Brexit-Berichterstattung

Berichterstattung über Brexit – eine neuerliche Form von Gehirnwäsche?

Seit Tagen bombardiert man uns mit Horrorszenarien, die den Briten nach ihrem geplanten EU-Austritt ins Haus stehen. Von einer zusammenbrechenden Wirtschaft, Steuererhöhungen für die Bürger und Ähnlichem ist da die Rede. Wie lässt Goethe im Torquato Tasso seinen Titelhelden so treffend sagen: „Man merkt die Absicht und ist verstimmt“. Soll hier den verbleibenden EU-Bürgern weisgemacht werden, was ihnen droht, wenn sie wie die Briten ihr Missfallen mit der Entwicklung der EU ausdrücken wollen? Sollen da die Regierenden davor gewarnt werden, ja nicht in einer Demokratie (bedeutet Volksherrschaft) „das zu dumme Volk“ um seine Meinung zu befragen?

Statt die Ursachen der in ganz Europa um sich greifenden Unzufriedenheit zu analysieren (überbordender Bürokratismus, immer weniger Bürgernähe und Demokratie, konsequente Negierung des ursprünglich gelobten Subsidiaritätsprinzips, dafür keine Lösung existenziell wichtiger Probleme) denkt man bereits über „noch mehr Europa“ nach. Das nennt man dann wohl im Volksmund den Teufel mit dem Belzebuben austreiben!

Peter Streit, Friesach

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