Vorwort zum Reisepricht


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SüdamerikaVon Januar bis Juli 2006 machten wir unseren über zehn Jahre alten Plan wahr und reisten durch Südamerika. Doch der Kontinent ist riesig, und auch sechs Monate reichen nicht weit. Da wir uns in Spanisch bereits ansprechend verständigen konnten und zudem unsere Kenntnisse gehörig vertiefen wollten, strichen wir Brasilien leichten Herzens von der Liste. Wegen seines zweifelhaften Rufs punkto Sicherheit verschoben wir auch Kolumbien von vornherein auf eine zukünftige Reise. Wir wollten mindestens einen Teil der Reise auf dem Fahrrad bestreiten, und da der Abreisetermin—und damit das jahreszeitliche Klima—gegeben war, fiel die Wahl ersten Station auf Argentinien. Aus demselben Grund reisten wir von Süd nach Nord und gingen nicht weiter südlich als Bariloche.

Spanisch • Zuerst machten wir sechs Wochen in Mendoza im «Instituto Intercultural» Halt.  Das sollte sich als äusserst glückliche Wahl herausstellen, doch das programa de inmersión mit Familienanschluss hatte es in sich! Wohl hatten wir mit der Familie grosses Glück, doch war die Zeit in Mendoza sehr intensiv. Doch mit Erfolg, wie sich zeigte: mittlerweile sind wir fliessend.

VeloInsgesamt verbrachten wir netto nur zwei Monate auf dem Velo und legten gut 3000 km zurück. Von Salta im Nordwesten von Argentinien schickten wir die Fahrräder schliesslich in die Schweiz zurück—direkt zum Händler mit dem Auftrag zum Service. Die Zeit auf dem Tourenvelo war sensationell, und es fiel uns nicht leicht, die Räder zurück zu senden. Aber obwohl es danach ab und zu Momente gab, wo wir uns einen eigenen fahrbaren Untersatz zurückwünschten, waren wir insgesamt mit unserer Entscheidung sehr zufrieden. Natürlich kann man im Altiplano von Bolivien oder im Amazonasbecken radfahren, aber es ist oft sehr entbehrungsreich oder beschwerlich. Oder beides. Das äusserst aufschlussreiche und überlegt geschriebene Buch «Abenteuer Anden» von Joachim Held [Verlag Reise Know-How, 2003] war eine grossartige Vorbereitungslektüre und ein Motivator zu unserer Entscheidung, nur einen Teil der Anden mit dem Fahrrad zu bereisen.

Argentinien ist uns in den vier Monaten sehr ans Herz gewachsen. Landschaftlich wie kulturell, klimatisch wie von den Begegnungen mit den Menschen her. Und die mit dem Velo erkundete Strecke war das bis dato schönste und abwechslungsreichste Tourenerlebnis. Und dies, nachdem wir bereits mit über einem Jahr Tourenerfahrung in Neuseeland, Kuba und verschiedensten Teilen Europas im Gepäck angekommen waren.
Bolivien • Die ganz grosse Überraschung. Und zwar noch mehr kulturell als landschaftlich. Die Leute im Altiplano sind extrem tapfer. Sie führen ein sehr karges und hartes Leben, doch versuchen sie stets, aus dem Wenigen, was sie haben, das Beste zu machen. Sie arbeiten exakt und viel, sie helfen einander. Sie versuchen, den Touristen ein gutes Bild ihres Landes abzugeben und bieten ein sensationelles Preis-Leistungsverhältnis. Zudem sind die Bolivianer zurückhaltend und lassen einen in Ruhe den eigenen Weg gehen. Wir empfanden Bolivien als sauber und recht sicher, nur nachts war es immer schrecklich kalt und finster. Und obwohl alle Welt vor allem vom Altiplano spricht und diesen bereist, ist das Amazonasbecken und der Dschungel mindestens ebenso interessant und schön. Hoffen wir, dass die Bolivianer von der Regierung Evo Morales nicht abermals enttäuscht werden!

PeruFast einen kleinen Kulturschock hatten wir nach der Einreise aus Bolivien ins wirtschaftlich am stärksten wachsende Land Südamerikas. Bereits in Arequipa wurde uns der Touristenrummel zu viel. Wohl eine wunderschöne Stadt mit vielen ausserordentlichen Restaurants, doch was nützt’s, wenn man kaum 20 m ungestört gehen kann? Und als uns andere Reisende ihre Erfahrungen in Cuzco schilderten, war’s Zeit, eine kulturell und klimatisch ganz andere, weniger stark bereiste Region zu besuchen.

VenezuelaLeider hatten wir im Vorfeld nicht viel Gutes über dieses Land gehört, abgesehen davon, dass es landschaftlich einmalig sein soll und bis dato die meisten internationalen Titel an Miss-Wahlen eingeheimst hatte. Doch wie schon unsere Reise nach Kuba, versprach die—milde gesagt—eigenartige sozialistische Regierung um Hugo Chávez sehr interessante politische und kulturelle Aspekte. Zudem leben vor allem im Osten Venezuelas sehr viele Leute schwarzer Abstammung, welche sich in Aussehen und Kultur stark von der Indio-geprägten Zivilisation der klassischen Andenländer unterscheiden würden. Wir wurden nicht enttäuscht und fanden alle unsere Vorurteile bestätigt! Landschaftlich sensationell und interessant, erwies sich Venezuela durchgehend als unorganisiert, gefährlich, dreckig und anstrengend. Chávez hat das Land in eine riesige Krise manövriert, und ein Volksaufstand hat sich bisher wohl nur durch den ‘mal offenen, ‘mal subtilen Einsatz der Dollarmillionen aus der Ölförderung verhindern lassen. Das zum Abschluss besuchte Karibik-Archipel Los Roques versöhnte uns teilweise, aber so schnell werden wir nicht nach Venezuela zurückkehren.

FazitNach sechs Monaten können wir sagen, die Reise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Die Erfahrung in Venezuela war “speziell”, hat uns aber ein Südamerika gezeigt das wir bereits als antiquiert anzusehen begannen. Und eines können wir mit Sicherheit sagen: wir waren nicht das letzte Mal in Südamerika!

Oliver & Jeannine, Dezember 2006

 

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Erläuterungen zu Form & Inhalt


TexteDie nachfolgenden Kapitel sind Reiseberichte, die wir von unterwegs an unsere Freunde und Bekannten verschickt haben. Wir haben sie nur soweit korrigiert und angepasst, dass der Inhalt klar und fehlerfrei ist. Die Texte sollen die Stimmung wiedergeben, in der sie geschrieben wurden.

KapitelstrukturDie einzelnen Berichte halten sich an eine einheitliche Struktur, die dem Leser die Lektüre vereinfachen sollte und es zudem erlaubt, sich auf die interessierenden Themen zu beschränken.

«Längen & Breiten» — Die technischen Details zu Standort und zurückgelegter Route. Die linke, dritte Spalte auf der ersten Seite jedes Berichts gehört dazu.

«Land & Leute» — Beobachtungen zu Geographie, Geologie, Kultur, Geschichte, Soziologie etc.

«Essen & Trinken» — Ein grosser Vorteil des Veloreisens ist, dass man getrost jederzeit zulangen kann.

«Alltag & Sternstunden» — Die persönlichen Reiseerlebnisse und Highlights.

«Pannen & Pleiten» — Wenn’s mal wieder nicht lief wie erwartet, oder: «wenn gringos sich anstellen».

«Brösmeli & Kunterbunts» — Krimskrams und Merkwürdiges.

«Pläne & Absichten» — Wie’s weitergehen sollte.

Fotos • Alle Fotos sind während der Reise entstanden.

Karten • Alle Kartenausschnitte sind mit Hilfe von Google Earth® angefertigt

 

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