EX-IN

Wir setzen uns für die EX-IN-Fortbildung ein. EX-IN hat das Ziel Menschen mit Erfahrungen mit schweren seelischen Krisen zu befähigen im Bereich der Psychiatrie bezahlt als GenesungsbegleiterInnen oder DozentInnen arbeiten zu können. Eigene Krisenerfahrung ermöglicht einen besonderen und förderlichen Zugang zu den Lebenswelten psychisch leidender Menschen. 

Im Rahmen eines europäischen Projektes von 2005 bis 2007 wurde in 6 Ländern ein Curriculum für EX-IN erarbeitet. Seitdem hat sich EX-IN in Deutschland rasant verbreitet. Trotzdem gibt es noch zu wenige EX-IN-Kurse. 

Die Fortbildung besteht aus 12 dreitägigen Modulen, die monatlich durchgeführt werden. EX-IN Deutschland empfiehlt den Initiativen vor Ort eine Kursgebühr von 200 € pro Modul. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der aktiven Selbsterforschung der eigenen Krisenerfahrung und der Vermittlung genesungsfördernden Haltungen. Erfahrungswissen wird so Werkzeug sozialer Arbeit. 

Der Schritt vom individuellen ICH-Wissen hin zum gemeinsam erarbeiteten kollektiven WIR-Wissen ermöglicht es den EX-IN-AbsolventInnen für psychsch erkrankte Menschen als GenesungsbegleiterIn hilfreich zu werden oder das psychiatrische Hilfesystem auf vielerlei andere Arten zu verbessern - zum Beispiel durch Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung, Vortragstätigkeit oder die Durchführung von Fortbildungen. 

Es muss in Deutschland Standard werden, dass in Teams von psychiatrischen Einrichtungen GenesungsbegleiterInnen mitarbeiten. 

Mehr Informationen finden Sie bei EX-IN Deutschland unter ex-in.de

Literatur:
  • Jörg Utschakowski, Mit Peers arbeiten - Leitfaden für die Beschäftigung von Experten ais Erfahung, Psychiatrie-Verlag, 2015
  • Jörg Utschakowski, Gyöngyver Sielaff, Thomas Bock, Andrea Winter (Hg.), Experten aus Erfahrung - Peerarbeit in der Psychiatrie, Psychiatrie-Verlag, 2016
  • Bettina Jahnke, Vom Ich-Wissen zum Wir-Wissen - Mit EX-IN zum Genesungsbegleiter, Paranus-Verlag, 2012
  • Jörg Utschakowski, Gyöngyver Sielaff, Thomas Bock - Wie Peers die Psychiatrie verändern, Psychiatrie-Verlag, 2009
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