Krisendienste

Unsere Erfahrungen zeigen, dass in Deutschland viele Menschen in seelischen Krisen nur unzureichend unterstützt werden. Vor allem abends, nachts, an Wochenenden und an Feiertagen sind sie oft alleine gelassen. 
Deswegen setzen wir uns für den Aufbau von ambulanten Krisendiensten ein, die Klinikaufenthalte vermeiden, verkürzen und psychisches Leiden lindern können. Krisentelefon, Anlaufstelle, Krisenwohnung und mobile Krisenteams sind Elemente der modernen Krisenintervention und Krisenbegleitung. 

Leider gibt es für Krisendienste keine gesetzlich verankerte Finanzierung und für jeden Krisendienst muss eine besondere Lösung gefunden werden. Das ist auch der Grund dafür, dass es Krisendienste bundesweit nicht flächdeckend gibt, obwohl sie dringend gebraucht werden. 

Unsere Forderungen:

  1. 24-stündige Erreichbarkeit, auch an Wochenenden und Feiertagen 
  2. Psychosozialer Krisendienst mit ärtzlichem Bereitschaftsdienst
  3. Anlaufstelle mit Krisentelefon 
  4. Hilfe für alle Menschen in psychosozialen/psychiatrischen Krisen, Hilfe ist auch ohne Diagnose möglich
  5. Keine Beschränkung auf bestimmte Krankenkassen
  6. Mobile Krisenteams, aufsuchende Hilfe muss möglich sein
  7. Krisenwohnung
  8. Systemische Herangehensweise, Offener Dialog
  9. Krise als Versagen von Bewältigungsstrategien, biopsychosozialer Recovery-Ansatz
  10. Bezahlte Mitarbeit von Psychiatrieerfahrene und Angehörigen.  
  11. Zurückhaltende Gabe von Psychopharmaka 
  12. Kein Zwang
  13. Einbindung in den Gemeindepsychiatrischen Verbund

Im Downloadbereich dieser Seite finden Sie ein Dokument mit Forderungen zu Krisendiensten, das im Rahmen einer Arbeitsgruppe des neuen Bundesnetzwerkes entstanden ist. Rainer Schaff und Rainer Höflacher haben hierbei maßgeblich mitgewirkt.

Siehe auch:

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Rainer Höflacher,
10.07.2016, 02:29
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