Geschichte

"Am 30. November 1921 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Möser gegründet" vermeldete das "Burger Tageblatt" am 2. Dezember 1921.
Vorausgegangen war eine Versammlung engagierter Bürger der Gemeinde, die sich unter der Eiche am Ortseingang getroffen hatten. Der erste Wehrführer war der Schmiedemeister Brandt. Eine Handdruckspitze gehörte bereits zur Ausstattung.
Diese Gründung war notwendig geworden, da aus dem Rittergut Möser mittlerweile eine recht große Gemeinde geworden war.
Die Reichsstraße Nr. 1 sowie der Bahnanschluss gaben ebenso Ansiedlungsimpulse, wie auch die landschaftlich schöne Umgebung. So gesellten sich zu den bestehenden Gärtnereibetrieben, die Häuser wohlsituierter Bürger.
Eine Feuerwehr zum Schutz des Gemeindewesens wurde notwendig.

Wenig ist aus den Anfangsjahren bekannt. Belegt werden kann nur die Anschaffung des Tragkraftspritzenanhängers in den dreißiger Jahren, der für Jahrzehnte die Hauptausrüstung darstellte.

Der zweite Weltkrieg unterbrach die Entwicklung des Ortes und seiner Feuerwehr.

Ein starker Wille zur Überwindung der Schrecken des Krieges und zum Neuaufbau einte nun die Bürger.
Nach dem Krieg musste auch die Feuerwehr feststellen, dass ihre Ausrüstung nicht mehr da war wo sie eigentlich sein sollte. Es gab Gerüchte, dass sie auf dem Weg Richtung Osten war. Was blieb war der Tragkraftspritzenanhänger mit Holzspeichenrädern, so schwer, dass er kaum gezogen werden konnte. War er deshalb noch da?
Am 28. Dezember 1946 wurde das 25-jährige Jubiläum mit einer Festveranstaltung in der Gaststätte "Krug zum grünen Kranze" unter der Teilnahme fast aller Einwohner des Ortes begangen.

Trotz großer Schwierigkeiten wurde versucht die Feuerwehraufgaben in den Nachkriegsjahren zu erfüllen. Erst im Mai 1947 konnte das Vorhandensein von dreißig umgefärbten Uniformen sowie sieben Stahlhelmen gemeldet werden. Eine Einwohnerin nähte fünfundzwanzig Mützen.

1948 konnte eine Motorspritze beschafft werden, so dass der Brandschutz wieder ansatzweise gewährleistet war. Allerdings mussten bei großen Bränden im Jahre 1951 die Feuerwehr Burg zu Hilfe gerufen werden.

Der Ausrüstungsstand blieb mangelhaft und die Unterbringung der Feuerwehr war nicht geregelt.
Die schlechten materiellen Bedingungen konnten durch das hohe Engagement der Kameraden nicht ausgeglichen werden.
Die Feuerwehr Möser befand sich in einem bedenklichen Zustand.
Erst im Jahre 1955 bestätigte der Kreis Burg die Errichtung einer Sirene.

Groß war die Freude über das erste Fahrzeug, welches 1959 in den Dienst der Feuerwehr gestellt werden konnte.
Es war war ein ausrangierter "Leichenwagen". Das Auto war schwarz, die Scheiben waren getönt und mit Kreuzen und Farnen bemalt. Die Kameraden begannen sofort mit dem Umbau. Nur Sitzbänke waren nicht zu kriegen, so mussten die Kameraden auf den Radkästen Platz nehmen.
Rote Farbe war damals schwer zu bekommen. Nur gut, dass Kameraden bei der Reichsbahn arbeiteten und Schranken streichen sollten. So fand die rote Farbe den Weg nach Möser.

Nach dem dieses Fahrzeug für Feuerwehrzwecke umgebaut worden war, wurde es in der neu errichteten Feuerwehrgarage in der Gartenstraße untergebracht. Die Lage der Feuerwehr blieb weiter ernst.

Erst 1965 war die Wehr vollständig mit Uniformen und Einsatzbekleidung ausgestattet.

Durch eine unzureichende Löschwasserversorgung war der Brandschutz im Ort nicht gewährleistet.

Zu würdigen ist die Einsatzbereitschaft der Kameraden, die sich intensiv dem Feuerwehrsport widmeten. Sehr erfolgreich waren z.B. die Kameraden Hans-Joachim Gnensch, Horst Scharnowski, Siegfried Gnensch und Hans Haake.

Am 16. Oktober 1971 wurde das 50-jährige Jubiläum gefeiert.
Im gleichen Jahr konnte das erste richtige Feuerwehrauto, ein LF 8-Robur, in den Feuerwehrdienst gestellt werden.
Erst jetzt, nach über 50 Jahren, konnte die Feuerwehr Möser auf eine optimale Ausstattung verweisen, die der Entwicklung des Ortes entsprach. Allerdings war für das Gerätehaus für das Fahrzeug zu klein und es wurde angebaut. Doch das Geld für neue Tore war nicht da. Aber wozu hat man Kameraden, die in einem Stahlbaubetrieb arbeiteten. Die Betriebsleitung gestattete, dass Ofentüren für den Eigenbedarf gefertigt werden durften. Nur gut das keiner ahnte, wie groß Ofentüren sein können.

In dieser Zeit wurde eine Kaufhalle gebaut, der Sportplatz errichtet und die Schule und Kindergarten erhielten neue Gebäude. Der Eigenheimbau kam in Gange.
In den siebziger Jahren kam die Wehr etwa 2-7 mal jährlich zum Einsatz. Waldbrände waren vorherrschend.
Neben der Feuerwehr Burg war Möser damit in dieser Zeit die am meisten geforderte Wehr im Kreis Burg. 

Die 80-er Jahre folgten und damit begann eine neue Epoche unserer Feuerwehr. Sie war jetzt gut ausgerüstet und konnte sich allen Aufgaben stellen.

Das Jahr 1989 läutete eine Entwicklung ein, die zum Zusammenbruch des sozialistischen Systems und zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland sowie zur Wiedergründung des Landes Sachsen-Anhalt führte.
Für die Feuerwehr bedeutete das die Abkehr vom zentralistischen, staatlich organisierten Brandschutz.
Dies bedeutete die Schaffung völlig neuer Strukturen, neuer Gesetze und Regelungen und vor allem neue Aufgaben.
Die technische Hilfeleistung, allgemeine Gefahrenabwehr und der Umweltschutz waren bisher in unserem Spektrum nicht enthalten.
Der Disziplin und dem übergroßen Optimismus der Kameradinnen und Kameraden der Wehr ist es zu verdanken, dass in dieser bewegten Übergangszeit die Sicherheit der Bevölkerung vor Brand- und Allgemeingefahren immer gewährleistet werden konnten.
Der damalige Wehrleiter Matthias Bosse, unterstützt durch seinen Stellvertreter Dieter Wegener, hatte die Fäden in der Hand und organisierte die Neustruktur der Wehr.

1991, zur Feier des siebzigjährigen Bestehens, konnte Bilanz über die vergangenen Jahre gezogen werden.
Waren die bisherigen siebzig Jahre der Feuerwehr doch recht ruhig, ohne spektakuläre oder dramatische Einsätze, so änderte sich das schlagartig.
Die bisherige Hauptaufgabe der Brandbekämpfung trat in den Hintergrund.
Technische Einsätze aller Art forderten das ganze Können der Kameraden, da diese Aufgaben ja noch mit der nicht dafür vorgesehenen Ausrüstung der DDR-Zeit erledigt werden musste.
Die Feuerwehr Möser wurde in das sinnbildlich kalte und tiefe Wasser geworfen und musste schlagartig schwimmen lernen, wenn sie nicht unter gehen wollte.
Dass ihr das gelungen war konnte auf der 75-Jahrfeier in Jahr 1996 bilanziert werden.
Gewaltige Veränderungen in den letzten Jahren waren zu verzeichnen. In vielen Schulungen und Lehrgängen wurde das notwendige Wissen erworben, das nun nötig war.
Durch den Kreistag des Landkreises Burg war Möser der Status der Stützpunktfeuerwehr erteilt worden, die sich in den neu gegründeten Brandschutzabschnitt Burg-Möser eingliederte.
Zwölf Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft Burg und Möser bildeten nun eine Einheit.
Abschnittsleiter war unser Kamerad Bernd Girke, der durch die Wehrleiter aus Burg und Möser als Stellvertreter unterstützt wurde. Gleichzeitig wurde Möser die Zuständigkeit für einen Abschnitt der Autobahn A2 übertragen.

Der noch zu Zeiten der DDR konzipierte Sozialtrakt am Gerätehaus konnte fertig gestellt werden. Neue Einsatzbekleidung nach geltender Norm wurde angeschafft.

Im Jahr 1994 übergab der damalige Bürgermeister Peter Hammer der Wehr ein nagelneues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Damit stand ein Fahrzeug zur Verfügung, dessen Ausstattung die Kameraden in die Lage versetzte, die vielfältigen Aufgaben zu bewältigen. Vom Landkreis wurde der Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 (Baujahr 1965 auf Magirus Deutz-Fahrgestell) zugeordnet, das vorher im niedersächsischen Peine stationiert war. Ein 1994 erworbener Mannschaftstransportwagen vervollständigte den Fuhrpark und löste den in die Jahre gekommenen Barkas B1000 ab.

Das alte Löschgruppenfahrzeug LF 16 ist mittlerweile durch ein Neufahrzeug LF 16/12 auf MAN-Fahrgestell ersetzt worden. Doch bevor das neue Fahrzeug 1999 in das Gerätehaus Einzug halten konnte, musste mit schwerer Technik der alte Fußboden rausgestemmt werden und einige Zentimeter tiefer wieder ein neuer Betonboden gegossen werden, denn das neue Fahrzeug war höher und passte so nicht rein.

Mittlerweile platze das alte Gerätehaus aus allen Nähten und entsprach nicht mehr den Anforderungen. So wurde 2002 das heutige größere Gerätehaus an der selben Stelle in der Gartenstraße fertiggestellt und eingeweiht.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 01.01.2010 die Einheitsgemeinde und die Gemeindefeuerwehr Möser gegründet. Die bis dahin eigenständigen Freiwilligen Feuerwehren Möser, Lostau, Hohenwarthe, Köbelitz, Pietzpuhl und Schermen wurden als Ortsfeuerwehren in der Gemeindefeuerwehr Möser zusammengefasst.

Bildquelle: Ortsfeuerwehr Möser
Quelle: Festschrift zum 80-jährigen Jubiläum


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