Recovery


Recovery (Wiedererstarken, Genesung) ist eine Haltung, die davon ausgeht, dass jeder Mensch das Potenzial hat auch von einer schweren seelischen Erkrankung wieder zu genesen. Es kommt nicht darauf an, vollständig symptomfrei zu werden, sondern ein erfülltes Leben führen zu können. Hoffnung ist ein zentraler Begriff von Recovery,  denn am meisten hat uns geholfen nicht aufzugeben und Menschen um uns zu haben, die an uns glauben - vor allem, wenn wir es selbst nicht mehr können. Auch wenn jeder Recoveryweg immer wieder von Stillstand oder sogar Rückschritt geprägt ist, so führt er aufwärts, wenn wir ihn möglichst konsequent verfolgen. Wenn wir die schlimmsten Zeiten hinter uns haben, dann sehen wir unsere Erkrankung nicht mehr nur als Last und Behinderung, sondern erkennen, dass sie für uns auch einen Schatz an Erfahrung und Wissen birgt, der uns weiterbringen kann. Der Erkrankung einen Sinn zu geben hilft uns, unsere Entwicklung zu verstehen und optimistisch in die Zukunft zu blicken. 

„Recovery ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess im Hinblick auf die Einstellungen, Werte, Gefühle, Ziele, Fähigkeiten und Rollen eines Menschen im Leben und eine Möglichkeit, auch mit den Einschränkungen durch die Erkrankung ein befriedigendes, hoffnungsvolles und aktives Leben zu führen“

Anthony 1993

  • Jeder hat das Potiental zu gesunden
  • Hoffnung macht Sinn
  • Lebensqualität vor Symptomfreiheit 
  • Konzept aus der Selbsthilfe heraus entstanden (durch schwer erkrankte Psychiatrieerfahrene mit gelungenem Recoveryweg)
  • Jede/r hat die Chance auf eine erfülltes Leben
  • Manchmal braucht es "Holders of hope" (stellvertretende Hoffnungsträger) 


Literatur:
"Recovery. Das Ende der Unheilbarkeit" (Michaela Amering, Margit Schmolke, Psychiatrie Verlag 2007)
"Recovery in der Praxis" (Christian Burr, Michael Schulz, Andréa Winter, Gianfranco Zuaboni, Psychiatrie Verlag 2013)
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