Mission Statement

Mission Statement OWi (Version 2012)


Transparente Stoffkreisläufe! Hackable & 
Ökoeffektive Produkte für:


Produkt & Umweltinteraktivität+
Open Innovation
Open Knowledge
Reparatur
Flexible Stoffströme
Natur & Umwelt
Open Discussion
Intelligentere Wirtschaft







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Pressemitteilung 1/13 „Closed Source blockiert die Entstehung einer ökologischen Wirtschaft. OWi experimentiert mit Open Source.“

Mission Statement 


Warum? 


Die Rohstoffe werden knapp. Die Weltbevöl-kerung wächst und glücklicherweise auch ihr Wohlstand und die Lebenserwartung der Menschen. Höherer Wohlstand bedeutet mehr Konsumgüter und damit höherer Ressourcen-durchsatz. Wir haben ein Designproblem. 90% der Ressourcen, die wir heute aus dem Boden holen, sind innerhalb von drei Monaten wieder drin als Müll. Das meiste vom Rest wird dann später abgewertet (2/3 des gelben Tonne Mülls werden verbrannt, 1/3 wird downgecycelt). Die Folge sind Rohstoffkriege, Umwelterschöpfung, geringere Wirtschaftsleistung (43% der Kosten eines Unternehmens sind heute Materialkosten) sowie Schäden an unserer Gesundheit und der unserer Umwelt als Nebeneffekt dieser gedankenlosen Produktionsweise. Die Potentiale für unsere Zukunft, unser Zusammenleben und unsere Entwicklung werden täglich verringert. Können wir das aufhalten, wenn wir unsere Produkte und Produktionsprozesse neu erfinden und organisieren? Wie?

Regeneratives Design

Regeneratives Design oder auch ökoeffektives Design (oft bezeichnet als Cradle to Cradle Design) will Produkte und Produktionsprozesse neu aufstellen. Das spätere Recycling der Produkte wird von Anfang an mitgedacht. Es entstehen Produkte, die jederzeit wieder vollständig in ihre Eingangsstoffe aufgelöst werden können. Die Materialien kann man dann einsetzen für neue und gleichwertige Produkte. Dabei lassen sich Materialien der „technischen Sphäre“ wie z.B. Metalle oder Kunststoffe, die in technischen Kreisläufen industriell immer wieder neu verwendet werden, unterscheiden von Stoffen der „biologischen Sphäre“, bei denen die Natur die Aufarbeitung in ökologischen Kreisläufen übernimmt. Die Materialien einer Waschmaschine sind technisch, ein Trinkbecher könnte z.B. aus kompostierbarem Kunststoff hergestellt sein. Alles, was verbaut wird, ist und bleibt stets „Nährstoff“ für entstehendes zukünftiges neues. Es gibt keinen Müll mehr; Rohstoffe und Gestaltungspotentiale gehen nicht mehr verloren. Gewisserweise sind alle Produkte „Natur Produkte“ – sie sind gestaltet nach dem ökologischen Vorbild der Natur. 


technischer und biologischer Kreislauf Kurzes Video
von Gugler zu Ökoeffektivität


Am bekanntesten ist diese Idee heute unter dem Markennamen cradle to cradle. Sie ist ein interessanter Vorschlag für wirklich nachhaltiges Wirtschaften. Sie erfordert allerdings, dass wir einen Großteil unserer Produkte und Produktionsprozesse neu erfinden und gestalten. Wir brauchen eine zweite industrielle Revolution, in der die Ergebnisse der ersten ökologisch überarbeitet werden (Braungart). OWi beschäftigt sich mit der Frage, wie das gelingen kann, wenn man die Ideen von Open Source und Openness zur Idee von Regenerativem Design hinzufügt. Was geschieht, wenn wir dieser zweiten industriellen (und ökologischen) Revolution die kollaborative und innovative Kraft von Open Source, DIY und offener Zusammenarbeit zur Seite stellen? 

Openness (Open Source) & Transparenz

Openness/Open Source bedeutet, dass Baupläne und Herstellungsweisen transparent gemacht werden und es anderen offen erlaubt ist, diese zu studieren, zu kopieren, umzusetzen und weiterzuentwickeln und alles dabei enstehende weiterzuverbreiten. Es geht darum, anderen Zugriff zu geben und damit die Möglichkeit am Gebrauch, der Verbreitung und Weiterentwicklung von Dingen zu partizipieren. Welche Chancen gewinnen wir für die regenerative Neugestaltung unserer Produkt- und Produktionswelt, wenn wir diese umfassend öffnen und transparent machen, vollständig deklarieren und offen teilen? Was gewinnt Regenerative Gestaltung aus Openness und was könnte Opennes aus Regenerativer Produktgestaltung gewinnen? Ein paar Ideen gibt der Text hier. OWi widmet sich der Aufgabe, diese Ideen praktisch zu experimentieren und umzusetzen. 

Produkt & Umweltinteraktivität+

Die Interaktivität der Produkte könnte sich erhöhen. Transparente Produkte erleichtern es jedem, kreativ damit umzugehen, sie zu hacken und z.B. als Bauteillager zu verwenden für anderes. Sind die Produkte zudem regenerativ, also als leicht zugängliches Bauteillager für zukünftiges anderes konstruiert, steigert sich diese Möglichkeit zudem enorm. Websites mit aufbereiteten Informationen erlauben es so jedem mit wenigen Klicks zum 
MacGyver für die ihn umgebenden Produkte zu werden, sie zweckzuentfremden für seine aktuellen Bedürfnisse. Solche Produkte sprechen uns als aktive und kreative Gestalter unserer eigenen Legenswelt an, nicht nur als passive Konsumenten. DIY (do it yourself) by default! Dies kann zu neuen produktiven Beziehungen zwischen Produzenten und Konsumenten führen und vielen anderen interessanten Dingen führen.
 

Open Innovation 

Transparente Bau- und Herstellungspläne würden die Produkte öffnen für Open Innovation. Millionen von (Hobby)Forschern könnten in offenen Prozessen frei und dynamisch an der ökologischen Neuerfindung der Produkte und ihrer Implementierung und Verbreitung in unserem Alltag zusammenarbeiten. Die zweite industrielle Revolution braucht viele Ideen und neue Prozesse – offene Innovation kann dafür ein wichtiger Treiber sein. Open Innovation geht zudem meist schneller, ist billiger und von besserer Qualität. 


Reparatur

Offen abrufbare Baupläne und regenerative Konstruktionsweisen vereinfachen die Reparatur von Dingen und erhöhen deren Lebensdauer. Reparieren ist oft viel weniger ressourcen- und energieaufwändig als Neuproduktion. Heute wird die Möglichkeit der Reparatur immer seltener mitgedacht, die Produkte werden dem sogar oft entgegenentwickelt (man denke nur an die aktuellen Debatten zur 
geplanten Obsoleszenz). Eine transparente und regenerative Produktwelt könnte diesen Trend umkehren. Waschmaschine reparieren, Fahrzeug reparieren, Lampe reparieren, Tisch reparieren usw. einfach DIY do it yourself. 

Flexible Stoffströme
     dynamische, lebendige Stoffkreisläufe durch Transparenz &  
Openness

Die Möglichkeit, Stoffkreisläufe einfach und dynamisch zu organisieren, ist Grundbedingung für  den Erfolg regenerativer Produkte und Produktionsmethoden. Transparenz bietet hierfür den Schlüssel, weil sie vielfältige Möglichkeiten für kreative neue Geschäfts- und Organisationsmodelle mit "wertvollem Müll" bietet. 

Ist der Müll 
regenerativ - also eine zugängliche Sammlung von Wertstoffen - und dieser Wert über Transparenz für jeden einsehbar, öffnet sich ein Aktionsfeld für 
innovative Stoffkreislauf-Organisations-Start-Ups, die die Organisation der Rückgewinnung und des Rücktransportes übernehmen. 

Regenerative
 Produkte sind wertvolle Materialzwischenlager. Wird dieser Wert durch Transparenz für viele sichtbar und einlösbar, steigen in der Folge auch die Anreize, Produkte von vornherein so herzustellen oder an der Kasse auszuwählen. Die einfache Wiederinwertsetzung der Produkte ist dafür Voraussetzung.

Ist die Entscheidung zur Offenheit einmal gefallen öffnen sich zudem vielfältige Möglichkeiten für intelligentes und Computergestütztes Stoffstrommanagement über viele Unternehmen hinweg. 
Ist die Entscheidung zur Offenheit einmal gefallen öffnen sich zudem vielfältige Möglichkeiten für intelligentes und Computergestütztes Stoffstrommanagement über viele Unternehmen hinweg. Solche Software kann uns viele verborgene Kreislaufschließungspotentiale sichtbar machen.
 
Open Discussion

Ist ein Produkt transparent und seine „Öko- und Umweltbilanz“ für jeden leicht ermittelbar, wird es einfacher für uns als Gesellschaft, den tatsächlichen Wert eines Produktes neu zu diskutieren. Transparenz gibt uns als Gesellschaft die Möglichkeit, Probleme schneller zu erkennen, zu diskutieren und klügere und nachhaltigere Lösungen in den Fokus zu rücken bzw. unsere Konsum- und Lebensweisen daran anzupassen. 

Natur & Umwelt

Transparente Stoffkreisläufe würden es in irgendeiner Weise mit sich bringen, die Natur als Produzent umfassend sichtbar zu machen. Das würde auch erlauben, mit ihr planvoller in Symbiose zu treten. Eine gesündere Umwelt sowie eine reichhaltigere und vielschichtigere Beziehung zu ihr  kann die Folge sein. 

Intelligentere Wirtschaft durch Transparenz?

Transparenz könnte insgesamt zu einer intelligenteren Wirtschaft führen. Heute wickelt unsere Wirtschaft ihre Kommunikation und Entscheidungen überwiegend über Geld bzw. Preise ab. Geld ermöglicht eine effiziente Wirtschaftskommunikation, weil es viele Aspekte "verdunkelt", nicht ans Licht holt. Die oben genannten Aspekte spielen daher heute nur nebengeordnete Rollen. Mit Transparenz würden sie aber plötzlich in der öffentlichen und wirtschaftlichen Kommunikation an Bedeutung gewinnen, stärker auf die Produktionsentschei-dungen einwirken und diese dadurch letztlich intelligenter werden lassen. Transparenz ermöglicht es, Anschlussfähigkeiten neu zu organisieren und uns damit ein Stück weit von Geld bzw. einigen der damit verbundenen Probleme zu lösen. Produzenten und Gemeinschaften, die nach den Ideen bzw. innerhalb einer offenen ökologischen Wirtschaft arbeiten, können wirtschaftlicher und erfolgreicher agieren & z.B. Synergien und nachhaltige Innovationen besser erkennen und realisieren. Viele Potentiale für effizienteres Wirtschaften, die Geld nicht zeigen kann, würde sie nutzen können und letztlich ihre Einnahmen dadurch steigern können. 

Transparenz heißt „Sichtbarkeit“. Sichtbarkeit ist immer Voraussetzung für intelligente Wissensoperationen. Was ich nicht weiß, darüber kann ich kaum bzw. nur eingeschränkt klug nachdenken und entscheiden. Das Digitale – das Internet – ist ein gigantischer Sichtbarmachungsapparat, der im Prinzip noch brandneu ist. Er ermöglicht es uns, alles einmal umzukrempeln und neu, anders und vielleicht besser auszurichten. Wie wäre es, wenn wir ihn einsetzten, um unsere Produkt- und Produktionswelt transparent und sichtbar zu machen und damit unserer Wirtschaft und unseren Unternehmen erlaubten, intelligenter (& nachhaltiger) zu werden und zu agieren? Diese Chance zu Openness wird uns jetzt mit den digitalen Medien geboten.

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Soweit ein paar Gedanken oder Möglichkeiten, die sich ergeben können beim Nachdenken über die OWi Idee und logisch erscheinen oder auch nicht. 
Ob sie wirklich so zutreffen oder nicht, kann man über das Gespräch oder über Texte kaum klären. Darum widmet sich OWi vor allem der praktischen Projekten Erforschung der hier hingestellten Ideen und damit verbundenen Fragen in einem offenen Prozess, der jeden zur Mitarbeit einlädt. Im Ausprobieren entstehen vielleicht Dinge, die man sich jetzt gar nicht vorstellen kann.

Weitere Informationen
- OWi zum Vortrag, für einen Workshop oder zur Diskussion einladen: ooewi.mail@googlemail.com
Offene Linkliste  zum Mission Statement

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English Mission Statement

Ecoeffective Design (also known as cradle to cradle design) is the concept of endless recyclable  products – how can we design our products in a way that they could always be used as rich ever growing ressource mines for our future products? How can we use and build in materials so that they are connected to a million different future forms. Lets establish ultimate material connectivity! 

There are a lot of cradle to cradle projects and efforts out there but most of them are closed source. Maybe the materials could connect to each  other – but it is not always easy to find out. To close something means to cut off communications as well as clever organisation and innovation potentials.  

What would happen if we add the ideas of openness (like open hardware, open design, open source etc.) to regenerative or cradle to cradle design? What possibilities could come out of this combination? What can a regenerative design (r)evolution gain from openness and what can openness gain from the build in material connectivity of regenerative designs? How could we reorgniaze all our stuff and the way it connects and interacts with us and itself? 

OWi Open Source Ecological Economy raises these questions, experimenting and searchs for answers in small practical projects. Feel free to contribute. For example help to build an english version of OWi. Email to ooewi.mail@googlemail.com

You can also invite OWi for a talk or workshop. Email to ooewi.mail@googlemail.com