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Was wir alles über das Leben wissen müssen (Hörbuch Yogi Nils)

1.
Die Zimmernachbarin meiner Mutter ist gestorben. Sie hat sechs Monate schwer gelitten. Sie war depressiv, weil sie aus ihrer gewohnten Umgebung mit vielen Freunden in die Einsamkeit des Altersheimzimmers von ihrer Familie abgeschoben worden ist. Sie war Katholikin, aber ihr Glaube gab ihr kaum Halt. Dann wurde sie krank, kam für zwei Monate ins Krankenhaus und starb jetzt am Sonntag. Ich überlege, was mit ihr wohl nach dem Tod geschieht. Wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, ist einfach alles zu ende. Sie hatte kein schönes Ende, aber jetzt ist es zu ende. Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, wird es spannend. Grundsätzlich ist aus meiner Sicht der Bewusstseinszustand vor dem Tod gleich dem Bewusstseinszustand nach dem Tod. Ein Erleuchteter geht glücklich, friedlich und erleuchtet durch den Tod. Er kommt nach dem Tod ins Licht, ins Parinirvana, ins Paradies. Er verschmilzt mit Gott. Er lebt in einem erleuchteten Energiefeld weiter. So habe ich es in meinen Visionen erfahren und von meinen Meistern gelernt.

Die alte Frau ist depressiv gestorben und würde danach in ein Energiefeld der Depression gelangen. Das kann man als Hölle bezeichnen. Der Hölle kann man entgehen, wenn man die Techniken kennt, durch die man beim Sterben ins Licht kommen kann. Ich kenne diese Techniken. Meine Meister haben mich trainiert diese Techniken in Leidsituationen anzuwenden.

Bei den Techniken handelt es sich im Wesentlichen um das positive Denken, die Meditation und Mantras, mit denen man die Kundalini-Energie aktiviert. Im Yoga wird gelehrt, dass man beim Sterben sich mit seinem spirituellen Vorbild verbinden soll. Man denkt seinen Namen als Mantra, das innere Glück erwacht und die Seele verlässt durch das Scheitelchakra mit der Kundalini-Kraft den Körper. Das ist der direkte Weg ins Yogi-Paradies, genannt Shivaloka, Siddhaloka oder Sathyaloka (Ort der höchsten Wahrheit). Mir gelang es einmal in einer Meditation dort hin zu gelangen. Ich weiß also, dass dieser Ort existiert. Ich hoffe mit der Hilfe meiner Meister bei meinem Tod wieder dort hin zu gelangen.

Die alte Frau kannte diese Techniken nicht. Sie hat sie auch nicht während ihres Lebens und insbesondere kurz vor ihrem Tod geübt. Das sollte man aus der Sicht des Yoga tun. Die alte Frau war aber eine Christin. Nun kann man aus evangelikaler oder evangelischer Sicht sagen, dass nur evangelische Christen in den Himmel und Katholiken in die Hölle kommen. Genauso wie man aus katholischer Sicht meinen kann, dass nur Katholiken in den Himmel und Muslime und Juden in die Hölle kommen kann. Ich vertrete die Einheit aller Religionen. Alle Religionen können Wege ins Licht sein, wenn man sie ernsthaft praktiziert.

Ein Mensch, der ernsthaft seine Religion praktiziert, egal ob er Hindu, Moslem oder Christ ist, wird bei seinem Tod beten und sich auf Gott, das Paradies oder sein erleuchtetes Vorbild konzentrieren. Er verbindet sich mit seinem erleuchteten Vorbild. Dann wird er entweder durch die eigene Kraft oder durch die Hilfe seiner Meister ins Licht aufsteigen. Selbst wenn er beim Sterben depressiv war, kann er mit seinen spirituellen Techniken ins Licht gelangen.

Da die alte Frau ihren Glauben nicht mehr wirklich praktiziert hat, ist zweifelhaft ob sie ins Licht gelangt ist. Was wir aber tun können ist für sie zu beten. Auch Gebete anderer Menschen können eine Seele nach dem Tod ins Licht bringen. Beten wir also für diese alte Frau. Buddhisten können für diese Frau Mantras denken oder eine Sterbepraxis machen (z.B. aus dem tibetischen Totenbuch vorlesen). Mir gefällt auch die Idee für Verstorbene zu singen.

Für mich sind die Dinge klar. Ich kenne zweifelsfrei meine früheren Leben. Sie tauchten im Laufe meines spirituellen Reinigungsprozesses auf, wie auch bei Buddha, dem Heiligen Antonius dem Großen und vielen Yogis. Einmal habe ich mich auch im Jenseits gesehen. Und ich kenne die Erleuchtung. Sie ist für mich zweifelsfrei der tiefere Sinn des Lebens. Der Weg zur Erleuchtung ist innere Reinigung, die Auflösung der Verspannungen im Körper und im Geist. Dann wird man nach der Bibel Gott schauen. Gott ist für mich das Licht, ein höheres Energiefeld (Bewusstsein), dass hinter der Materie im Diesseits und im Jenseits existiert. Das wird auch von vielen Quantenphysikern (Wissenschaftlern) so vertreten. Und es gibt auch die Nahtodforschung und die Reinkarnationsforschung, die in diese Richtung weisen. Und es gibt natürlich sehr viele Menschen die die Erleuchtung erfahren haben wie Buddha, Jesus, Patanjali, Sokrates. Das Internet ist voll von erleuchteten Menschen. Das ist bekannt und nichts Besonderes. Schwierig ist nur den persönlichen Weg zu finden und zu gehen. Da helfen uns die Meister und auch die Heiligen Schriften aller Religionen.


3. Mein Tagesbeginn: Aufwachen. Zwei Stunden Meditation im Liegen. Positive Besinnung auf mein spirituelles Vorbild und den vor mir liegenden Tag. Aufstehen. Rock Musik laut an. Roll over Beethoven. Verbeugung vor dem Altar mit meiner heiligen Statue. Also vor mir selbst (meinem höheren Selbst). Kerze und Räucherstäbchen. Katzenwäsche. Eine Tasse Tee. Kurz die Welt im Internet retten. Spaziergang im Wald, Den Vögeln beim Singen zuhören. Selbst laut singen zur Ukulele. Mit guten Freundinnen telefonieren oder skypen. Im inneren Glück und der umfassenden Liebe durch den Tag gehen.

Saskia: Ich vermisse deine körperliche yogische Praxis.
Nils: Die Asanas mache ich im Wald beim Spazierengehen und beim Liegen im Bett. Geh-Yoga und Liege-Yoga. Meine Hauptpraxis ist der Kundalini-Yoga, und der geht gut im Liegen. Sitzen und Gehen. Und meine zweite Praxis ist die umfassende Liebe. Und das ist ein permanenter Weg, da ich energetisch mit vielen Menschen verbunden bin. In Wirklichkeit ist mein spiritueller Weg ziemlich dynamisch. Ich lebe in starken Energien. Ständig geschieht etwas Neues. Morgen ist Singen und Zaubern auf dem Kinderfest auf der Pferdewiese. Und in fünf Wochen findet die Yoga-Ausbildung bei mir statt. Dann gibt es viele Asanas.

4.

Afrikafest bei Meister Om Om

Eine Nachbarin von Nils veranstaltete ein Afrikafest. Afrikanische Frauen kochten leckeres Essen aus gebratenen Bananen, Bohnen, Fladenbrot und irgendetwas Fleischigem. Afrikaatmospäre. Schwarze Frauen beim Reden und Kochen. Schwarze Kinder wuselten überall herum. Schwarze Männer waren wenig zusehen. Dafür gab es Meister Om Om, der seine Tarotkarten mitgebracht hatte und allen eine glückliche Zukunft vorhersagte. Jeder durfte eine Karte ziehen. Wahrsagen ist bei afrikanischen Frauen sehr beliebt. Wie Meister Om Om. Ein Scherz.

Da begann schon das Trommeln. Alle strömten zum Versammlungsplatz und begannen zu tanzen. Ein kleiner Junge übte seine ersten Trommeltöne. Eine dicke schwarze Mutti tanzte und begeisterte alle mit ihrer Lebensfreude. Davon können die Deutschen noch viel lernen. Sie standen steif um die Trommelgruppe herum. Wenigstens die Sonne lachte vom Himmel herab. Und so wurde es ein schönes Treffen der Kulturen und ein gelungener Beitrag zur Integration.

Die schöne Türkin vom Fest vor zwei Jahren war auch wieder da. Nils hatte ihr einen Traummann geweissagt. Jetzt hatte sie zwei Kinder und ihr Traummann war verschwunden. So ist das manchmal mit Traummännern. Zum Orakel kam sie vorsichtshalber nicht mehr. Sie wollte wohl die nächste Enttäuschung vermeiden. Aber die Zukunft läßt sich nicht vermeiden. Mit oder ohne Orakel. Am besten geht man mit Weisheit, Liebe und Erleuchtung durch das Leben. Dann hat man immer eine glückliche Gegenwart. https://www.youtube.com/watch?v=jXHvfpMPaFo

5. Irgendwie bin ich heute in meinem Leben angekommen. Alles ist gut so wie es ist. Das äußere Leben ist gut so wie es ist. Ich habe verschiedene Phasen durchlebt. Zuerst war ich Student und politisch aktiv. Dann war ich Rechtsanwalt und hatte eine Familie. Dann wurde ich Yogi, strebte nach Erleuchtung und arbeitete als Yogalehrer.

Dann schrieb ich mein spirituelles Wissen auf und fand einen Weg es erfolgreich zu veröffentlichen. Inzwischen wurden meine Bücher weltweit fast 400 000 mal heruntergeladen. Mein Bestseller ist mein Buch über positives Denken in Amerika mit 111 000 Verkäufen. Es folgen meine Bücher in Deutschland über Yoga (67 000) und über den Buddhismus (50 000). Ich bin glücklich, dass ich durch meine Bürcher vielen Menschen auf dem spirituellen Weg helfen kann.

Jetzt bin in in die dritte Phase gelangt. Ich habe mein Haus modernisiert und kann es jetzt als Retreathütte verwenden. Ich gebe Ausbildungen in Yoga und spiritueller Therapie. Das erste Seminar habe ich erfolgreich durchgeführt und demnächst kommt das zweite Seminar. Das Wetter ist gut, die Natur um mich herum herrlich und ich bin optimistisch.

Und dann habe ich einen kleinen Freundeskreis. So ist mein Leben als Eremit nicht mehr so einsam. Alles ist im richtigen Gleichgewicht, das Leben in der Ruhe, in der umfassenden Liebe als Bodhisattva, das spirituelle Üben und der Genuss des Lebens. Ich lebe im Frieden und im Glück. Was will man mehr von seinem Leben?

Wie kann ich meine Dankbarkeit ausdrücken und mein glückliches Leben feiern? Indem ich meine Ukulele nehme und spirituelle Lieder zu Ehren Epikurs, Jesus, Buddhas, Shivas und meiner erleuchteten Meister singe. Sie haben mir das größte Geschenk gemacht, was man auf der Erde erhalten kann. Sie habe mir das Wissen vom spirituellen Weg geschenkt und führen mich beständig weiter ins Licht.

Gestern Abend saß ich mit meiner Ukule draußen vor dem Haus. Es war dunkel, die Temperatur angenehm und ich sang "Ganga Ma". Schließlich wohne ich am Fluss. Symbolisch ist das ganze Leben ein Fluß, der von Quelle (Geburt) bis in den großen Ozean (die Einheit) fließt. Einige Vögel gesellten sich zu mir und zwitscherten laut von den Bäumen herab. Ein idyllischer Abend. Meister Om Om singt mit den Vögeln und die ganze Natur hört zu. Ein Leben in der Einheit, in der Liebe und im Glück.

https://www.youtube.com/watch?v=KtC11BRZw_A

6. Krimi im Altersheim

Es ist Sommer. Die Alten sitzen überall verteilt entweder in der Sonne oder im Schatten. Ich suche sie dort auf, wo sie sind. Das ist heute meine Strategie. Sie kennen mich schon. Wo ich erscheine, heißt es: "Der Musiker kommt." Das empfinde ich als eine Ehre. Im Kirchenchor durfte ich als Kind nicht Weihnachten mitsingen, damit ich das schöne Weihnachtsfest nicht zerstöre. In der Schule bekam ich eine gute Note als Belohnung dafür, dass ich nicht im Chor mitsinge. Aber im Altersheim werde ich geliebt. Hier zählen nicht die guten Töne, sondern das gute Herz. Ich bin ein Yogi. Ich verbreite durch meine Musik gute Energie. Ich baue die Alten energetisch auf. Das spüren sie. In der Schule zählte die äußere Form. Hier zählt die innere Essenz.

Bei meinem erlaubten Singplatz im Gang sitzen heute keine Leute. Die Tür ist wegen der Hitze weit auf und es herrscht Durchzug. Vor der Zugluft flüchten die Senioren. Sie sitzen auf dem Platz vor dem Vogelkäfig. Hier darf ich eigentlich nicht singen. Aber als 68iger habe ich gelernt: "Legal, illegal, scheißegal." Man muss etwas riskieren, wenn man die Welt retten will. Wenn man die Menschen glücklich machen will. Eine alte Frau bittet mich mit ihnen zu singen. Nach und nach kommen immer mehr Seniorinnen hinzu. Und dann beginnt eine alte Frau zu meiner Musik zu tanzen.

Die Alten sind begeistert. Jetzt gibt es etwas für die Augen und die Ohren. Musik und Tanz zusammen. Eine zweite Frau tanzt mit. Die Stimmung erreicht ihren Höhepunkt. Meine Mutter wacht aus ihrem dementen Gleichmut auf und beginnt zu lächeln. Die Alten sind glücklich. Und dann erscheint die böse Oberschwester. Sie rauscht durch die Gruppe hindurch. Ich spiele scheinbar fröhlich weiter, obwohl mich ihr Anblick erheblich stresst. Wird sie mich jetzt vertreiben? Sie sagt nichts. Vielleicht bemerkt sie das Glück der Seniorinnen und will es nicht zerstören. Vielleicht traut sie sich nicht sich mit mir direkt anzulegen, weil ich alle ihre Aktionen als Schriftsteller in die Öffentlichkeit bringe.

Mehrmals rauscht sie durch die Gruppe. Im Gefolge ihre Unterschwester, die auch so tut als bemerke sie mich nicht. Wir singen fröhlich weiter. Doch dann kommt eine andere Angestellte des Altersheimes und bittet mich mit dem Singen aufzuhören. Die Oberschwester hat sich vermutlich bei ihr über mich beschwert. Und sie ist eine Powerfrau, die gerne für Ordnung sorgt. Und Singen im Altersheim an diesem Platz ist nicht in Ordnung. Ich räume friedlich den Platz und schiebe meine Mutter in ihrem Rollstuhl in den Park. Ich bin zufrieden. Ich habe die Alten fast eine Stunde glücklich gemacht. Das genügt.

Im Park treffe ich auf eine große Gruppe von Senioren, die im Schatten auf den Bänken sitzen. Ich frage, ob ich für sie singen soll. Sie stimmen erfreut zu. Und so singen der Musiker und seine alte Mutter hier weiter. Nach jedem Lied frage ich, ob sie noch mehr Musik wollen. Man soll seine Fans ja auch nicht überfordern. Nach einigen Lieder ziehe ich weiter. Ich entdecke meine beiden treuesten Fans etwas abseits auf einer Bank. Und singe mit ihnen noch einige weitere Lieder. Bis ich eine gewisse Erschöpfung bei mir bemerke. Ich werde beim Singen unkonzentriert und die falschen Töne nehmen überproportional zu. Da weiß ich, dass es Zeit ist das Musizieren zu beenden und nach Hause zu fahren.

7. Singen im Park.

Heute war es schön warm in Hamburg. Also schob ich meine Mutter mit ihrem Rollstuhl in den Park. An einer sonnigen Stelle zog ich meine Ukulele aus dem Rucksack und begann zu singen. Eine alte Frau, Ruth, und ihre Freundin, Margarete, setzten sich zu mir. Zuerst wünschten sie sich das Lied "Hänschen klein". Das war ihr Lieblingslied. Ich kannte den Text und konnte es spontan auf der Ukulele spielen.

"Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein. Stock und Hut, steht ihm gut, war gar wohlgemut. Aber Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr. Da besinnt sich das Kind, kehrt nach Haus geschwind." Das Lied hatte etwas mit dem Leben von Ruth und ihrer Tochter zu tun. Die Tochter war vermutlich in die Welt gezogen, hatte eine Familie gegründet, und kehrte jetzt zu ihrer alten Mutter zurück und besuchte sie regelmäßig im Altersheim. Gestern hatte Ruth den ganzen Tag vergeblich auf ihre Tochter gewartet. Aber vielleicht hatte sie auch einfach den genauen Besuchstermin vergessen. Ruth wird stark vergesslich.

In zwei Tagen hat Ruth Geburtstag. Sie wird 88 Jahre alt. Und dann jedenfalls besucht ihre Tochter sie. Darauf freut sie sich schon jetzt. Wir sangen "Happy Birthday" und feierten schon etwas vor. Danach kam wieder das Lied "Mein Hut der hat drei Ecken", bei dem alle Frauen namentlich erwähnt wurden. "Ruth, Margarete, Ella haben drei Ecken". Das erzeugt immer wieder Freude. Ich sang noch einige Kinderlieder, dann zogen Ruth und ihre Freundin weiter.

Jetzt war ich mit meiner Mutter ganz allein auf der Parkbank. Ich sang deshalb heute erstmalig lange alleine für meine Mutter. Aber überall im Park saßen Senioren und genossen die Musik. Der ganze Park hörte sozusagen mit. Meine Mutter wird immer dementer. Als ich sie traf, saß sie mit heruntergezogenen Mundwinkel in ihrem Zimmer. Aber als ich sang, freute sie sich und ihre Mundwinkel gingen nach oben. Das war ihre einzige Reaktion heute. Sie sang nicht mit, sondern hörte zu. Nur einmal kamen einige Töne aus ihrem Mund.

Ich verband mich mit der Energie meiner Mutter und reinigte sie spirituell beim Singen. Ihr Leben im Altersheim kann man als eine Dauermeditation sehen. Die ideale Meditation besteht darin zuerst die Kundalini-Energie durch Mantras und Visualisierungen zu aktivieren und dann in der Meditation zu verweilen. Das Verweilen praktizierte meine Mutter von alleine. Durch meinen Gesang übernahm ich die Kundalini-Aktivierung. So kommt sie spirituell voran.

Ich traf ihren Altenpfleger. Er ist zufrieden mit ihrem Zustand und hofft, dass sie eines Tages genauso friedvoll aus dem Leben scheidet. Wir werden sehen, wann das geschieht. Meine Mutter ißt immer weniger. Ich konnte sie heute kaum motivieren einige Apfelsinenstücke zu essen. Das tat sie sonst immer gerne.

Ihre frühere Zimmernachbarin ist vor zwei Wochen gestorben. Jetzt ist eine neue alte Dame eingezogen. Sie ist geistig noch fit. Sie liest das Hamburger Abendblatt. Dort sind die Bilder der großen Menschheitsführer abgedruckt. Der türkische Diktator Erdogan und der russische Diktator Putin. Das Regierungssystem beider kann man als gelenkte Demokratie bezeichnen. Dann gab es noch den amerikanischen Präsidenten Trump, der zwar gewählt, aber freundlich ausgedrückt ein Art Diktatortyp ist. Da ist unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel dann auf dem G20 Gipfel in Hamburg in guter Gesellschaft.

Viel wird sicherlich bei dem Treffen nicht herauskommen. Die drängenden Probleme der Welt werden nicht gelöst, wie die Klimakatastrophe, die Hungerkatastrophe und die vielen Kriege. Aber wenigstens die Polizei hat ihren Spaß. Gerade gab es eine große Polizeiparty mit einigen Skandalen wie dem gemeinsamen Pinkeln gegen eine Mauer und einer nackten Polizistin im Bademantel. Das Bild kriege ich so schnell nicht aus meinem Kopf heraus. Es gibt nicht nur Kinderlieder im Altersheim, sondern jedenfalls in Hamburg tobt im Moment das Leben. 

Weltretter Grundwissen

Weltretter Grundwissen

Wie können wir eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks aufbauen?

8. Gerade schreibe ich ein Buch für die Rettung der Welt (Weltretter Grundwissen). Dazu gibt es dieses Lied. Im indischen Yoga gibt es den Weg der umfassenden Liebe (die Lehre von den Avataren, erleuchteten Meistern, die sich immer wieder auf der Ede inkarnieren). Der Gott Vishnu inkarniert sich immer wieder auf der der Erde, wenn die Welt bedroht ist. Er kam als Rama, Krishna, Buddha, Jesus und in vielen anderen Formen (Sai Baba, Amritananda, Mutter Meera). Rama besiegte zu seiner Zeit den bösen Herrscher Ravanna. Dabei halfen ihm seine Frau Sita und der starke Krieger Hanuman. Im Buddhismus gibt es entsprechend die Lehre des Bodhisattvas (Amitabha, Tara, Dalai Lama). Wer sich für die Rettung der Welt einsetzt, wird spirituell belohnt. Er wächst in ein Leben der Liebe und des Glücks und letztlich ins Paradies(Erleuchtungsbewusstsein, Paradiesbewusstsein). Mögen wir alle Weltretter werden. Möge unser Leben gesegnet sein.

https://www.youtube.com/watch?v=36fpO7NhyO4

9.

In Hamburg geht es rund. Der G 20 Gipfel findet am 7. und 8. Juli statt. Die Weltregierung tagt. Die Mächtigen der Welt verabreden, wie sie die Welt am besten ausbeuten und beherrschen können. Zahlreiche Organisationen und Gruppen haben Gegenproteste angekündigt. Es wird hart darum gerungen, wo sie protestieren können. Der Staat fürchtet eine Eskalation der Gewalt. Es ist genau die richtige Zeit mein Weltretterbuch zu schreiben. Dort befürworte ich den gewaltlosen Protest und die Verbindung von innerem Frieden und politischer Aktion. Nur wer Frieden und Liebe in sich hat, kann erfolgreich eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufbauen.

Die Anfangsdemo heute fiel zwar ins Wasser, weil es regnete. Es kamen nur etwa 8000 Demonstranten. Bei Regen haben die Weicheier keine Lust zu demonstrieren. Aber Mittwoch geht es so richtig los. Ich werde am Vormittag zu einem Vortrag von Vedana Shiva gehen, falls ich rechtzeitig aufwache. Erst kommt mein Schlaf und dann die Weltrettung. Das ist mein heiliges Prinzip. Der Vortrag ist in der Kampnagelfabrik und dauert bis 12.30 Uhr. Spätestens bis 12 hoffe ich da zu sein. Ich möchte einen Blick auf meine Heldin werfen, die extra für mich aus Indien angereist ist. Danach mache ich eine Pause beim Weltretten, weil ich zu meiner Mutter muss.

Aber spätestens am Samstag will ich auf die große Demo gehen, die von einem breiten Linksbündnis organisiert wird. Ich hoffe das Wetter wird gut, so dass die angekündigten 100 000 kommen. Unklar ist allerdings immer noch wo die Demo endet, weil die Polizei alle Demos verhindern will. Notfalls marschieren wir direkt zu Donald Trump ins Hotel an der Außenalster. Ich wollte ihm schon immer mal meine Meinung sagen. Vielleicht treffe ich dabei auch Putin und Erdo. Dann machen wir eine Machorunde, besaufen uns sinnlos und lästern über die Frauen. Angela muss solange draußen bleiben.

Inzwischen nimmt auch mein Weltretterbuch immer mehr Form an. Ich habe gerade meine Lieblingsweltretter gekürt: Gandhi, Mutter Teresa, Oskar Romero, Martin Luther King, Dalai Lama, Malala, Wangari Maathai und Nelson Mandela. Am Anfang erzähle ich aus meiner wilden Jugend und dann kommt der Bericht über den G 20 Gipfel. Meine Heldentaten muss ich mir aber noch überlegen. Ich verrate nichts, damit mir die Polizei nicht zuvorkommt. Im Moment bin ich ein ganz Wilder. Die Videos vom Gipfeltreffen habe mich aufgeputscht. Hoffentlich lande ich nicht im Gefängnis. Ein ganzes Flüchtlingslager wurde für die Einsperrung von wilden Demonstranten geräumt. Aber vielleicht wechsel ich auch die Fronten und feier mit der Polizei eine wilde Party. Da soll es ja hoch hergehen. http://solidarity-summit.org/programm/

https://de.wikipedia.org/wiki/G20-Gipfel_in_Hamburg_2017

10. Wer genau sich selbst lebt, lebt entspannt und glücklich. Lebe heute genau dich selbst. Lebe von innen heraus. Lebe auf deine Art. Verankere dich in der Weisheit. Und dann folge deinen spontanen inneren Impulsen. Frage dich immer wieder: "Wozu habe ich Lust? Was brauche ich jetzt?"

Nils:  Wie lebe ich genau mich? Früher war ich den Zwängen eines normalen Berufs- und Familienlebens ausgesetzt. Ich hatte eine so dominante Frau, dass ich im Laufe der Jahre das Gespür für mich selbst verloren hatte. Ständig gab es Anweisungen, die ich zu befolgen hatte. Ich stand ständig unter Stress und versuchte mein Leben einigermaßen zu meistern.

Dann gab ich meinen Beruf auf, zog in die Abgeschiedenheit und wurde Yogi. Jetzt konnte ich den ganzen Tag tun was ich wollte. Ich brauchte vier Jahre, um ein Gespür für mich selbst zu entwickeln. Ich probierte vieles aus und fand langsam immer mehr heraus, was mir entspricht. Ich lebte ein sehr selbstbestimmtes Leben. Ich machte meine spirituellen Übungen, arbeitete als Yogalehrer und hatte auch viel Spaß.

Aber letztlich war auch das nur ein Weg. Jetzt erkenne ich, dass es darauf ankommt sein Energieniveau anzuheben, in der Erleuchtungsenergie zu leben, in der Einheit, im Frieden, in der Liebe und auch etwas im äußeren Genuss. Der Mensch braucht einen guten Energiezustand (nennen wir es im Licht leben, in der Einheit, im entspannten Sein), eine positive Aufgabe (als Bodhisattva leben, für das Glück aller Wesen arbeiten), etwas Liebe (gute Freunde) und etwas Spaß. Man muss auch locker sein können und darf die Dinge nicht zu ernst nehmen.

Ich lebe also in der Ruhe, im inneren Glück und in der Liebe. Meine Liebe bringt mich dazu, mich für die Protestaktionen zum G 20 Gipfel in Hamburg zu engagieren. Dadurch kommt im Moment viel Dynamik in mein Leben.

https://www.tagesschau.de/inland/g-zwanzig-protest-103.html

11. Weltretter und Frustration

Ein Weltretter braucht einen langen Atem. Er wird oft frustriert sein, weil sich die Dinge nicht so entwickeln wie es wünscht. Es ist schwer für eine bessere Welt zu kämpfen, wenn die Mehrheit der Menschen den Weg des Egoismus, des Konsums und des maximalen äußeren Genusses geht. Es ist schwer gegen die multinationen Konzerne zu kämpfen, die viel Geld haben, damit Politiker kaufen können, das Privatfernsehen kaufen können, die Menschen geistig manipulieren können. Es ist schwer die Menschen zu überzeugen, dass der Weg des äußeren Konsums ein Irrweg ist und wir äußerlich genügsam sein und unseren Genugpunkt kennen sollten. Es ist schwer die Disziplin aufzubringen, dass innere Glück zu entwickeln, jeden Tag spirituelle Übungen zu machen und sich klar gegen weltliche Energien abzugrenzen.

Wenn wir genau hinsehen, nehme die Dinge ihren Lauf. Das Leben hat seinen eigenen Weg. Wir Menschen haben nur eine begrenzte Macht die äußeren Dinge auf der Welt zu verändern. Die kapitalistische Globalisierung wird immer weiter voranschreiten. Es wird immer mehr Arme, Hungernde, körperlich und seelisch kranke Menschen geben. Es wird ewig Kriege zwischen den Staaten, den gesellschaftlichen Gruppen und auch zwischen den einzelnen Menschen geben. Es wird ewig Verbrecher geben, die den guten Menschen das Leben schwer machen.

Durch die kapitalistische Globalisierung wird die Umwelt immer weiter zerstört werden. Es werden immer mehr Kleinbauern, Fischer und Einzelhändler ihren Beruf verlieren. Sie werden vom Land in die Städte flüchten und dort die immer größer werdenden Slums besiedeln. Sie werden sich dort von Verbrechen ernähren oder von einer ewig zu kleinen Sozialhilfe. Die Jugendlichen werden Aufstände gegen die Herrschenden und die Polizei machen, wie es gerade in Frankreich der Fall war. Und sie werden verlieren.

Es wird radikale Rattenfänger aller Art geben, die die leidenden Menschen auf den Weg der Gewalt führen. Es wird Terroristen geben, wie derzeit den islamischen Terrorismus, den der Staat nicht besiegen kann. Es wird rechte Parteien geben, die den Armen viel versprechen und sie letztlich nur in sinnlose Kriege führen. Sie knüpfen an den persönlichen und nationalen Egoismus an und sagen "unser Land zuerst". Wenn alle das sagen, gibt es notwendig ewige Kämpfe zwischen den Nationen. America first (Trump). Frankreich first (Front National). Deutschland first (AfD). Europa first (die EU gegen die Flüchtlinge aus Afrika und Asien).

Wir müssen sagen "die Welt first"!! Wir haben keine zweite Welt, auf die wir uns flüchten können, wenn die erste Welt zerstört ist. Die Welt ist ein zusammenhängender Organismus. Stirbt die Umwelt, sterben wir alle. Gibt es einen globalen Atomkrieg, sterben alle. Gibt es einen globalen Kapitalismus, wird es einige wenige Superreiche geben und die Masse der Menschen wird im äußeren oder inneren Elend leben. Wir und unsere Kinder werden leiden. Wir sind das Volk. Wir sind die Erdbevölkerung. Wir dürfen uns nicht von einigen wenigen verwirrten Egoisten unsere Erde und unser Leben zerstören lassen.

Wir müssen die Dinge klar sehen. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die sich für eine bessere Welt engagieren. Und diese wenigen Menschen bekämpfen sich meistens gegenseitig. Alle großen gesellschaftlichen Utopien sind gescheitert. Der Kommunismus in Russland, China und vielen anderen Staaten der Welt ist gescheitert. Wo Menschen ihren Staat selbst in die Hand genommen haben, sind sie normalerweise gescheitert wie in Haiti, Venezuela, Kuba, Nicaragua und auch Deutschland. Auch Bhutan wird scheitern und ein Opfer der Globalisierung und des westlichen Konsumfernsehens werden. Der Egoismus, die Diktatoren, die Reichen und die multinationalen Konzerne werden überall triumphieren.

Es gibt Zeiten auf der Welt, wo man viel bewegen kann und Zeiten, wo man nur wenig bewegen kann. Viel bewegen konnten wir in der französischen Revolution, wo die Werte "Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit" geschaffen wurden. Viel bewegen konnten wir nach dem zweiten Weltkrieg, wo die Uno und die Menschenrechtscharta geschaffen wurden. Viel bewegen konnte die 68iger Studentenbewegung, die neue Werte in Deutschland eingeführt und letztlich zum Entstehen der Grünen und der Linkspartei geführt haben. Sie haben auch die Politik der CDU beinflusst, die diese Werte teilweise aufnehmen musste, um Wahlen zu gewinnen. So wurden in Deutschland die Atomkraftwerke abgeschafft, ein Mindestlohn eingeführt und hohe Umweltschutzstandarts erreicht.

Viel bewegen konnten Menschen wie Buddha, Jesus, Krishna, Sokrates und Epkiur, die der Menschheit positive Orientierungen gaben. Die Lösung aller Probleme liegt in der Verbindung von sozialem Engagement und eigener innerer Entwicklung (Spiritualität). Wenn wir im eigenen Glück und inneren Frieden ruhen, können uns äußere Frustrationen nicht so viel anhaben. Wir können das tun, was zu tun ist, ohne unbedingt gewinnen zu müssen. Wir können sogar verlieren und es bringt uns trotzdem innerlich voran. Wer den Weg der umfassenden Liebe geht, wächst daran spirituell zur Erleuchtung, egal ob er äußerlich gewinnt oder verliert. Ein Weltretter, der nur für äußere Erfolge lebt, wird dabei seine Energie verbrauchen und letztlich zerbrechen. Wer als Weltretter gut für sein inneres und äußeres Wohlbefinden sorgt, wächst in seiner Energie und in seinem Glück.

Das große Geheimnis eines erfolgreichen Weltretters ist der Doppelweg der Liebe. Jesus hat es Weg der Liebe zu Gott und zu dem Nächsten formuliert. Wenn wir für Gott die Begriffe Erleuchtung (im Licht leben), Stille (in der Ruhe leben, Kontemplation, Meditation) und inneres Glück (positives Denken, eine Paradiessicht der Welt), Liebe zu sich selbst (Selbstverwirklichung) einsetzen, begreifen wir die Kraft des Doppelweges des Liebe. Wir können lieben, weil wir auch gut für uns selbst sorgen und deshalb aus der inneren Fülle und nicht aus dem inneren Mangel heraus handeln.

Im Buddhismus gibt es den Weg des Mahayana. Sein großes Ideal ist der Bodhisattva, der in der umfassenden Liebe lebt. Er verbindet Meditation (gut für sich selbst sorgen, die eigene Erleuchtung) mit seinem sozialen Engagement. Er wünscht das Glück aller und ist gleichzeitig in sich selbst glücklich, wie es der Dalai Lama erfolgreich vorlebt.

Im Yoga gibt es den Weg des Neohinduismus. Der Neohinduismus verbindet Erleuchtung und umfassende Liebe. Er engagiert sich für eine Welt der Liebe und des Friendens und arbeitet gleichzeitig an der eigenen Erleuchtung. Er verbindet Hatha Yoga (Körperübungen und Meditation), Jnana Yoga (Nachdenken über sich selbst, tägliche Selbstbesinnung), Bhakti-Yoga (Vorbild-Yoga, Gottheiten-Yoga, Meister-Yoga) und Karma-Yoga (Gutes tun) zu einer Einheit. Viele moderne Meister lehren diesen Weg wie Amritanandamayi, Mutter Meera, Sai Baba und Swami Sivananda. Der Leitsatz von Swami Sivananda (mein Yogameister) lautet. "Diene, liebe, gib, meditiere, reinige und verwirkliche dich."

12.

Gestern war ich auf dem Gipfel für internationale Solidarität. Er fand zwei Tage vor dem Treffen der 20 Staatschefs in Hamburg in der Kampnagelfabrik statt. Hauptrednerin war Vandana Shiva, die berühmte indische Menschen- und Umweltschutzaktivistin. Desweiteren sprachen ein brasilianischer und ein südafrikanischer Gewerkschaftsvertreter und zwei deutsche Menschenrechtsaktivistinnen.

Der Tag begann glücklich. Ich wachte rechtzeitig auf, fuhr sofort los und kam eine halbe Stunde vor Beginn am Veranstaltungsort an. Eine riesige Menschenschlange erwartete mich. Sehr viele Menschen wollten Vandana Shiva sehen. Die Halle war überfüllt und wer später kam, bekam keinen Platz mehr. In der Vorhalle gab es Stände der verschiedensten Organisationen. Ich versorgte mich ausreichend mit Flugblättern und Broschüren. Darin stand, wie man den Kapitalismus überwinden und eine bessere Weltordnung aufbauen kann. Ich muss mir das noch gründlich durchlesen. Es scheint ziemlich kompliziert zu sein. Einfache Rezepte zur Weltrettung gibt es nicht. Und vor allem sind alle Rezepte nur schwer umsetzbar, weil die Reichen und Mächtigen natürlich dagegen sind. Vanadana riet uns, unsere Stimme zu erheben und uns nicht den Mund verbieten zu lassen.

Alle Weltretter sollten zusammenarbeiten und gemeinsam eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufbauen. Und da fingen schon die Schwierigkeiten an. Bei den Teilnehmern dieses Forum handelte es sich hauptsächlich um Sozialisten und linke Umweltaktivisten. Sie glauben nicht an die Erleuchtung, den inneren Frieden und das innere Glück. Sie sind deshalb unfähig eine echte Perspektive für eine glückliche Welt aufzubauen. Sie können nur die Probleme der Welt wie Hunger, Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung und Krieg kritisieren und kurzfristige Lösungen anbieten.

Vor allem können sie das Problem der Gewalt nicht lösen, weil sie nicht in der Lage sind in sich selbst Frieden zu schaffen. Deshalb zerstreiten sie sich ewig und können letztlich nicht zu einem gemeinsamen Handeln finden. Und natürlich können sie keine glückliche Welt aufbauen, weil sie die Gesetze des Glücks nicht kennen. Kaum jemand beschäftigt sich mit seiner eigenen Psyche. Keiner kennt die wissenschaftliche Glücksforschung. Keiner kennt sich mit inneren Energien und hilfreichen spirituellen Übungen aus.

Christen fehlten hier, weil Christen und Sozialisten wie Katze und Hund zueinander sind. Dabei leben beide Gruppen auf dieser Welt und können nur gemeinsam Frieden schaffen. Um in der Gesellschaft Mehrheiten zu finden, müssen spirituelle und soziale Menschen zusammenarbeiten. Um die Probleme der Welt lösen zu können, müssen beide Gruppen voneinander lernen. Ich war wohl der einzige Spiri auf dieser Veranstaltung. Ich vereine soziales und spirituelles Denken in mir. Aber auf das Podium hätte ich mich nicht gewagt und wäre sicherlich auch nicht eingeladen worden.

Obwohl auch Vandana Shiva nicht unspirituell ist. Sie ist eine Hindufrau, was man schon äußerlich an ihrem Sari erkennen kann. Und ihr großes Vorbild ist Mahatma Gandhi. Darauf nahm sie in ihrer Rede immer wieder Bezug. Mahatma Gandhi war ein spiritueller Mensch, der sich sozial und politisch engagierte. Er lebte in einem Ashram nach den Grundsätzen des Yoga wie Wahrhaftigkeit, umfassende Liebe und Gewaltlosigkeit. Er war sogar ein extremer Asket und lehrte die Einfachheit und Rückkehr zu einer natürlichen Lebensweise.

Vandanas Vision ist auch durchaus spirituell. Sie meinte, dass wir von einer Weltwirtschaft der Gier (ich nenne es Egoismus) zu einer Weltwirtschaft der Liebe kommen müssen. Das sind richtige Worte, nur leider fehlt ihr eine klare Perspektive der Umsetzung. Sie meint, dass wir alle indische Bauern werden sollten und dem weltlichen Konsum abschwören müssen. Händis, Autos und Fernseher gehören abgeschafft. Keine schlechte Idee, aber sie wird bei den meisten Menschen nicht auf Begeisterung stoßen. Meine Idee ist es Spiritualität, Gerechtigkeit, Umweltschutz und moderne Lebensweise zu verbinden.

Wir dürfen moderne Kleidung tragen, fernsehen und auch Auto fahren. Aber wir sollten es sozial und umweltverträglich tun. Wir sollten den Grundsätz der Genügsamkeit beachten und unseren Genugpunkt kennen. Das Wachstumsprinzip als Zentrum des globalen Kapitalismus wurde zu recht von den Teilnehmern kritisiert. Es ist eine falsche Ideologie, die zu sinnlosem Reichtum bei einer Minderheit und zur Verelendung der Mehrheit und zur Umweltzerstörung führt.

Deutlich können wir beobachten, dass der weltweite Kapitalismus große Slums, viel Arbeitslosigkeit und viel Hunger hervorbringt. Und bei den Arbeitenden zu übergroßem Stress, psychischen Problemen bis hin zu Depressionen. Die kapitalistische Wachstumsideologie macht die Mehrheit der Menschen unglücklich und eine Minderheit nicht wirklich glücklich. Weil man Geld nicht essen kann, beziehungsweise durch viel Geld das innere Glück nicht wesentlich ansteigt. Nach der Glücksforschung braucht man genug Geld um zu leben, aber weitere Anhäufung von Reichtum macht dann nicht glücklicher. Im Gegenteil verstärkt es oft den Egoismus und macht die Menschen zu charakterlichen Fehlentwicklungen. Das kann man deutlich bei den meisten Dikatoren und Machthabern der Welt beobachten. Sie rasten bei den kleinsten Angriffen aus und haben keine Hemmung Kriege zuverbreiten und ihre Mitmenschen foltern zu lassen. So verhält sich kein normaler Mensch.

Nach der Veranstaltung fuhr ich mit der U-Bahn nach Hause. Und da traf ich sie wieder, die normalen Menschen. Total unpolitisch, nur mit sich und ihrem Konsum beschäftigt. Was interessiert sie der Hunger in Afrika? Wen kümmert es, dass weit weg große Wüsten entstehen, Länder vom Meer verschlungen werden und Kriege mit deutschen Waffen geführt werden? Hauptsache wir können billige Nahrung und Kleidung kaufen, auch wenn dafür die Bauern und Textilarbeiterinnen in fernen Ländern leiden müssen und Hungerlöhne kriegen. Der erste Schritt zu einer gerechten Welt ist es sich umweltbewusst und fair im Alltag zu verhalten. Da bin ich leider auch nur begrenzt ein Vorbild, weil ich gerne billig im Supermarkt einkaufe und zu selten in den Bioladen gehe.

Bericht vom alternativen G 20 Gipfel (Hörbuch für Weltretter)

13. In Hamburg ist immer noch ordentlich was los. Gestern gab es die Demo "Welcome to hell" der autonomen Szene (Linksradikale, Anarchisten). Die ganze Nacht gab es Kämpfe mit der Polizei. Autos brannten und die Stimmung war sehr aggressiv. Auf N24 konnte man das Geschehen life mitverfolgen. Äußerst spannend. Sehr friedlich ging es auf dem Global Citizen Festival zu. Die kommerzielle Musikszene organisiert weltweit Konzerte für eine bessere und gerechtere Welt. Mir ist das etwas zu kommerziell, aber so erreicht man die Menschen von heute mit politischen Forderungen. Ich werde morgen auf die Großdemo "Grenzenlose Solidarität statt G20" gehen. Dort trifft sich die gesamte linke und Weltretterszene. https://www.youtube.com/watch?v=PdGSBeZPoRo Konzert

14.
Ich war auf der Demonstration Hamburg zeigt Haltung der gemäßigten Linken aus Christen, Grünen und SPD. Hier lag der Schwerpunkt auf Liebe, Frieden und gegen die Gewalt. Gewalttäter des Schwarzen Blocks waren hier nicht zu sehen. Sie hatten drei Tage und Nächte das Chaos nach Hamburg gebracht. Brennende Autos, eingeschlagene Fensterscheiben, geplünderte Geschäfte, Kämpfe mit der Polizei. Zum Schluss musste sogar das SEK mit Sturmgewehren anrücken, um das Schanzenviertel von den Links-Terroristen zu befreien.
Das Bündnis Hamburg zeigt Haltung wollte zeigen, dass die Mehrheit der Hamburger gegen Gewalt ist. Es begann mit einem ökumenischen Gottesdienst, in der sich alle Menschen die Hände gaben und erklärte: "Friede sei mit dir." Es wurde der christliche Protestsong zum G20-Gipfel "Bring your own chair" gesungen, der für einen fairen Welthandel eintritt.

Ich war seit vielen Jahren das erste Mal wieder in einer Kirche und berührt von der Liebe und dem Frieden, die dort zu spüren waren. Eine ältere Christin teilte mit mir ihren Zettel mit den Liedertexten und sang lauthals mit. Ich habe dann die Demonstration gefilmt und dazu mein eigenes Lied gesungen "We shall overcome".

Insgesamt war ich etwas zerrissen, auf welche der beiden Großdemonstrationen ich gehen sollte. Die Demo der Linken betonte die internationale Solidarität. Es sprachen viele Vertreten von Initiativen aus dem armen Ländern der Welt. Die Demo der Christen betonte die Liebe und den Frieden. Letztlich müssen sozial engagierte und spirituelle Menschen zusammenwirken, wenn eine Welt der Liebe, des Friedens und des allgemeinen Glücks aufgebaut werden soll. Dahin ist es ein langer Weg. Aber jeder lange Weg beginnt mit dem ersten Schritt, und den habe ich diese Woche mit meiner Beteiligung an den G20-Aktionen gemacht.
How many roads mit Meister Om Om
We shall over come mit Meister Om Om (der Weltretter-Song)
Hamburg zeigt Haltung (Demonstration gegen Gewalt und für die Liebe)


15. Im Moment steht in zwei Wochen die einwöchige Yoga-Ausbildung vor der Tür. Es haben sich fünf Leute angemeldet. Ich bin gespannt wie es wird. Wenn alles klappt, wird es nächstes Jahr wieder stattfinden und wir treffen uns jedes Jahr eine Woche zum Yogapraktizieren bei mir. Nach meinem Plan werden wir vormittags und nachmittags jeweils zwei Stunden Yoga machen. Und ansonsten in der schönen Natur spazierengehen, essen, reden, singen und feiern. Mein Weg ist der kreative Yoga und die Verbindung von Yoga und positivem Denken. Jeder darf seinen Yogastil finden und ihn mit uns teilen.

16. Weltretter haben es manchmal schwer. Zum Glück betete ich heute zu meinen erleuchteten Meistern um Führung und Hilfe. Und dann zog ich die Orakelkarte, dass ich ein Sieger über meine Schwierigkeiten sein würde. Und so geschah es auch.

Das Wetter war schlecht. Es regnete wie aus Kübeln. Ich zog mein Ölzeug an. So etwas hat ein Hamburger immer dabei, damit er auch bei Sturm über den Deich marschieren kann. Zum Glück vergaß ich aus Dummheit meine Gummistiefel anzuziehen. Auf der Radfahrt zu meiner Mutter wurden meine normalen Stiefel schnell durchnäßt und ich bekam nasse Füße. Damit kann ein wettererprobter Hamburger leben. Die Füße wurden später wieder trocken. Hätte ich aber die Gummistiefel angezogen, wäre ich in ein Wespennest getreten. Denn in dem linken Stiefel hatten sich Wespen eingenistet. Was ich bei dem Chaoswetter wahrscheinlich nicht rechtzeitig gemerkt hätte.

Als ich ins Altersheim kam, saß meine Mutter an ihrem Tisch. Ich begrüßte sie und sang einige Lieder zur Ukulele. Das hörten einige Alte im Gang, weil die Tür offen war. Sie kamen sofort in das Zimmer, setzten sich auf die Stühle und sangen mit. Doch da erschien plötzlich die Zimmernachbarin meiner Mutter und rastete aus, weil jemand auf ihrem Stuhl saß. Bevor ich ihr einen anderen Stuhl holen konnte, hatte sie sich bei der Altenpflegerin beschwert und die schmiss mich aus dem Zimmer. Sie bat mich energisch, ich möge doch an meinem angestammten Platz im Gang mit meinen Senioren singen.

Ich sog also mit meiner Mutter im Rollstuhl und den Senioren im Schlepptau zu dem Singplatz im Gang. Kaum hatte ich mich dort niedergelassen und mit den Senioren zu singen begonnen, kam die Heimleiterin vorbei und erklärte mir, dass ich grausam singen würde. Ich versuchte die Situation mit einem Witz zu entschärfen. Ich erklärte ihr, dass ich auch nicht glaube, dass ich mit zunehmendem Alter im Singen noch besser würde. Immerhin verbot sie mir daraufhin nicht das Singen, sondern tolerierte meine grausamen Töne. So konnte ich mit den Alten weitersingen. Bald war die Stimmung wieder gut und viele andere Senioren kamen hinzu, um zuzuhören oder mitzusingen. Die Senioren erfreuen sich zum Glück an meinem Gesang. Ich brauchte aber eine halbe Stunde, um mich von der Aussage der Heimleiterin zu erholen.

Nach einer Stunde Gesang brachte ich meine Mutter zurück in ihr Zimmer. Dort saß die Zimmernachbarin noch immer wütend auf ihrem Stuhl. Ich bat sie inständig um Verzeihung und erklärte ihr, dass ich ihr nicht ihren Stuhl rauben wollte. Die Senioren seien zufällig in das Zimmer gekommen und hätten sich ohne böse Absicht auf ihren Stuhl gesetzt. Das konnte sie akzeptieren. Wir gaben uns die Hand und waren wieder Freunde.

Beim Kuchenessen im Altersheim gab es übrigens nur ein Thema, die Gewaltwoche bei dem G20-Gipfel in Hamburg. Alle Alten wussten genau Bescheid. Sie wollten keine Gewalt und keine Linksextremisten in Hamburg. Ich erklärte ihnen, dass ich extra auf eine Demo gegen die Gewalt war, die von den Christen organisiert worden war. Das begrüßten die Alten. Nur leider hatte keiner von den friedlichen Demonstrationen etwas mitbekommen, obwohl daran etwa 100 000 Hamburger teilgenommen hatten. Aber die Gewalttaten einiger Hundert Chaoten kannte jeder.

Es ist schwer die Dinge gerade zu rücken. Das Hauptproblem in der Welt sind nicht 1000 gewalttätige Autonome, auch wenn sie einige Autos angezündet und Fensterscheiben eingeworfen haben. Das große Problem der Welt ist es, dass etwa eine Milliarde Menschen hungert und täglich tausende von Kindern am Hunger sterben. Und das die Mächtigen auf der Welt nichts dagegen tun. Und unsere Bundesregierung mit einer völlig verfehlten Strategie die deutschen Unternehmen in den Entwicklungsländern mit viel Geld stärken will, obwohl diese oft gerade ein Verursacher des Hungers sind. Die Industriealisierung der Landwirtschaft vernichtet die Kleinbauen. Die  Industriefischer fischen den Fischern in Afrika die Fische weg. Die überlegene deutsche Wirschaft vernichtet die traditionellen Wirtschaftstrukturen in den Entwicklungsländern. Wir brauchen eine Förderung der Armen und nicht der Kapitalisten. Aber ich will mich jetzt nicht mehr aufregen. Die Welt wird morgen weiter gerettet.

Ziemlich gestresst radelte ich nach Hause. Ich ging eine halbe Stunde im Wald spazieren, atmete die friedliche Luft ein, verzieh der Heimleiterin, reinigte mich mit Licht und sandte allen Menschen im Altersheim, den bösen Chaoten und sogar der irregeleiteten Bundesregierung Licht. Und plötzlich war ich wieder im Frieden und im Glück. Wie gut, dass ich meine spirituellen Übungen und mein ruhiges Leben im Wald habe. Und den Weg der umfassenden Liebe kenne, der mich immer wieder in die Harmonie und ins Licht bringt.

16. Das gestrige Treffen mit meinen Fans war gut. Sie kamen um 15.30 Uhr. Zwei junge Männer, etwa 25 Jahre alt. Sie erklärten, dass sie mich über YouTube kennengelernt hätten und sahen mich als Meister Om Om. Wir hatten ein gutes Gespräch über Gott, Erleuchtung und den spirituellen Weg. Wir saßen draußen auf der Terasse und sie bekamen eine Tasse Tee. Nach 1 1/2 Stunden fuhren sie mit ihrem Wagen wieder weg. Sie kamen aus Paderborn, ein weiter Weg bis Hamburg. Aber für den Segen von Meister Om Om ist kein Weg zu weit. Mögen sie ihren Weg ins Licht finden. Möge das Treffen ihnen auf ihrem Weg geholfen haben.

17. Es gibt viele Katastrophen auf der Welt. Die Klimaerwärmung droht mit Klimakatastrophen. Wir werden bald immer mehr Wüsten, Stürme, Überschwemmungen und unter dem Meeresspiel verschwindende Länder erleben. Noch grausamer sind der Hunger und die Armut auf der Welt. Ein Drittel der Weltbevölkerung leidet an unzureichender Ernährung. Die vielen Kriege auf der Welt bringen unermessliches Leid. Ebenso die ausufernden Krankheiten. In Indien breitet sich gerade Aids stark aus. Es fehlt an dem Willen den Armen bei der Bekämpfung der Krankheit zu helfen. Und ebenso ist es mit den Krebserkrankungen, die durch die Umweltverschmutzung weltweit stark zunehmen, auch in Deutschland.

Was gibt es noch an Elend? Im Westen hungern zwar nur wenige Menschen, dafür nehmen die psychischen Erkrankungen stark zu. Bereits ein Drittel der Bevölkerung leidet an Ängsten, Süchten, Aggressionen, Depressionen und Burnout. Merkt denn das keiner? Wacht denn keiner auf? Es ist Zeit zur Umkehr. Es ist Zeit eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufzubauen. Reichtum und Wissen dafür sind ausreichend da, allein es fehlt der Wille. Und zwar bei der Mehrheit der Menschen. Sonst könnten wir einfach eine andere Regierung wählen. Wir könnten an den Schulen das Fach Glück einführen, die Reichen stärker besteuern, die Lebensbedingungen der Armen verbessern, die Gewaltverherrlichung im Fernsehen verbieten, den Konsumwahn überwinden und die Menschen innerlich glücklicher machen.

Ich betrachtete heute das viele Leid auf der Welt und es betrübte mich. Ich versuchte positiv zu denken. Wenn es viel Leid gibt, werden viele Weltretter gebraucht. Und die Welt zu retten macht glücklich. Es gibt einem eine sinnvolle Aufgabe im Leben. Man bekommt Liebe und Dankbarkeit von den Menschen. Man entwickelt sich zur Erleuchtung, wenn man als Bodhisattva oder als Karma-Yogi lebt. Man muss aber gut für sich selbst sorgen. Sonst verbraucht man seine Energie beim Weltretten. Man sollte für genug Ruhe und Erholungszeiten sorgen, sich mit seinen spirituellen Übungen immer wieder aufbauen und auch das Leben genießen.

Das tat ich heute bei meinem Besuch im Altersheim. Ich aß Kuchen bis ich (fast) platzte. Ich machte mit meiner Mutter einen schönen Spaziergang durch den Park bei herrlichem Sommerwetter. Und ich sang wieder mit meinen alten Freundinnen. Sie waren alle da und nach kurzer Zeit hatten alle gute Laune. Ich vergaß das Leid auf der Welt und tankte neue Kraft auf. Denn die Welt muss weiter gerettet werden. Wir haben nur diese eine. Und diese Welt ist sehr schön.

Christiane: "Es ist Zeit eine Welt der Liebe, des Friedens und des Glücks aufzubauen. Reichtum und Wissen dafür sind ausreichend da, allein es fehlt der Wille. Und zwar bei der Mehrheit der Menschen. Sonst könnten wir einfach eine andere Regierung wählen. Wir könnten an den Schulen das Fach Glück einführen, die Reichen stärker besteuern, die Lebensbedingungen der Armen verbessern, die Gewaltverherrlichung im Fernsehen verbieten, den Konsumwahn überwinden und die Menschen innerlich glücklicher machen."  Super gesagt.

Birgit: Ich selbst kann die Welt nicht retten. Ich möchte Vorbild sein mit meinem Leben, selbst die Gier ablegen, Liebe leben, Mitgefühl, Mutter Erde schonen mit meiner Lebensweise.

Nils: Ich kann die Welt auch nicht retten. Nur wir zusammen können es tun. Jeder an seinem Ort und mit seinen Möglichkeiten. Jeder kann wählen, den Hilfsorganisationen spenden und seine Stimme gegen den Krieg und für die Liebe auf der Welt erheben.

Diana: Die meisten wollen lieber " gute Buddhisten " sein. Lass uns erstmal den " Pfad des Sehens " erreicht haben. Was aus all den Anderen wird ? Keine Ahnung. Sag ich dir wenn ich "erleuchtet" bin .

Nils: Der Weg des Bodhisattvas ist es im Gleichgewicht von Meditation und Welt retten zu leben. Mein Vorbild ist insofern der Dalai Lama. Der Weg der Liebe ist der Weg zur Erleuchtung. Er bringt uns zur Erleuchtung. Wir müssen nicht erleuchtet sein. Im Mahayana-Buddhismus (Zen, tibetischer Buddhismus, Amitabha-Buddhismus) leben wir im Schwerpunkt für das Glück (die Erleuchtung) aller Wesen.

Diana: Muss ich da etwa meinen Hintern aus dem Sessel bewegen ? Was ist mit all den intellektuellen Weisheiten aus klugen Büchern ?

Nils: Es ist hilfreich aktiv zu werden. Der Dalai Lama sagt, dass hilfreiches Tun besser als Beten ist. Wenn die Bücher wirklich klug sind, dann lehren sie den Weg der Verbindung von Meditation und Liebe. So steht es in der christlichen Bergpredigt, in der indischen Bhagavadgita und in den Reden Buddhas.

Diana: Wie " sehe" ich was hilfreich ist ?

Nils: Du siehst es mit deinem Herzen. Du spürst, was anderen Menschen und Wesen gut tut. Und etwas Verstand und Weisheit beim Helfen ist auch gut. Letztlich ist es ganz einfach. Du tust das, was sich in deinem Leben als Möglichkeit ergibt. Und du wünscht immer allen Wesen Glück und sendest jeden Tag allen Wesen und der ganzen Welt Licht. So kommst du in die Einheit, ins Licht und in die Erleuchtung.

Ich praktiziere das tägliche Lichtsenden. Im Buddhismus wird normalerweise jeden Tag das Bodhisattva-Gelöbnis gesprochen und Bodhichitta (Mitgefühl mit allen Wesen entwickelt.) Im Christentum gibt es den zentralen Grundsatz der Liebe zu Gott und zu allen Menschen (dem Nächsten). Im Yoga gibt es das Mantra Lokah Samastah Sukhino Bhavantu (Mögen alle Wesen an allen Orten glücklich sein). Wir singen es so lange, bis wir in der umfassende Liebe sind.

Diana: Wie kann der im Berufsleben stehende Mensch , der mit den alltäglichen Problemen von Familie , Arbeit, Freunden, Verkehrschaos, Weiterbildung, Schule, Krankheiten, Einkaufen , Kochen beschäftigt ist,  hilfreich sein, wenn er eigentlich überbelastet ist. Wird dann die gesamte Praxis nicht zur Phrase?

Nils: Überlastung ist nicht gut. Dann kommt man in den Burnout. Ein Weltretter muss auch gut für sich sorgen. Ansonsten bietet gerade das Berufs- und Familienleben vielfältige Möglichkeiten anderen Menschen Gutes zu tun. Letztlich sollte das gesamte Leben zur spirituellen Praxis werden. Das hast du gut erkannt. Es gibt keine Trennung von Erleuchtung und Leben. Das konkrete Leben ist für jeden Menschen der Erleuchtungsweg. Wir sollten versuchen erleuchtet zu leben. Das ist der Weg eines glücklichen und erfüllten Lebens.

Diana: Burnout ist ein großes Problem geworden . Wie könnte es da noch Weltretter geben? Somit wird das Yogakissen zum Relaxekissen. Quasi geht die Welt unter ... aber ich mach mir nichts mehr draus.

Nils: Wir müssen es lernen mit Weisheit und Verstand zu leben. Wir haben immer die Wahl zwischen Licht und Dunkelheit. Manchmal erfordert es etwas Mut und Willenskraft mit falschen Gewohnheiten zu brechen. Aber es lohnt sich immer.

18. Besuch von Marita

Ich hatte eine ereignisreiche Woche. Am Montag kam Marita für fünf Tage zu Besuch. Ich kenne sie schon seit zehn Jahren, wir haben oft telefoniert, und jetzt wollte sie mich einmal persönlich kennenlernen.

Marita ist eine interessante Frau. Sie ist so alt wie ich, war früher Lehrerin und hatte einen Burnout. Seit der Zeit leidet sie sehr unter Schlafstörungen. Damit ihr Leben spannend wird, machte sie eine Ausbildung zur Tantra-Lehrerin. Das war eine wilde Zeit. In Beziehungssachen ist sie mir etwas zu wild. Sie versprach aber mich nicht zu verführen und so hatten wir eine ruhige Woche. Wir redeten viel, gingen viel spazieren und kauften im Bioladen ein.

Marita ist desweiteren eine Yogalehrerin. Sie hat ihre Ausbildung bei Yoga Vidya gemacht. In ihrem Haus gibt sie wöchentlich Yogakurse. Sie zeigte mir ihre Yogareihe. So konnte ich mein Yogawissen vertiefen. Das ist sehr hilfreich für meine Yoga-Ausbildungen. Ich bin gerade dabei zu überlegen, was ich den Teilnehmern nächstes Jahr zeigen kann. Dieses Jahr haben wir die Grundübungen des Glücksyoga entwickelt und nächstes Jahr gibt es eine Vertiefung.

Ich erlebte Marita als eine weise Frau. Sie saß vor mir in meiner Yogahalle umgeben von eine Wolke aus spiritueller Energie. Das habe ich deutlich gespürt. Sie hat in Indien eine Erleuchtungs-Ausbildung an der Oneness-Universität gemacht und gilt offiziell als Erwachte. Sie nimmt regelmäßig an den Erwachtentreffen in Deutschland teil. Gleichzeitig ist Marita sehr lebenslustig, lacht viel und singt sehr gerne.

Kaum war Marita angekommen, meldete sich am nächsten Tag Nirmala von Yoga Vidya bei mir. Sie war auf der Durchreise in Hamburg und fragte, ob sie auf einen kurzen Besuch vorbei kommen könnte. Ich sagte freudig ja. Nirmala ist ebenfalls eine wunderbare Frau, spirituell sehr weit entwickelt, fast ein halber Buddha und strahlt Liebe und Glück aus. In ihrer Gegenwart ist man glücklich. Es ist kein Wunder, dass sie als Yogalehrer-Ausbilderin bei Yoga Vidya sehr beliebt und erfolgreich ist.

Die beiden Frauen unterhielten sich gut und machten viele kleine Scherze über mich. Wir wanderten zusammen zum Heiligen Wald, der beide Frauen sehr faszinierte. Die großen alten Bäume, der moosbedeckte Boden, die Lichtstrahlen durch die Baumwipfel und die kleinen Teiche mit gelben Wasserlilien drumherum. Dazu eine heilge Stille. Es wirkt wie ein alter Kraftplatz der Germanen.

Wir kauften im Bioladen ein, kochten ein schönes Essen und saßen gemütlich in der Yogahalle. Ich berichtete von meiner Yoga-Ausbildung und von der dort sehr beliebten Schüttelmeditation. Daraufhin wollten beide Frauen diese Yogaübung ausprobieren. Als wir unsere Wut auflösen sollten, spürte Nirmala keine Wut in sich und Marita kam sehr stark in ihre Gefühle.

Daran wurden die unterschiedlichen spirituellen Wege gut deutlich. Marita kommt von der Bioenergetik und der Gestalttherapie. Dort lernt man intensiv die Wut auszuleben. Im Sivananda Yoga wird die Wut eher verdrängt. Die Gefahr besteht, dass man den Kontakt zu seinen Gefühlen und damit zu sich selbst abschneidet. Ich habe deshalb in meinem Glücksyoga das regelmäßige Spüren in Gefühle wie Wut, Trauer, Angst und Sucht eingeführt. Das ist für die meisten heutigen Menschen sehr wichtig, weil sie im Berufsalltag diese Gefühle stark verdrängen und dadurch ihre Lebensenergie blockieren. Der Weg zur Auflösung von Stress, zur inneren Heilung und zum Glück führt über das Ausleben von verdrängten Gefühlen. Das ist meine Erfahrung.

Die große Frage im Yoga und im Buddhismus ist, ob ein Erleuchteter keine Gefühle von Wut, Angst, Sehnsucht und Trauer mehr hat. Oder ob er auch solche Gefühle zulässt und lebt? Buddha lebte in der umfassenden Liebe und im andauernden Gleichmut. Im tibetischen Buddhismus gibt es dagegen viele Gottheiten (Vorbilder), die Gefühle von Zorn und Trauer zeigen. Auch Genuss und Lebensfreude wird ausreichend gelebt. Im Yoga gibt es den Weg des weltabgewandten Yogis und des Tantrikers, der das Leben zu seinem spirituellen Weg macht.

Ich bevorzuge einen Mittelweg. Ich verweile überwiegend in der Ruhe, in der Einheit, im Glück und in der Liebe. Aber ich lasse auch Gefühle zu, wenn sie auftauchen. Gefühle geben mir Kraft zu handeln. Sie zeigen mir woran ich noch arbeiten muss. Sie tauchen immer wieder bei tiefen Lösungsprozessen auf. Und insgesamt orientiere ich mich eher an dem Ziel eines Erleuchteten, der auch Gefühle hat und zeigen kann. Wichtige Vorbilder sind insofern für mich Jesus, der Dalai Lama und auch Amma (Amritanandamayi).

Abends spät brachte ich Nirmala zum Bus. Und da kam uns Indrayani mit ihrem Auto entgegen. Sie war auf der Durchreise von ihrem Urlaub in Schweden zu ihrem Haus in Niedersachsen. Und wollte natürlich auch bei dem alten Yogi Nils einen Zwischenstopp einlegen. Zum Glück habe ich drei Holzhütten gebaut, so dass es bei mir genügend Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

Da Indrayani ein Auto besaß, fuhren wir dann am Mittwoch alle drei zu meiner Mutter ins Altersheim. Ich nahm meine Ukulele mit und wir sangen gemeinsam mit den Senioren an meinem Singplatz. Und endlich wurde einmal schön gesungen, weil Marita und Indrayani sehr gute Sängerinnen sind. Ich hoffte, dass jetzt die Heimleiterin vorbei kommen und unseren schönen Gesang zur Abwechslung einmal loben würde. Aber leider war sie gerade nicht im Haus. Dafür trafen wir die böse Oberschwester. Meine beiden Frauen waren beeindruckt, wie böse sie tatsächlich aussah. Das ist jetzt ziemlich gemein von mir, aber ich bin sehr dankbar für die böse Oberschwester, weil durch sie die Spannung in meine Geschichten kommt.

Meiner Mutter ging es gut. Sie war wach und betrachtete interessiert meine beiden Frauen. Marita zeigte mir, wie man meine Mutter liebevoll massieren kann. Meine Mutter genoss das sehr, wurde aber anschließend sehr traurig, weil sie die Liebe in ihrem Leben sehr vermisste. Insgesamt freuten sich die beiden Frauen aber, meine Mutter einmal persönlich kennenlernen zu dürfen. Sie meinten übereinstimmend, dass meine Mutter sehr viel Kraft ausstrahlt.


19. Bei meiner Mutter

Heute war der Himmel bewölkt, aber er klarte auf. Der Wetterbericht hatte schlechtes Wetter vorausgesagt. Aber auf eines kann man sich in Norddeutschland verlassen. Es kommt immer anders als es der Wetterbericht denkt. Ich radelte frohgemut zu meiner Mutter. Sie saß bereits angezogen in ihrem Zimmer im Altersheim. Allerdings konnte ich mich kaum mit ihr unterhalten, weil die Zimmernachbarin so laut telefonierte. Ich hätte nie gedacht, dass man ein Telefon so laut stellen kann. Es dröhnte durch das ganze Altersheim.

Also flüchtete ich mit meiner Mutter im Rollstuhl durch die kahlen Gänge bis ins Altersheim-Cafe. Dort aß ich erstmal auf den Schreck zwei große Stücken Torte. Danach ging es mir schon erheblich besser. Meiner Mutter hatte ich kleine Apfelstücke mitgebracht. Einer von uns beiden musste sich ja gesund ernähren. Danach schob ich meine Mutter in den Park. Zuerst war der Himmel noch stark bewölkt. Meiner Mutter und mir fröstelte. Ich zog meine Ukulele aus dem Rucksack und sang einige Lieder zum Aufwärmen.

Entweder war die Sonne erfreut oder sie wollte sehen, wer auf der Erde so schrecklich singt. Jedenfalls kam sie durch meinen Gesang hinter den Wolken hervor und strahlte uns an. Es wurde sogar noch besser. Mit meinem Gesang vertrieb ich alle Wolken. Wir saßen im grünen Park unter einem blauen Himmel, in dessen Mitte eine gelbe Sonne die ganze Welt um uns herum erleuchtete. Es gab auch noch einige andere Alte, die auf den Bänken im Park saßen. Nach einiger Zeit wurden es immer mehr. Alle wollten die Festivalatmosphäre genießen, die ich mit meinem Gesang im Park verbreitete.

Diesmal sang aber keiner mit. Meine alten Freunde waren heute beim Kegeln im Altersheimflur. Ich nutzte die Gelegenheit, um einmal meine Lieblingslieder zu singen. Ich begann mit indischen Mantren, durch die ich mich schnell mit spiritueller Energie auflud. Dann ging ich über zu christlichen Liedern, auf Deutsch und auf Englisch. Gottesliebe ist so wunderbar. We shall overcome. Give me oil in my lamp. Vater Abraham hat viele Kinder.

Um meine Mutter zu erfreuen, spielte ich danach deutsche Volks- und Wanderlieder. Und oh Freude, einige Lieder sang sie tatsächlich mit. Die Energie der Lieder hatte sie aufgeweckt und in eine positive Stimmung gebracht. Und als ich am Ende fragte, ob sie noch mehr Lieder hören wollte, bejahte sie freudig. Also gab es noch eine Zugabe. Bis ich nach zwei Stunden ausgepowert war und sie zurück in ihr Zimmer brachte. Und erstaunlicherweise zog sich der Himmel sofort wieder mit Wolken zu. Ein Wunder. Wahrscheinlich hat der Sonne doch mein Gesang gut gefallen. Im nächsten Leben werde ich ein Schamane, der Sonne und Regen nach Bedarf durch seinen Gesang herbeizaubern kann.

Trotz aller Wunder fuhr ich nachdenklich zurück nach Hause in den Yogiwald. Zwar kann ich meine Mutter mit meinem Gesang erfreuen und gute Energie erzeugen. Aber die meiste Zeit sitzt sie teilnamslos in ihrem Rollstuhl. Aus meiner Sicht ein schreckliches Leben. Einfach nur so vor sich hinvegetieren. Aber ich kann die Dinge nicht ändern. Sie ist schwer dement. Das ist ihr Schicksal. Das führte mich dazu über das Schicksal nachzudenken. Können wir unser Schicksal beeinflussen? Oder ist alles vorherbestimmt?

Wissenschaftlich gesehen ist das ganze Leben ein Ursache-Wirkungszusammenhang. Alles ist determiniert. Das Leben konstelliert bestimmte Umstände. Wir haben ein bestimmtes genetisches und entwicklungsbedingtes geistiges Programm. Dieses innere Programm bestimmt, wie wir auf die äußeren Lebensumstände reagieren. Letztlich versucht jeder Mensch sich optimal zu verhalten und geht dadurch entsprechend seinen äußeren Bedingungen einen bestimmten Lebensweg. Dieser Lebensweg ist für meine Mutter jetzt die Demenz. Und mein Weg ist es für sie zu sorgen, mich um sie zu kümmern und sie durch meine Lieder etwas zu erfreuen und energetisch anzuheben.

Im Yoga nennt man das den Dharma. Ich erfülle mein Dharma. Und das genügt. Buddhistisch gesehen übe ich mich in Mitgefühl und Mitfreude. Und im Gleichmut gegenüber allem gegebenen Leid. Ich bemühe mich immer wieder mich ins Licht zu bringen und meine Mitmenschen möglichst auch. Das ist mein spiritueller Weg.

Letztlich geht es mir und auch meiner Mutter relativ gut. Meine Mutter wird gut versorgt und von den Altenplegern liebevoll betreut. Und ich meditiere nach jedem Altersheimbesuch, gehe im Wald spazieren und lade mich so schnell wieder mit Glücksenergie auf. Und auch das Singen heute hat mich ins Glück gebracht. Es war gut zuerst indische Mantren zu singen, mich auf Gott (meine spirituellen Vorbilder, das Erleuchtungsbewusstsein) zu konzentrieren und danach in der Fröhlichkeit der deutschen Volkslieder zu verweilen. Und ansonsten gelassen mit dem Leben zu fließen, so wie es gerade kommt.
20. Ein Freudentag

Gestern war ein Freudentag. Mein Weltretterbuch ist erschienen. Und bei Amazon gleich auf Platz 1 unter den entsprechenden Stichworten gelandet. Jetzt kann die Welt gerettet werden. Viele Menschen lesen das Buch. Das Wissen von einer besseren Welt und dem Weg dort hin ist zu den Menschen gebracht. jetzt kann keiner mehr sagen, dass er es nicht gewusst hätte. Als ich entdeckte, wie erfolgreich das Buch im Internet aufgenommen worden ist, erfüllte zwei Stunden eine tiefe Freude mein Herz.

Ich radelte zu meiner Mutter ins Altersheim. Die Sonne schien. Da meine Mutter noch schlief, setzte ich mich erstmal ins Altersheim-Cafe und bestellte eine leckere heiße Waffel mit Eis, Kirschsoße und Schlagsahne. In mir war immer noch Freude. Ich erzählte allen meinen alten Freundinnen von meinem erfolgreichen Buch. Sie freuten sich mit mir. Eine alte Frau wollte sich sogar den Titel aufschreiben und das Buch kaufen. Aber da es als Ebook erschienen ist, können es die meisten Senioren nicht lesen. Weil sie keinen Computer haben. Erst die nächste Seniorengeneration wird mit Internet durch das Alter gehen.

Das ist ein großer Vorteil. Man kann sich mit anderen Alten vernetzen und austauschen. Man kann Seniorengruppen bei Facebook gründen. Man kann auch mit jungen Menschen Kontakt haben. Man braucht sich nie zu langweilen. Es gibt Millionen von Büchern zu lesen. Man kann Freunde in aller Welt haben. Man kann stundenlang Videos von Meister Om Om anschauen. Und man kann sein Weltretterbuch lesen, sich mit Gleichgesinnten zusammentun und die Welt retten.

Im Moment steht die Rettung der Welt ohnehin nicht an. Erstmal kommt die große Katastrophe. Die Geburtenexplosion in Afrika und Asien steht noch bevor. Gleichzeitig werden immer mehr Bauern durch die industrielle Landwirtschaft ihren Hof verlieren und in die großen Städte abwandern. Dort werden riesige Slums entstehen. Da die Polizei das nicht mehr kontrollieren kann, werden sich Drogen, Prostitution und Verbrechen weltweit stark ausbreiten. Vielen Staaten werden zusammenbrechen und von Verbrecherbanden übernommen werden. Der Hunger und die Armut werden nicht mehr kontrollierbar sein. Schon jetzt hungern etwa eine Milliarde Menschen und zwei weitere Milliarden leben unter menschenunwürdigen Bedingungen.

In einigen Jahrzehnten wird sich auch die Klimakatastrophe voll entfaltet haben. Länder gehen in den Fluten unter. Wüsten entstehen. Wirbelstürme toben über die Welt. Die Welt wird sich über vier Grad erwärmen und das Wetterchaos wird alle Menschen betreffen. Bis auf einige wenige Superreiche, die sich mit ihren Milliarden Dollars in die wenigen sicheren und paradiesischen Gegenden zurückziehen. Sie haben die Welt erfolgreich ruiniert, finanziell abgeschöpft, das Leid ihrer Mitmenschen verdrängt und genießen jetzt ihren sinnlosen Luxus.

Doch dann kommen die Weltretter. Ihr Leid hat ein Ausmaß erreicht, dass sie es nicht mehr ertragen können. Sie haben das Buch von Nils Horn gelesen, organisieren sich, wählen die korrupten Politiker ab und bauen eine neue Welt der Liebe, des Friedens und des allgemeinen Glücks auf. Sie singen jeden Tag spirituelle Lieder und bringen sich dadurch ins Glück. Alle sind nett zueinander. Keiner zettelt mehr Kriege an, beutet seine Mitmenschen aus oder zerstört die Natur. Alle leben in Harmonie mit sich, ihren Mitmenschen und der Natur. Tiere, Pflanzen und Menschen erschaffen gemeinsam das Paradies auf der Erde.

Das sind jetzt ziemlich verrückte Ideen. Wenden wir uns wieder der Gegenwart zu. Die Gegenwart ist das Altersheim. Meine Mutter war inzwischen aufgewacht. Da die Sonne schien, schob ich sie mit ihrem Rollstuhl in den Park und spielte dort auf der Ukulele eine Stunde lang schöne Lieder für sie. Die Senioren im Park, die weit verstreut auf den Bänken und Stühlen saßen, genossen die Musik und applaudierten sogar von Zeit zu Zeit. Sommer, Sonne, Blumen, Bäume, Gras, alte Menschen und ein verrückter Musiker. So erschuf ich das Paradies im Park des Altersheimes. Wenigstens dort und für kurze Zeit.

Dann wurde es meiner Mutter zu warm. Schweißtropfen perlten von ihrer Stirn. Ich schob sie lieber wieder ins kühle Haus, bevor sie noch an Hitzschlag stibt. Ich möchte sie ja noch etwas behalten. Ich habe mich gerade an meine regelmäßigen Besuche gewöhnt. Und meine alten Freundinnen auch. Sie versammelten sich auf unserem gewohnten Singplatz. Und ich gab noch ein Zusatzkonzert. Diesmal ging es eher fröhlich zu. Die Wander- und Kinderlieder erzeugten gute Laune. So kann man auch das Altersheim in einen paradiesischen Ort verwandeln.

Es ging gestern also insgesamt paradiesisch zu. Meine Mutter genoss die Atmosphäre und wollte nicht, dass ich wieder zurück in den Yogiwald fuhr. Ich musste mich mit Kraft losreißen. Mein Yogiwald ist in meinen Augen doch noch ein schöneres Paradies als das Altersheim. Jedenfalls gehöre ich noch nicht ins Altersheim, sondern in den Yogiwald. Damit ich noch viele Bücher schreiben kann. Als nächstes ist ein Buch über Glücks-Yoga dran. Damit auch alle Yogis glücklich werden können. So mache ich im Laufe der Zeit alle Menschen glücklich.

21. Herzübungen

Nach den Regentagen schien heute die Sonne in Hamburg. Es war ein warmer Spätsommertag. Ich radelte frohgemut zu meiner Mutter ins Altersheim. Sie saß schon im Rollstuhl an ihrem Tisch. Ich schob sie zuerst ins Altersheim-Cafe, um meinen Magen mit Kuchen vollzuschlagen. Meiner Mutter hatte ich wie gewohnt einige gesunde Apfelsinenstücken mitgebracht. Sie ißt gesund und ich ungesund. Aber wenn ich 90 Jahre alt bin, werde ich auch anfangen mich gesund zu ernähren. Versprochen.

Ich versuchte meine Schwester mit dem Händi anzurufen, damit sie mit meiner Mutter telefonieren kann. Aber sie war wohl bei ihren Ziegen auf der Alm. Also ging ich mit meiner Mutter in den Park. Wir setzten uns in der Sonne auf eine Bank. Genauer gesagt setze ich mich in einen weißen Gartenstuhl neben die Bank und meine Mutter blieb in ihrem Rollstuhl sitzen. Aber wir genossen die Sonne und das schöne Wetter. Ich zog meine Ukulele aus dem Rucksack und begann für meine Mutter zu singen. Da sie dement ist und kaum noch etwas begreift, sang ich meine Lieblingslieder. Und das sind im Moment spirituelle Lieder. Ich spüre, wie ich dadurch schnell in eine spirituelle Energie komme. Sie tun mir gut.

Ich sang immer weiter. Der ganze Park tauchte in eine spirituelle Stimmung ein. Zuerst war der Park fast leer. Aber jetzt kamen nach und nach immer mehr Leute in den Park, setzten sich in etwas größerer Entfernung um mich herum und lauschten der Musik. Meine Mutter wurde auch von guter Energie erfüllt und wachte langsam auf. Deshalb sang ich nun ihre Lieblingslieder. Und oh Wunder. Sie sang sie mit, obwohl sie sonst nicht mehr singt.

Als wir eine Stunde gesungen hatten, ging ich noch etwas mit ihr in der Umgebung des Altersheimes spazieren. Meine alten Freundinnen waren heute mit dem Seniorenkegeln beschäftigt, so dass das gemeinsame Singen ausfiel. Dafür sang ich in dem Zimmer meiner Mutter mit ihrer Zimmernachbarin. Sie war heute sehr schlecht drauf und klagte über das Leben und das Altersheim. Ich fragte sie vorsichtig nach ihrem Liederwunsch. Und dann sangen wir gemeinsam drei Kinderlieder. Das öffnete ihr Herz und sie war wieder glücklich.

Ich hatte meinen Job getan und radelte nach Hause. Dabei merkte ich, wie viel Kraft und Energie mich der kurze Aufenthalt im Altersheim gekostet hatte. Ich musste mich also schnell wieder energetisch aufladen. Dabei fielen mir meine neuen Herzübungen ein, die ich gerade für meine Yogaleute entwickelt hatte. Mit meinem Musikerfreund habe ich sogar ein Video darüber gedreht. Ihr könnt sie also alle einmal ausprobieren.

Im Video mache ich zuerst einige Yogübungen im Stehen. Vorsicht, nicht erschrecken. Es wird laut. Es ertönen einige wilde Schreie aus meiner Karatezeit. Sie erwecken unsere Kraft und bringen uns in den Moment. Aber danach kommen die Herzübungen. Wir legen die Zeigefinger beider Hände vor dem Herzchakra zusammen und strecken die Arme nach vorne aus. Wir ziehen die Hände solange vor und zurück, bis der Herzkanal gereinigt ist. Das spüren wir. Plötzlich öffnet sich unser Herz und wir sind in der Liebe. Wir reinigen ebenso die anderen Chakren und bringen uns in den Frieden, die Einheit und das Glück.

Ich machte heute die Übungen auf dem Fahrrad mit einer Hand. Mit der anderen musste ich den Lenker betätigen. Aber es klappte trotzdem. Zuhause meditierte ich noch etwas und ging eine halbe Stunde im Yogiwald spazieren. Und war wieder in der Einheit und im inneren Glück.  https://www.youtube.com/watch?v=SJILsLuJmYE

22. Der Sonnen-Musiker

Gestern war Regen angesagt. Nach der Hitze der letzten Tage sollte ein Wetterumschwung erfolgen. Der Wetterbericht hatte Sturm angekündigt. Als ich zu meiner Mutter radelte, schien noch die Sonne. Leicht bekleidet genoß ich die Wärme des Tages.

 Und da geschah es. Auf dem Rad überholte mich eine schöne junge Frau, so Mitte Vierzig. Ich schloß daraus haarscharf, dass sie auch ein eBike besaß. Und tatsächlich fuhr sie fast genauso schnell wie ich, etwa 25 kmh. Das ist die Höchstgrenze für eBikes. Eine halbe Stunde veranstalteten wir durch die Stadt ein eBike-Rennen. Sie versuchte mich durch eine Abkürzung auszutricksen. Aber sie hatte wohl die Ampeln nicht einberechnet. Nach zehn Minuten tauchte sie plötzlich wieder hinter mir auf. Und überholte mich natürlich. Was ich gerne zuließ. Ich blieb ihr auf den Fersen. Leider musste ich dann ins Altersheim und sie setze alleine ihren Weg fort.

Meine Mutter schlief noch. Also genehmigte ich mir erstmal zwei Stücken Torte. Und plauderte etwas mit der Zimmernachbarin, die auch im Cafe saß. Sie beklagte sich über das Leben. Ich fragte sie wie es ihr gehe. Und sie meinte: "Beschissen." Dabei geht es ihr im Verhältnis zu den meisten anderen Alten noch relativ gut. Sie kann noch gehen, sehen, hören, lesen und ihren Fernseher betätigen. Aber sie ist sehr negativ drauf. Wie die meisten Senioren. Sie sieht alles negativ und zerstört dadurch ihre Lebensfreude.

Ich spürte in die Energie des Altersheimes hinein. Die Hauptschwingung war Gleichmut. Den Senioren war alles egal. Sie lebten einfach nur vor sich hin und warteten auf den Tod. Ihnen fehlte eine positive Aufgabe im Leben. So eine Aufgabe gibt einem die Spiritualität. Ein spiritueller Mensch hat immer etwas zu tun. Er kann seine spirituellen Übungen machen, seinen Mitmenschen etwas Gutes tun und nach Erleuchtung streben. Für ihn ist die Lebenszeit eher knapp. Für die Menschen im Altersheim ist die Zeit ein endloser, langweiliger Strom ohne Sinn.

Spirituell sind die meisten Senioren nicht. Aber viele haben Fähigkeiten, die sie auch im Alter nutzen könnten. Sie könnten ihren Mitalten helfen, musizieren, vorlesen oder andere schöne Dinge machen. Stattdessen werden sie bespaßt und verlieren dadurch ihre Eigeninitiative und ihre Lebensfreude. Selbstmachen macht glücklicher als nur zu konsumieren. Das hat das Altersheim noch nicht begriffen. Das ist eine große Aufgabe für die Zukunft, wenn die Zahl der Alten in Deutschland noch stärker ansteigt.

Immerhin hat die Energie des Gleichmutes auch ihre Vorteile. Die Senioren können dadurch relativ unberührt durch das Leid des Alters gehen. Und mir half die Energie, weil ich heute zum Zahnarzt muss. Er will mir einen Zahn ziehen, was mich etwas beunruhigt. Ich verbinde mich deshalb mit der Egalheitsenergie von gestern und gehe gleichmütig durch die Prozedur.

Und erinnere mich auch an die schönen Seiten des gestrigen Besuches. Nachdem meine Mutter aufgewacht war, schob ich sie in ihrem Rollstuhl in den Park. Da es regnen sollte, ließen wir uns unter einem großen Sonnenschirm nieder. Es begann auch leicht zu regnen. Aber durch meinen Gesang wurde der Regen vertrieben und die Sonne kam wieder hervor. Immer mehr Senioren strömten in den Park, genossen meine Musik und klatschten, wenn die Sonne uns mit ihrem Licht und ihrer Wärme beschenkte. So wurde ich gestern zu einem Sonnenmusiker, der die Sonne an den Himmel und in die Herzen der Menschen zaubern konnte.

23. Politik

Gestern gab es das große Fernsehduell zwischen dem SPD Kandidaten Schulz und der CDU Kanzlerin Merkel. Im Prinzip waren sie in allen wesentlichen Fragen einer Meinung. Sie zeigten, wo es politisch in Deutschland in den nächsten Jahren hingehen soll. Es gibt aber viele Parteien die eine grundsätzlich andere Meinung haben. Wir haben in drei Wochen die Wahl was wir für Deutschland wollen. Als spiritueller Mensch verankere ich mich vorwiegend in meinem eigenen inneren Glück. Ich wünsche aber auch eine glückliche Welt voller glücklicher Wesen. Und ich handel entsprechend. Ich mache meinen Wunsch auch bei den Wahlen deutlich. Und da gibt es jetzt neu die von einem Yogi gegründete Partei "Menschliche Welt", die diese Werte vertritt. Mit unserer Stimme könnten wir ein Zeichen setzen. Andererseits finde ich auch die Grünen und die Linken gut. Jedenfalls sollten wir uns an der Wahl beteiligen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Menschliche_Welt
http://www.menschlichewelt.de/

24. Eine glückliche Welt
Heute scheint die Sonne. Es ist ein schöner Herbsttag. Ich bin glücklich. Es passieren viele schöne Dinge in meinem Leben. Mein Buch über Glücks-Yoga ist im Internet sehr gut angenommen worden. Das ist wichtig für mich, weil es die Grundlage meines zukünftigen Lebens ist. Ich möchte Yoga und Spiritualität verbinden. Ich möchte in den nächsten Jahren Ausbildungen im Glücks-Yoga bei mir anbieten.

Auch mein Weltretterbuch ist sehr erfolgreich. Durch den derzeitigen Wahlkampf ist das allgemeine Interesse daran erheblich gewachsen. Die Menschen wollen sich informieren, was die wirklichen Probleme auf der Welt sind. Die wirklichen Probleme sind Hunger, Armut und kapitalistische Globalisierung. Die wirklichen Probleme sind das innere Unglück vieler Menschen in Deutschland. Es fehlt an Liebe, innerem Frieden und Glück. Diese Themen kommen im Wahlkampf nicht vor. Es geht nur um Geld für irgendwelche Interessengruppen. Es geht nicht um eine grundlegende positive Neuordnung der Welt. Ich bin deshalb sehr glücklich, dass ich mit meinem Buch ein Zeichen setzen kann.

Letztlich gehören mein Weltretterbuch und mein Glücksbuch zusammen. Beim Weltretterbuch geht es um die Rettung der Welt. Wir sollten nicht vergessen, dass etwa eine Milliarde Menschen am verhungern sind. Die Klimakatastrophen nehmen zu, wie wir gerade an dem Sturm in Amerika oder den großen Überschwemmungen in Indien sehen können. Der UNO Generalsekretär warnt vor einem neuen Weltkrieg, weil einige Staaten der Welt unverantwortlich mit ihren Atomwaffen spielen beziehungsweise damit drohen.

Das Glücksbuch zeigt den Weg auch in diesen unruhigen Zeiten zu innerem Frieden und Glück zu finden. Zum Glück ist das Glück zu 90 % vom Inneren eines Menschen abhängig. Wir können also viel dafür tun, wenn wir innerlich glücklich sein wollen. Yoga bietet viele hilfreiche Übungen. Ein Erleuchteter kann auch in einer leidvollen Welt glücklich sein. Und er kann als Bodhisattva (Karma-Yogi) leben und den leidenden Menschen helfen. Und den Weg zu einer Welt der Liebe, des Friedens und des allgemeinen Glücks zeigen.

Gerade beschäftige ich mich mit der Partei "Menschliche Welt", die zu den Bundestagswahlen antritt. Sie engagiert sich für fast alle Positionen, die ich in meinem Weltretterbuch aufgezählt habe. Insbesondere verbindet sie den Weg des äußeren Glücks mit dem Weg des inneren Glücks. Wir können also jetzt sogar eine glückliche Welt wählen. Damit wirklich eine glückliche Welt entsteht, müssen aber noch viel mehr Menschen die Notwendigkeit des Engagements für positive Werte begreifen. Das wird noch einige Zeit dauern. Aber die Krisen auf der Welt werden dramatisch zunehmen. Und dann werden auch immer mehr Menschen aufwachen. Das ist meine Hoffnung.

Was kann ich konkret tun, um andere Menschen glücklich zu machen? Neben meinem Angebot von kostenlosen Ausbildungen und meinen vielen kostenlosen Büchern im Internet singe ich jede Woche mit den Menschen im Altersheim meiner Mutter. Das Singen war auch gestern wieder sehr schön. Zuerst war ich mit meiner Mutter auf dem Singplatz alleine. Das war für mich in Ordnung. Es genügt, wenn ich durch die Lieder meine Mutter und mich glücklich mache. Das ist schon schwer genug, weil die Demenz meiner Mutter zunimmt. Sie sitzt die meiste Zeit einfach nur teilnahmslos da. Ich spielte ihr viele Lieder vor. Sie hörte zu, aber reagierte kaum.

Dann kamen die anderen Alten hinzu. Der Singplatz füllte sich und plötzlich war eine gute Stimmung da. Die alle Senioren glücklich machte und auch meine Mutter ergriff. Sie bemerkte, dass sie sich nun in einer Glückswelt mit glücklichen Menschen befand. Sie konnte zwar nicht mehr mitsingen, aber sie konnte ihre Lieblingsliedzeilen ergänzen. "Der Wiederhopf, der schenkt der Braut einen ... Blumentopf". "Die Gänse und die Anten, dass waren die .... Musikanten." Dieses Spiel brachte ihr Spaß. Ein Lächeln zog in ihr Gesicht. Das wiederum machte mich glücklich. Ich muss nicht alle Menschen sofort zur Erleuchtung führen. Es genügt, wenn ich einem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Die Weltrettung erfolgt in kleinen Schritten.

Und dann kam überraschenderweise eine neue Familie an. Sohn und Tochter brachten ihre Mutter ins Altersheim. Die Mutter saß in einem Rollstuhl, aber sie war geistig noch wach. Sie hörte die Musik und wollte sofort mitsingen. Und erklärte mir, dass ihr Sohn sogar in einer Musikband ist und ihre Tochter Guitarre spielt. Der Sohn behauptete zwar, dass er nicht singen könnte und die Tochter war zu schüchtern um selbst zu spielen. Aber die ganze Familie hatte viel Freude an dem Musikfestival im Altersheim.

Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als wir alle zusammen das Hamburger Lied "An de Eck steiht en Jung mit nem Tüddelband" gröhlten. Dieses Lied kannten sie alle und fühlten sich dadurch großartig, weil sie in Hamburg lebten. Und natürlich gibt es nichts Großartigeres. So war es gestern ein großartiger Tag mit großartigen Menschen. Und ich war zufrieden mit meinem Weg der Verbreitung von Glück auf der Welt. https://www.youtube.com/watch?v=6opWBtkLAcU

25. Rolling Stones Hamburg 2017

Ich war auf dem Rolling Stones Konzert in Hamburg. Spontan erwachte in mir gestern der Wunsch bei diesem Jahrhundertereignis dabei zu sein. Ein Ticket war natürlich nicht mehr zu bekommen. Es kostete auch zwischen 85 und 600 €. Aber es war ein Open Air Konzert. Ich dachte mir, dass man vor dem Zaun auch gut die Musik hören kann. Der Yogi ist ja schlau. Und so investierte ich 6,20 € für die Bahnfahrt zum Hamburger Stadtpark. Als ich aus der Bahn ausstieg, tummelten sich bereits die Massen auf dem Bahnsteig. Gemeinsam wanderten wir am Zaun entlang zum Eingangstor. Dort hatten sich einige Tausend Menschen versammelt, um kostenlos die Musik zu hören.

Aber es dauerte noch eine Stunde, bis die Band um 20.30 Uhr auftrat. Jetzt spielte erst die Vorband. Ich nutzte die Zeit um einen Rundgang am Zaun entlang durch den Stadtpark zu machen. Vorbei ging es am Wasserturm (Planetarium), am Kinderspielplatz und am Stadtparksee. Überall standen viele Menschen. Und ein Großteil wanderte wie ich um den Zaun herum, immer auf der Suche nach der besten Stelle, wo man die Musik gut hören kann.

Nach einer Stunde begannen die Rolling Stones zu musizieren und meine Füße wurden mir schwer. Ich wünschte mir eine Bank zum Ausruhen. Und wenn sich ein Yogi etwas wünscht, erfüllt Gott den Wunsch sofort. Kaum war der Gedanke manifestiert, tauchte eine Bank aus dem Dunkel auf. Sie war völlig frei, obwohl man hier die Musik gut hören konnte. Sie wartete wohl auf mich. Ich setze mich gemütlich hin und genoss die Festivalatmosphere.

Es war jetzt dunkel und kalt geworden. Ich war nur leicht bekleidet. Wie sollte ich hier stundenlang sitzen können? Auch hier hatte Gott eine Lösung. Ich meditierte und in mir entstand eine große Hitze, so dass ich es die ganze Zeit gemütlich warm hatte. Es ist sehr praktisch ein Yogi zu sein. In mir war es nicht nur warm, sondern ich war auch voller Glück. So konnte ich das Glück in mir und die Musik um mich herum zusammen genießen. Das nennt man die Verbindung von Spiritualität und weltlichem Leben.

Nebenbei beobachtete ich die Menschen, die an meiner Bank vorbei wanderten. Viele waren so alte Säcke wie ich. Die Rolling Stones waren Teil unserer Jugend und so lebte jetzt die Jugendzeit wieder auf. Mein letztes Rockkonzert war vor über 40 Jahren 1970 in Fehmarn, wo ich den legendären Jimmy Hendrix erleben durfte. Dort hatte ich unter der Bühne in einem Zelt gelegen. Das Zelt verließ ich nur selten, weil es stark regnete. In Hamburg hatte Mike Jagger zum Glück mit seinem Regenstock den Regen weggezaubert. Vielleicht konnte er auch Wetterzauber machen wie ich. Ich hatte letzte Woche bei meinem Konzert im Altersheim die Sonne herbeigezaubert.

Neben den alten Säcken gab es aber auch viele jüngere Besucher, oft Pärchen und kleine Gruppen. Die Rolling Stones zogen ein bestimmtes Publikum an. Ich spürte eine starke Suchtenergie. Bei den Männern Sucht nach Sex und bei den Frauen Sucht nach Liebe und Zärtlichkeit. Das passte gut zu dem Titel "I can't get no satisfaction." Die Rolling Stones besangen und verkörperten den Extremweg des weltlichen Glücks aus "Sex, Drugs and Rock'n' Roll". Weltliche Genüsse führen nie zur dauerhaften Zufriedenheit, sondern nur in die Sucht und Unzufriedenheit. Die Menschen waren alle Leidende, weil sie den Weg des inneren Glücks nicht kannten.

Wie glücklich war ich, dass ich ein Yogi war. Ich brauchte nur wenig äußeren Genuss, um zufrieden zu sein, weil mein Schwerpunkt das innere Glück war. Damit ich aber keinen Stolz entwickelte, saß bei der Rückfahrt eine schöne junge Frau mir gegenüber. Ich geriet in ihre Energie, unsere Chakren verbanden sich und mich erfaßte die Liebessucht. Zum Glück sah ich rechtzeitig in die Fensterscheibe der U-Bahn. Dort blickte mich ein alter Sack mit grauen Haaren und langem Bart an. Wo der wohl herkam? Ich war wohl doch zwischenzeitlich etwas älter geworden. Ich sollte die Finger von den jungen Frauen lassen und mich wieder auf meine Erleuchtung konzentrieren. Erleuchtung ist der Sex des Alters. Die junge Frau stieg aus. Und der alte Rocker ging zurück in seinen Yogiwald und meditierte auf sein inneres Glück. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute. https://www.youtube.com/watch?v=VUMEVFW1RCA

26. Wahlkampf
Ein Sturm brauste über Deutschland. Ich saß zitternd in meiner Hütte im Wald. Ein dicker Ast donnerte krachend auf das Dach. Bald sind Bundestagswahlen. Wird Angela Merkel die Wahlen gewinnen? Und was kommt danach? Weitere vier Jahre eine große Koalition. Stillstand wie jetzt? Oder gar ein Jamaikabündnis aus CDU, FDP und Grünen? Ein Alptraum.

Die Reichen werden weiter reicher. Die Armen werden weiter ärmer. In Afrika hungern immer mehr Menschen. Deutschland befindet sich weiterhin im Krieg mit Afghanistan, Syrien, Mali, den islamischen Terroristen. Und dann die Klimakatastrophe. Wobei ich heute erkennbar schon mittendrin war. Dabei musste ich gleich zu meiner Mutter fahren. Die Alten warteten auf das Großereignis der Woche, das Konzert von Meister Om Om, genannt der Musiker. Jetzt prasselte erstmal schwerer Regen auf Deutschland hernieder. Ein göttliches Zeichen für die kommenden Jahre.

Zum Glück gibt es mich. Ich bin der Sonnenmann. Mit meiner Musik zaubere ich die Sonne an den Himmel und in die Herzen der Menschen. Vielleicht sollte ich mich doch wieder politisch engagieren. Ich könnte der Partei "Menschliche Welt" beitreten. Sie vertritt in etwa die Punkte, die ich in meinem Weltretterbuch aufgelistet habe.

Es gibt dort bereits einen Yogi. Eine Freundin von mir sah ihn und bewundert jetzt nicht mehr mich, sondern nur noch ihn. Ein hartes Los für einen Macho wie mich. Aber ich könnte ihn ja unterstützen. Yogis halten zusammen. Er redet genauso von innerem Frieden, Liebe und Glück wie ich. Er trägt sogar noch eine schicke rote Robe. Vielleicht ist er noch mehr erleuchtet als ich? Dabei bin ich doch der Sonnenyogi.

Wobei wir wieder im Altersheim wären. Jedenfalls auf dem Weg dort hin. Wie es sich für einen Sonnenyogi gehört, erschien sofort die Sonne am Himmel, als ich auf mein Fahrrad stieg. Dabei hatte ich noch gar nicht zu singen angefangen. Es genügt für die Sonne schon, dass ich morgens in der Tür erscheine. Und schon lacht sie mich vom Himmel aus an. So soll es sein.

Im Altersheim stärkte ich mich erstmal mit einer Runde Torte, bevor ich zum Zimmer meiner Mutter wanderte. Sie hatte inzwischen ausgeschlafen und saß in ihrem Rollstuhl am Tisch. Eine ganz liebe Altenpflegerin saß bei ihr, fütterte sie und unterhielt sich mit ihr. Auch solche Menschen gibt es hier. Ich fragte sie über den Zustand meiner Mutter. Meine Mutter hält sich trotz ihrer Demenz im Moment wacker. Als ob sie noch hundert Jahre alt werden wollte.

Da die Sonne so schön schien, schob ich meine Mutter erstmal durch den Park, damit sie Frischluft tanken konnte. Nach sechs Runden hatte ich keine Lust mehr und ging wieder rein. Die Sonne war so traurig, dass der Himmel sich spontan bewölkte. Da ich aber anschließend gleich sang, verzichtete sie auf Sturm und Regen. Die Alten entdecken mich und strömten zum Musikplatz. Stühle wurden herangerückt und bald erschallte der fröhliche Gesang aus etwa zwanzig alten Kehlen durch die Gänge. Meine Mutter war heute etwas wacher und konnte wieder mitsingen.

Nach zwei Stunden war mein Repertoire erschöpft und ich radelte zurück in den Yogiwald. Dort hatte der Sturm heftig gewütet. Äste und Blätter lagen wüst verstreut auf den Wegen. Ich schaltete den Ferseher an. Dort gibt es eine der vielen Wahlkampfsendungen. Man könnte ja mal eine Fragerunde machen. Wie löse ich als Yogi alle Probleme der Welt in einer Minute? Ganz einfach. Ich schalte die Erleuchtung an und die Welt ist ein Paradies.
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