Rundreise mit einem Alpha 4-Berth Motor Home


29. März, Ursulas Geburtstag

Es hat geklappt, Hans und Marianne Wolf sind mit Qatar pünktlich in Bangkok angekommen und warten auf uns und unser Auto im Novotel, es ist der 29.März 2012. Das ist ein Wiedersehen! Bei einem kleinen Zmittag werden noch alle ihre Fragen beantwortet, bevor sie nach Hua Hin fahren ruhen sie sich eine Nacht im Novotel am Flughafen aus. Chai und ich checken um 1330 Uhr ein auf den Flug SQ977 und stossen in der Silver Kris Lounge auf unseren bevorstehenden Neuseelandtrip mit einem Glas Champagner an. Pünktlich gehts dann los mit einer B777-200 und zu früh landen wir in Singapur, wo wir wieder eine gute Stunde in der Lounge verbringen, die letzten e-mails abschicken, denn hier ist das Internet noch gratis. Flug SQ285, jetzt mit einer B777-300ER, bringt uns in 9.40 Stunden nach Auckland. Flache Betten in der Business Class, fast wie kleine Suiten, nur 4 Sitze in einer Reihe, echt luxuriös! Chai bekommt seine Fischklösse und ich den vorbestellten Lobster Thermidor, dann löschen wir und versuchen den Flug schlafend zu verkürzen.

Kaffee und Gipfeli sind gerade das Richtige vor der Landung, bei schönster Sicht fliegen wir genau übers Zentrum von Auckland und landen am 30.März um 1140 bei klarem Herbstwetter (April ist in Neuseeland Herbstmonat). Der Empfang vor der Passkontrolle ist ausnehmend freundlich, ein älterer Beamter heisst alle Passagiere herzlich „Willkommen in Neuseeland, geniesst eure Ferien hier!“ 

  
  
      

Neuseeland 

Im Gegensatz zu dem 20seitigen Fragebogen der Gesandtschaft von Neuseeland für Chais Visum geht die Passkontrolle schnell und ohne eindringliche Fragen vorbei, in wenigen Minuten schon sind wir beim Gepäckempfang, lassen die Koffer röntgen und von Drogenhunden beschnüffeln, kommen an die Sonne und ins kühle Wetter hinaus, über die Strasse sind es nur einige Schritte bis zum Novotel.

Da nicht wie erwartet eine ANZ-Bank am Flughafen ist und ich unbedingt mein Konto auflösen will müssen wir mit dem Bus nach Manukau fahren, dort im Shoppingcenter komme ich zu den nötigen Moneten – jetzt kanns  los gehen mit den Ferien im Land der Langen Weissen Wolke (Aotearoa auf Maori).

Nach einer mehr oder weniger gut durchgebrachten Nacht, der Zeitunterschied lässt grüssen, fliegen wir um 1320 mit JetStar A320 nach Christchurch, nochmals anderthalb Stunden in der Luft, es ist ein Inlandflug, keine grossen Kontrollen, fast wie man in einen Bus einsteigen würde. Wieder ein schöner Herbsttag, gute Sicht zwischen leichten Wolken hindurch. Der Copthorne Commodore Hotel Shuttle bringt uns in fünf Minuten ins Hotel, wir erwärmen uns im Jacuzzy und schwimmen einige Runden im Hallenschwimmbad. In der Lobby hat man freien Zugang zum Internet, so skype ich mit Hans Wolf, es nimmt mich wunder wie sie von Bangkok ins Panorama gekommen sind. Ohne Probleme, alles sei bestens gegangen, sie hätten sich nicht verfahren und geniessen nun das Pool vor dem Wohnzimmer!

     

Motor Home Fahrt

Am Sonntag 1.April beginnt unsere Wohnwagenreise, mit einem grossen Alpha 4 Berth Campervan (Mitsubishi Diesel) stoppen wir als erstes in einem Supermarkt und decken uns ein mit verschiedensten Esswaren, im Trolley haben wir Waren im Wert von 162 NZ$, also etwa 120 CHF; wir finden die Esswaren eher teurer als in der Schweiz.

Auf der Autostrasse Nummer 1 fahren wir zuerst südwärts, dann wechseln wir auf die Scenic Road Richtung Mount Cook. Am Lake Tekapu, nach 250 km Fahrt, entscheiden wir uns im Holiday Park über Nacht zu bleiben. Hier hat es Stromanschluss und Chai kann ein feines Thai Red Curry machen, die zweite Mahlzeit heute. 40$ kostet so ein Stellplatz mit Stromanschluss, obschon Hochsaison ist vorbei, trotzdem hat es noch erstaunlich viele Camper unterwegs. 

      


Mount Cook

Bei 7° im Motorhome drinnen erwache ich anderntags, ein klarer wolkenloser Tag, die Sonne kommt früh und nach einem kurzen Frühstück fahre ich los, Chai noch oben in seiner Koje stöhnt und kommt dann auch als ich beim Flugfeld von Tekapo anhalte, damit er kurz etwas essen kann. Wir fahren Richtung Mount Cook, dem langen türkisfarbenen Lake Pukaki entlang. Vom Hooker Valley Parkplatz (auf ca. 780m)  aus laufen wir ins Hookertal hinein, 5km sind im Reiseführer angegeben, aber wir brauchen anderthalb Stunden bis zum Hooker Lake (auf ca.950m). Die Wanderung hat sich mehr als gelohnt, im Gesichtsfeld hatten wir immer den Mt.Cook vor Augen, auf der linken Seite Gletscherbehangene Berge, die die Wasserscheide West/Ost markieren und keine 40km sind wir von der Tasmanischen See entfernt, wogegen der Pazifik auf der Ostseite etwa 150km entfernt ist.

Der Hooker Lake ist voller „Eisberge“, pittoresk schwimmen sie im Gletscherwasser, der Gletscher unansehnlich mit Steinen und Sand bedeckt, aber die Eisspitzen des Mt.Cook glänzen in der Sonne. Auch für Chai hat sich der Marsch gelohnt, er ist stolz, das sei der längste Marsch gewesen, den er je unternommen habe...

Nach einem kurzen Zmittag und einer Siesta auf dem Parkplatz nehmen wir die Fahrt dem See entlang wieder auf, via Twizel gehts nach Omarama. Diesel tanken fürs Auto, etwas neuseeländischen Wein einkaufen und dann im Holiday Park den Camper am Strom anschliessen, heute habe ich Küchendienst und mache Spaghetti mit einer Schinken-Tomatensauce, ich geniesse ein Glas Riesling, Chai einen Merlot.

3.April: die Sonne weckt uns, 6° sind es im Camper, blauer Himmel, herbstlich gefärbte Bäume um den Campingplatz herum, also wieder ein herrlicher Ferientag! Doch schon kurz nach Omarama sehen wir dicken Nebel über den Stauseen, die kahlen Hügel sind in starkem Kontrast mit den dunkelgrünen Föhrenwäldern, den besprengten Grasflächen und den gelbfarbenen Bäumen. Gegen dem Pazifik und Oamaru zu wird es bewölkt, Chai freut sich keine Sonne mehr zu sehen – und mir fröstelt, ich bin mich gar nicht mehr gewohnt an solche kalte Tage! 

         


Kalte Herbsttage

In Moeraki suchen wir die bekannten Boulders, „Dinosauriereiern“ gleich riesige Knollen von Steinen verstreut über lange Strecken am Strand, bei Flut kaum sichtbar. Von unserm Zeltplatz am Hampden Beach sind es Minuten zu Fuss, etwas weiter weg beim Katiki Point Lighthouse können wir Seals beobachten und Pinguine die die grasbewachsenen Hügel hinauf steigen zu ihren Nestern, meistens so zwischen fünf und sieben Uhr, kurz vor Sonnenuntergang. Ich war noch nie so nahe daran Pinguine zu sehen, es sind dies die Hoiho Gelbaugen Pinguine.

Der Strassenverkehr ist in Neuseeland sehr sehr diszipliniert, da gibts kein Drängeln, mit dem Camper kann ich ja nicht so schnell fahren, trotzdem werde ich nicht überholt. In und um die wenigen Städte hat es regen Verkehr, aber auf dem Land hat man die gut ausgebauten Strassen fast allein für sich. Erstaunlich für uns Schweizer ist auch, dass die tiefstehende Mittagssonne uns im Auto aus dem Norden blendet, hier richtet sich alles nach Norden aus, nicht wie auf der nördlichen Halbkugel nach Süden. Was auch etwas nervig sein kann sind die wenigen Tankstellen, da muss man immer auf Vorrat schauen um nicht plötzlich irgendwo im Busch zu stranden, Diesel kostet zwischen NY$ 1.56-1.80$, Benzin ist 50-70 Cents teurer. Auch Toiletten sind rar, da gibt es oft Picknickplätze oder Aussichtspunkte, aber nirgends ist ein WC zu finden. Auf der andern Seite ist es wirklich einmalig Nationalparks oder sonstige staatliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen ohne eine Eintrittsgebühr bezahlen zu müssen. 

      


Catlins

Mittwoch stark bewölkt, die Lust zum Weiterfahren ist nicht gerade gross. Doch kaum sind wir unterwegs verschwindet das Gewölk, es wird wieder ein klarer Tag. Dunedin durchfahren wir mit scharfem Blick für einen McDonald für den gratis Internetanschluss, aber nichts, auch keine Shoppingzentren sind zu sehen. So fahren wir weiter südlich in die Catlins, eine sehr schöne Hügellandschaft, grün bewachsen und in der Ferne das blaue Meer. In der Nähe von Waikama suchen wir die Curio Bay, ein Ah und Oh Strand! Und im Campingplatz gibts sogar Stromanschluss, für 26 Dollar ein Schnäppchen, vor allem mit der herrlichen Aussicht. Wenige Schritte vom Platz entfernt sieht man Delfine im Wasser tummeln, gegen Abend kommen auf der andern Seite (Curio Bay) Pinguine watschelnd ans Land. Kurz nach einem feinen Znacht (Maiskolben und Steak) geht die Sonne goldgelb unter.

Invercargill, die grösste Stadt im Süden Neuseelands durchfahren wir am 5. April, stoppen im McDonalds für ein Milkshake und den gratis Internetzugang. Ich kann meine offmail geschriebenen Mails absenden und viele Neue empfangen, ein super Service von McDonalds. In Neuseeland sind gratis Hotspots unbekannt, überall muss man für den Internetzugang bezahlen.

Die Strecke nach Te Anau zieht sich und trotzdem fahren wir gleich weiter ins Tal hinein Richtung Milford Sound, übernachten auf einem Platz ohne elektrischen Anschluss, auch für diesen müssen 30 NZ$ bezahlt werden. Jedoch sind die Duschen und Toiletten in aussergewöhnlich gutem Zustand. Vor dem Znacht ein kleiner Spaziergang ins Waldgebiet, 15 Minuten in herrlichem Ur-Wald bis zu einem Wasserfall. 

      

    
      


Milford Sound

Milford Sound, fälschlicherweise als Sound bezeichnet, ist ein Fjord, vom Gletscher geformt, begrüsst uns mit leichtem Nebel um den Mitre Peak herum. Wir kommen gerade rechtzeitig für eine Rundfahrt mit dem Lady Bowen Schiff, 2 ½ Stunden fahren wir den steilen Felswänden entlang bis zur Öffnung auf die offene Tasman-Sea, es werden lehrreiche Kommentare abgegeben, zum Beispiel, dass hier die nasseste Gegend der Welt sei mit 7-9 Meter Regen, oder 220 Regentagen pro Jahr, die andern Tage werden als nasses Sonnenwetter bezeichnet. Und für uns herrscht heute klarste Bläue vor.

Im Fiordland Great View Holiday Park nützen wir die Zeit aus Wäsche zu waschen, es gibt Waschmaschinen und Trockner, die mit je einem 2$-Stück gefüttert werden müssen. Chai macht sich ans kochen eines Thai Nachtessens, das wie immer bestens mundet.

Ein bedeckter nasser Ostersonntag führt uns über den Haastpass, gestern kamen wir in dickem Nebel von Te Anau nach Mossburn, von dort aus bei klarstem Wetter nach Queenstown und Wanaka, ein lieblicher Ort an einem tief blauen See gelegen. Doch der Haastpass und die Westseite von Neuseeland zeigen wie schnell sich das Wetter ändern kann, von der Tasmanischen See her stauen sich die Wolken, es nieselt. Die Wälder mit den grotesken Bäumen, voller Moos behangen, die Farnbäume, ja der ganze Urwald ist eine wunderschöne Kulisse, es ist wie durch einen Park zu fahren. Bei Regenwetter sind natürlich auch die Fox und Franz Josef Gletscher nicht zu sehen, so fahren wir ganze 380 km durch bis nach Hokitika, hier hats unterdessen aufgehellt und die Sonne scheint uns zum Znacht auf den Tisch: Steak und Spaghetti mit Tomatenschnitzen garniert.

Greymouth sieht so grau aus wie der Name es sagt: "grau", der McDonald ist um 10 Uhr schon voll, der Kaffee mundet ebenso gut wie das Brownie dazu. Über Ostern war niemand am Computer in der Schweiz, wie es scheint, die mails sind schnell herunter geladen und ich kann sie später offline beantworten. So fahren wir im Nieselregen weiter über Reefton nach Springs Junction und ruhen uns am Bach bei wieder schönstem Sonnenschein aus. 

      


Japanische Onsen

Maruia Springs ist die nächste Adresse, ein echt japanisches Onsen, das im Moment mit einem Schnäppchen versucht mehr Gäste anzulocken, die Hochsaison ist ja vorbei. Im Preis von NZ$ 378.- sind auch das Nachtessen und Frühstück inbegriffen, so wie eine Stunde im „Privat Spa“ und eine Stunde Massage. Das fast schwarze Quellwasser wird in der Nähe gefasst, sei 55° heiss, aber in den Bädern war es keine 38°, also etwas zu kalt für japanische Begriffe. Ausgerüstet wird man mit einer Yukata und den japanischen Sandalen. Das Nachtessen wird von Japanerinnen mit einem Lächeln serviert: eine japanische Vorspeise, ein feines Rindssteak mit Blumenkohl in Orangensauce gebraten, Crème Caramel zum Dessert.

Das Frühstück ist reichhaltig und wird erst spät serviert, wir sind uns gewöhnt etwas früher zu essen im Motor Home. So starten wir heute auch erst um 10 Uhr, wir haben eine lange Fahrt vor uns. Es regnet wieder einmal leicht, ist zwar so etwas angenehmer zu fahren da es kühler ist. In Nelson scheint wieder die Sonne und die Fahrt am Queen-Charlotte-Sound entlang ist spektakulär mit schönsten Ausblicken aufs grüne Wasser und die Föhrenwälder.

In Picton, dem Fährenhafen, melden wir uns auf dem Campervanplatz an und geniessen ein Glas Rotwein und ein einfaches Znacht. Mittlerweile habe ich eine Internetkarte erstanden, die ich auf allen Kiwi-Plätzen benützen köne, sagte man mir.

Bei Nelson werden viele Reben angebaut und die Trauben sind jetzt reif, aber in den Läden bekommt man keine einheimischen Trauben, alle sind aus Chile importiert, wunderbar süss zwar aber doch etwas widersinnig. So kaufen wir Äpfel, die sind wenigstens auf neuseeländischen Bäumen gewachsen. 

      


Fähre Süd-Nordinsel

Am 11.April gibts wieder einmal etwas Abwechslung in den grauen Alltag, Wolkenverhangen ist die ganze Gegend, schade für die Fährenfahrt mit der Kataiki durch die Buchten übers offene Meer nach Wellington, 378.-$ kostet diese Verschiffung (Motor Home und 2 Personen) = ca.300CHF. Auch die Campervanplätze mit Stromanschluss sind nicht mehr billig, wir bezahlen zwischen 26.- und 40.-$, auf einigen Plätzen muss man sogar für eine Dusche noch extra bezahlen. Auch haben die teuersten Plätze nicht die besten Duschen! Wir hätten ja im Camper eine Dusche, aber es ist recht umständlich, erstens wird alles nass, das Lavabo muss aufgeklappt werden und zudem ist der Wassertank nicht sehr gross, auch muss das Abwasser öfters abgesogen werden.

Wieder ein Regentag, grau in grau, nass und wenig Sicht über den Pass nördlich von Upper Hutt. Die Nordinsel zeigt sich von der unangenehmsten Seite, doch in Woodville tanken wir Diesel zum Billigpreis von 150.90, ob sich dort ein Arbeiter vertan hat mit dem Preis anschreiben, nirgendwo sonst ist der Sprit heute so billig. Fast 30km fahren wir durch bis Napier, hier bekommen wir den schönsten Platz, den wir bis jetzt hatten, mit direkter Sicht aufs grau verhangene Meer hinaus, kurz scheint die Sonne, aber rund ums Motor Home gibts nur Pfützen.

      

Wie ist die Welt doch schön bei Sonnenschein. Am Freitag, 13.April, um 0630 Uhr ist die Sonne eben dem Meer entstiegen und blendet ins Motor Home hinein, da gibts kein länger schlafen mehr, sogar Chai wird purlimunter und macht sich ans Frühstück kochen. Für mich ist dies ein bisschen einfacher mit Getreideflocken, Brot und Konfitüre und einem heissen Kaffee, das Wasser im Microwellenofen sehr heiss gemacht, mit kalter Milch und richtigem Rahm.

Über die Staatsstrasse Nummer 5 fahren wir zuerst 80km bis Tarawera und machen einen Bummel zu den heissen Quellen, hoch über dem Fluss nehmen wir ein warmes Bad von der Sonne beschienen. Weiter über Bergstrassen, durch herrliche Föhrenwälder, grüne Hügel und Täler mit sprudelnden Wasserfällen und fahren am Mittag in Taupo ein, auf 350m Höhe gelegen am schönen tiefblauen See. Nachmittags gehts zu den Aratiatia Rapids, um 1400 Uhr wird das Schleusentor geöffnet und der Fluss schwillt in Sekundenschnelle an (vorher wird mit Sirenen gewarnt). Im nahe gelegenen Crater of the Moon sehen wir Fumarolen, heisse Dämpfe aus vielen Erdlöchern aufsteigen, das ganze Gebiet ist ein geothermales Wunder, hier wird Elektrizität gewonnen, in heissen Quellen kann man baden, heisses Wasser wird in die Häuser geleitet und auch Heizungen werden damit betrieben. Die Gegend vom Tongariro Nationalpark bis Rotorua ist Vulkangebiet, noch heute aktiv. 

      

      


Geothermales Gebiet

Taupo ist sehenswert, ebenso die Umgebung. Orakei Koraku habe ich vor fünf Jahren schon mal besucht, diese Thermalanlage ist eine der interessantesten und wenig touristischen, etwas abgelegen. Mittlerweile verlangen sie 36$ Eintritt, dafür ist alles in bestem Zustand, die Wege sind sauber ausgeschildert und das Empfangsgebäude am kleinen See neu erbaut. Auch Wai-O-Tapu hat seinen Charme nicht verloren, der Lady Knox Geysir wird um 10.15 mit Waschpulver gefüttert, wie vor 22 Jahren, und speit seine Fontäne drei bis fünf Minuten in die Höhe, alles staunt und macht Oh, Oh, und die Kameras klick, klick, 31$ wert. Waikite verlangt für den Eintritt ins heisse Bad gerade mal 14$, vor fünf Jahren waren es noch 7$, die sanitären Anlagen sind nicht besser geworden, ein Schliessfach müsste nochmals mit 2$ gefüttert werden. Man nimmts von den Lebenden. Zum Glück ist der Sonnenschein noch gratis und die herrliche Natur.

      



       

Rotorua hat mich diesmal etwas enttäuscht, in der Stadt hat es viele leerstehende Geschäfte, scheint etwas herunter gekommen zu sein. Ein Kurzbesuch bei Brian und Kate (da war ich vor 7 Jahren mal drei Nächte in ihrem B&B) war der einzige Lichtblick. So fahren wir anderntags weiter über Tauranga bis nach Thames in die Coromandel Gegend. Am zweitletzten vollen Reisetag fahren wir über die unglaublich kurvenreichen Strassen dieser Halbinsel zum Hot Water Beach, ein Spektakel sondergleichen. Um 10 Uhr ist Ebbe und da wird in einem kleinen Geviert gebuddelt und gegraben (man kann für 5NZ$ Schaufeln mieten) und das siedend heisse Quellwasser mit kaltem Meerwasser vermischt, man legt sich in den Sand und schaut amüsiert dem Treiben zu.

          

      


Coromandel

Whitianga ist so schön gelegen an der runden Bucht, da fühlt man sich als Tourist willkommen. Die ganze Strandlänge ist Grasbewachsen und frei, mit Tischen und Bänken versehen, genügend Parkplätze sind vorhanden und die Sicht über die Bucht an die Felsenküste vom Motor Home aus einfach fantastisch.

Coromandel betrachte ich als die schönste Gegend von Neuseeland, herrlich die fast unberührte Natur mit den vielen verschiedenartigen Wäldern, azurblaue Meeresbuchten, vor allem auf der Pazifikseite. Die Strassen sind eng und verlangen grösste Aufmerksamkeit vom Fahrer, vor allem wenn man mit einem kleinen Lastwagen unterwegs ist und manuell schalten muss. Ich habe das Rindsfilet verdient, das mir Chai bald auf den Tisch bringen wird. Kia Ora – das war Neuseeland. 

    

 

19.April 2012

Heute komme ich mir uralt vor. Ich erinnere mich an Tante Rösi selig, wir brachten ihr damals Pfingstrosensträusse oder Geissbart aus dem Wald und bekamen wenn es gut ging einen Batzen, sie erzählte uns von ihrem Flug nach Brasilien, wie sie damals durch die Wolken flog und die Engel ihr zurwinkten und jetzt sitze ich vollgesättigt in einer Boeing 777-300ER der Singapore Arilines, in der Business Class auf 15A, und schaue durch die lichten Wolken hindurch auf die Landschaft die Brisbane und Outback heisst, wir überfliegen den australischen Kontinent, ein feines Mittagessen wurde serviert und ich hänge meinen Gedanken nach. Wie war das vor 43 Jahren als ich mit der Coronado oder DC-8 flog, da gab es First und Economy, die First war damals schon exklusiv mit ihren losen Teppichbemusterten Fussschemeln, den bunten Vorhänglein und den offenen Hutablagen. Kein Film, keine Kopfhörer oder später Musik durch Plastikschläuche mit Ohrstöpsel. Da hiess es noch: Hansjürg, gehe in die Kabine und mache Passagierbetreuung!

Heute reist man in riesigen Businessclass-Suiten (4 in einer Reihe durch zwei Gänge geteilt) über den Wolken, es werden ähnlich gute Mahlzeiten serviert wie wir es damals taten mit dem Kupfer-Lisi-Service und den Kölschtischtüchern, man setzt sich Kopfhörer vom besten über und hört klassische Musik oder sonst hundert andere Programme, schaut sich einen der vielen Filme an. Das Notebook kann man ohne einen speziellen Stecker an einer Stromquelle anschliessen und Tagebuchartig gleich Notizen machen. Bald wird es so weit sein, dass man sich auch ins Internet einloggen kann. Da hat sich nicht nur einiges geändert.

Für den kurzen Schlaf legt man die Sitzpolster um und man hat ein richtiges flaches Bett zur Verfügung, Kissen und Wolldecken sind schon bereit gelegt, man muss nicht einmal mehr eine Hostess rufen die sicher auch hilfsbereit wäre beim Einbetten.

Champagner steht zur Auswahl neben zwei zwei verschiedenen Weiss- und Rotweinen, sogar Espresso, Kenia-, kolumbianische oder brasilianische Kaffeesorten können bestellt werden. Oder Tees wie Oolong, Sencha, Jasmine, Indian Massala, Pu-Erh. Oder Singapore Slings, Daiquiri, Rumba, Skyhigh, Solitaire Dreams Cocktails.

Es ist Nachmittag, das Essen ist serviert worden, die meisten Passagiere machen jetzt ein Nickerchen, Geschäftsleute schlafen vor oder nach, jedenfalls sind fast alle Fensterrollläden geschlossen worden. Ich bin sicher der letzte Mohikaner, der noch die Aussicht geniessen will. Australien ist ein mächtiges Land, immer sind wir noch über dem Outback und die achte Sinfonie von Dvorak läuft ...

In sieben Stunden landen wir in Singapur, vorher wird nochmals eine Mahlzeit serviert, ein Dinner. Die Auswahl der Hauptspeisen sind: grilliertes Rindsfilet, Schweinefleisch nach Chinesischer Art, Lachs mit Pfeffersauce und Nudeln.


Singapur

Übernachtung im Flughafen Hotel Changi Crown Plaza und Mittagsabflug nach Bangkok, wieder sehr angenehm, kein Wecker muss gestellt werden, wir gehen mit der Sonne.


Bangkok, 20.April 2012

Und dann: Thailand hat uns wieder. Marianne und Hans bringen uns den Camry, sie fliegen nach Mitternacht ab nach Europa, wir fahren zurück nach Hause ins Panorama.


Weitere Reiseberichte:


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Hans J.Rhyn, Panorama Pool Villa 57, Moo 1, Pak Nam Pran, Pranburi 77220, Thailand

hansrhyn@gmail.com