contemporary History", Vol. 23 (1988) S. 589-608: http://www.jstor.org/pss/260836

«In the studies which seek to explain Pius' XII silence in the face of certain know­ledge of Hitler's extermination policies during the second world war, little attention has been paid to this contrast between Pius XII and his predecessor, Pius XI.»  (Übersetzung von mir)

 

3) aus: "Pius XII. und die Juden - eine Analyse des Pontifikats Pius' XII." von Dominik Burkard in "Christ sein in der Gegenwart", Ausg. 2-4/2009

http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/artikel_angebote_detail?k_beitrag=1883937

 

4) aus: "Die unterschlagene Enzyklika" von G. Passelecq und B. Suchecky, S. 85

 

5) Wortlaut Erklärung österr. Bischöfe vom 18.3.1938: http://teacher.schule.at/zellreligion/matura/innitz.html

 

6) "La Chiesa e l'antisemitsmo" von Piero dell'Olivo und Barbara Mella (ital.): http://ilblogdibarbara.ilcannocchiale.it/2009/01/12/la_chiesa_e_lantisemitismo_for.html

 

7) "Il Vaticano e le leggi razziali" (Wikipedia ital.): http://it.wikipedia.org/wiki/Leggi_razziali_fasciste#Il_Vaticano_e_le_leggi_razziali

 

8) aus einer Rezension zu David Kertzers Buch "The Popes against the Jews":

http://www.nytimes.com/2001/09/23/books/before-the-holocaust.html?pagewanted=print&src=pm

 

9) Hier in diesem Video ist es im Originalton zu hören, ganz am Ende:
« ... nei loro confronti una politica di separazione - a meno che i Semiti d'oltrefrontiera e quelli dell'interno, e soprattutto i loro improvvisati e inattesi amici che da troppe cattedre li difendono, non ci costringano a mutare radicalmente cammino.»

http://www.youtube.com/watch?v=XAS8W5N2be4

 

10) "Pio XI. - I rapporti con gli ebrei" (Wikipedia ital.): http://it.wikipedia.org/wiki/Papa_Pio_XI#I_rapporti_con_gli_ebrei

 

11) Hubert Wolf: "Kampf gegen das Böse"

http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:4XWQ8BXufOAJ:www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id%3D4000060/property%3Ddownload/nid%3D660374/1fzeuhy/swr2-wissen-20081101.rtf+kristallnacht+%22pius+xi.%22+krank&cd=5&hl=de&ct=clnk&gl=ch

 

12) Quelle: Emma Fattorini "Pio XI, Hitler e Mussolini" (2007); Übersetzung von mir.

 

13) "Pius XI. im 'Kampf zwischen Gut und Böse'": http://stephanscom.at/news/articles/2009/11/09/a17609

 

14) "Il no di Pio XI alle leggi razziali" (Dino Messina im "Corriere della Sera" vom 10.6.2009):

http://lanostrastoria.corriere.it/2009/06/il-no-di-pio-xi-alle-leggi-raz.html

Artikel in "Avvenire": http://www.avvenire.it/Cultura/Pio+XI+a+Mussolini+no+alle+leggi+razziali_200906100740288400000.htm

 

15) "Quando Pio XI protestò con Pacelli" (Dino Messina im "Corriere della Sera" vom 19.9.2008): http://archiviostorico.corriere.it/2008/settembre/19/Quando_Pio_protesto_con_Pacelli_co_9_080919111.shtml

 

16) "Kulminationspunkte des deutschen Antisemitismus im Spiegel der italienischen Presse zwischen 1933 und 1938": http://www.gps.uni-hannover.de/europe/workingpapers/badrnejad.pdf  (S. 37)

 

17) Weihnachtsansprache Pius' XI. vom 24.12.1938 (ital.): http://www.vatican.va/holy_father/pius_xi/speeches/documents/hf_p-xi_spe_19381224_grande-profondo_it.html

 

18) Pacelli am 4.4.1933 an Cesare Orsenigo:

http://194.242.233.156/denqOrsenigo/index.php?view=doc_layout&docConstraints[browse]=true&docConstraints[byID]=no&docConstraints[id]=90&docConstraints[docNrInPager]=36

 

19) 2005 wurde das Buch von Franz Richard Reiter im Wiener Ephelant-Verlag neu aufgelegt; auch im Internet ist es als pdf abrufbar: "Sein Kampf - Antwort an Hitler" von Irene Harand (1935):

http://www.wissensnavigator.com/documents/HarandSK.pdf

 
20) aus einem langen "Spiegel"-Artikel vom April 1963 zur Erstaufführung bzw. zur Herausgabe Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter": http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45143209.html
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